mini|Luftaufnahme der Kernstadt 2006 Eltville am Rhein [] ist die älteste und nach Einwohnern größte Stadt im Rheingau in Hessen, Deutschland. Eltville liegt im bestimmten Anbaugebiet Rheingau und nennt sich Wein-, Sekt- und Rosenstadt, zudem Gutenbergstadt und seit 2020 Nachhaltigkeitsstadt.
Geografie Lage Eltville liegt am Südhang des Rheingaugebirges, dem Südwestteil des Taunus, an den Mündungen des Sülzbachs und des Kiedricher Bachs in den dort in Ostnordost-Westsüdwest-Richtung fließenden Rhein.
Nachbargemeinden Eltville grenzt im Norden an die Gemeinden Schlangenbad und Kiedrich, im Osten an die kreisfreie Stadt Wiesbaden und die Gemeinde Walluf, im Süden – getrennt durch den Rhein – an die Gemeinde Budenheim und die Stadt Ingelheim am Rhein (beide Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz) sowie im Westen an die Stadt Oestrich-Winkel.
Stadtgliederung Das Stadtgebiet von Eltville ist in fünf Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat unter dem Vorsitz eines Ortsvorstehers oder einer Ortsvorsteherin. Ein Bezirk wurde für die Kernstadt Eltville gebildet, die anderen für die 1972 und 1977 eingegliederten Gemeinden: Erbach (mit Ortsteil Eichberg) Hattenheim (mit Ortsteil Kloster Eberbach) Martinsthal Rauenthal
Namen Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind: Altavilla (, „hoher Hof, höher gelegene Stadt“; 1060–1084), Eltivile (1148), Altevile (1151), Eltevil (1350), Ellfeld (15. Jahrhundert), Elfeld (vor 1812) und Eltville (ab 1812).Lutz Kuntzsch: Sprache unter der Lupe: Ist Eltville am Rhein französisch oder hessisch? In: Wiesbadener Kurier, 1. Juni 2018, abgerufen am 3. Juni 2018.Erwähnung von Elfeld noch 1814 durch Goethe in der Reisebeschreibung zum Rochusfest nach Bingen
Geschichte mini|hochkant|Kurfürstliche Burg Eltville mini|Blick auf Eltville (19. Jh.) Erste Siedlungsspuren im Stadtgebiet sind bis in die Jungsteinzeit zurückzuführen. Aus der römischen Zeit stammen Spuren eines Landhauses. Ab dem Ende des 4. Jahrhunderts weist das fränkische Gräberfeld von Eltville westlich des Ortes beim Hof Drais auf eine kontinuierliche Besiedlung hin. Ein fränkischer Königshof war Ausgangspunkt für die Entwicklung des heutigen Ortes. Dessen erste urkundliche Erwähnung als Altavilla ist in der Vita Bardonis, der Lebensbeschreibung des im Jahre 1051 verstorbenen Erzbischofs Bardo von Mainz erhalten geblieben. Zu dieser Zeit gehörte der Königshof schon dem Erzstift Mainz. Die Pfarrkirche bestand vermutlich schon unter Erzbischof Friedrich zwischen 937 und 954.
Schon 1313 war das Dorf mit einer Mauer befestigt. Im Jahre 1329 begannen der Bau der erzbischöflichen Burg und der Stadtmauer. Am 23. August 1332 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer auf Ersuchen des Erzbischofs Balduin von Trier, dem Verweser des Mainzer Erzstifts, die Stadtrechte an Eltville. Mit der Fertigstellung der kurfürstlichen Burg 1347 war Eltville bis 1480 einer der Residenzorte der Mainzer Erzbischöfe. Damit wurde Eltville wiederholt zu einem Schauplatz der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser um die Besetzung des Heiligen Stuhles von Mainz. Diese gipfelten zuletzt in der Mainzer Stiftsfehde. Nach Weggang des kurfürstlichen Hofstaats war Eltville nur noch Hauptort des Rheingaus.
Die Stadt weist etliche historische Adelshöfe auf, so den Stockheimer Hof der Freiherren Langwerth von Simmern (heute Sitz des Weinguts Langwerth von Simmern), die Burg Craß und den Eltzer Hof der Grafen von Eltz. Die kurfürstliche Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg 1635 von den Schweden bis auf den Wohnturm zerstört.
