thumb|Künstlerische Darstellung des Sternbildes Fische

Die Fische (lateinisch Pisces, astronomisches Zeichen: ♓) sind ein Sternbild der Ekliptik.

Beschreibung thumb|Das Sternbild Fische wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann

Die Fische liegen auf der Ekliptik, daher ziehen Sonne, Mond und die Planeten durch das Sternbild. Die Sonne hält sich derzeit vom 12. März bis zum 19. April eines jeden Jahres im Sternbild Fische auf.

Die Ekliptik kreuzt in den Fischen den Himmelsäquator. Dieser Kreuzungspunkt, der Frühlingspunkt, ist der Ursprung der wichtigsten astronomischen Koordinatensysteme am Sternenhimmel. Der Zeitpunkt, zu dem die Sonne den Himmelsäquator überquert, entspricht dem astronomischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel. Im Jahre 2597 wird dieser Punkt, heutige Sternbildgrenzen vorausgesetzt, in das Sternbild Wassermann wandern.

Geschichte

Die Fische gehören zu den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Ptolemäus beschrieben wurden. Das Sternbild war Namensgeber für das Tierkreiszeichen Fische der Astrologie. Allerdings hat sich der Durchgang der Sonne aufgrund der Präzessionsbewegung der Erdachse gegenüber der Antike verändert.

Im Jahre 7 v. Chr. kam es in den Fischen zu einer seltenen dreifachen Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn (Größte Konjunktion). Das heißt, die beiden Planeten begegneten sich drei Mal im Laufe eines Jahres. Konjunktionen zwischen Jupiter und Saturn treten zwar rund alle 20 Jahre auf, jedoch sind die wenigsten gleich dreifach mit derart geringem Winkelabstand, dass beide fast wie ein einziger Stern aussehen. Dies ist nur alle 854 Jahre zu sehen und stellte somit für babylonische Astronomen ein Jahrtausendereignis dar. Damals konnten die Planeten Jupiter mit Saturn und später dann Venus mit Mars alle in einer Reihe im Sternbild Pisces (Fische) beobachtet werden. Diese beiden Tatsachen gaben zu Hypothesen Anlass, dass jene Jupiter-Saturn-Konjunktion als der Stern von Betlehem in die Geschichte und christliche Glaubenswelt einging. So waren Fischabbildungen in der Antike auch ein heimliches Erkennungszeichen der Christen untereinander. Bis heute ist der tatsächliche Sachverhalt jedoch ungeklärt, auch rein symbolische Deutungen oder Kometen wurden als Grundlage der Dreikönigsgeschichte vorgeschlagen.

Mythologie Die Babylonier brachten das Sternbild mit der Liebesgöttin Ischtar in Verbindung.

Die antiken Griechen übernahmen diese Deutung offensichtlich später. In ihrer Mythologie stellen die Fische die Liebesgöttin Aphrodite und ihren Sohn Eros dar, die auf der Flucht vor dem Ungeheuer Typhon in den Euphrat sprangen, sich in Fische verwandelten und entkamen.Diognetus Erythraeus, zitiert bei Hyginus, De astronomia 2,30

Die Römer haben die Fische oft als Imbrifer Duo Pisces, als die beiden regenbringenden Fische bezeichnet, oder auch als Gemini Pisces und Piscis Gemellus, also als Fischpaar.

