Texas (englisch oder [], von cadd. táyshaʔ ‚Freunde‘ oder ‚Verbündete‘, TSHA Online – A Digital Gateway to Texas History) ist ein Bundesstaat im mittleren Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Er grenzt im Osten an Louisiana, im Nordosten an Arkansas, im Norden an Oklahoma, im Westen an New Mexico und im Süden und Südwesten an die mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila, Nuevo León und Tamaulipas. Im Südosten wird Texas durch den Golf von Mexiko begrenzt. Mit einer Fläche von 695.621 km² und mehr als 30 Millionen Einwohnern im Jahr 2023 ist Texas – nach Alaska beziehungsweise Kalifornien – sowohl von der Ausdehnung her als auch von der Anzahl seiner Bewohner der zweitgrößte US-Bundesstaat.

Texas hat den Beinamen Lone Star State (übersetzt: Staat des einsamen Sterns), da auf seiner Flagge nur ein Stern zu sehen ist. Von der Bedeutung her trägt dieser der Tatsache Rechnung, dass Texas den USA als eigenständige Republik beitrat. Mit seinen 254 Countys hat Texas die meisten Countys eines Bundesstaats der Vereinigten Staaten. Der Metroplex Dallas-Fort Worth und der Großraum Houston sind die viert- bzw. fünftbevölkerungsreichsten Ballungsräume der USA. Die Hauptstadt des Bundesstaates ist Austin. Aufgrund seiner Größe und geologischer Gegebenheiten wie der Balcones-Verwerfung weist Texas vielfältige Landschaften auf. Von Osten nach Westen reicht die Landschaft von Küstensümpfen und Kiefernwäldern über sanfte Ebenen und schroffe Hügel bis hin zur Wüste und den Bergen des Big Bend.

Historisch gesehen prägten vor dem Zweiten Weltkrieg vier große Wirtschaftszweige die texanische Wirtschaft: Rinder, Baumwolle, Holz und Öl. Die Entdeckung großer Erdölvorkommen löste einen Wirtschaftsboom aus, der die Wirtschaft über weite Strecken des 20. Jahrhunderts trug. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Texas eine diversifizierte Wirtschaft sowie einen Hightech-Sektor, die in vielen Bereichen landesweit führend sind. Großlandschaftlich-kulturell hat Texas Anteil an drei US-Großregionen: den klassischen Südstaaten, den Präriestaaten des mittleren Westens und der Border-Region zu Mexiko. Politisch ist seit Jahrzehnten die Republikanische Partei führend. Mitbedingt durch Urbanisierung sowie demografische Veränderungen gelang es den Demokraten allerdings, bestimmte Bastionen (wie etwa die Border-Region entlang der Grenze zu Mexiko) zu halten oder punktuell sogar auszubauen. In der neueren Geschichte stellte Texas den 36. sowie den 43. US-Präsidenten: Lyndon B. Johnson und George W. Bush.

Geografie Lage mini|Topografische Karte von Texas Nach Alaska und vor Kalifornien ist Texas der zweitgrößte Bundesstaat der USA.The Geography of Texas, netstate.com, aufgerufen am 16. Juni 2024 (englisch) Er liegt in der Mitte der von San Diego bis zur Südspitze von Florida reichenden US-Südgrenze und grenzt im Norden an Oklahoma, im Nordosten an Arkansas, im Osten an Louisiana, im Südwesten an Mexiko und im Nordwesten an New Mexico. Die Gesamtfläche des Bundesstaats beträgt 695.622 km². Damit ist Texas um rund 60.000 km² größer als Frankreich (632.734 km²) und fast doppelt so groß wie Deutschland (357.588 km²). Die längste geradlinige Entfernung in Nord-Süd-Richtung beträgt 1289 km. Sie führt von der nordwestlichen Ecke des Texas Panhandle bis zum Rio Grande kurz unterhalb von Brownsville. Die größte Ost–West-Entfernung ist fast ebenso lang. Sie beträgt 1244 km und führt von der äußersten östlichen Biegung des Sabine River in Newton County bis hin zur äußersten westlichen Ausbuchtung des Rio Grande kurz oberhalb von El Paso.Allgemeine Informationen zu Texas, Presseinfo, Lieb Management, aufgerufen am 16. Juni 2024 (PDF). Entfernungen überprüft mit Google Maps.

