Ólafur Indriði Stefánsson (* 3. Juli 1973 in Reykjavík) ist ein isländischer Handballtrainer und ein ehemaliger Handballspieler, der für die isländische Nationalmannschaft auflief. Der Linkshänder spielte meist im rechten Rückraum. Er gilt in Island als „lebende Legende“ und ist Träger des isländischen Großritterkreuzes. Seit 2023 ist er Mitglied der Hall of Fame der Europäischen Handballföderation.www.eurohandball.com, „LEGENDARY PLAYERS ENTER THE HALL OF FAME OF EUROPEAN HANDBALL“, 26. Juni 2023, abgerufen am 27. Juni 2023
Spielerlaufbahn Vereine links|mini|Ólafur Stefánsson in einem Champions-League-Spiel gegen den VfL Gummersbach Nachdem Ólafur mit Valur Reykjavík dreimal isländischer Meister wurde, wechselte er 1996 zum deutschen Zweitligisten LTV Wuppertal,archiv.thw-handball.de: Gegnerkader LTV Wuppertal 1997/98, abgerufen am 26. Mai 2019 mit dem er in der ersten Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffte. Nach einer weiteren Saison wechselte er 1998 zum Ligarivalen SC Magdeburg, bei dem er bis 2003 spielte.archiv.thw-handball.de: Gegnerkader SC Magdeburg 1998/99, abgerufen am 26. Mai 2019 Mit Magdeburg gewann Ólafur Stefansson mehrere Titel, wobei der größte Erfolg der Gewinn der EHF Champions League 2002 war. Nach seinem Wechsel zu BM Ciudad Real wurde Ólafur in die Magdeburger Hall-of-Fame aufgenommen.
Von 2003 bis 2009 spielte er für BM Ciudad Real und gewann mit diesem Verein die Champions League 2006, 2008 und 2009.archiv.thw-handball.de: Gegnerkader BM Ciudad Real 2004/05, abgerufen am 26. Mai 2019 In der Saison 2007/08 wurde er mit 96 Treffern gemeinsam mit Kiril Lazarov Torschützenkönig. Stefansson ist mit 68 Treffern zudem der erfolgreichste Finaltorschütze in der Geschichte der Champions League.www.handball-world.com Champions-League-Final-Torjäger: Rutenka nun die Nummer drei vom 4. Juni 2013, abgerufen am 18. Juni 2014
Zur Saison 2009/10 wechselte Ólafur zum deutschen Handballklub Rhein-Neckar Löwen. Nach zwei Spielzeiten bei den Löwen ging er zum dänischen Verein AG København. abgerufen am 18. Juni 2014 Ab dem 1. Januar 2013 spielte Ólafur Stefánsson in Katar beim Verein Lekhwiya Sports Club in der Hauptstadt Doha.www.handball-world.com, 7. Dezember 2012 Mit Lekhwiya gewann er 2013 die Meisterschaft.www.mbl.is, 23. April 2013 Anschließend beendete er seine Karriere. Im März 2015 gab er beim dänischen Erstligisten KIF Kolding in der EHF Champions League sein Comeback.www.handball-world.com Offiziell: KIF Kopenhagen verstärkt sich mit Stefansson vom 10. März 2015, abgerufen am 10. März 2015
Nationalmannschaft In der isländischen Nationalmannschaft bestritt Ólafur 330 Länderspiele, in denen er 1570 Tore warf. Am 7. Juni 2014 wurde er von Guðjón Valur Sigurðsson als isländischer Rekordtorschütze übertroffen. Bei der Handball-Europameisterschaft 2002 in Schweden wurde er Torschützenkönig.
Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking führte er seine Mannschaft zum größten Erfolg in der isländischen Sportgeschichte, der Silbermedaille. Dafür wurde er am 27. August vom Staatspräsidenten mit dem Großritterkreuz geehrt, seine Mannschaftskollegen erhielten das Ritterkreuz.R. Seele: Großritter des Handballs. In: FAZ vom 24. Mai 2009, abgerufen am 18. Juni 2014 Im Sommer 2012 nahm er erneut an den Olympischen Spielen in London teil. Nach dem Aus im Viertelfinale beendete er seine Länderspielkarriere. Als Island in der Vorbereitung zur WM 2013 einige Ausfälle im rechten Rückraum zu beklagen hatte, ließ sich Ólafur Stefánsson zum Comeback überreden.www.handball-world.com: Island bewegt Weltstar zum Comeback bei der Weltmeisterschaft, abgerufen am 4. Januar 2013 Nachdem eine alte Knieverletzung ausbrach, musste er ebenfalls seine Teilnahme an der WM absagen.www.handball-world.com: WM-Aus für Olafur Stefansson, abgerufen am 4. Januar 2013 Seit dem Oktober 2025 trainiert er gemeinsam mit Ásbjörn Friðriksson die isländische U-16-Nationalmannschaft.handkastid.net: Óli Stef er kominn með nýtt þjálfarastarf, abgerufen am 6. April 2026handbolti.net: Ásbjörn og Ólafur velja 16 ára landslið til æfinga, abgerufen am 6. April 2026
Bundesligabilanz Saison Verein Spielklasse Spiele Tore 7-Meter Feldtore 1997–1998 HSG LTV/WSV Wuppertal Bundesliga 28 139 34 105 1998–2003 SC Magdeburg Bundesliga 164 897 250 647 2009–2010 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 32 110 40 70 2010–2011 Rhein-Neckar Löwen Bundesliga 33 99 11 88 1996–2011 Bundesliga gesamt 257 1245 335 910
Trainerlaufbahn Ólafur Stefánsson trainierte in der Saison 2013/14 den isländischen Erstligisten Valur Reykjavík.www.valur.is: Ólafur Stefánsson tekur við Val, abgerufen am 15. November 2013 Ab April 2015 war er als Co-Trainer der isländischen Nationalmannschaft tätig.www.visir.is: Ólafur Stefánsson verður aðstoðarþjálfari karlalandsliðsins, abgerufen am 10. Januar 2016 In der Saison 2019/20 war er als Nachwuchstrainer bei Valur Reykjavík tätig.handball-world.news: Olafur Stefansson kehrt zu Valur Reykjavik zurück, abgerufen am 27. August 2019
Ólafur Stefánsson gehörte zwischen März 2022 und August 2023 dem Trainerteam des deutschen Bundesligisten HC Erlangen als Co-Trainer an.Olafur Stefansson verstärkt HCE-Trainerteam, Sueddeutsche, 4. März 2022handball-world.news: Enttäuschung über Personalentscheidung: Erlangens Co-Trainer löst Vertrag auf, abgerufen am 18. August 2023 Im November 2023 wurde er Nachfolger von Stephan Just als Trainer des deutschen Zweitligisten EHV Aue. Nach der Saison 2023/24 verließ er Aue.
Sonstiges Sein Sohn Einar Þorsteinn Ólafsson spielt ebenfalls Handball.handball-world.news: Sohn von Olafur Stefansson wechselt zu Fredericia, abgerufen am 7. Mai 2022 Sein Bruder Jón Arnór Stefánsson spielte für die isländische Basketballnationalmannschaft.www.mbl.is: Jón Arnór Evrópumeistari, abgerufen am 10. Juni 2018
Erfolge Valur Reykjavík Isländischer Meister: 1993, 1994, 1995
SC Magdeburg Deutscher Meister: 2001 Supercupgewinner: 2001 Champions League: 2002 EHF-Pokalsieger: 1999, 2001 Vereins-Europameister: 2001, 2002
BM Ciudad Real Spanischer Meister: 2004, 2007, 2008, 2009 Copa del Rey: 2008 Copa ASOBAL: 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 Spanischer Supercup: 2005, 2008 Champions League: 2006, 2008, 2009 Vereins-Europameister: 2005, 2006 Super Globe: 2007
AG København Dänischer Meister: 2012
Lekhwiya Sports Club Doha Katarischer Meister 2013
Nationalmannschaft 5. Platz bei der Weltmeisterschaft 1997 4. Platz bei der Europameisterschaft 2002 Silber bei den Olympischen Spielen 2008 Bronze bei der Europameisterschaft 2010 All-Star-Team: EM 2002, OS 2004, EM 2006, OS 2008, EM 2010
Weblinks
Ólafur Stefánsson in der Datenbank der Rhein-Neckar Löwen
Einzelnachweise
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