mini|hochkant|Tim Burton (2024) Timothy „Tim“ Walter Burton (* 25. August 1958 in Burbank, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Autor, Künstler, Produzent und Filmregisseur.
Leben Tim Burton zeigte schon als Kind zeichnerisches Talent. Seinen ersten Film, The Island of Doctor Agor, drehte er 1971 im Alter von 13 Jahren. Mit einem Stipendium der Disney-Studios studierte er drei Jahre Trickfilmkunst am California Institute of the Arts.The Movies That Made Us – Filme: Das waren unsere Kinojahre. Netflix-Dokumentarfilmserie, Staffel 3, Episode 7: Nightmare Before Christmas (45 Min.), 2021. Regie: Brian Volk-Weiss. Autoren: Brian Volk-Weiss und Benjamin J. Frost. Er bekam eine Anstellung bei Disney, nachdem er als Zeichner von Zwischenphasen beim 1978 erschienenen Fantasy-Zeichentrickfilm Der Herr der Ringe mitgearbeitet hatte. Er wirkte an den Zeichentrickfilmen Cap und Capper und Taran und der Zauberkessel mit und drehte als Autor und Regisseur in Disneys Auftrag im Jahr 1982 seinen ersten erfolgreichen und preisgekrönten Kurzfilm Vincent.
Sein erster Spielfilm war der 1985 entstandene Film Pee-Wee’s irre Abenteuer. Mit dem Film Beetlejuice gelang ihm 1988 der Durchbruch. Seitdem gehört er zu den erfolgreichen Regisseuren und Produzenten in Hollywood.
Im Jahr 1985 lernte er durch den Schauspieler Paul Reubens, Darsteller der Figur Pee-Wee Herman, den Filmkomponisten Danny Elfman kennen. Ihr erster gemeinsamer Film war Pee-Wee’s irre Abenteuer. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu Reubens’ Tod bestand. Elfman wirkte auch bei allen weiteren Filmen Burtons, mit Ausnahme von Ed Wood, Die Insel der besonderen Kinder und dem schon vorher als Broadway-Musical komponierten Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street, als Komponist mit.
Auch als Autor trat Burton in Erscheinung, so bei einigen seiner Frühwerke oder im Internet, wo er Stainboy als Fortsetzung anbietet. The Melancholy Death of Oyster Boy ist ein Buch mit Geschichten, Gedichten und Zeichnungen über „Figuren jenseits der Norm“.
mini|hochkant|Tim Burton (2008) Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig (2007) ehrte man Burton für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen, den er von Johnny Depp, Hauptdarsteller seiner Filme Edward mit den Scherenhänden, Ed Wood, Sleepy Hollow, Charlie und die Schokoladenfabrik, Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche, Sweeney Todd, Alice im Wunderland und Dark Shadows überreicht bekam.
Burtons detailverliebte Filme wurden zudem viermal mit dem Oscar für das beste Szenenbild (Batman, Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen, Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street, Alice im Wunderland) und zweimal für das beste Make-up ausgezeichnet (Beetlejuice, Ed Wood).
Das Museum of Modern Art in New York widmete ihm in den Jahren 2009/2010 eine große Werkschau, die später auch in Melbourne, Toronto, Prag, Tokio, Osaka und im Max Ernst Museum in Brühl zu sehen war. Im Jahr 2010 leitete Burton die Wettbewerbsjury der 63. Filmfestspiele von Cannes. Burton war bereits 1997 Mitglied der Jury gewesen.Peter Bradshaw: Tim Burton to head Cannes film festival jury. In: The Guardian. 26. Januar 2010, abgerufen am 29. Januar 2010.
Privatleben Von 1989 bis 1991 war Burton mit der deutschen Malerin Lena Gieseke verheiratet. In den 1990er-Jahren führte er eine Beziehung mit der Schauspielerin Lisa Marie, die er als seine Muse beschrieb und die in den meisten seiner Filme dieser Zeit mitwirkte. Als er bei den Dreharbeiten zu Planet der Affen (2001) Regie führte, traf er die britische Schauspielerin Helena Bonham Carter, mit der er bis 2014 liiert war und zwei gemeinsame Kinder hat. Schauspieler Johnny Depp, ein langjähriger Freund von Burton, ist der Patenonkel der Kinder.
Von 2023 bis 2025 war er mit der italienischen Schauspielerin Monica Bellucci liiert, mit der er an seinem Spielfilm Beetlejuice Beetlejuice (2024) zusammenarbeitete.