Am 8. Mai 1948 war die Eltviller Feuerwehr Ausrichter der ersten Verbandsversammlung des Nassauischen Feuerwehrverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg, an der 679 Delegierte teilnahmen.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1972 die zuvor selbstständige Gemeinde Hattenheim auf freiwilliger Basis und am 1. Januar 1977 die zuvor selbständigen Gemeinden Erbach (Rheingau), Martinsthal und Rauenthal kraft Landesgesetz in die Stadt Eltville (Rhein) eingegliedert. Sowohl für die Kernstadt als auch für die Stadtteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.
Religionen mini|hochkant|Die Pfarrkirche St. Peter und Paul aus dem 14. Jahrhundert Katholiken Jeder der fünf Stadtteile von Eltville hatte je eine katholische Kirchengemeinde. Diese waren bis 2016 im Pastoralen Raum der Kirchengemeinden Rauenthal, Martinsthal, Niederwalluf, Oberwalluf, Kiedrich -, Eltville, Erbach, Hattenheim, Hallgarten, Oestrich, Mittelheim und Winkel zusammengeschlossen. Aus diesem Pastoralen Raum wurde die gemeinsame Pfarrei St. Peter und Paul Rheingau. Die Kirche St. Peter und Paul in Eltville wurde zur gemeinsamen Pfarrkirche, die Kirchen der oben genannten Kirchorte wurden zu Filialkirchen.
Evangelische Die evangelischen Christen der Stadt sind auf drei Kirchengemeinden verteilt. In Eltville und Erbach gehören sie zur Evangelischen Kirchengemeinde Triangelis Eltville - Erbach - Kiedrich.Evangelische Kirchengemeinde Eltville - Erbach - Kiedrich Die Gemeinde besitzt mit der von Prinzessin Marianne von Preußen im Jahr 1861 gestifteten Johanneskirche die älteste evangelische Kirche im oberen Rheingau. Die evangelischen Hattenheimer gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Winkel,Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel und in Martinsthal und Rauenthal zählen sie zur Evangelischen Heilandsgemeinde Walluf, Martinsthal, Rauenthal.
Ein „Liturgiekreis“ der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche unterhält die 1875 errichtete ehemalige Krankenhauskapelle St. Elisabeth in der Gutenbergstraße 19 und feiert dort regelmäßig lutherische Messen und Hochämter.
Juden Seit dem 14. Jahrhundert waren in Eltville jüdische Einwohner bezeugt, wenn auch mit zeitlichen Unterbrechungen. Die Entstehung der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde schlug sich in einer Synagogenordnung von 1787 nieder. 1831 wurde die Eltviller Synagoge eingeweiht. Das Innere der Synagoge wurde in der Reichspogromnacht zerstört. Die Gemeinde bestand bis in die Zeit des Nationalsozialismus 1938.Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Der Jüdische Friedhof Eltville von 1896/97 neben dem städtischen Friedhof der Kernstadt Eltville ist noch vorhanden.
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eltville erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 42,71644,61642,41640,31544,01645,517 22,2825,81015,8618,979,8410,74 14,8515,1620,7725,2930,11129,211 10,845,82–––––––– 4,82––7,435,225,025,22 BL Bürgerliste4,82––6,024,727,035,42 BLL Bürgerlich Liberale Liste––8,33–––––––– FEB Für Eltville - Bürgerbewegung––––7,735,72–––– ––––––––4,11–– WOK Wählergemeinschaft Opitz-Kaldenberg––––––––––4,01 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 61,0 58,4 52,1 50,3 54,4 51,3
Bürgermeister mini|Rathaus in der Gutenbergstraße (früheres Postamt) Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Eltville neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und elf weitere Stadträte angehören.Gremien der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. September 2006 Patrick Kunkel (CDU). Er wurde als Nachfolger von Bernhard Hoffmann (CDU), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 9. April 2006 in einer Stichwahl bei 46,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,0 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten drei Wiederwahlen, zuletzt im Juni 2024.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 in Eltville
