Der Flughafen Münster/Osnabrück , Markenname Münster Osnabrück International Airport – ist ein internationaler Verkehrsflughafen in Nordrhein-Westfalen. Der IATA-Code FMO ist gleichzeitig die Abkürzung für die offizielle Bezeichnung Flughafen Münster/Osnabrück. Der Flughafen liegt (bezogen auf das Stadtzentrum) 7 km nordöstlich von Greven, 25 km nördlich von Münster und 28 km südwestlich von Osnabrück auf dem Gemeindegebiet der Stadt Greven.
Geschichte 1954–1970 1954 erfolgte die offizielle Zulassung des Areals als Segelfluggelände. Am 20. Dezember 1957 erhielt der Flugplatz die Zulassung als Motorlandeplatz, betrieben durch die „Luftfahrtvereinigung Greven“. Am 21. Dezember 1966 gründeten die Städte Münster, Osnabrück und Greven sowie die Landkreise Münster und Tecklenburg die „Flughafen Münster/Osnabrück GmbH“. Zum ersten Geschäftsführer wurde Klaus Meyer-Schwickerath, der Oberkreisdirektor des Landkreises Münster, gewählt, der dieses Amt bis 1974 innehatte. Die GmbH wurde Anfang 1968 Betreiberin des Flugplatzes. Am 24. September 1968 erteilte das Land Nordrhein-Westfalen dem Staatsneubauamt Flughäfen (Fritz H. Wolters) die Genehmigung für die erste Ausbaustufe. In der Folge entstanden ein Vorfeld sowie eine 2000 m lange Start- und Landebahn. Die Planierarbeiten wurden dabei im Zuge einer Übung von der Britischen Rheinarmee durchgeführt.
1971–1985 Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Flughafen Münster/Osnabrück am 27. Mai 1972 offiziell eröffnet.Westfälische Nachrichten: Der FMO wird 50 Jahre alt/Im Tower am Flughafen überwachen Lotsen den Flugverkehr: Von wegen „Luftaufsichtsbaracke“!, Westfalen, Greven, Gunnar A. Pier, 26. Mai 2022 Im Jahr 1973 fand der Start des ersten Charterflugs nach Palma de Mallorca statt. Die dänische Fluggesellschaft Cimber Air bediente dreimal täglich mit einer 29-sitzigen Maschine die Verbindung nach Frankfurt. Die Flughafenfeuerwehr erhielt 1973 ein Großtanklöschfahrzeug von Magirus-Deutz mit 12.000 Litern Wasservorrat.
Der Tower wurde 1975 in Betrieb genommen und die Luftaufsichtsbehörde bezog ihre Räumlichkeiten. Die Luftverkehrskontrolle und das Instrumentenlandesystem (ILS) ermöglichten fortan noch sicherere Starts und Landungen. Die Erklärung zum Zollflughafen erfolgte ebenfalls 1975, damit wurden „Duty-free“ sowie Frachtimport und -export ermöglicht. Die Start- und Landebahn wurde 1976 um 170 m auf eine Länge von 2.170 m verlängert.
Die erste Linienverbindung mit Düsenmaschinen erfolgte 1984 am Flughafen. Ebenfalls 1984 startete British Airways erste Berlinflüge mit der BAC 1-11.
1986–2000 Der Flughafen Münster/Osnabrück wurde 1986 als 12. Mitglied in den Kreis der internationalen Verkehrsflughäfen der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Die Flugzeughalle 4 wurde 1987 fertiggestellt. Der Flughafen Münster/Osnabrück wurde 1989 als zehnter Verkehrsflughafen in das Nachtflugpostnetz der Lufthansa integriert. 1990 ging ein neuer Tower in Betrieb. Er hat eine Höhe von 35 Metern und ist nur für den quaderförmigen 800 Meter hohen Luftraum im Umfeld des Flughafens zuständig. Eine 1200 m² große Frachthalle steht seit Herbst 1991 zur Verfügung. Verhandlungen um den Ausbau der Start- und Landebahn des Flughafens auf 3600 m begannen 1994.Westfälische Nachrichten: , Münster, Jennifer von Glahn, 13. Oktober 2011; abgerufen am 31. Mai 2023 Das von JSK geplante Terminal I wurde 1995 eröffnet. Die Fluggesellschaft Eurowings richtete ab dem 28. März 1998 eine Zubringerverbindung zum Flughafen Amsterdam Schiphol ein, diese wurde mit bis zu vier Verbindungen bedient. Nach der Teilübernahme der Eurowings durch die Lufthansa wurde 2001 die Strecke aufgegeben.