Geografisch gesehen liegt Texas zwar im Süden der USA und ist somit Teil der Südstaaten. Die Südspitze des Bundesstaats befindet sich auf einem ähnlichen Breitengrad wie diejenige von Florida. Die großlandschaftlichen und auch kulturellen Unterschiede sind allerdings so groß, dass der Bundesstaat gleich drei US-Großregionen zugerechnet wird: dem Süden, den Great Plains und dem Südwesten. So liegt El Paso in der westlichen Ecke des Staates näher an San Diego, Kalifornien als an der osttexanischen Metropol Area Houston/Beaumont. Das an der Grenze zu Louisiana gelegene Orange wiederum liegt näher an Jacksonville, Florida, als an El Paso. Texarkana in der nordöstlichen Ecke des Bundesstaates wiederum ist von Chicago, Illinois, ebenso weit entfernt wie von El Paso. Dalhart in der nordwestlichen Ecke des Bundesstaates schließlich ist den Hauptstädten von Kansas, Nebraska, Colorado, New Mexico, Oklahoma und Wyoming näher als an der texanischen Staatshauptstadt Austin.

Der geografische Mittelpunkt von Texas liegt etwa 24 km nordöstlich von Brady im nördlichen McCulloch County. Der höchste Punkt ist mit 2667 Metern über dem Meeresspiegel der Guadalupe Peak. Die tiefsten Lagen befinden sich dort, wo Texas auf den Golf von Mexiko trifft. Geografisch, großlandschaftlich und auch klimatisch ist die Lage von Texas insofern eine spezielle, weil hier die das Zentrum der USA bildende Präriezone direkt auf den Golf von Mexiko trifft, also ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans. Entsprechend liegt Texas in der Einzugszone gleich zweier kritischer Wetterphänomene: der Hurrikan-Zone an der atlantischen Ostküste sowie im Golf von Mexiko und dem „Tornado Alley“ – der Tornado-Zone des Mittleren Westens.Tornado Alley, britannica.com, aufgerufen am 16. Juni 2024 (englisch)

Die größte Stadt Houston liegt im Südosten des Staates. Die zweitgrößte Stadt San Antonio liegt im Süden, Dallas, die drittgrößte Stadt, und das unmittelbar angrenzende Fort Worth liegen im Nordosten. Alle diese Städte liegen innerhalb des sogenannten Texanischen Dreiecks (Texas Triangle), in dem knapp drei Viertel der Bevölkerung leben.The Texas Triangle: A rising megaregion unlike all others, J.H. Cullum Clark, Kinder Institute for Urban Research, 14. Mai 2021, aufgerufen am 16. Juni 2024 (englisch) El Paso liegt im äußersten Westen und Corpus Christi liegt im Süden an der Golfküste.

Geologie mini|Höhenunterschiede: der Balcones Escarpment bildet die Grenzlinie zwischen „Tiefland“- und „Hochland“-Texas Der Sockel der texanischen Landmasse, der sogenannte Texas-Kraton, ist älter als eine Milliarde Jahre. An die Oberfläche treten präkambrische Felsen im Llano-Uplift (einer mittelgroßen Region im Einzugsbereich des Edwards Plateau) sowie vereinzelten Stellen der Trans-Pecos-Region. Weitere präkambrische Gesteine finden sich im Texas Panhandle. Obwohl diese Sedimente nur an einzelnen Stellen zutage treten, geben sie Auskunft über die Erdformationen der Vergangenheit. In den folgenden Zeitabschnitten – etwa 570 bis 245 Millionen Jahre vor unserer Zeit – bildeten sich viele Strukturen heraus, welche für die texanische Landoberfläche von heute bestimmend sind.Geology, Tucker F. Hentz, tshaonline.org, 1952 / 29. November 2019, aufgerufen am 16. Juni 2024 (englisch) Ein herausragendes erdgeschichtliches Ereignis war die Überflutung großer Teile des Texas-Kratons – erdgeschichtliche Veränderungen, die sich etwa zeitgleich mit der Variszischen Orogenese vollzogen, in deren Folge sich der Superkontinent Pangaea herausbildete. Ein Relikt dieser erdgeschichtlichen Phase sind die Quachita Mountains in Ost-Oklahoma und West-Arkansas.Ouachita Mountains, Oklahoma, NASA Earth Observatory, aufgerufen am 16. Juni 2024 (englisch)

Die Kontinentaldrift im frühen Mesozoikum löste den nordamerikanischen Kontinent langsam von den europäischen, afrikanischen und südamerikanischen Landmassen ab. Der Schwerpunkt der geologischen Aktivitäten in Texas verlagerte sich zunehmend von West nach Ost. In jener Zeit bildete sich die heutige Golfküstenebene heraus. Ausdehnung (Rifting) und Kompression wechselten sich ab in einem Prozess, der zum Teil bis heute andauert. Ein Ergebnis davon sind die umfangreichen Erdöl- und Erdgaslager entlang der Golfküste. Wissenschaftler vermuten, dass in den unteren Gesteinsschichten weitere Reserven lagern – die sich auf dem aktuellen technologischen Stand jedoch nicht erschließen lassen.Der Boom von Öl und Gas in den USA, Johannes Streeck, rosalux.de, aufgerufen am 16. Juli 2024