Amtszeiten der Bürgermeister - Votemanager: Wahltermine Stadt Eltville am Rhein, seit 1999; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2006 sind nicht aufbereitet 2006–2030 Patrick Kunkel (CDU) - Stadt Eltville: Vita Patrick Kunkel 1994–2006 Bernhard Hoffmann (CDU) 1988–1994 Bernd Knauf (CDU)Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Juli 1994, Nr. 160, S. 39. 1958–1988 Josef Hölzer (CDU) (PDF-Datei; 2,4 MB) 1952–1958 Hans BertramMagistrat der Stadt Eltville (Hrsg.): Festprogramm 650 Jahre Stadtrechte Eltville 1332-1982. 1946–1952 Edmund Pnischeck 1945 Johannes Merkel (kommissarisch) 1945 Jakob Eskelund (kommissarisch) 1934–1945 Heinrich Grell 1922–1934 Heinrich Röttgen 1904–1922 Philipp Keutner 1894–1904 Anton Schütz 1889–1894 Georg Friedrich Germersheimer 1855–1889 Johannes Bott
Städtepartnerschaften mini|Der Platz von Montrichard, die platanenbestandene Rheinuferpromenade von Eltville; in der Bildmitte der Eltzer Hof, weiter hinten der Turm der kurfürstlichen Burg Die Stadt Eltville am Rhein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Montrichard in Frankreich, Arzens in Frankreich (Partnerstadt des Stadtteils Hattenheim) und Passignano sul Trasimeno in Italien
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke mini|Stockheimer Hof (Weingut Langwerth von Simmern) mini|Burg Crass in Eltville mini|Eltzer Hof mini|Eltville, Haus Die Rose von der Rheinseite die Kurfürstliche Burg aus dem 14. Jahrhundert die Pfarrkirche St. Peter und Paul aus dem 14. Jahrhundert Reste der Stadtbefestigung Fachwerkhäuser aus dem 16. und 18. Jahrhundert die Burg Crass Der Eltzer Hof ist der größte Adelshof der Stadt. Seit 1629 gehört er den Grafen zu Eltz. Das Haupthaus wurde um 1580 errichtet, es trägt noch einige spätgotische Züge. 1774 wurde es im barocken Stil umgebaut. Die zugehörigen Weinberge wurden 1976 zur Erweiterung der Bundesstraße verkauft. Der Stockheimer Hof war bis 2018 Sitz des traditionsreichen Weinguts Langwerth von Simmern der Freiherren Langwerth von Simmern. Sebastiansturm Kriegerehrenmal (Eltville) das Zisterzienser-Kloster Eberbach die Pfarrkirche St. Markus (Erbach) aus dem 15. Jahrhundert die Johanneskirche in Erbach aus dem 19. Jahrhundert die Pfarrkirche St. Vincentius (Hattenheim) St. Sebastian und Laurentius, die ehemalige Kulturkirche in Martinsthal St. Martin, die ehemalige katholische Pfarrkirche in Martinsthal Schloss Reinhartshausen Clos des Steinberges, Deutschlands bekanntester Clos
Regelmäßige Veranstaltungen Gutenberg-Winter in Eltville – jedes Jahr im Januar und Februar Narzissenmarkt – jedes Jahr samstags zwei Wochen vor Ostern Rheingauer Schlemmerwoche und Tage der offenen Weinkeller mit Weinproben – Ende April/Anfang Mai Pfingstfeiertage am Sonnenberg Häus`chen - drei Tage Ausschank und Unterhaltung mit Blick über Eltville Rosentage in Eltville – jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende Erdbeerfest in Erbach – jedes Jahr Mitte Juni Sektfest Eltville – jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende Tag der offenen Tür der Feuerwehr Martinsthal - jedes Jahr an Christi Himmelfahrt Rheingau Musik Festival – im Sommer Rauenthaler Weinfest – am zweiten oder dritten August-Wochenende Burghofspiele – im Sommer Handwerkermarkt – jedes Jahr am ersten Sonntag im September Kappeskerb/Weinlesefest in Eltville – jedes Jahr am ersten November-Wochenende Rheingau Pokal (Taekwondo, Kampf) – jedes Jahr Mitte November Musikalischer Winter in Eltville – jedes Jahr jeden Donnerstag von Mitte November bis Ende April Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen der sanierten Altstadt – vom 1. Advent bis zum Dreikönigstag (6. Januar) der große Adventskalender – die 24 Fenster der Mediathek werden zum Adventskalender (tägl. Öffnung 17 Uhr) Weihnachtsmarkt in der Altstadt – am zweiten Dezember-Wochenende Rheingauer Oldtimer Picknick – im April, Mai, Juli, September und Oktober
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft und Tourismus mini|Hauptgebäude der Sektkellerei MM am Matheus-Müller-Platz