mini|hochkant=1.5|Place de la Concorde – hinter dem Obelisken (von links): Hôtel de Crillon, La Madeleine und Hôtel de la Marine
Die Place de la Concorde [] () ist mit 7,56 ha der größte Platz von Paris. Er liegt nördlich der Seine (Rive droite) im 8. Arrondissement zwischen Jardin des Tuileries und Avenue des Champs-Élysées.
Die Place de la Concorde ist mit 360 Metern Länge und 210 Metern Breite nach der Place des Quinconces in Bordeaux der zweitgrößte Platz Frankreichs und gehört neben der Place des Vosges, Place Dauphine, Place Vendôme und Place des Victoires zu den fünf königlichen Plätzen der Stadt ().
Lage und Zugang In die Place de la Concorde münden unter anderem die Rue Royale, die Avenue Gabriel, die Rue de Rivoli, der Cours la Reine mit dem Port de la Conférence, Voie Georges Pompidou, Port de la Concorde, Quai und Port des Tuileries sowie die Seinebrücke Pont de la Concorde. Der Obelisk mit seiner vergoldeten Spitze steht in der Blickachse vom Louvre zum Arc de Triomphe am Étoile auf der Axe historique. Die andere Sichtachse an dieser Stelle verläuft dazu rechtwinklig von Kirche und Place de la Madeleine nach Süden über die Seine zum Gebäude der Nationalversammlung, dem Palais Bourbon.
Nahe am Zentrum gelegen hat der Platz eine zentrale Position, denn hier kreuzen zwei große Verkehrsadern: Die Nordsüd-Achse vom Montmartre vorbei an den Grands Magasins des Boulevard Haussmann, der Église de la Madeleine zur Assemblée nationale. Die Westost-Achse von der Grande Arche über die Avenue de la Grande Armée, die Place Charles-de-Gaulle mit dem Tunnel de l’Étoile und die Avenue des Champs-Élysées zum Jardin des Tuileries und dem Musée du Louvre.
Die Place de la Concorde ist erreichbar per Metro über die Station Concorde 15px 15px, 15px, 15px Bus der RATP 24, 42, 52, 72, 73, 84, 94, OpenTour und Noctilien 25px 11, 24
Namensursprung Der Name wurde 1795 während der Französischen Revolution vom Direktorium ausgewählt, um die Versöhnung der Franzosen nach den Auswüchsen der Terrorherrschaft zu dokumentieren.
Platzbeschreibung mini|hochkant|
Die Gesamtheit des Platzes ist städtebaulich gesehen eine wichtige Schöpfung der Zeit der Aufklärung (). Er drückt hervorragend die Entwicklung des französischen Geschmacks aus: die Bildung eines neuen Stils, die klassische Architektur im 18. Jahrhundert, zu deren Pionieren der Architekt Ange-Jacques Gabriel und der Bildhauer Edme Bouchardon mit seinem in der Mitte des Platzes aufgestellten und während der Revolution zerstörten Reiterstandbild Ludwig XV. gehörten.
Der Name des Platzes wurde mehrfach geändert, Ausdruck der Instabilität der politischen Regime Frankreichs seit 1789 und einer Reihe von freudigen, tragischen oder glorreichen Ereignissen, einige von großer historischer Bedeutung, die sich auf seinem Boden abgespielt haben. Er hieß «Place Louis XV», dann «Place de la Révolution» nach dem 10. August 1792, «Place de la Concorde» unter dem Direktorium, Französischen Konsulat und dem Ersten Kaiserreich, dann wieder «Place Louis XV» danach «Place Louis XVI» unter der Restauration, 1830 «Place de la Charte», um schließlich unter der Julimonarchie wieder den Namen «Place de la Concorde» anzunehmen; das gleiche Schicksal erlitten die Statuen, die Platz schmückten oder hätten schmücken sollen: Reiterstandbild von Louis XV., Freiheitsstatue, Statue von Louis XVI., Obelisk von Luxor.
War die Platzgestaltung unter der Revolutionsregierung noch bescheiden (1794 wurden die Chevaux de Marly aus dem Jardin des Tuileries auf den Platz gebracht.), so gab es unter der Julimonarchie gewaltige Veränderungen: Zunächst wurde 1836 der Obelisk errichtet. Danach folgten die Verschönerungsarbeiten von Hittorff: die zwei Fontänen, die Statuen von acht wichtigen französischen Städten (Brest und Rouen von Jean-Pierre Cortot; Lille und Strasbourg von James Pradier; Lyon und Marseille von Louis Petitot; Bordeaux und Nantes von Louis-Denis Caillouette), die Straßenbeleuchtung () und die Colonnes rostrales. Im Zweiten Kaiserreich wurde der Platz völlig umgestaltet, um den Verkehrsfluss zu verbessern.Im Zweiten Kaiserreich wurde die Verkehrsführung in Paris von Georges-Eugène Haussmann neu gestaltet. Die letzte Umgestaltung fand 1931 mit dem Abriss des Hôtel Grimod de La Reynière und der Errichtung der Botschaft der Vereinigten Staaten in Paris an deren Stelle statt. 1937 wurde der Platz denkmalgeschützt () und demnach nicht mehr verändert.
