Jilemnice (deutsch: Starkenbach) ist eine Stadt im Okres Semily, Liberecký kraj in Tschechien. Sie liegt im Riesengebirge. mini| Gräfl. Harrach’sche Bleiche & Leinenfabrik in Hrabatschow 1858 mini|Schloss Jilemnice (Starkenbach) mini|St. Lorenz mini|Ehem. Brauerei Geographie Im Ortsteil Hrabacov mündet der Jilemka (Starkenbach) in die Jizerka, welche den Ort durchfließt. Westlich erhebt sich mit 561 Metern der Berg Kozinec (Kozinetz), südwestlich die Hrubý kopec (507 m) und östlich die Branský kopec (507 m).

Geschichte Die Burg Starkenbach und der umgebende Ort wurde im 14. Jahrhundert als Besitz der Familie Waldstein erstmals urkundlich erwähnt, in deren Besitz sie bis 1522 verblieben. Dann folgte ein rascher Wechsel der Besitzer. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Starkenbach 1634 von schwedisch-evangelischen Truppen niedergebrannt. Am 20. Oktober 1701 erwarb Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach die Stadt und die Grundherrschaft Starkenbach um 240.000 fl. Die Tochter seines Bruders, Vertrauter Rat des Kaisers Ferdinand II., war in 2. Ehe mit Generalfeldmarschall Wallenstein verehelicht. Letzter Besitzer von Starkenbach war 1945 Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach. Er und die deutschsprachigen Familien des Ortes wurden zu Gunsten der Tschechoslowakei enteignet.

Um 1716 wurde Starkenbach ausgebaut und erweitert. Der 1729 fertiggestellte barocke Kirchbau wird dem Baumeister Johann Georg Achbauer der Jüngere zugeschrieben, um 1800 erhielt das Schloss eine eigene Kapelle. Ab Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden mit Beginn der Industrialisierung in Starkenbach Betriebe der Textil- und Glasindustrie. Bis 1868 war Starkenbach Sitz des gleichnamigen Gerichtsbezirks und anschließend des neugeschaffenen Bezirk Starkenbach. 1899 wurde der Bahnhof an der Lokalbahn Starkenbach–Rochlitz eröffnet. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1918 kam Starkenbach zur neu gegründeten Tschechoslowakei und gehört seit 1992 zu Tschechien.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Starkenbach/Jilemnice zu einem Wintersportort.

Stadtgliederung Die Stadt Jilemnice besteht aus den Ortsteilen Hrabačov (Hrabatschow), Javorek (Jaworek) und Jilemnice (Starkenbach).http://www.uir.cz/casti-obce-obec/577197/Obec-Jilemnice Grundsiedlungseinheiten sind Hrabačov, Hrubý kopec, Javorek, Jilem, Jilemnice-střed, Kozinec, Roztocký les, Spořilov I, Spořilov II, Svatý Isidor, U Hatiny und Žlábek.http://www.uir.cz/zsj-obec/577197/Obec-Jilemnice

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hrabačov und Jilemnice.http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/577197/Obec-Jilemnice Sehenswürdigkeiten Neugieriges Gässchen: hierbei handelt es sich um eine Straße mit vielen historischen Gebäuden. Diese stammen aus dem späten 18. Jahrhundert und sind auch heute noch bewohnt. Harrach-Gruft zum Heiligen Kreuz Riesengebirgs-Museum (1891 gegründet)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt František Pošepný (1836–1895), Montangeologe Jan Weiss (1892–1972), Schriftsteller Eva Paulusová-Benešová (1937–2017), Skilangläuferin Jan Fajstavr (* 1944), Skilangläufer Ivo Felix (* 1955), Skispringer Otakar Krámský (1959–2015), Bergrennfahrer Pavel Ploc (* 1964), Skispringer Ivan Masařík (* 1967), Biathlet Milan Kučera (* 1974), Nordischer Kombinierer Martin Kupka (* 1975), Politiker und Journalist Jana Šaldová (* 1975), Skilangläuferin Tomáš Holubec (* 1976), Biathlet Petr Šmejc (* 1978), Nordischer Kombinierer Jakub Hlava (* 1979), Skispringer Petr Záhrobský (* 1980), Skirennläufer Zdeňka Vejnarová (* 1981), Biathletin Tomáš Slavík (* 1981), Nordischer Kombinierer Aleš Lejsek (* 1982), Biathlet Dušan Kožíšek (* 1983), Skilangläufer Filip Trejbal (* 1985), Skirennläufer Aleš Vodseďálek (* 1985), Nordischer Kombinierer Ondřej Vaculík (* 1986), Skispringer Veronika Hořejší (* 1987), Biathletin Čestmír Kožíšek (* 1991), Skispringer Adéla Pivoňková (* 1991), Fußballspielerin Eva Puskarčíková (* 1991), Biathletin Sandra Schützová (* 1991), Skilangläuferin Eva Bartoňová (* 1993), Fußballspielerin Adam Václavík (* 1994), Biathlet Michaela Mlejnková (* 1996), Volleyballerin Tomáš Portyk (* 1996), Nordischer Kombinierer Karolína Indráčková (* 1997), Skispringerin Kateřina Janatová (* 1997), Skilangläuferin Jan Vytrval (* 1998), Nordischer Kombinierer Vítězslav Hornig (* 1999), Biathlet Radek Rýdl (* 2001), Skispringer Petr Hák (* 2003), Biathlet Jiří Konvalinka (* 2004), Nordischer Kombinierer Ilona Plecháčová (* 2006), Biathletin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Johann Faltis (1796–1876), Industrieller Bohumil Hanč (1886–1913), Skilangläufer Jaroslav Soukup (* 1982), Biathlet Magda Rezlerová (* 1982), Biathletin Veronika Vítková (* 1988), Biathletin

Literatur Hans-Ulrich Engel: Burgen und Schlösser in Böhmen. Nach alten Vorlagen (= Burgen, Schlösser, Herrensitze. 17). 2. Auflage. Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-8035-8013-7, S. 57, Abbildung S. 182.

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