Bis in die Kreidezeit hinein waren weite Teile von Texas von Meer bedeckt. Ausnahmen: das Edwards Plateau sowie die Gebirgsformationen in der Big-Bend-Region. Bergbildung sowie insgesamte Anhebung der Landmasse erfolgte am Ende des Mesozoikums und am Beginn des Känozoikums. Zu jener Zeit formten sich unter anderem die Rocky Mountains. Während des Eozäns und Miozäns (vor 47 bis 14 Millionen Jahren) veränderten vulkanische Aktivitäten die Erdoberfläche von Texas abermals. Ströme, die in den Rocky Mountains entstanden waren, transportierten große Mengen Kies und Sand in die nordwestliche Plains-Region. Vor ein bis zwei Millionen Jahren begann sich diese Schicht nach Westen zurückzuziehen. Ein Relikt davon: das Caprock Escarpment – eine Art Absenkung, welches den (etwas höher gelegenen) Llano Estacado von den östlich davon gelegenen Regionen trennt (Details: siehe Abschnitt „Regionen“).

Vor etwa 3000 Jahren erreichte der Meeresspiegel sein heutiges Level. Ebenso bildeten sich zu jener Zeit die heutigen Küstenmerkmale heraus – inklusive der Barriereinseln, die der texanischen Golfküste vorgelagert sind. Der texanische Sockel gilt geologisch zwar als stabil. Das Wissensportal Scinexx berichtete 2018 allerdings, dass sich der westtexanische Sockel überdurchschnittlich hebe und senke. Grund dieser Aktivitäten: Flächendeckende Bohrungen nach Grundwasser, fossilen Rohstoffen und Mineralien, die den Untergrund porös machen und in der Folge Absenkungen sowie Einsturzdolinen verursachten.Texas: Wird der Untergrund instabil?, scinexx.de, 22. März 2018, aufgerufen am 16. Juni 2024

Landschaften Flusssysteme und topografische Barrieren mini|Grenzfluss im Norden: Red River mini|Grenzfluss im Süden: Rio Grande mini|Balcones Escarpment: Mount Bonnell Terrace bei Austin mini|Caprock Escarpment im Garza County Die landschaftlich-topografische Struktur von Texas wird von zwei Faktoren geprägt: den zum Golf von Mexiko entwässernden Flusssystemen und der stufig von Ost nach West ansteigenden Höhenlage. Die Flusssysteme lassen sich unterscheiden in die diejenigen im äußeren Norden und Nordosten, welche in den Mississippi einfließen, und die in einem rechten Winkel auf die Golfküste zustrebenden Flüsse im Zentrum und der östlichen Bundesstaats-Hälfte. Die Flusssysteme im Detail:Elizabeth Cruce Alvarez (Hrsg.): Texas Almanac 2018–2019. Texas State Historical Association, Austin 2018, ISBN 978-1-62511-044-2, englisch, S. 89–94.

Das des Arkansas River. Der nördlich von Texas – in West-Ost-Richtung – dem Mississippi zustrebende Arkansas River tangiert Texas direkt lediglich mit einem seiner Nebenflüsse, dem Canadian River. Der Canadian passiert das Panhandle (die als „Pfannenstiel“ charakterisierte Ausbuchtung im Nordwesten des Bundesstaats), durchläuft nördlich von Amarillo den Meredith-Stausee und mündet kurz vor der Grenze zwischen Oklahoma und Arkansas in den Arkansas River.

Das des Red River. Ebenso wie der Arkansas River fließt auch der Red River in west-östlicher Richtung; ebenso wie dieser mündet auch er in den Mississippi. Mit Ausnahme des Panhandle, wo seine Quellflüsse entspringen und sich zum Red River vereinigen, bildet er die Nordgrenze des Bundesstaats; bedeutende Nebenflüsse: keine.

Die direkt in den Golf von Mexiko entwässernden Flüsse. Von Norden nach Süden sind dies: Sabine, Trinity, Brazos, Colorado, Guadalupe und Nueces River. Inklusive Quellflüsse am längsten ist der Brazos River (2060 km; ohne Quellflüsse: 1352 km), je nach Auslegung längster oder zweitlängster ist der südlich des Brazos gelegene Colorado River (1380 km).