Betrachtungen zu seinem Werk Burtons Markenzeichen sind meist extravagante, aber vielschichtige Filme mit teilweise komischen oder morbiden bis bizarren Akzenten, Handlungen und Akteuren. Die Motive und Figuren sind entweder der Comicwelt entnommen (siehe die Batman-Verfilmungen) oder im Horrorgenre angesiedelt. Burton zitiert dabei gern Elemente der Gothic- und Undergroundszene, wobei er sich hauptsächlich auf Horror-Komödien spezialisiert hat. Außerdem fällt auf, dass er gern Elemente der Filme aus der Zeit des deutschen Expressionismus (Max Shreck als Bösewicht in Batmans Rückkehr) verwendet. Burtons neuere Arbeiten spielen mit surrealen Sujets (Big Fish) und überzeugen stets mit detailverliebten Bühnenbildern, seien es die gruselig verspielten Figuren und Szenarien seiner Puppentrickfilme oder die aufwendigen Bauten und Kostüme der Batman-Filme. Zudem wagte er es, mit Ed Wood einen Schwarzweißfilm in den Kinos zu platzieren.
Vincent Price in einer Nebenrolle (einer der letzten Auftritte des Schauspielers bei Edward mit den Scherenhänden) und die Rolle des Bela Lugosi in Ed Wood (dargestellt von Martin Landau) seien, wie er in einem Interview meinte, „eine Hommage an die Filme und Darsteller, die ihn schon in seiner Kindheit begeisterten“.
Burtons Filme faszinieren entweder durch düstere Szenarien (Batman), skurrilen Humor (z. B. Mars Attacks!, Nightmare Before Christmas, Frankenweenie) oder schrille, grellbunte Elemente (zum Beispiel die kitschigen Bauten der Vorstadtsiedlung in Edward mit den Scherenhänden oder nahezu alles in Charlie und die Schokoladenfabrik). In den Filmmusiken fällt Burtons ausgesprochenes Faible für Songs der 1960er/1970er auf – zum Beispiel für Tom Jones, den er in mehreren Filmen im Hintergrund singen lässt und der auch eine Nebenrolle in Mars Attacks! spielte.
Im Jahr 1997 scheiterte der geplante DC-Superheldenfilm Superman Lives mit Nicolas Cage in der Titelrolle durch Probleme mit dem Drehbuch und Differenzen zwischen den Beteiligten. Burton wertete diesen Misserfolg als schwere Niederlage in seiner damaligen Laufbahn.
Die neueren Projekte Burtons gehen wiederum von kindlicher Faszination und Imaginationsvermögen aus: Charlie und die Schokoladenfabrik basiert auf einem Kinderbuchklassiker von Roald Dahl, während Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche (Oscar-Nominierung 2006), wie zuvor Nightmare Before Christmas, ein Stop-Motion-Puppentrickfilm ist.
Im Jahr 2007 verfilmte Burton das Broadway-Musical Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street. Dieser Film wurde ein Jahr später mit dem Golden Globe in der Kategorie Bester Film (Komödie oder Musical) ausgezeichnet.
In den Jahren 2008/2009 verfilmte Burton den Kinderbuchklassiker Alice im Wunderland in 3D. Ende Dezember 2009 erschien der von Burton produzierte Animationsfilm #9, der von neun kleinen Figuren in einer düsteren Zukunft handelt.
Ende 2009 veröffentlichte Burton das Buch The Art of Tim Burton mit über 1000 eigenen Illustrationen.
Seine Vampirkomödie Dark Shadows, welche eine Neuverfilmung der gleichnamigen Fernsehserie von 1966 darstellt, kam am 10. Mai 2012 in die Kinos. In der zweiten Jahreshälfte erschien außerdem Abraham Lincoln Vampirjäger (Burton als Produzent) und Frankenweenie.Kritiken auf filmstarts.deTim Burton: Johnny Depp e Michelle Pfeiffer protagonisti in “Dark Shadows” auf mondocinemablog.com auf movie-infos.net Für Frankenweenie wurde er zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert, verlor aber gegen den Pixar-Film Merida – Legende der Highlands.
Im Jahr 2016 drehte er nach Dark Shadows mit der Literaturverfilmung Die Insel der besonderen Kinder seinen zweiten von bisher drei Filmen mit Schauspielerin Eva Green.
Im März 2019 wurde die Realneuverfilmung des Animationsklassikers Dumbo in den Kinos veröffentlicht.
Die erste Staffel der Netflix-Serie Wednesday, bei der Burton als Regisseur und Executive Producer fungiert, erschien im Herbst 2022. Die zweite Staffel, an der er ebenfalls als Regisseur und Executive Producier beteiligt war, erschien in zwei Teilen im August und September 2025.