Himmelsobjekte Sterne B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe (mag) Lj Spektralklasse 99 Kullat Nunu 3,62 294 G7 IIIa 6 3,70 131 G9 III Fe-2 113 Alrischa, Al Rescha, Kaitain 3,82 139 A0pSiSr + A3m 28 4,03 106 F4 IV 17 4,13 45 F7 V 110 Torcularis Septentrionalis 4,26 258 G8 III 71 4,27 190 K0 III 10 4,27 159 K1 III YY 4,37 415 M3 III 63 4,44 305 K4 IIIb 106 4,45 368 K3 IIIb Ba0.1 4 Fum al Samakah 4,48 493 B6 Ve 18 4,49 101 A7 V 83 4,51 162 K0.5 IIIb 111 4,61 191 K0 III 84 4,66 440 G8.5 III-IIIa 85 4,67 378 K0 III 90 4,74 311 A3 V 98 4,84 360 K4 III HR 9067 4,88 224 G9 III 8 4,95 162 A0p CrSi:Sr: 19 TX 4,95 760 C5 II TV 5,01 491 M3 III 7 5,05 341 K2 III 6464 Piscium 5,07 78 F8 V 29 5,13 409 B7 III-IV 89 5,13 220 A3 V 82 5,15 560 F0 V 86 5,21 148 A7 IV 91 5,23 344 K5 107 5,24 24 K1 V 74 5,33 239 A1 Vn 93 5,35 85 F2 V 55 5,36 411 K0 III + F3 V 57 5,36 588 M4 IIIa 41 5,38 395 K3 52 5,38 257 K0 III 5 5,42 280 G8 III-IV 2 5,43 280 K1 68 5,44 705 G6 20 5,49 292 G8 III 69 5,50 414 B9.5 V 94 5,50 307 K1 III

Der hellste Stern der Fische ist Eta Piscium, auch Kullat Nunu genannt. Er ist ein 294 Lichtjahre entfernter, gelb leuchtender Riesenstern mit der vierfachen Masse, dem 25-fachen Durchmesser und der 300fachen Leuchtkraft unserer Sonne.

Beta Piscium ist ein 493 Lichtjahre entfernter, bläulicher Stern der Spektralklasse B6 V. Der Name Fum al Samakah ist arabischen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Maul des Fisches“.

Doppelsterne

System Größen (mag) Abstand α 4,33 / 5,23 1,9″ 35 6,0 / 7,7 11,6″ 65 6,3 / 6,3 4,4″ ζ Psc 5,2 / 6,3 22,9″ ψ1 5,3 / 5,6 30,0″

Veränderliche Sterne

Stern Größe (mag) Periode Typ 47 4,7 bis 5,4 50 bis 85 Tage Halbregelmäßig Veränderlicher 19 4,8 bis 5,2 Unregelmäßig Veränderlicher R 7,0 bis 14,8 344,5 Tage Mira-Stern

47 Piscium ist ein 400 Lichtjahre entfernter halbregelmäßig Veränderlicher, der seine Helligkeit über einen Zeitraum von etwa 50 bis 85 Tagen verändert. Er ist ein rötlicher Stern der Spektralklasse M3 III.

19 Piscium ist ein Roter Riese der Spektralklasse C5 II in 2000 Lichtjahren Entfernung. Er besitzt den 700fachen Durchmesser unserer Sonne und ist einer der größten bekannten Sterne. Seine Helligkeit ändert sich ohne erkennbare Regelmäßigkeit.

Messier- und NGC-Objekte

Messier (M) NGC sonstige Größe (mag) Typ Name 74 628 9,4 Galaxie 488 10,3 Galaxie 524 10,3 Galaxie 520 11,3 Galaxie

In den Fischen sind mehrere Galaxien sichtbar. Eine nahm der französische Astronom und Kometenjäger Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte (Messierkatalog) auf.

M 74 ist eine Galaxie in ca. 30 Millionen Lichtjahren Entfernung. Man findet sie westlich des hellen Sterns Eta Piscium. Sie ist nicht leicht zu beobachten und erscheint unter günstigen Sichtbedingungen im Prismenfernglas als sehr diffuses nebliges Fleckchen. Spiralstrukturen werden erst in großen Teleskopen erkennbar.

Siehe auch Liste der Sternbilder Fischezeitalter

Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 367–372. Gerhard Fasching: Sternbilder und ihre Mythen. Springer, Wien 1998, ISBN 3-7091-7336-1, S. 92–94. Robin Hard: Constellation Myths, with Aratus's Phaenomena. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871698-3, Kap. 29. Pisces, the Fishes. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).

Weblinks

Darstellung der Fische in historischem Atlas Sternbild Pisces Bewegte Darstellung des Sterns von Bethlehem im Jahre 7 v. Chr. im Sternbild der Fische

Einzelnachweise