Creglingen (, früher auch KreglingenMeyers Konversationslexikon 1888) ist eine Stadt im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. main-tauber-kreis.de; abgerufen am 25. Oktober 2014.

Geographie Geographische Lage mini|Creglingen, Ansicht von Nordosten mini|Creglinger Wohngebiet nördlich der L2251 Creglingen liegt in Tauberfranken, im äußersten Nordosten Baden-Württembergs an der Tauber, flussabwärts etwa 15 km nordwestlich von Rothenburg ob der Tauber und flussaufwärts etwa 19 km östlich von Bad Mergentheim (jeweils Luftlinie). Der namengebende Hauptort liegt als lang gestrecktes Oval im Mündungstrichter des dort von Westen und Süden zufließenden Herrgottsbachs in die Tauber. Das 117,22 Quadratkilometer große Stadtgebiet befindet sich im Norden rechts der Steinach naturräumlich im Ochsenfurter Gau und Gollachgau, in der Mitte um die Kernstadt Creglingen im Tauberland und im Süden in der Hohenloher-Haller Ebene. Der höchste Geländepunkt liegt im südlichen Stadtgebiet im Lohfeld bei Schwarzenbronn mit etwa 472 m ü. NN und der tiefste Geländepunkt befindet sich am Austritt der Tauber auf die Klingener Gemarkung im Westen mit ungefähr 257 m ü. NN. Creglingen ist heute als Unterzentrum eingestuft und gehört seit Anfang 1973 zum Main-Tauber-Kreis.

Stadtgliederung Zu Creglingen gehören neben der Kernstadt Creglingen seit der Gemeindereform 1972 die ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Stadtteile Archshofen, Blumweiler, Craintal, Finsterlohr, Frauental, Freudenbach, Münster, Niederrimbach, Oberrimbach, Reinsbronn, Schmerbach und Waldmannshofen:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 305–315.

Zur ehemaligen Gemeinde Archshofen gehören das Dorf Archshofen () und das Gehöft Holdermühle (; teilweise auch in Tauberzell in Bayern). Zur ehemaligen Gemeinde Blumweiler gehören die Weiler Blumweiler (), Reutsachsen (), Schwarzenbronn (), Seldeneck (), Weiler () und Wolfsbuch () sowie die abgegangenen Ortschaften Heroldeshalden und Heymot. Zur ehemaligen Gemeinde Craintal gehört das Dorf Craintal (). Zur Stadt Creglingen in den Grenzen von 1971 gehören die Stadt Creglingen () und die Wohnplätze Äckerbrunnen (), Herrgottskirche () und Kohlesmühle () sowie die abgegangene Ortschaft Lemmerheim. Zur ehemaligen Gemeinde Finsterlohr gehören das Dorf Finsterlohr () und die Weiler Burgstall () und Schonach (). Zur ehemaligen Gemeinde Frauental gehören das Dorf Frauental (), die Weiler Lohrhof () und Weidenhof () und die Höfe Fuchshof (auch Fuchsmühle) () und Seewiesenhof () sowie die abgegangenen Ortschaften Enkersberg und Alterhof. Zur ehemaligen Gemeinde Freudenbach gehören das Dorf Freudenbach () und die Weiler Erdbach () und Schön (). Zur ehemaligen Gemeinde Münster gehören das Dorf Münster () sowie die abgegangenen Ortschaften Hellenmühle, Hohenweiler und Wieset. Zur ehemaligen Gemeinde Niederrimbach gehören das Dorf Niederrimbach () und der Weiler Standorf (). Zur ehemaligen Gemeinde Oberrimbach gehören das Dorf Oberrimbach (), der Weiler Lichtel (), das Gehöft Landturm () und der Wohnplatz Birkhöfe (). Zur ehemaligen Gemeinde Reinsbronn gehören das Dorf Reinsbronn (), die Weiler Niedersteinach () und Schirmbach (), das Gehöft Brauneck () und der Wohnplatz Altmühle (). Zur ehemaligen Gemeinde Schmerbach gehört das Dorf Schmerbach (). Zur ehemaligen Gemeinde Waldmannshofen gehören das Dorf Waldmannshofen () und der Weiler Sechselbach ().

