mini|Island, die größte Vulkaninsel und der nördlichste Inselstaat der Erde mini|Helgoland

Eine Insel ist eine vollständig von einem Meer oder einem Binnengewässer umgebene Landmasse, die auch bei Flut über den Wasserspiegel hinausragt, jedoch kein Kontinent ist. Mehrere nahe beieinander liegende Inseln können Inselgruppen bilden, die mit den sie umgebenden Gewässern auch als Archipele bezeichnet werden.

Auf der Erde gibt es mindestens eine Million Inseln, von denen etwa 18.000 mehr als einen Quadratkilometer groß sind. Die größte Insel der Erde ist das zu Dänemark gehörende Grönland im Nordatlantik mit einer Fläche von mehr als 2 Mio. km². Die kleinsten, wie etwa die Schären in der Ostsee oder die Motus im Pazifik messen nur wenige Quadratmeter.

Auf den weltweit nur 11.000 bewohnten Inseln leben rund 730 Millionen Menschen. Am bevölkerungsreichsten ist mit rund 150 Mio. Einwohnern die indonesische Hauptinsel Java.

Von den 193 souveränen Staaten der Welt, die von den Vereinten Nationen anerkannt werden, sind 47, also etwa ein Viertel, Inselstaaten. Der sowohl nach Ausdehnung als auch nach Bevölkerungszahl größte davon ist Indonesien zwischen Indischem Ozean und Pazifik. Derjenige mit der niedrigsten Einwohnerzahl ist Niue und der flächenmäßig kleinste Nauru, beide im westlichen Pazifik gelegen.

Definitions- und Abgrenzungsfragen mini|Ball’s Pyramid

Inselgröße und Bewohnbarkeit Für die Einordnung als Insel ist die Größe einer vollständig umspülten Landmasse unerheblich. Selbst kleine Felsgebilde, etwa die Schären vor den skandinavischen Ostseeküsten, Holme im Nordatlantik oder kleinste Motus von Atollen in tropischen Gewässern gelten zumeist als Insel. Solche kleinen Inseln werden oft als Eilande bezeichnet. Der veraltete Begriff sagt aber nichts über eine klar definierbare Inselform oder -größe aus.

Eine schottische Regel besagt, dass ein von Wasser umgebenes Land nur dann als Insel bezeichnet werden darf, wenn es darauf genug Gras gibt, um ein Schaf ein Jahr lang grasen zu lassen Adwin de Kluyver, Die Inseln des Guten und Bösen, Mare, Hamburg, 2026, S. ^5 .

Für die Definition ist es ebenfalls ohne Bedeutung, ob es sich um eine von Menschen unbewohnte Insel handelt, ob sie früher einmal bewohnt war oder zumindest bewohnbar wäre.

Abgrenzung zur Halbinsel mini|Halbinsel in Kroatien

Künstliche Bauwerke (Kanäle, Brücken, Fahrdämme), die eine Insel von einer Landmasse trennen oder sie damit verbinden, sind unbeachtlich. Ist eine Landmasse nur an drei Seiten von Wasser umschlossen und besteht eine natürliche, nicht ständig überflutete Verbindung zu einer größeren Landmasse, spricht man von einer Halbinsel. Eine Landzunge stellt eine besondere Form der Halbinsel dar, da ihre Verbindung zum Festland nicht schmaler als ihre größte Breite ist.Duden – Deutsches Universalwörterbuch. 5. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2003, (Stichwort „Halbinsel“).Definition Halbinsel. Insel-Lexikon (insel-lexikon.com).

Abgrenzung zum Atoll mini|Das Wake-Atoll im Nordpazifik

Ein Atoll ist keine Insel im engeren Sinn, sondern ein aus kleinen Sand- oder Koralleninseln (Motu) bestehender Archipel, der eine Lagune umschließt. Eine seltene Ausnahme sind die Gehobenen Atolle, bei denen die Motu durch tektonische Prozesse angehoben wurden und deren zentrale Lagune danach verlandet und oft mit Vegetation bedeckt ist. Weitere Sonderfälle sind Atolle, die nur eine einzige Insel aufweisen, z. B. Ceva-i-Ra, einige der Rowley Shoals oder die Indispensable Reefs, sowie solche, die einen geschlossenen Landring um die Zentrallagune gebildet haben, z. B. North Keeling.

