miniatur|Logo Garfield ist der Name eines seit 1978 erscheinenden Comic-Strips von Jim Davis mit Kater Garfield, Hund Odie und deren sozial unbeholfenem Besitzer Jon Arbuckle in den Hauptrollen. Der Erfolg von Garfield liegt einerseits in der Parodie auf das Verhältnis Halter/Haustier, andererseits in den allzu menschlichen Problemen des Katers, wie zum Beispiel Diäten, Montage oder Langeweile. Die hauptsächliche Komik der Comics beruht auf dem ausgeprägt zynischen Umgang mit diesen Problemen. Außer in den Sonntagscomics beschränken sich die Strips – mit ganz wenigen Ausnahmen – immer auf 3 Bilder. Garfield erschien erstmals in den USA und erfreut sich heute weltweit großer Popularität. Im deutschsprachigen Raum sind die Strips gesammelt erstmals 1984 im Krüger-Verlag erschienen; eine Neuauflage gibt es seit 2007 bei Egmont Ehapa.
Am 6. August 2019 gab das in New York City ansässige Unternehmen ViacomCBS, die Übernahme von Paws, Inc. bekannt, einschließlich der Rechte am Garfield-Franchise (Comics, Merchandise und Filme). Jim Davis wird weiterhin Comics machen, und für die ViacomCBS-Tochter Nickelodeon wird eine neue Garfield-Zeichentrickserie produziert (Stand 2019).
Figuren Hauptfiguren Garfield Garfield ist die Hauptfigur. Er ist ein fetter, fauler, oft sarkastischer Kater (O-Ton: „frech, fett, faul und filosofisch“), der gerne frisst und schläft. Sein Geburtstag ist der 19. Juni 1978 (an diesem Tag erschien der erste Garfield-StripDer erste Garfield-Strip vom 19. Juni 1978). Geboren wurde er in Mama Leoni’s Italian Restaurant mit einem stolzen Gewicht von fünf Pfund und sechs Unzen (knapp 2,5 kg).Strip vom 12. November 1980.
Garfield hat orangefarbenes Fell mit charakteristischen schwarzen Streifen auf dem Rücken. Sein Besitzer Jon gibt Garfields Rasse in dessen Anwesenheit meist als exotic shorthair, red-tabby, eine rot-getigerte exotische Kurzhaarkatze, oder ähnliches an. Genau genommen ist Garfield jedoch ein einfacher Tiger, ein „orangefarbener Speckkloß mit Streifen“, wie Jon einmal am Telefon der Tierärztin gesteht. Garfields Leibgericht ist Lasagne, dabei spielt wohl auch eine Rolle, dass er in jenem italienischen Restaurant, in dem er das Licht der Welt erblickte, sofort alle in der Nähe befindliche Lasagne verspeiste.Strip vom 13. November 1980. Daneben frisst er häufig Jons Farne und fraß gerade in seinen ersten Jahren oft Hühnchen, bis ihm Jon im Dezember 1980 das Essen ganzer Hühnchen aufgrund der kleinen Knochen, an denen er ersticken könnte, verbot.Strip vom 14. Dezember 1980.
Ist Garfield gerade nicht mit Fressen oder Schlafen beschäftigt (O-Ton: „Es muss doch im Leben etwas anderes geben außer Fressen und Schlafen – ich hoffe aber nicht.“), vertreibt er sich die Zeit meist mit Fernsehen oder der Zerstörung verschiedenster Einrichtungsgegenstände sowie vergleichbaren destruktiven Tätigkeiten.
Garfield mag die Mäuse im Haus als Gesprächskameraden, weigert sich zu Jons Leidwesen aber, sie zu jagen. Auch mit Spinnen spricht er öfter, pflegt sie jedoch im Normalfall unter Verwendung diverser Gegenstände, hauptsächlich Zeitungen, zu töten. Garfield schätzt es nicht besonders, auf sein Gewicht oder sein Alter aufmerksam gemacht zu werden, und schon gar nicht auf seinen Geburtstag, auch wenn er dieses Ereignis aufgrund der ihm dann zukommenden Aufmerksamkeit eigentlich recht schätzt. An normalen Montagen stößt Garfield mit beängstigender Regelmäßigkeit etwas zu, die Spanne der Montags-Ereignisse reicht von kleinen Demütigungen bis hin zu beinahe absurden Geschehnissen, wie beispielsweise einer Tretmine im Fressnapf, weshalb Garfield den Wochenanfang verabscheut (O-Ton: „Ich hasse Montage!“). Weihnachten jedoch kann für ihn nicht schnell genug kommen.Torsten Teichmann: 40 Jahre Garfield: Faul, fett und ein bisschen filosofisch. Deutschlandfunk Kultur, 19. Juni 2018. Abruf am 1. Mai 2025
Garfields Mimik und Gestik entsprechen der eines Menschen. Mit dem Leser kommuniziert er in Form von Gedankenblasen, die auch von anderen Tieren (selten sogar Pflanzen) verstanden werden können. Menschen verstehen Garfield nicht. Ob Jon Garfield wortwörtlich versteht oder ob er seinen Kater so versteht, wie ein langjähriger Besitzer sein Haustier eben „versteht“, ist offen und wird in der Serie unterschiedlich gehandhabt: Während in neueren Strips Jon Garfield nicht zu verstehen scheint,siehe z. B. Garfield-Comic vom 15. August 2009 oder Garfield-Comic vom 23. April 2007 konnte er in früheren Strips durchaus die Gedanken seines Katers wahrnehmen. Die meisten Szenen sind jedoch zweideutig gehalten.
Im Laufe der Zeit lernte Garfield schreiben. Während er dies in frühen Folgen noch nicht beherrscht,Vgl. Strip vom 22. November 1980. zeigt er sich später fähig zu tippen, was zuerst nur aus wenigen Benutzungen der Schreibmaschine, in neuen Comics aber sehr oft aus der Verwendung des Computers hervorgeht. Auch anderes Equipment entwickelt sich weiter. Druckte früher die Waage nur Zettel aus, piepst sie heute digital vor sich hin oder spricht sogar. Teilweise werden aktuelle technische Entwicklungen (z. B. Handy, Navi, Anrufbeantworter, Internet) ironisch eingeführt, was dank Jons mangelndem technischen Knowhow zu vielen chaotischen Situationen führt.
Im Verlauf der Comic-Strips entwickelten sich Garfields äußere Erscheinung und sein Verhalten. Ganz zu Anfang wurde Garfield als extrem fettleibig gezeichnet, mit schwabbeligen Wangen und kleinen, runden Augen. Später wurde er etwas abgespeckt und seine Augen wurden größer. Anfangs bewegte Garfield sich auf allen vieren. Seine Vorderpfoten setzte er jedoch schon immer wie menschliche Hände ein. Mit der Zeit fing er an, auf seinen Hinterbeinen zu stehen und zu gehen, was seiner Erscheinung ein stark menschlich geprägtes Bild einbrachte. Einige typisch katzenartige Körperhaltungen hat er jedoch immer beibehalten, wie z. B. das Sitzen mit angezogenen Hinterbeinen und ausgestreckten Vorderbeinen. Ab etwa 1983 war Garfields heutiges Erscheinungsbild weitestgehend eingeführt.
Odie Odie ist ein an sich liebenswerter Hund mit beschränkten geistigen Fähigkeiten, auch wenn er in seltenen Fällen eine außerordentliche Intelligenz beweist. Im Normalzustand hängt Odies anormal große Zunge sabbernd aus seinem Mund. Wohin sie verschwindet, wenn Odie ausnahmsweise einmal nicht hechelt, ist für Garfield eines der größten Geheimnisse der Welt. Odie ist der einzige Mitbewohner Garfields, der so gut wie niemals spricht, von einem Traum Garfields mal abgesehen. In früheren Comic-Strips kam es jedoch dreimal vor, dass auch Odie in Gedankenblasen „sprach“. In einem neueren Strip flüstert Odie Garfield etwas ins Ohr, das Garfield dann dem Leser mitteilt.
Garfield stößt Odie gerne vom Tisch oder ärgert, demütigt, beleidigt, behandelt ihn sonst wie „unhöflich“ oder legt ihn herein. Auch wenn es nicht den Anschein hat, mag Garfield seinen tierischen Mitbewohner doch recht gern. Odie gehörte früher Lyman, der ihn eines Tages zu Jon mitbrachte. Seit Lyman erklärungslos aus der Serie verschwunden ist, gehört Odie Jon. Odies Lieblingsspielzeug ist ein kleiner Ball, der klingelt, sobald er bewegt wird (Dingle-Ball). Auf der Jagd nach dem Ball ist Odie durch beinahe nichts aufzuhalten. Odies Geburtstag ist der 8. August (erstes Erscheinen im Comicstrip).
Jonathan Q. „Jon“ Arbuckle Der Besitzer von Garfield und Odie ist ein Außenseiter, der häufig unter Langeweile leidet und weder beruflichen Erfolg noch Glück bei den Frauen hat, zumindest für viele Jahre nicht. Das liegt unter anderem an seiner schrillen Kleidung, seiner Tollpatschigkeit, seiner Zuneigung zum Akkordeon und zur Polka-Musik. Weiterhin geradezu legendär sind seine schlechten Kochkünste. Seine Versuche, cool zu sein oder die Damen in irgendeiner Form zu beeindrucken, scheitern stets kläglich. Von Beruf ist Jon Arbuckle Cartoonzeichner und Hauptgesprächspartner von Garfield. Seine große Liebe ist Liz (in früheren deutschen Übersetzungen Bea), die Tierärztin von Garfield und Odie. Nach jahrelangem vergeblichem Werben ist er seit Juli 2006 mit ihr zusammen, woran er sich selbst noch am meisten gewöhnen muss. Jons Geburtstag ist der 28. Juli.
Nebenfiguren Arlene: Arlene ist eine pinkfarbene Straßenkatze aus der Nachbarschaft mit langem Hals und einer Zahnlücke, die Garfield erstmals im Strip vom 17. Dezember 1980 traf.Strip vom 17. Dezember 1980. Mit ihr turtelt Garfield ab und zu herum. Einer richtigen Beziehung steht jedoch im Wege, dass Garfield zum einen mehr in sich selbst als in irgendjemand anders verliebt ist und außerdem in etwa so romantisch ist wie ein Stein. Nermal: Ein niedliches, grau-schwarz gestreiftes Kätzchen, das Garfield gerne mit seinem Alter und seiner Figur konfrontiert. Deshalb hasst Garfield es, von allen anderen wird es jedoch geliebt. Nermal wird deswegen, aber auch wegen seiner außergewöhnlich sarkastischen Ader, die mit der Garfields problemlos mithalten kann, und seinem Rasiermessercharme von Garfield des Öfteren per Paketpost nach Abu Dhabi, Feuerland, Timbuktu oder sonstige, weit entfernte Orte verschickt. Nermal gehörte im ersten Strip, in dem er September 1979 auftrat, Jons Eltern.Strip vom 3. September 1979. Danach wurde er zu einer Nachbarskatze. Pooky: Garfields Teddybär, den er gerne knuddelt und der früher mal Jon gehörte. Garfield fand ihn in einer Kommode am 23. Oktober 1978.Strip vom 23. Oktober 1978. Im Januar 1983 verlor Pooky kurze Zeit seinen Arm, er wurde aber wieder angenäht. Pooky kann nicht denken und sich auch nicht bewegen, Garfield tut jedoch oft so, als ob Pooky dies könnte. Stretch: Stretch ist ein Gummigockel, den Garfield zu seinem sechsten Geburtstag am 19. Juni 1984 von Jon geschenkt bekam.Strip vom 19. Juni 1984. Er taucht in allen Strips vom 19.–23. Juni 1984 und in allen Strips vom 3.–8. September 1984 auf, kommt später aber nur noch selten vor. Sein letztes Auftreten datiert vom 7. Juni 1998.Strip vom 7. Juni 1998. In der deutschen Übersetzung wird er meist „Schnippi“ genannt. Dad: Jons Vater, der die Familienfarm leitet. Ein bodenständiger, waschechter Farmer, der in seltenen Fällen zu einer gewissen Naivität neigt. Jon und Garfield besuchen ihn und Mom ab und zu auf der Farm. Einmal kommen die zwei auch für einige Tage zu Jon zu Besuch, was allerdings im Fiasko endet: Dad macht im Badezimmer den Wasserhahn kaputt, will früh aufstehen, nachts melken usw. Mom: Jons Mutter, deren gesamter Tagesinhalt darin zu bestehen scheint, eine monumentale Auswahl verschiedenster Gerichte zuzubereiten, weshalb sie von Garfield besonders geliebt wird. So beherrscht sie zum Beispiel die Zubereitung vielerlei verschiedener Speisen (insbesondere solche auf Kartoffelbasis), die ausgezeichnet schmecken. Mom häkelt auch alle möglichen Sachen. Garfield mag die Pullover, die sie ihm jedes Jahr zu Weihnachten häkelt, überhaupt nicht, da an ihnen stets irgendetwas faul ist, was Jons Mutter natürlich nicht mit Absicht, jedoch mit „legendärer“ Regelmäßigkeit tut. Ihr Lieblingsausspruch lautet: „Iss, Bub, iss!“, was auf Garfield natürlich besonders wirkt. Garfield hegt wechselhafte Gefühle ihr gegenüber: Einerseits genießt er die riesigen Mengen an Essen, die sie kocht, andererseits verachtet er beispielsweise die erwähnten Pullover. Doc Boy: Jons jüngerer Bruder, der ein noch größerer Verlierer und Langweiler als Jon ist und noch auf der Farm seiner Eltern wohnt. Er sieht fast so aus wie Dad, bis darauf, dass er drei Haare mehr am Kopf hat. Doc Boy mag es nicht, wenn er „Doc Boy“ genannt wird.