Saint-Jean-d’Angély ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine an den Ufern der Boutonne; sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Saint-Jean-d’Angély. Der Ortsname wird oft mit Saint-Jean-d’Y abgekürzt. Die Bewohner werden Angériens und Angériennes genannt.
Die Gemeinde erhielt die Auszeichnung „Zwei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.
Geografie Saint-Jean-d’Angély liegt im Zentrum des Pays des Vals de Saintonge in der Nähe der Autobahn A 10, 140 Kilometer von Bordeaux und 410 Kilometer von Paris entfernt.
Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Ortes und seiner Umgebung mit rund 30.000 Einwohnern beziehen sich auf die Nahrungsmittelproduktion, die Produktion von alkoholischen Getränken (Pineau des Charentes) und Cognac, die Tourismusindustrie ist im Aufbau. Abseits der Achse La Rochelle–Niort–Poitiers und weit von der Küste entfernt leidet die Gegend unter der Landflucht und der Überalterung der Bevölkerung.
Geschichte Saint-Jean-d’Angély war einer der Sicherheitsplätze für die Hugenotten.
Am 5. März 1588 wurde hier Henri I. de Bourbon, prince de Condé von einem Pagen getötet, der ein Verhältnis mit seiner Ehefrau Charlotte de la Tremoille hatte.
1621 wurde Saint-Jean-d’Angély durch König Ludwig XIII. belagert und erobert
Zehn Kilometer südöstlich befand sich bis 1990 der Militärflugplatz Saint Jean d’Angély-Fontenet.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2016Einwohner 8660 9739 9642 8820 8060 7681 7581 7066 Quellen: Cassini und INSEE
Benediktinerinnenabtei Von 1827 bis 1959 bestand in Saint-Jean-d’Angély (Bistum La Rochelle) das Nonnenkloster Notre-Dame des Anges, gegründet von Marie-Magdeleine Coullaud (Schwester Gertrude, ehemals Abtei Saint-Maixent in Saint-Maixent-l’École), das 1839 durch die von Thérèse de Bavoz gegründete Benediktinerinnenabtei Pradines als Tochterkloster übernommen wurde. 1959 wechselten die Schwestern in die Abtei Sainte-Marie-de-Maumont in Juignac.
Persönlichkeiten Jean-Joseph de Bonnegens des Hermitans (1750–1817), Abgeordneter des Dritten Standes 1789. Michel Aunaud (1911–1982), Autorennfahrer Pierre Vernier (1931–2024), Schauspieler Xavier Richardeau (* 1965), Jazzmusiker
Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Saint-Jean-d’Angély
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die erhalten gebliebenen Gebäude der ehemaligen Abtei Saint-Jean-Baptiste. Seit 1998 sind sie als Teil des UNESCO-Welterbes „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet. mini|130px|Türme mini|130px|Brunnen mini|130px|Glockenturm mini|130px|Fachwerkhäuser
Städtepartnerschaften Koumondé, Togo, seit 1994 Mondsee, Österreich, seit 1999 New Iberia, Louisiana, USA, seit 2001
Literatur Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 880–890. H. Brisset-Guibert: Saint-Jean d’Angély et le Val de Boutonne. Edition Bordessoules 1991. J. Combes: Visiter Saint-Jean d’Angély. Edition Sud-Ouest 2006. P. Lavallee: Dictionnaire historique des rues de Saint-Jean d’Angély. Edition Bordessoules 1991.
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Website de Centre de Culture Européenne Illustration von Frans Hogenberg von 1570: Der Kunig hie belegert hatt, Sanct Jean d’Angely sei eigne statt. ()
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ort am Jakobsweg (Via Turonensis) Kategorie:Unterpräfektur in Frankreich Kategorie:Stadt in Frankreich