Ulrich Matschoss (* 16. Mai 1917 in Wanne, heute Herne; † 1. Juli 2013 in SchneverdingenUlrich Matschoss auf familienstammbaum.de, abgerufen am 7. Dezember 2020.) war ein deutscher Bühnen- und Filmschauspieler. Er trat hauptsächlich im Fernsehen auf.

Leben Ulrich Matschoss ist der Sohn des Oberstudienrats Dr. Alexander Matschoss und dessen Ehefrau Else Matschoss, geborene Wenzig. (Sterbeurkunde des Vaters) Sein Vater unterrichtete von 1908 bis 1925 am Realprogymnasium in Wanne und wurde danach an das städtische Gymnasium in Waldenburg in Niederschlesien versetzt. Ulrich Matschoss nahm als Offizier am Zweiten Weltkrieg teil und war von 1941 bis 1947 in kanadischer Kriegsgefangenschaft. Dort spielte er auch Theater und debütierte als Schwarz in Die Räuber.

Als er 1947 mit 30 Jahren aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, beschloss er nach seinen Auftritten dort, Schauspieler zu werden. Ohne weiteren Schauspielunterricht spielte er an mehreren Bühnen, unter anderem 1949 bei den Festspielen Sommerhausen. 1950 engagierte man ihn für fünf Jahre an das Badische Staatstheater Karlsruhe, anschließend spielte er von 1955 bis 1962 an den Bühnen der Hansestadt Lübeck, von 1962 bis 1970 am Württembergischen Staatstheater Stuttgart und schließlich ab 1970 am Thalia-Theater in Hamburg. Dort arbeitete er wiederholt unter der Regie von Rudolf Noelte.

Seine erste Fernsehrolle hatte er 1959 in dem Fernsehfilm Raskolnikoff, 1962 spielte er als erste Filmrolle einen Gestapomann. Einem größeren Publikum bekannt wurde Matschoss vor allem durch seine Rollen in Fernsehserien wie Stahlnetz und Die fünfte Kolonne. In der Fernsehreihe Tatort spielte er in den Schimanski-Filmen über zehn Jahre die Rolle des Kriminaloberrats Karl Königsberg. Ab 1994 war er als Professor Lüders, der Leiter einer Kinderklinik in der Sat.1-Serie Hallo, Onkel Doc!, und auch in den Krimiserien Ein Fall für zwei, Der Alte und SOKO 5113 zu sehen. In der Hörspielfolge Rätsel um den tiefen Keller nach Enid Blyton des Europa-Label lieh er der Figur des Onkel Bob seine Stimme. auf arcor.de.

Matschoss war verheiratet und hinterließ drei Kinder. Sein Sohn Thomas ist ebenfalls als Regisseur tätig.Stefan Reckziegel: Wo die Heide brennt. In: welt.de, 11. August 2014, abgerufen am 21. August 2022.

Filmografie (Auswahl) 1959: Raskolnikoff (Fernsehen) 1960: Stahlnetz: Die Zeugin im grünen Rock 1962: Leben des Galilei 1962: Verrat auf Befehl The Counterfeit Traitor (ungenannt) 1963–1968: Die fünfte Kolonne (FS-Serie) 1965: Zeitsperre 1966: Wilhelm Tell (Fernsehen) 1967: Moral (Fernsehen) 1967: Der Mann aus dem Bootshaus (Fernsehen) 1967: Liebesgeschichten (FS-Serie) 1969: Rebellion der Verlorenen (FS-Dreiteiler) 1969: Der Fall Liebknecht-Luxemburg (FS-Zweiteiler) 1970: Tanker (Fernsehen) 1971: Kein Geldschrank geht von selber auf (Fernsehen) 1972: Tatort: Strandgut 1972: Mandala (Fernsehen) 1972: Hamburg Transit: Leichtes Handgepäck (Fernsehen) 1973: Nestwärme (Fernsehen) 1975: Tatort: Mordgedanken 1977: Rückfälle 1978: Gesucht wird … – Karsten Kehl 1979: Ein Kapitel für sich 1981–1988, 1991: Tatort (Schimanski + Thanner, WDR) 1982: Das Beil von Wandsbek 1982–2000: Ein Fall für zwei (verschiedene Rollen) 1982: Nervenkrieg 1986: T.O.D. 1995: Mordsfreunde 2000: Gott ist mein Zeuge 1985: Die Schwarzwaldklinik – Sterbehilfe 1984: Gesichter des Schattens 1985: Schwarz Rot Gold – Nicht schießen! 1985: Zahn um Zahn 1986: Engels & Consorten (Fernsehserie) 1986: Vertrauen gegen Vertrauen 1987: Der Alte – (Folge 124: Kein gutes Ende) 1988: Die Bombe Fernsehfilm 1988: Martha Jellneck 1989: Der Fuchs (Fernsehserie) 1989: Die Schwarzwaldklinik – Mit Geld geht alles? 1989: Mit Leib und Seele (Fernsehserie) 1991–1994: Unsere Hagenbecks (3 Folgen) 1993: Jenny Marx, la femme du diable (Fernsehen) 1993: Stunde der Füchse 1994: Tatort: Bienzle und das Narrenspiel 1994–1998: Hallo, Onkel Doc! (Fernsehserie) Zwei zum Verlieben 1997: Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg (Red Corner) 1997: Reise in die Dunkelheit 1997: Ende einer Leidenschaft (Fernsehen) 2000: Schimanski muss leiden 2001: Jenseits der Liebe (Fernsehen) 2001: Das Glück ist eine Insel 2004: Metallic Blues 2004: Tatort: Verraten und verkauft 2005: Der zweite Blick (Fernsehen) 2007: Die Entführung

Hörspiele 1968: Arnold E. Ott: Der Mörder soll sterben – Regie: Hans Gerd Krogmann (Kriminalhörspiel – SWF)

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 639

Weblinks

Nachruf auf Ulrich Matschoss in: Stern

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann