Der Enzkreis ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () in Baden-Württemberg. Der Landkreis gehört zum Regionalverband Nordschwarzwald im Regierungsbezirk Karlsruhe. Sein Gebiet umschließt wie ein im Süden geöffneter Ring nahezu vollständig den Stadtkreis Pforzheim, der mitten im Kreisgebiet liegt.
Geographie Lage Der Enzkreis hat Anteil an den Landschaften Nordschwarzwald, Kraichgau, Stromberg und am Heckengäu. Durch das Kreisgebiet fließt von Süden kommend die namensgebende Enz, in deren Einzugsgebiet der größte Teil des Enzkreises liegt. Im Nordosten verlässt sie das Kreisgebiet in Richtung Besigheim (Landkreis Ludwigsburg), wo sie in den Neckar mündet. Kleinere Flusseinzugsgebiete sind die der Pfinz im Westen und Nordwesten, der Alb im Südwesten sowie der Saal- und des Kraichbaches im Norden, welche allesamt in den Rhein münden. Die höchste Erhebung des Enzkreises ist mit der Heuberg, der auf Markung des Neuenbürger Ortsteils Dennach liegt.neuenbuerg.de: Abgerufen am 25. Februar 2019
Nachbarkreise Der Enzkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Karlsruhe, Heilbronn, Ludwigsburg, Böblingen und Calw.
Flächenaufteilung
Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015
Naturschutz
Der Enzkreis besitzt folgende 31 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024 stehen 1.734,81 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 3,02 Prozent. Aalkistensee: 50,5 ha; Stadt Maulbronn und Gemeinde Ölbronn-Dürrn Albtal und Seitentäler: 620,1 ha (davon 57,5 ha im Enzkreis); Gemeinde Straubenhardt Bauschlotter Au: 192,2 ha; Gemeinden Neulingen und Ölbronn-Dürrn Bauschlotter Schloßpark: 5,9 ha; Gemeinde Neulingen Beim Steiner Mittelberg: 38,4 ha; Gemeinde Königsbach-Stein Betzenbuckel: 151,3 ha; Stadt Heimsheim und Gemeinden Friolzheim und Tiefenbronn Büchelberg: 49,1 ha; Gemeinde Neuhausen Diefenbacher Mettenberg: 3,0 ha; Gemeinde Sternenfels Ellmendinger Roggenschleh: 21,7 ha; Gemeinde Keltern Enztal zwischen Niefern und Mühlacker: 123,0 ha; Stadt Mühlacker und Gemeinde Niefern-Öschelbronn Erlen-, Metten- und Gründelbachniederung: 165,3 ha; Gemeinden Ötisheim, Neulingen und Ölbronn-Dürrn Ersinger Springenhalde: 36,2 ha; Gemeinde Kämpfelbach Essigberg: 134,5 ha; Gemeinden Birkenfeld und Keltern Eyach- und Rotenbachtal, 224,4 ha (davon 59,0 ha im Enzkreis); Gemeinden Straubenhardt und Stadt Neuenbürg Felsengärten Mühlhausen: 10,7 ha; Stadt Mühlacker Füllmenbacher Hofberg: 39,8 ha; Gemeinde Sternenfels Großglattbacher Riedberg: 24,1 ha; Stadt Mühlacker Kalkofen: 67,4 ha; Gemeinde Mönsheim Kammertenberg: 17,5 ha; Stadt Mühlacker Klebwald: 21,6 ha; Gemeinde Neuhausen Mistwiesen: 48,9 ha; Gemeinden Marxzell, Karlsbad, Straubenhardt Monbach, Maisgraben und St. Leonhardquelle (2 Teilgebiete): 42,0 ha; Stadt Bad Liebenzell (Landkreis Calw) und Gemeinde Neuhausen Neulinger Dolinen: 12,5 ha; Gemeinde Neulingen Pfinzquellen: 281,2 ha; Gemeinden Marxzell, Karlsbad, Straubenhardt Roßweiher: 12,1 ha; Stadt Maulbronn Schützinger Spiegel: 14,6 ha; Gemeinde Illingen Silberberg: 5,0 ha; Gemeinde Tiefenbronn Tiefenbronner Seewiesen: 30,0 ha; Gemeinde Tiefenbronn Unteres Würmtal: 158,5 ha (davon 32,6 ha im Enzkreis); Gemeinde Neuhausen Weissacher Tal: 50,5 ha; Stadt Knittlingen Ziegelhäule: 11,0 ha; Stadt Mühlacker Der Naturschutz im Enzkreis wird von unterschiedlichen Institutionen und Verbänden koordiniert, darunter die Untere Naturschutzbehörde Enzkreis, der Landschaftserhaltungsverband Enzkreis, BUND, NABU und der LNV.
Geschichte Der Enzkreis entstand durch die Kreisreform am 1. Januar 1973. Damals wurde der Altkreis Pforzheim mit Gemeinden der umliegenden Kreise zum Enzkreis vereinigt. Im Einzelnen wurden 17 Gemeinden des Altkreises Vaihingen, zwölf Gemeinden des Landkreises Calw und vier Gemeinden des Altkreises Leonberg eingegliedert. Der Altkreis Pforzheim wurde bis auf drei Orte voll in den Enzkreis integriert. Allerdings wurden am 1. Januar 1974 (Büchenbronn), am 1. Januar 1975 (Huchenfeld) und am 20. September 1975 (Eutingen an der Enz) noch drei Gemeinden in den Stadtkreis Pforzheim eingegliedert.
Die Altkreise Vaihingen und Leonberg und der Landkreis Calw gehen zurück auf die ehemals württembergischen Oberämter, welche 1938 die seinerzeit aufgelösten Oberämter Maulbronn und Neuenbürg aufnahmen. Der Altkreis Pforzheim war 1939 aus dem badischen Bezirksamt Pforzheim hervorgegangen, gleichzeitig entstand der Stadtkreis Pforzheim.
Seither gehört Pforzheim nicht mehr zum Kreisgebiet, blieb jedoch Sitz der Kreisverwaltung bis 1972 und wurde auch nach der Kreisreform Sitz des neuen Enzkreises. Dieser umfasst nach Abschluss der Gemeindereform noch 28 Gemeinden, darunter die fünf Städte Knittlingen, Maulbronn, Neuenbürg, Heimsheim und die Große Kreisstadt Mühlacker. Bezogen auf die Anzahl der Einwohner sind Mühlacker die größte Stadt und Wimsheim die kleinste Gemeinde.
Einwohnerstatistik mini|Bevölkerungspyramide für den Enzkreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Enzkreis, Alter + Geschlecht)
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹: 25. Mai 1987) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (jeweils 31. Dezember) (nur Hauptwohnsitze).
Datum* Einwohner 1973 154.720 1975 154.590 1980 162.142 1985 164.312 1987 ¹ 164.639 1990 175.574 Datum* Einwohner 1995 186.812 2000 192.852 2005 196.417 2010 193.913 2015 196.066 2020 199.752 * Jeweils 31. Dezember, außer 1987: 25. Mai
Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren am 25. Mai 2022 38,4 % der Einwohner evangelisch, 18,5 % katholisch, und 43,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 15. August 2024
Politik mini|hochkant|Begrüßungsschild an der Kreisgrenze bei Sternenfels Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises. Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.
Kreistag Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu dem in den Diagrammen dargestellten Ergebnis.
Landräte Die Landräte des Landkreises Pforzheim 1945–1972: 1945: Friedrich Adolf Katz 1945–1959: Richard Dissinger 1959–1972: Werner Lutz
Die Landräte des Enzkreises seit 1973: 1973–1995: Heinz Reichert 1995–2003: Werner Burckhart 2003–2018: Karl Röckinger seit 1. Februar 2018: Bastian Rosenau
Wappen und Flagge Beschreibung In Gold ein blauer Wellenbalken, oben und unten begleitet von je zwei aufrechten blauen Rauten (Wappen-Verleihung 16. August 1976) Bedeutung Der Wellenbalken symbolisiert die Enz, welche dem Landkreis ihren Namen gab, die vier Rauten die vier ehemaligen Landkreise, zu denen die heutigen Gemeinden des Enzkreises gehörten bzw. die vier Landschaften (Schwarzwald, Heckengäu, Kraichgau und Stromberg), die am Kreisgebiet Anteil haben. Flagge Die Flaggenfarben des Enzkreises sind Blau-Gelb.
Kreispartnerschaften Es besteht eine Partnerschaft seit 1991 mit dem Landkreis Altenburger Land in Thüringen, zu Reggio nell’Emilia in Italien, zu den polnischen Städten/Gemeinden Myslowice, Chelm Slaski und Imielin sowie seit 2007 mit dem ungarischen Komitat Győr/Moson/Sopron.
