Der Pacific Crest Trail (kurz PCT, offiziell Pacific Crest National Scenic Trail) ist ein rund 4265 Kilometer (2650 Meilen) langer Fernwander- und Reitweg im Westen der Vereinigten Staaten. Er verläuft parallel zur Küstenlinie des Pazifischen Ozeans entlang der Gebirgskämme der Sierra Nevada und der Kaskadenkette. Dabei durchquert der Weg die amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington.

Der südliche Endpunkt des Pacific Crest Trail liegt im Süden der Ortschaft Campo an der Grenze der Vereinigten Staaten zu Mexiko und der nördliche Endpunkt an der Grenze zu Kanada am Rande vom Manning Provincial Park in British Columbia. Der höchste Punkt wird am Forester-Pass in Kalifornien mit 4009 Metern erreicht. Ein erheblicher Teil des Pacific Crest Trail verläuft durch Gebiete, die in den USA als Wilderness Area, National Monument oder Nationalpark ausgewiesen sind.

Der Pacific Crest Trail erhielt 1968 zusammen mit dem Appalachian Trail als erster Wanderweg in den USA den Status eines National Scenic Trail. Im Jahr 1993 und damit 25 Jahre nach der Verabschiedung des National Trails System Act, eines Gesetzes zur Schaffung eines nationalen Netzes von Wanderwegen, wurde der Pacific Crest Trail offiziell eingeweiht.

Mit dem Appalachian Trail und dem Continental Divide Trail gehört der Pacific Crest Trail zu den drei Triple-Crown-Wanderwegen und damit zu den längsten und anspruchsvollsten Fernwanderwegen in den Vereinigten Staaten. Wanderer, die den Pacific Crest Trail in einer Saison durchwandern, werden „PCT-Thruhiker“ genannt.

Heute wird der Pacific Crest Trail vom United States Forest Service, dem National Park Service, dem Bureau of Land Management, dem California Department of Parks and Recreation und der Pacific Crest Trail Association betreut.

Geschichte Catherine Montgomery, die „Mutter des Pacific Crest Trail“ Der erste Beleg für die Idee, die Gebirgskämme im Westen der USA parallel zum Pazifik zu durchwandern, findet sich bei Joseph Taylor Hazard (1879–1965) in dessen 1946 veröffentlichtem Buch Pacific Crest Trails.Hierzu und zum Folgenden vgl. Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, Kapitel „The PCT, Its History and Use“, S. 1–6. Hazard, selber begeisterter Bergwanderer, gibt an, Catherine Montgomery (1867–1957) vom Western Washington College of Education in Bellingham habe bei einer Veranstaltung des Mount Baker Clubs im Jahr 1926 „Einen hoch verlaufenden Wanderweg über die Gipfel unserer westlichen Berge mit Wegmarkierungen und Schutzhütten […] von der Grenze zu Kanada bis zur Grenzlinie von Mexiko“„A high trail winding down the heights of our western mountains with mile markers and shelter huts […] from the Canadian Border to the Mexican Boundary Line“, hier zitiert nach Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, S. 1. vorgeschlagen. Fußend auf dieser Darstellung, sieht die Pacific Crest Trail Association Montgomery heute als die „Mutter des Pacific Crest Trail“ an.Meet the mother of the Pacific Crest Trail: Catherine Montgomery, Blog der Pacific Crest Trail Association vom 14. Mai 2017, zuletzt abgerufen am 27. Juli 2020 (mit Bildern).

Beginn der Umsetzung: Frederick W. Cleator Die Umsetzung dieser Idee wurde zum Ende der 1920er Jahre von Frederick William Cleator (1883–1957) in Angriff genommen, der als Supervisor of Recreation for Region 6 in Oregon und Washington für den U.S. Forest Service arbeitete. Cleator begann, den Cascade Crest Trail so zu entwickeln, dass eine durchgängige Route von Kanada bis zum Columbia River entstand.Vgl. hierzu und zum Folgenden: Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, S. 2. Im Jahr 1937 begannen Mitarbeiter der Region 6 des U.S. Forest Service, die Wegstrecke von der kanadischen Grenze bis nach Kalifornien mit durchgängigen Wegmarkierungen zu versehen.

