mini|Logo des Museum Giersch der Goethe-Universität mini|Das MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität (2024)

Das MGGU – Museum Giersch der Goethe-Universität ist ein multidisziplinäres Forum für Kunst und Wissenschaft in Frankfurt am Main. Zentral in einer Villa am Mainufer in Sachsenhausen gelegen, werden wechselnde Sonderausstellungen gezeigt, die gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen aufgreifen. Zudem werden bislang unbeachtete künstlerische Positionen mit dem Rhein-Main-Gebiet als geographischer Schnittstelle im Kontext von kunst- und filmwissenschaftlicher Forschung der Goethe-Universität ausgestellt. Ein Ausstellungshaus für alle, die sich für multidisziplinäre Perspektiven interessieren und Neues entdecken möchten. Gegründet im Jahr 2000 durch die Stiftung Giersch, ist das MGGU seit 2015 Teil der Goethe-Universität. Es ist ein Museum für Kunst, das Universität und Stadt miteinander in Kontakt bringt. Als Teil des international renommierten Frankfurter Museumsufers ist das MGGU Bestandteil einer lebendigen sowie diversen Stadtkultur und Kunstszene.

Geschichte Das Museum befindet sich in einer der seltenen erhaltenen Ufervillen am Sachsenhäuser Mainufer. Die Villa wurde 1910 im Stil des Neoklassizismus für die Frankfurter Bauunternehmerfamilie Holzmann errichtet.

Am 24. September 2000 eröffnete das Ausstellungshaus unter dem Namen „Haus Giersch – Museum Regionaler Kunst“. Die Gründungsinitiative ging vom Frankfurter Unternehmer Carlo Giersch und seiner Frau Karin aus.»Es bleibt einem nur das, was man verschenkt« Artikel aus dem Webmagazin der Goethe-Universität, abgerufen am 8. Oktober 2020.Karin und Carlo Giersch – Die Anstifter Artikel aus der Frankfurter Neuen Presse, abgerufen am 8. Oktober 2020. Ihr Ziel war es, für die Öffentlichkeit ein Museum für überregional bedeutsame, bislang unerforschte Themen der Kunst- und Kulturgeschichte des Rhein-Main-Gebiets zu schaffen. Träger des Museums war die gemeinnützige Stiftung Giersch, die 1994 aus dem Privatvermögen des Ehepaars Giersch gegründet worden war.»Museum Giersch« Artikel von der Website der Stiftung Giersch, abgerufen am 9. September 2022. Sie sanierte die von ihr 1998 erworbene Villa Holzmann und baute sie zu einem modernen Ausstellungshaus um. Ab 2005 führte das Museum die kürzere Bezeichnung „Museum Giersch“.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Goethe-Universität im Jahr 2014 übergab die Stiftung Giersch das Museum für 30 Jahre in die Trägerschaft der Universität.Das Museum Giersch wird von der Goethe-Universität Frankfurt übernommen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, zugegriffen am 23. April 2015.Uni übernimmt ihr Museum Frankfurter Neue Presse, zugegriffen am 8. Oktober 2021.

Seit 2015 trägt das Ausstellungshaus den Namen „Museum Giersch der Goethe-Universität“. Es widmet sich weiterhin der Kunst und Kultur der Rhein-Main-Region und zeigt nun ebenso Ausstellungen mit besonderem Bezug zur Geschichte und Gegenwart der Goethe-Universität. Zudem ist die Museumsvilla ein Veranstaltungs- und Begegnungsort der universitären Community.

Als Gründungsdirektor leitete der Kunsthistoriker Manfred Großkinsky das Haus bis Dezember 2019. Von Mai 2020 bis November 2022 leitete die bis dahin stellvertretende Direktorin, die Kunsthistorikerin Birgit Sander, das Ausstellungshaus. Zwei lachende Augen: Manfred Großkinsky geht in den Ruhestand Journal Frankfurt, abgerufen am 29. September 2020.Dr. Birgit Sander tritt Nachfolge von Dr. Großkinsky an. Museum Giersch der Goethe-Universität unter neuer Leitung. Goethe-Universität Frankfurt am Main: Pressemitteilung vom 28. April 2020, abgerufen am 28. April 2020.Personalwechsel im Museum Giersch: Kunsthistorikerin Birgit Sander ist neue Direktorin, hr2-Kultur, abgerufen am 29. September 2020.Interview mit Birgit Sander, Leiterin des Museum Giersch der Goethe-Universität, Unireport, abgerufen am 29. September 2020. Zum 1. Januar 2024 übernahm Ina Neddermeyer, Kunsthistorikerin und Kuratorin, die Leitung des Museum Giersch der Goethe-Universität. Neddermeyer war zuvor als Kuratorin und Leiterin der Abteilung Kunst am Zeppelin Museum Friedrichshafen tätig. Museum Giersch der Goethe-Universität mit neuer Leitung Webmagazin Goethe-Universität, abgerufen am 19. Februar 2024.