Am 26. November 1999 wurde in Anwesenheit von Münsters Oberbürgermeister Berthold Tillmann, Grevens Bürgermeister Egon Koling sowie dem Landrat des Kreises Steinfurt, Thomas Kubendorff, der erste Spatenstich zum Bau des zweiten Terminals vorgenommen.Ibbenbürener Volkszeitung vom 27. November 1999:"Erster Spatenstich für neue Abflughalle am FMO." Der Bürokomplex „Airportcenter“ mit dem Parkhaus 2, welches 1400 Stellplätze besitzt, wurde am 29. Juni 2000 eröffnet.In Ibbenbürener Volkszeitung vom 30. Juni 2000:"Flughafen mit neuem Park- und Bürokomplex" 1999 erwirtschaftete der FMO erstmals seit seinem Bestehen einen Überschuss. Während 1996 noch 4,5 Millionen DM Verlust anfielen, wurde 1999 ein Überschuss von 7 Millionen DM erwirtschaftet.
Ab dem 4. November 2000 wurden vom FMO erstmals Flüge in die Dominikanische Republik angeboten. Eine Dreiecksstrecke über München richtete die LTU mit Boeing-767-Jets ein. Aufgrund der kurzen Landebahn konnten die Flugzeuge am FMO nicht genug Kerosin tanken, um die Strecke direkt zu fliegen und mussten in München nachtanken. Zum Winterflugplan 2001/2002 wurde die Strecke wegen geringer Rentabilität jedoch wieder eingestellt.
2001–2010 Ein erster Autobahnzubringer wurde mit der Kreisstraße 9n am 21. Mai 2001 eröffnet. Die 1,9 Kilometer lange Kreisstraße, welche 3,6 Millionen DM kostete, verkürzte die Strecke zur Anschlussstelle Ladbergen um 5 Kilometer. Das Terminal II wurde am 31. Mai 2001 in Betrieb genommen. Das 24.000 m³ große Gebäude kostete 100 Millionen DM und hat eine Passagierkapazität von 3 Millionen Passagieren. Als zu groß dimensioniert kritisiert wurde es als Auslöser für die finanzielle Schräglage des Flughafens ausgemacht, wobei zu dessen Errichtung der durch die Terroranschläge am 11. September 2001 und die Weltwirtschaftskrise ab 2007 bedingte Passagierrückgang nicht absehbar war.
Im Jahr 2001 verlegte die City-air Germany ihren Sitz vom Flughafen Paderborn/Lippstadt zum FMO. Bis zur Insolvenz am 1. März 2004 wurden Ziele wie Nürnberg, Dresden, Leipzig/Halle, Kopenhagen und Berlin angeflogen. Am 30. September 2002 nahm Air Berlin eine Fluglinie vom FMO zum London Stansted Airport auf. Diese Linie war Teil des Air-Berlin Konzepts „City-Shuttle“, mit dem auf die langsam etablierenden Billigfluggesellschaften reagiert wurde.
mini|ITH Christoph Westfalen am Universitätsklinikum Münster Der Neubau einer Flugzeugwartungshalle für Air Berlin wurde Ende 2002 abgeschlossen und am 23. März 2003 offiziell eröffnet. In der Halle, welche über 50 Meter breite Tore verfügt, wurden alle Air Berlin-Maschinen bis zur Größe der Boeing 737 gewartet.
Im selben Zeitraum wurde der Intensivtransporthubschrauber Christoph Westfalen vom ADAC in Dienst gestellt und am FMO stationiert. Im November 2004 wurde die Start- und Landebahn erneuert, dafür war eine viertägige Schließung des Flughafens nötig.
Im Jahr 2005 brachte das Land Nordrhein-Westfalen das Planfeststellungsverfahren zur Verlängerung der Start- und Landebahn nach zehn Jahren zum Ende. Zwar durfte der Flughafen Münster/Osnabrück die Bahn verlängern, musste aber strenge Umweltauflagen berücksichtigen. Die Verlängerung von 2170 m auf 3600 m wurde mit etwa 120 Millionen Euro veranschlagt. Am 16. Dezember 2005 beschloss die Gesellschafterversammlung zunächst die Verlängerung auf 3000 m. Das Oberverwaltungsgericht Münster wies 2006 drei Klagen von Umweltschützern ab und erlaubte auch den Ausbau der Start- und Landebahn auf 3600 m.
Das neue Cargo-Terminal am Flughafen wurde 2007 eröffnet, im selben Jahr bezog LSG Sky Chefs das neue Catering-Gebäude. Im selben Jahr begannen die Vorarbeiten für die Erschließungsachse des Airportparks und den Autobahnanschluss.
Die angefochtene Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster vom 13. Juli 2006 wurde vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) Leipzig 2009 aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das OVG Münster zurückverwiesen.