Clinton C. Clarke und die Pacific Crest Trail System Conference Die Verwaltung der Region 5 (Kalifornien) schloss sich der Idee eines mehrere Bundesstaaten durchquerenden Wanderwegs allerdings zunächst nicht an. Es ist deshalb der privaten Initiative von Clinton C. Clarke (1873–1957) aus Pasadena zu verdanken, dass das Konzept des Pacific Crest Trail schließlich in seiner Gänze umgesetzt wurde.Vgl. hierzu und zum Folgenden: Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, S. 2. Clarke schrieb während seiner Amtszeit als Vorsitzender der Mountain League of Los Angeles County im März 1932 den U.S. Forest Service und den National Park Service mit der Bitte an, einen „durchgängigen Wanderweg durch die Vereinigten Staaten, von Kanada bis Mexiko […] entlang der Gipfelkämme […] die landschaftlich schönsten Gebiete durchquerend und unter strikter Beibehaltung des Charakters als Wildnis“ einzurichten.„a continuous wilderness trail across the United States from Canada to Mexico […] along the summit divides […], traversing the best scenic areas and maintaining an absolute wilderness character.“ Hier zitiert nach Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, S. 2. Über die nächsten 25 Jahre trieb Clarke als Präsident der von ihm gegründeten Pacific Crest Trail System Conference diesen Plan immer weiter voran, war führend an der Erweiterung des John Muir Trails nach Norden und Süden beteiligt und veröffentlichte 1935 ein Handbuch zum Pacific Crest Trail unter dem Titel The Pacific crest trail, Canada to Mexico. Aufgrund dieser besonderen Rolle wird Clarke heute häufig als „Vater des Pacific Crest Trail“ bezeichnet.

Der National Trail Systems Act Im Oktober 1968 verabschiedete der Kongress der Vereinigten Staaten den National Trails System Act, ein Gesetz zur Schaffung eines nationalen Netzes von Fernwanderwegen.Vgl. hierzu und zum Folgenden: Jeffrey P. Schaffer: Pacific Crest Trail: Northern California. 6. Auflage, Wilderness Press, Birmingham (AL) 2003, S. 2 f. Das Gesetz zielte darauf ab, der Bevölkerung Zugang zur Erholung im Freien zu verschaffen und zugleich bestimmte Teile der Natur unter Schutz zu stellen. Als die beiden ersten National Scenic Trails wurden der Appalachian Trail und der Pacific Crest Trail im Gesetz festgeschrieben. Damit war der PCT auch offiziell anerkannt und als schützenswert eingestuft worden.

Gründung der PCTA und offizielle Einweihung im Jahr 1993 Im Zuge des weiteren Ausbaus des Pacific Crest Trail gründete Warren Lee Rogers (1908–1992), ein Wegbegleiter Clinton Clarkes, 1972 den Pacific Crest Trail Club, der 1992 mit der Pacific Crest Trail System Conference zur Pacific Crest Trail Association (PCTA) verschmolzen wurde. Diese gemeinnützige Organisation setzt sich seither für den Schutz, die Pflege und die Förderung des Wanderweges ein„The mission of the Pacific Crest Trail Association is to protect, preserve and promote the Pacific Crest National Scenic Trail as a world-class experience for hikers and equestrians, and for all the values provided by wild and scenic lands.“ – Pacific Crest Trail Association: Our Mission, Vision and Values, zuletzt abgerufen am 8. August 2020. und bietet auf ihren Webseiten ausführliche Informationen für Wanderer.

Ein Jahr nach Rogers’ Tod wurde der Pacific Crest Trail feierlich eingeweiht und die Arbeit von Clarke und Rogers damit offiziell abgeschlossen. Da bis heute jedoch immer noch einzelne Abschnitte des Wanderweges über privates Land führen, gibt es immer wieder Versuche, dieses aufzukaufen und den Verlauf des Pacific Crest Trail weiter zu optimieren.