Geschichte Ursprünglich befand sich der Platz inmitten von sumpfigem Gelände und wurde oft von der Seine überflutet.
18. Jahrhundert Für den neuen Platz gab es anfangs mehrere mögliche Standorte zu beiden Seiten der Seine. König Ludwig XV. entschied sich schließlich für ein unbebautes Grundstück am Ende der Tuileriengärten, das ihm gehörte, das damals außerhalb der Stadtgrenzen lag und Place du Pont Tournant hieß. Auf einer Karte von Covens & Mortier aus dem Jahre 1742 gab es an dieser Stelle Ackerland, das sich unmittelbar an die Tuileriengärten anschloss. Die Baupläne des Architekten Ange-Jacques Gabriel vom 7. September 1755 sorgten für eine Platzarrondierung des ursprünglich 84.000 m² großen Areals noch im Jahre 1755. Sein Plan erhielt im Dezember 1755 die Genehmigung. Das Patent für die Bebauung des Platzes mit dem 1753 vergebenen Namen Place Royal erteilte die Verwaltung am 21. Juni 1757 mit einer Gültigkeit bis 30. Oktober 1758. Gabriel sollte den als Oktogon anzulegenden Platz mit einem Graben umgeben. Der Zweck des Platzes bestand darin, einer von Edmé Bouchardon realisierten Reiterstatue Ludwigs XV. einen würdigen Standort zu geben. Bereits 1749 begann Bouchardon mit der Arbeit am Reiterstandbild, seine Einweihung auf dem noch im Bau befindlichen Platz fand am 10. Mai 1765 statt. Auf dem noch mit Gräben begrenzten Platz gab es am 30. Mai 1770 ein Feuerwerk, bei dem eine Panik ausbrach, die rund 1200 Tote zur Folge hatte. Nach seiner Fertigstellung im Jahre 1776 erhielt der Platz zunächst den Namen Place Louis XV. Seit dem 20. November 1791 verbindet die Pont de la Concorde den Platz mit dem Rive Gauche südlich der Seine.Gustave Isambert: La vie à Paris pendant une année de la Révolution (1791–1792), 1896, S. 22.
Revolutionszeit Während der Französischen Revolution wurde die Reiterstatue am 11. August 1792 auf dem jetzt Place de la Révolution genannten Platz zerstört und entfernt. An ihrer Stelle errichtete man am 21. Januar 1793 eine Guillotine, mit der noch am selben Tag Ludwig XVI. enthauptet wurde. Es folgten seine Gattin Königin Marie-Antoinette (16. Oktober 1793), Louis-Philippe II. Joseph de Bourbon, duc d’Orléans (6. November 1793) sowie die Revolutionäre Georges Danton (5. April 1794) und Maximilien de Robespierre (28. Juli 1794; siehe auch die Liste während der Französischen Revolution hingerichteter Personen); innerhalb von nur 2 ½ Jahren kam es hier zur Exekution von 1.345 Personen.
19. Jahrhundert Der vom blutigen Terror und der Hinrichtung der königlichen Familie gezeichnete Platz war für die Regierungen des 19. Jahrhunderts ein politisches Problem. Nachdem die Freiheitsstatue unter dem Konsulat entfernt worden war und die Pläne zur Errichtung einer Statue Karls des Großen, dann eines Brunnens, aufgegeben wurden, war es schließlich Ludwig XVIII., der in der Mitte des Platzes ein Denkmal zur Erinnerung an seinen Bruder Ludwig XVI. errichten wollte: die Statue des gemarterten Königs, eingerahmt von einer Kapelle und einer Trauerweide. Karl X. legte am 3. Mai 1826 den Grundstein. Im selben Jahr wurde der Platz in «Place Louis XVI» umbenannt. (Die Tafel befindet sich noch heute an der Ecke zur Rue Boissy-d’Anglas.) Aber die vorgesehene Statue wurde nie errichtet, denn die Arbeiten wurden durch die Julirevolution von 1830 unterbrochen und der Platz erhielt seinen endgültigen Namen, «Place de la Concorde».