Schutzgebiete In Creglingen gibt es ein Europäisches Vogelschutzgebiet, zwei Landschafts- und zwei Naturschutzgebiete.Reinhard Wolf, Ulrike Kreh (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart. Thorbecke, Ostfildern 2007. Dazu zählen seit 2007 das europäische Vogelschutzgebiet Wiesenweihe Taubergrund,Verordnung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum zur Festlegung von Europäischen Vogelschutzgebieten (VSG-VO) (PDF) vom 5. Februar 2010. seit 1997 das Landschaftsschutzgebiet Creglingen mit 2.027,9 ha (Gemarkungen Creglingen, Niederstetten und Weikersheim), und ebenso das Landschaftsschutzgebiet Weikersheim mit 2.718,0 ha (Gemarkungen Bad Mergentheim, Creglingen, Niederstetten und Weikersheim) seit 1993. Das Naturschutzgebiet Holzberg mit 25 ha (Stadt Creglingen, Gemarkungen Finsterlohr und Archshofen) sowie Naturschutzgebiet Oberrimbacher Erdfälle mit 71,2 ha (Stadt Creglingen, Gemarkung Oberrimbach, Stadt Niederstetten, Gemarkung Wildentierbach und Stadt Schrozberg, Gemarkung Spielbach, Landkreis Schwäbisch Hall) zählen ebenfalls zu den zusammengefassten fünf Schutzgebieten.

Das FFH-Gebiet Taubergrund bei Creglingen liegt komplett auf der Gemarkung von Creglingen. Daneben gibt es auf dem Gebiet der Stadt Creglingen insgesamt 50 als Naturdenkmal geschützte Objekte.

Das mit Rechtsverordnung vom 13. Februar 1995 ausgewiesene Wasserschutzgebiet Creglingen/Hohenloher Wasserversorgungsgruppe mit der WSG-Nr. 128214 umfasst eine geschützte Fläche von 8.190,48 Hektar.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Creglingen.

Geschichte Geschichte der Stadt Creglingen Frühzeit Während der vorrömischen Eisenzeit, in der jüngeren La-Tène-Zeit, lag beim heutigen Teilort Finsterlohr auf einem von zwei kleinen linken Taleinschnitten zur Tauber eingefassten, breiten Sporn der Hochebene das Oppidum Finsterlohr. Archäologische Untersuchungen haben bisher nur in sehr beschränkten Umfang stattgefunden, zeigten aber eine Befestigungsanlage mit Pfostenschlitzmauer.

Mittelalter mini|Darstellung aus der Topographia Franconiae des Matthäus Merian mini|hochkant|Carl Grossberg: Creglingen, 1926 mini|hochkant|Kirchenstaffel im Februar 2021 Erstmals schriftlich erwähnt wurde Creglingen 1045 in einer Urkunde des Bischofs von Bamberg. Im Jahr 1088 gelangte der Ort an das Kloster Comburg. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Creglingen im Herzogtum Franken. Im 13. Jahrhundert ging das Dorf in den Besitz des Geschlechts der Hohenlohe über, das unter anderem die Burg Brauneck bewohnte. Im Jahr 1349 erhielt Gottfried von Hohenlohe-Brauneck für Creglingen das Stadtrecht.

Einer Sage nach fand am 10. August 1384 ein Bauer beim Pflügen am rechten Hang des Herrgottstalbachs südlich von Creglingen eine unversehrte Hostie. Über dem Fundort errichtete man 1389 die Herrgottskirche, die Konrad IV. von Hohenlohe-Brauneck stiftete. In ihr steht der Marienaltar Tilman Riemenschneiders, den er um das Jahr 1505 schuf.

Nach dem Aussterben der Linie Hohenlohe-Brauneck 1390 hatte Creglingen eine wechselhafte Geschichte. Es gehörte zeitweise dem Haus Weinsberg, dem thüringischen Grafen von Schwarzburg und dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Neuzeit 1791 wurde Creglingen preußisch, 1806 bayerisch und kam 1810 schließlich zum Königreich Württemberg. Dort wurde Creglingen dem Oberamt Mergentheim zugeordnet.

Während der Weimarer Republik dominierte in den protestantischen Gemeinden der konservative, z. T. antisemitische Württembergische Bauern und Weingärtnerbund (WBWB), in den katholischen Orten die Zentrumspartei. Da auch die Zentrumspartei in Württemberg auf dem rechten Flügel ihrer Reichsparteiorganisation stand, war das politische Klima im gesamten Oberamt Mergentheim sehr konservativ.

Bereits 1932 wurde aber die NSDAP im Ort mit breiter Mehrheit gewählt, anders als allgemein in Württemberg vor 1933. Der erste tödliche Akt der reichsweiten Judenverfolgung fand am 25. März 1933 mit dem SA-Sturm auf die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Creglingen und Folterung mit Todesfolge in zwei Fällen (Hermann Stern) von angesehenen jüdischen Bürgern im Ort statt. Während der NS-Zeit in Württemberg wurde 1934 aus dem Oberamt der Kreis, 1938 der Landkreis Mergentheim.