Die Route Länge der Strecke Zur genauen Streckenlänge des Pacific Crest Trail kursieren unterschiedliche Angaben. So gibt beispielsweise der Engländer Keith Foskett, der seine Wanderung auf dem PCT im Jahr 2010 nach sieben Monaten erfolgreich abschloss, die Länge mit 4249 Kilometern an,Keith Foskett: The Last Englishman: A 2,640-Mile Hiking Adventure on the Pacific Crest Trail. [ohne Ort] , S. 1 und passim. während die deutsche Thruhikerin Christine Thürmer die Länge auf 4277 Kilometer beziffert.Christine Thürmer: Laufen. Essen. Schlafen. Malik, München 2018, S. 9 und passim. Die Pacific Crest Trail Association erklärt solche Unterschiede mit dem Hinweis, dass die Länge des PCT zum einen von Jahr zu Jahr aufgrund von Streckenänderungen schwankt. Darüber hinaus sei der PCT noch niemals mit technischen Hilfsmitteln so vermessen worden, dass man seine Länge ausreichend genau angeben könne. Die Pacific Crest Trail Association selbst hat die offizielle Länge auf 2650 Meilen (4265 Kilometer) festgelegt und begründet dies mit dem Umstand, dass sie angesichts der häufigen Streckenanpassungen nicht jedes Jahr ihre T-Shirts neu drucken und Hinweisschilder erneuern könne. Laut ihrer FAQ ist die Angabe von 2650 Meilen auf „etwa zehn Meilen mehr oder weniger“ korrekt.„The PCT has never been mapped with tools that would provide a truly accurate distance for the trail. What data sets that do exist were generally gathered with consumer level tools and do not take in to account the various changes that happen every season. Years ago, PCTA decided to settle on a number. We can’t re-print t-shirts and remake trail signs every season as the tread moves. The Pacific Crest Trail is around 2,650 miles and that’s accurate to within 10 or so miles.“ – Pacific Crest Trail Association: Discover the trail – FAQ, Abschnitt „What’s the length of the Pacific Crest Trail?“, zuletzt abgerufen am 7. August 2020.

Überblick über die Route Da heute mit 90 % die weitaus überwiegende Mehrheit der Thruhiker den PCT von Süden nach Norden durchwandert,Northbound vs. Southbound auf den Webseiten der Pacific Crest Trail Association, zuletzt abgerufen am 21. September 2020. tragen auch die meisten Streckenbeschreibungen und Wanderführer diesem Umstand Rechnung und beschreiben den Streckenverlauf in Süd-Nord-Richtung. Die Pacific Crest Trail Association teilt den Wanderweg in fünf größere Regionen ein: Südkalifornien, Zentralkalifornien, Nordkalifornien, Oregon und Washington.The regions auf den Webseiten der Pacific Crest Trail Association, zuletzt abgerufen am 21. September 2020.

In Südkalifornien verläuft die Route zunächst durch eine Wüstenlandschaft bis zu den Laguna Mountains. Dann streift sie kurz den Anza-Borrego Desert State Park und führt dann weiter über die Gebirgszüge der San Jacinto Mountains, der San Bernardino Mountains sowie der San Gabriel Mountains. In einem weiten Bogen entlang der westlichen Mojave-Wüste erreicht der PCT dann über die Tehachapi Mountains die südlichen Ausläufer der Sierra Nevada. In Zentralkalifornien führt der Wanderweg über weite Strecken durch das von Granitgestein geprägte Hochgebirge der Sierra, wobei er sich zeitweilig mit dem John Muir Trail deckt. Auf seinem Weg nach Norden überquert der PCT acht Gebirgspässe mit einer Höhe von mehr als 3.353 Meter (11.000 Fuß), wobei mit dem rund 4.000 Meter (13.153 Fuß) hohen Forester-Pass der höchste Punkt der Gesamtstrecke erreicht wird. Mit dem Sequoia- und Kings-Canyon-Nationalpark sowie dem Yosemite-Nationalpark durchquert der Weg die ersten drei von insgesamt sieben auf seiner Strecke gelegene Nationalparks. mini|Blick auf den PCT, Abschnitt „N“, in der Nähe von Warner Valley, Lassen-Volcanic-Nationalpark, Kalifornien In Nordkalifornien erreicht der PCT den südlichen Teil der von Vulkanen geprägten Kaskadenkette. Er durchquert den Lassen-Volcanic-Nationalpark und führt dann über den extrem trockenen Gebirgskamm Hat Creek Rim in einem Bogen nach Westen, wo er nach einer Überquerung des Sacramento River den Castle Crags State Park und die Trinity Alps Wilderness erreicht. Vom Klamath River steigt der Trail dann in die Siskiyou Mountains hoch, wo er in der Nähe des Siskiyou Summit die Grenze nach Oregon überschreitet.