Burton setzte zudem die Fortsetzung Beetlejuice Beetlejuice um, die im September 2024 in die amerikanischen Kinos. Sie wurde erneut besetzt mit Michael Keaton, Winona Ryder und Catherine O’Hara sowie in einer neuen Rolle Jenna Ortega; mit letzter arbeitete er bereits an Wednesday. Das Remake des Science-Fiction-Films Attack of the 50 Foot Woman von 1958 befindet sich in der Planungsphase und soll in Zusammenarbeit mit Warner Bros. und Autorin Gillian Flynn entstehen.
Darüber hinaus führte Tim Burton die Regie beim im September 2025 veröffentlichten Musikvideo zum Song The Dead Dance von Popsängerin Lady Gaga, die in der zweiten Staffel der Netflix-Serie Wednesday eine Nebenrolle spielt.
Stil mini|hochkant|Tim Burton, 2007 Wiederkehrende Motive Tod und Nachleben Ein häufig wiederkehrendes Motiv in Burtons Filmen ist die Welt zwischen Leben und Tod. So thematisiert der Film Beetlejuice den Tod der beiden Protagonisten, die ihn zunächst gar nicht bemerken und seiner erst gewahr werden, als sie im Jenseits nach ihrer Todesursache gefragt werden. In dem Film Ed Wood lebt Bela Lugosi auf der Schwelle zum Tod: Ed Wood erweckt ihn im Film (auf der Leinwand) zweimal wieder zum Leben – das erste Mal noch vor dessen physischem Tod, als er dem vergessenen Schauspieler ein Comeback ermöglicht (zuerst trifft er Lugosi beim Probeliegen in einem Sarg), das zweite Mal nach Lugosis Tod, mit der Hilfe eines Körperdoubles. In Sleepy Hollow durchziehen den gesamten Handlungsverlauf diverse mysteriöse Mordfälle, die wiederum von einem bereits verstorbenen, enthaupteten Reiter ausgeführt werden. Bei Corpse Bride steht die Konfrontation des Hauptdarstellers aus der Welt der Lebenden mit einer untoten Braut aus der Welt der Toten im Vordergrund, wobei das Reich der Toten als wesentlich vitaler erscheint. In Sweeney Todd geht es um einen Barbier, der Rache an einem Richter nehmen will und auf dem Weg dahin vielen Menschen die Kehle aufschneidet. In Dark Shadows kehrt der lebendig begrabene Vampir Barnabas Collins nach 200-Jahren durch Bauarbeiten an die Oberfläche zurück und wird mit den ihm völlig fremden, wilden 1970er-Jahre und neuen Familienproblemen konfrontiert. In Wednesday hilft die abgetrennte, aber immer noch lebendige Hand (Eiskaltes Händchen) der Protagonistin, die seltsamen Vorkommnisse an ihrem skurrilen Internat zu lüften. Auch bei Nightmare Before Christmas wird der Tod thematisiert durch skurrile, jedoch liebevoll gestaltete Leichen, die Jack Skellington dabei behilflich sind, das Weihnachtsfest im Stile von Halloween vorzubereiten. Bereits in seinen frühen Werken findet sich das Motiv dieser Zwischenwelt: In seinem Kurzfilm Frankenweenie, für dessen Stop-Motion-Remake er 2012 erneut hinter der Kamera stand, wird der Hund eines Jungen überfahren, doch der flickt ihn wieder zusammen und lässt ihn mittels Elektroschock zu neuem Leben erwachen.
Edgar-Allan-Poe-Referenzen Burtons Fantasiewelten sind stark geprägt von dem Grusel- und Krimiautor Edgar Allan Poe. In seinem Kurzfilm Vincent werden mehrere Passagen aus dem Gedicht Der Rabe zitiert. In Dark Shadows geht es unter anderem um einen lebendig Begrabenen. Auch in der Netflix-Serie Wednesday wird auf Der Rabe angespielt: Das Internat, in welchem die Haupthandlung spielt, heißt Nevermore Academy.
Vater-Sohn-Beziehungen Beispielsweise zu finden in Edward mit den Scherenhänden, Ed Wood (Ed Wood adoptiert Bela Lugosi als Vaterfigur), Big Fish, Mars Attacks! und Charlie und die Schokoladenfabrik. In Alice im Wunderland hingegen steht eine Vater-Tochter-Beziehung im Vordergrund.
Beziehungen zweier Welten Zu finden in Beetlejuice, Planet der Affen, Nightmare Before Christmas, Corpse Bride, Mars Attacks!, Alice im Wunderland und Die Insel der besonderen Kinder