Da Creglingen nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone geworden war, gehörte die Stadt somit seit 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Mit der Auflösung des Landkreises Mergentheim kam Creglingen am 1. Januar 1973 zum neuen Tauberkreis, dem heutigen Main-Tauber-Kreis. Zuvor, am 1. Februar 1972, wurde Creglingen um die zwölf Gemeinden Archshofen, Blumweiler, Craintal, Finsterlohr, Frauental, Freudenbach, Münster, Niederrimbach, Oberrimbach, Reinsbronn, Schmerbach und Waldmannshofen vergrößert.

Creglingens Stadtteile und ihre Geschichte Archshofen

Das Dorf Archshofen liegt etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im Taubertal. Es wurde 807 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1341 gab es im Ort eine eigene Kirchengemeinde und 1695 siedelten sich die ersten Juden im Dorf an.

Blumweiler

Der Weiler Blumweiler liegt fast neun Kilometer südöstlich des Stadtzentrums auf der Hochebene links der Tauber. 1265 wurde die Burg Seldeneck im gleichnamigen Teilort Seldeneck, etwa 4 km östlich des namengebenden Weilers am linken Taubertalrand, erstmals urkundlich erwähnt. 1341 wurde eine zur Burg gehörende Mühle genannt. Sowohl die Burg als auch die Mühle gingen um 1804 ab. Der zugehörige Weiler Wolfsbuch dazwischen erhielt seinen Namen, weil die Bewohner früher die Aufgabe hatten, die Wölfe in der Rothenburger Landwehr zu fangen.

Craintal mini|Craintal im Winter 2021

Finsterlohr

Das Dorf Finsterlohr liegt etwa sechs Kilometer südöstlich des Stadtzentrums am oberen Ende einer kurzen linken Klinge zur Tauber. Der Ort wurde 1224 erstmals in einer Urkunde des Hochstifts Würzburg urkundlich erwähnt. Bei der Säkularisation wurde er zunächst bayerisch, kam dann aber bereits 1810 zu Württemberg. Das Dorf war Stammsitz der Herren von Finsterlohe, die sich auch nach ihm benannten. Ihr Familienwappen entspricht dem heutigen Gemeindewappen von Finsterlohr.

Frauental

Das Kloster Frauental liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums im Tal des rechten Tauberzuflusses Steinach und wurde 1232 als Zisterzienserinnenkloster erbaut. Im Bauernkrieg wurde es 1525 zerstört und schließlich, als Kloster aufgegeben, im Jahr 1548 von der Markgrafschaft Ansbach übernommen. Mit der Zeit entwickelte sich um das ehemalige Kloster ein kleines Dorf, das 1791 selbständig wurde.

Freudenbach mini|Der zur Gemarkung Freudenbach gehörende Weiler Schön mit seinem markanten Wasserturm. Gesehen über das Taubertal hinweg.

Das Dorf Freudenbach liegt etwa fünf Kilometer östlich des Hauptorts nahe an der Grenze zu Bayern auf dem etwa fünf Kilometer breiten flachen Höhenrücken zwischen den Tälern von Tauber im Süden und von deren rechtem Zufluss Steinach im Norden. Durchs Dorf, das im Westen und Osten von größeren Waldflächen eingerahmt ist, fließt der Freudenbach zur Steinach.

In Freudenbach befindet sich ein öffentliches Freibad der Stadt Creglingen mit Kinderplanschbecken, Schwimmbecken mit Nichtschwimmerbereich, Kiosk und Liegewiese.Stadt Creglingen: Freibad Freudenbach. Online unter www.creglingen.de. Abgerufen am 15. Dezember 2018.

Wie Archshofen wurde auch Freudenbach 807 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsherrschaft hatte lange Hohenlohe-Brauneck; sie ging 1448 an die Markgrafschaft Ansbach über. Im Zuge der Mediatisierung kam der Ort zunächst 1806 zu Bayern und wurde 1810 dem Königreich Württemberg zugeteilt. Es kommt Lettenkohlensandstein vor, der im Tagebau gebrochen wird. Historisch bedeutsam war der Export von Schleifsteinen. Dieses Material fand u. a. Verwendung beim Bau des Ansbacher Schlosses und in zahlreichen anderen Gebäuden der Region. Beim zugehörigen Weiler Erdbach liegt ein überwachsener aufgelassener Steinbruch.

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