Ausstellungsprogramm Das Programm war zunächst auf Überblicksausstellungen und monographische Präsentationen zur Malerei aus dem Rhein-Main-Gebiet im 19. und frühen 20. Jahrhundert konzentriert. Allmählich erweiterte sich das Spektrum um Gattungen wie Skulptur, Fotografie, Graphik und Buchkunst. Zudem dehnte sich der Zeitraum der Themen von der Neuzeit bis in die Gegenwart aus. Große Überblicksausstellungen zur Kunst der Rhein-Main-Region betrafen die frühe Photographie 1839–1885, die Frankfurter Bildhauerei im 19. und 20. Jahrhundert und die Epochen Romantik und Expressionismus. Zahlreiche unbekanntere Künstler wurden in monographischen Ausstellungen gewürdigt, darunter Marie-Louise von Motesiczky, Reinhold Ewald, Ottilie W. Roederstein oder Ludwig Meidner. Zudem gab es Ausstellungen zu lokal ansässigen Sammlern und Kunstförderern wie beispielsweise Heinrich von Liebieg.

Nach der Übertragung an die Goethe-Universität erfolgten Kooperationen mit Instituten, Lehrenden und Studierenden der Goethe-Universität unter besonderer Einbeziehung der universitären Sammlungen. Hierzu zählen die Überblicksausstellung zu den Sammlungen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität 2014 sowie Kooperationen mit dem Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“, dem Frobenius-Institut für Kulturanthropologie sowie der Städel Kooperationsprofessur und Studierenden am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität.

Sonderausstellungen (Auswahl) 2010: Die Bildhauer August Gaul und Fritz Klimsch 2011: Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet 2011: Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit 2012: Wilhelm Steinhausen – Natur und ReligionDas Heilige, immer und überall. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2012: Kunstschätze des Mäzens Heinrich von Liebieg 2013: Faszination Fremde 2013: Künstlerin sein! Ottilie W. Roederstein – Emy Roeder – Maria von Heider-Schweinitz Der Kaiser, gemalt von einer Frau! Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2014: Die andere Moderne – Kunst und Künstler in den Ländern am Rhein 1900 bis 1922 2014: Frankfurter Landschaftsmaler aus drei Generationen: Carl Peter Burnitz – Hanny Franke – Klaus Kappel 2014: „Ich sehe wunderbare Dinge – 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität Frankfurt am Main“ 2015: Romantik im Rhein-Main-Gebiet 2015: Reinhold Ewald (1890–1974) 2016: Horcher in die Zeit – Ludwig Meidner im ExilAm Abgrund des Lebens. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Neuen Presse, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2016: Goethe und die „Dame in Blau“. Köpfe der Goethe-Universität 2016: Kommen und Gehen – von Courbet bis Kirkeby. Künstleraufenthalte in der Region Frankfurt/RheinMain 2017: Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er JahrenWie eine Ausstellung entsteht: Unterwegs im Museum Giersch der Goethe-Universität. Artikel aus dem Webmagazin der Goethe-Universität, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2017: Laura J. Padgett: somehow real 2017: Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger Weitermachen, Jula malen. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 8. Oktober 2020.Isenburger-Archiv jetzt in Frankfurt. Artikel aus dem Main-Echo, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2018: Freiraum der Kunst – Die Studiogalerie der Goethe-Universität Frankfurt 1964–1968 Happenings und Aktionskunst. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2018: Paris, Frankfurt am Main und die 1968er Generation. Fotografien von Inge WerthInge Werth – eine Chronistin der 68er Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 9. Oktober 2020.Revolte vor der Linse Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 9. Oktober 2020. 2018: Faszination der Dinge – Werte weltweit in Archäologie und EthnologieDer Fluss, eine Person. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2019: Frobenius – Die Kunst des ForschensDer Geist der Felsbilder. Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2019: Heinrich Mylius (1769–1854) – Ein europäischer Bürger zwischen Frankfurt am Main und Mailand Heinrich Mylius im Museum Giersch: Das Richtige tun Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2019: Georg Heck (1897–1982) – RetrospektiveGeorg Heck: Das Auge des Künstlers Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2020: Die Welt im BILDnis. Porträts, Sammler und Sammlungen in Frankfurt am Main von der Renaissance bis zur Aufklärung Reichtum und Eheglück dazu Ausstellungsbesprechung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, abgerufen am 8. Oktober 2020. 2022: Die Fotografinnen Nini und Carry Hess 2022: ORTSWECHSEL. Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank zu Gast im Museum Giersch der Goethe-Universität 2023: Spontan und konstruktiv – Ernst Weil (1919–1981) 2024: Paris, Königstein, Berlin. Louise Rösler (1907–1993) 2024: OUR HOUSE. Künstlerische Positionen zum Wohnen 2025: Fixing Futures: Planetare Zukünfte zwischen Spekulation und Kontrolle 2025/2026: Solastalgie. Spaziergänge durch veränderte Landschaften

Weblinks

Website des Museums Giersch Website der Stiftung Giersch

Einzelnachweise

Kategorie:Kunstmuseum in Frankfurt am Main Kategorie:Bildende Kunst (Frankfurt am Main) FrankfurtMain Kategorie:Frankfurt-Sachsenhausen Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren Kategorie:Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Kategorie:Bauwerk des Neoklassizismus in Hessen Kategorie:Bauwerk des Historismus in Frankfurt am Main Kategorie:Museumsgründung 2000