Während der Julirevolution von 1830 kam es auf dem Platz zu Gefechten zwischen den Aufständischen und den regulären Truppen.
1831 bot der Vizekönig von Ägypten, Muhammad Ali Pascha, Frankreich die beiden Obelisken am Eingang des Luxor-Tempels von Theben an. Nur der erste davon kam nach Frankreich und erreichte Paris am 21. Dezember 1833. Louis-Philippe I. entschied mit der Begründung «il ne rappellera aucun événement politique», dass er auf der Place de la Concorde aufgestellt wird. Die delikate Operation der Errichtung wurde unter Leitung des Ingenieurs Apollinaire Lebas und vor mehr als 200 000 Zuschauern am 25. Oktober 1836 durchgeführt. Der König und seine Familie waren nicht sicher, ob die Operation gelingen würde und beobachteten die Arbeiten vom Salon des Hôtel du Garde-meuble und erschienen erst dann auf dem Balkon, um den Applaus der Menge entgegenzunehmen, als der Monolith aufgerichtet war.
Das heutige Aussehen erhielt der Platz zwischen 1836 und 1840 aufgrund von Zeichnungen, die der in Köln aufgewachsene und in Paris lebende Architekt Jakob Ignaz Hittorff ab 1829 anfertigte, wobei er die Grundanlage von Gabriel beibehielt. Er fügte zwei monumentale Brunnen (die als Besonderheit aus Gusseisen bestanden) zu beiden Seiten des Obelisken hinzu und umgab den Platz mit Laternenpfählen und schnabelförmigen Säulen. Der Platz soll damit die Leistung der französischen Schiffstechnik hervorheben, denn das Marineministeriums war in einem der beiden von Gabriel gebauten Stadthäuser untergebracht. Die beiden Fontänen – am 1. Mai 1840 vom Préfet Rambuteau eingeweiht – sind der Fluss- (Nordbrunnen Fontaine des Fleuves: zwei sitzenden Figuren stellen den Rhein und die Rhone dar; Weinlese und Getreideernte sind symbolisiert) und der Seeschifffahrt (Südbrunnen Fontaine des Mers: Mittelmeer, Ozean und Fischfang) gewidmet. Zur Gestaltung der Figuren an den Brunnen versicherte sich der Architekt der Unterstützung zahlreicher Künstler: Jean François Théodore Gechter, Honoré Jean Aristide Husson, François Lanno, Nicolas Brion, Auguste-Hyacinthe Debay, Antoine Desboeufs, Jean-Jacques Feuchère, Antonin-Marie Moine, Jean-Jacques Elshoecht (genannt Carle Elshoecht) und Louis-Parfait Merlieux. Die schnabelförmigen Säulen tragen Schiffsbögen, die auch das Wahrzeichen der Stadt Paris entsprechen. Die acht allegorischen Statuen französischer Städte begrenzen das von Gabriel gedachten Oktagon.
1854 wurden die Gräben, die Hittorff vorgesehen hatte, aufgefüllt, um den Platz besser an den Verkehr anzupassen.
Auf dem Platz kampierten im März 1871 während des Deutsch-Französischen Kriegs deutsche Truppen. Zwischen April und November 1900 fand die Weltausstellung Paris 1900 statt, deren Eingangshallen sich auf dem Platz befanden.
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Am 6. Februar 1934 findet eine Demonstration der Extrem–Rechten auf dem Platz statt. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gibt es 20 Tote und 2 300 Verwundete. Die Place de la Concorde mit ihrer Pflasterung, den Brunnen, Statuen, Wachhäuschen, Balustraden, Säulen und Laternenpfählen wird per Dekret vom 23. März 1937 als historisches Denkmal eingestuft.. Am 30. Mai 1968 findet eine Gegendemonstration der Gaullisten statt. Am 14. Juli 1979 gibt Jean Michel Jarre ein Konzert. Am 1. Dezember 1993, zum AIDS–Welttag, versammelt sich die Act Up-Paris auf dem Platz, verhüllt den Obelisken mit einem 30 m langen Kondom und tauft den Platz in «Place des morts du Sida» (). Am 7. Mai 1995 versammeln sich die Unterstützer von Jacques Chirac und feiern seine Wahl zum Präsidenten. Damit soll an ein ähnliches Ereignis vom 10. Mai 1981 erinnert werden, als François Mitterrand seine Wahl auf der Place de la Bastille feierte. Im Jahr 2000 erklettert der Freikletterer Alain Robert den Obelisken ohne Vorankündigung und ohne Sicherung.
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