Internationale Partnerschaft Der Enzkreis hat eine Partnerschaft mit dem Distrikt Masasi in Tansania mit dem Ziel, das Gesundheitswesen und die Ausbildungsqualität in Masasi zu verbessern und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu verstärken.
Infrastruktur Verkehr Fernstraßen Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 8 Karlsruhe–Stuttgart, mehrere Bundesstraßen sowie Landes- und Kreisstraßen.
mini|Bahnstreckennetz Bahn- und Busverkehr Die Schienennetze zweier Staatsbahnen grenzten in der früher zu Baden gehörenden Stadt Pforzheim aneinander. Die Badische Staatsbahn stellte 1859/61 die erste Verbindung von Karlsruhe nach Pforzheim her und verlängerte sie 1863 bis Mühlacker, wo sie in die schon zehn Jahre früher fertiggestellte Linie Stuttgart–Bretten der Württembergischen Staatsbahn einmündete. Dieses Unternehmen eröffnete von Pforzheim aus noch 1868 eine Stichbahn nach Wildbad und 1874 im Nagoldtal eine Strecke nach Calw–Horb. Erst 1914 kam die Anschlussbahn von Maulbronn West zur Stadt hinzu.
Die Badische Lokal-Eisenbahnen-Gesellschaft verband Karlsruhe mit Pforzheim ab 1900/01 noch zusätzlich durch eine Schmalspurbahn über Ittersbach. Sie wurde 1912 elektrifiziert, nachdem im Jahr zuvor die Stadt Pforzheim eine elektrische Straßenbahn eingerichtet hatte. Die Stadt übernahm 1931 den Abschnitt ab Ittersbach in eigene Regie.
Im äußersten Nordosten quert die Neubaustrecke der Deutschen Bahn seit 1990 den Kreis. Eine Zustiegsmöglichkeit besteht in Vaihingen/Enz, in unmittelbarer Nähe zu Illingen/Enzkreis.
Ein wichtiger Bahnknotenpunkt ist Mühlacker. Das Kreisgebiet ist erschlossen durch das Stadtbahnnetz Karlsruhe der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, deren Linie S 5 von Karlsruhe über Wilferdingen-Singen nach Pforzheim und deren S 6 von Pforzheim nach Bad Wildbad führt. Aus den Stuttgarter Netzen wird Mühlacker via Metropolexpress an Pforzheim, Bruchsal und Stuttgart angeschlossen sowie via Regional-Express der Linie RE 1 an Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart.
Der Enzkreis organisiert zusammen mit der Stadt Pforzheim und den Verkehrsunternehmen den ÖPNV durch die Verkehrsgesellschaft Pforzheim-Enzkreis (VPE). Außerdem gelten für Fahrten auf den Schienenstrecken zwischen dem Gebiet des VPE und dem Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) im Enzkreis die Tarife des KVV.; abgerufen am 16. Juli 2019.; abgerufen am 16. Juli 2019.
Radverkehr Durch den Enzkreis verlaufen drei Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de: Von Karlsruhe kommend über Remchingen und Pforzheim Richtung Bad Liebenzell und Calw Von Bad Wildbad kommend über Neuenbürg, Pforzheim und Mühlacker Richtung Vaihingen an der Enz Von Bretten kommend über Knittlingen und an Maulbronn vorbei nach Mühlacker.
Außerdem gibt es ein Radverkehrskonzept des Landkreises aus dem Jahr 2021Radverkehr auf www.enzkreis.de.
Durch den Landkreis verlaufen die folgenden Landes-Radfernwege: Der Heidelberg-Schwarzwald-Bodensee-Radweg führt von Heidelberg nach Radolfzell. Er führt von Bretten kommend durch Neulingen und Pforzheim und weiter in Richtung Calw. Der Stromberg-Murrtal-Radweg führt von Karlsruhe nach Gaildorf und verbindet damit den Rheinradweg mit dem Kocher-Jagst-Radweg. Er kommt von Pfinztal aus ins Kreisgebiet und verläuft über Königsbach-Stein, Neulingen und Maulbronn Richtung Vaihingen an der Enz (Stadtteil Horrheim). In Pforzheim beginnt der Schwarzwald-Panorama-Radweg, der über Neuenbürg und Bad Wildbad nach Waldshut-Tiengen führt. Der Naturpark-Radweg Schwarzwald Mitte/Nord führt rund um selbigen Naturpark und führt dabei im Enzkreis vom Albtal kommend über Straubenhardt und Neuenbürg Richtung Bad Wildbad.
Außerdem führt der Enztalradweg durch den Landkreis.