Am 17. November 2010 wurde der Autobahnanschluss für den Airportpark eröffnet, im Mai 2011 begann dort der Bau der neuen ADAC-Luftrettungsstation für „Christoph Westfalen“.ADAC-Luftrettung zieht um in den Airportpark am FMO, Neue Osnabrücker Zeitung, Franz-Josef Raders, 15. April 2011
2011–2016 Ende Mai 2011 wurde der Planfeststellungsbeschluss zur Start- und Landebahnverlängerung für rechtswidrig erklärt, damit wurden die Ausbaupläne einstweilen gestoppt. Im November 2011 einigte sich FMO und Naturschutzbund darauf, die Startbahn nur auf 3000 m zu verlängern und dafür den Eltingmühlenbach umzuleiten. Am 12. Dezember 2012 wurde entschieden, dass der Flughafen von den Stadtwerken Münster in den folgenden fünf Jahren Gelder in Höhe von 9,54 Millionen Euro erhalten sollte, die im Ermessen der Flughafenbetreiber auch für den Ausbau der Startbahn verwendet werden können.Münstersche Zeitung: Mehr Geld für den FMO, Münster/Politik, Münster, ueb, 14. Dezember 2012
Ende September 2013 wurden – nachdem der Rat der Stadt Osnabrück bereits ähnlich entschieden hatte – durch den Rat der Stadt Münster als einem der großen Anteilseigner, die Modalitäten einer beträchtlichen Kapitalerhöhung beschlossen. Demnach sollen dem FMO bis 2015 insgesamt mehr als 27 Millionen Euro in drei Raten zur Verfügung gestellt werden. Die Betreibergesellschaft hat inzwischen fast 100 Millionen Euro Schulden verursacht und das bei Verlusten im laufenden Geschäftsjahr von 10 Millionen Euro und weiterhin kontinuierlich zurückgehenden Fluggastzahlen.Westfälische Nachrichten: Frisches Geld für den FMO, Münster, Klaus Baumeister & Elmar Ries, 27. September 2013 Im Jahr 2014 betrug der Jahresverlust ca. 12,85 Mio. €.https://www.bundesanzeiger.de/ Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 Air Berlin gab die Wartung ihrer Flugzeuge in der 2003 am FMO eröffneten Wartungshalle zum 1. November 2013 auf.
Zu Beginn des Jahres 2015 kam es nach Vorwürfen von FMO-Aufsichtsratsmitglied Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt (CDU), gegen Gerd Stöwer, dem Geschäftsführer des Flughafens, zu einer Vertrauenskrise. Stöwer habe mit bewusst unklar gehaltenen Formulierungen versucht, Entscheidungen in seinem Sinne zu beeinflussen, so der Vorwurf Kubendorffs. Stein des Anstoßes war das Entschuldungskonzept des mit rund 90 Millionen Euro hoch verschuldeten Flughafens. Die Aufsichtsratsvertreter des Kreises Steinfurt, der mit mehr als 30 % zweitgrößter Anteilseigner des FMO ist, hatten sich daher geweigert, Stöwer das Vertrauen auszusprechen.
Zum Nachfolger des ausscheidenden Stöwer bestimmten die Gesellschafter den ehemaligen Manager des neuen Berliner Flughafens BER, Rainer Schwarz.
2017–2021 Im Oktober 2017 beschloss der Aufsichtsrat die Einstellung des Projekts zur Start- und Landebahnverlängerung.Westfälische Nachrichten: Flughafen Münster/Osnabrück: FMO verabschiedet sich von Startbahn-Verlängerung, Greven/Münster, Elmar Ries, 4. November 2017 Im selben Jahr stellte Air Berlin den Flugbetrieb ein. Dies markierte das Ende des Air-Berlin-Betriebs am FMO, nachdem die Fluggesellschaft bereits in den Jahren zuvor ihr Angebot deutlich reduziert hatte und zuletzt nur noch nach Palma de Mallorca flog.
Im Jahr 2018 gelang es dem FMO zum ersten Mal seit 2012 wieder, eine Million Fluggäste zu verzeichnen. Diese resultierten aus der Neuansiedlung und dem Streckenausbau mehrerer Airlines, wie z. B. der Germania oder der Small Planet Airlines. Letztere stellte aber den Betrieb nach kurzer Zeit wieder ein. Ebenfalls 2018 übernahm der Kreis Steinfurt die Buslinie X150 zwischen dem FMO und Osnabrück; er benannte sie mit der Übernahme in X15 um.
Anfang des Jahres 2019 stellte mit Germania eine weitere Fluggesellschaft, die für den maßgeblichen Anstieg der Passagierzahlen verantwortlich war, den Betrieb aufgrund von Insolvenz ein. Germania flog zuletzt 20 der 27 Ziele vom FMO an. 16 der 27 Verbindungen fielen durch die Germania-Insolvenz weg. Im Jahr vor der Betriebseinstellung, 2018, beförderte Germania ca. 270.000 Passagiere ab dem FMO, was ungefähr einem Viertel der gesamten Fluggäste entsprach. Als Nachfolger wechselte Corendon Airlines mit Zielen in der Türkei, in Ägypten und Griechenland zum FMO.