Abgrenzung zu sonstigen Gebilden mini|Künstliche „schwimmende Insel“ mit technischen Einrichtungen mini|Die Krausaue ist eine Untiefe im Rhein mit felsigem Untergrund, der stellenweise über den Wasserspiegel ragt, ohne als Inseln zu gelten mini|Binnensee-Insel im Liepnitzsee, Barnim, Brandenburg mini|Zwei kleine, unbewohnte Inseln im adriatischen Meer

Menschengemachte Sandaufschüttungen in Meeren oder Binnengewässern können künstliche Inseln bilden. Definitiv nicht als Inseln gelten natürliche, nicht dauerhaft mit dem Gewässergrund verbundene Gebilde, z. B.: Eisberge, Eisschollen und sogenannte „Schwimmende Inseln“, selbst wenn sie für längere Zeit dem Untergrund fest aufsitzt wie der Eisberg Pobeda, Eiskuppeln, auch wenn sie dauerhaft mit dem Untergrund verbunden sind und sich der Unterschied zu einer eisbedeckten richtigen Insel oft nur mit Echolotmessungen feststellen lässt, von offenem Wasser umgebene Schilfbestände, z. B. die „Schoppen“ des Neusiedler Sees, Bauwerke in einem Gewässer, wie Bohrplattformen, Leuchttürme, Windkraftanlagen, Pfahlbauten und vergleichbare, fest mit dem Untergrund verbundene Objekte, da sie keine Landmasse darstellen, Findlinge und andere große Steine, die zwar vollständig vom Wasser umgeben, jedoch aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte nicht fest mit dem Untergrund verbunden sind, beispielsweise der Schwanenstein, Buskam oder der Georgenstein, Schotterbänke, auch wenn sie landläufig oft als „Kiesinseln“ bezeichnet werden. Landratsamt München, 2001. felsige Untiefen, die zeitweise über den Wasserspiegel ragen, wie die Krausaue im Oberrhein, ehemalige Inseln, deren Gebiet jetzt Teil des Festlandes sind, beispielsweise Schokland in den Niederlanden, das seit der Trockenlegung des Noordoostpolder gänzlich von Land umgeben ist.

Eine Sonderform bilden Gezeiteninseln, die je nach Tidenstand als Insel oder als Erhebung betrachtet werden. Mit ihnen vergleichbar sind Sandbänke, die als Hochsand durchaus ständig oder zeitweise als Insel gelten.

Inseltypen Man unterscheidet hinsichtlich der Lage zwei Insel-Typen:

Ozeanische Inseln, die meist entweder als Bestandteil Mittelozeanischer Rücken oder als das Ergebnis von Hotspot-Vulkanismus abseits der Kontinente aus dem offenen Ozean aufragen, daher meist Vulkaninseln oder Atolle (Korallenriff-Inseln mit vulkanischem Sockel) Kontinentale Inseln, die auf dem Schelf ruhen bzw. sich in einem Schelfmeer in relativer Nähe zu einer großen kontinentalen Landmasse befinden.

Eine weitere Unterscheidung richtet sich nach dem Typ des Gewässers, in dem die Insel liegt:

Meeresinseln: alle Inseln, die von Meeresregionen umgeben sind, unabhängig davon, ob es sich um ein Flachmeer (Schelfmeer) oder den tiefen, offenen Ozean handelt. Beispiele: Helgoland, Madeira, Zypern, Hawaii, Kuba, Hainan usw. Binneninseln Flussinseln, wie z. B. die Ilha do Bananal (Rio Araguaia) oder Harriersand (Weser) Seeinseln, wie z. B. die Mainau (Bodensee), Herreninsel (Chiemsee) und Fraueninsel (Chiemsee) zum Meer hin gelegene Mündungsinseln wie z. B. Marajó (Amazonas)

Zudem kann zwischen noch bestehenden und versunkenen Inseln (zum Beispiel Bant vor der niedersächsischen Küste) unterschieden werden. Außer durch Vulkanismus oder künstliche (zum Beispiel durch Sandaufspülungen) neu entstandene Inseln gibt es immer noch geologisch ältere, aber erstmals entdeckte Inseln, wie die am 2. Februar 2003 in der Antarktis entdeckte Bremeninsel, die zu den Melchiorinseln im Palmer-Archipel gehört. Künstlich Inseln können auch aus außenpolitischen Gründen geschaffen werden, wie zum Beispiel die durch China geschaffenen bei den Spratly-Inseln oder den Paracel-Inseln im Südchinesischen Meer.

Inselflora und -fauna Viele Inseln haben ihre eigenständige Fauna und Flora hervorgebracht, die sich in der Zusammensetzung mehr oder weniger ausgeprägt von benachbarten Inseln oder dem Kontinent unterscheidet. Dabei ist im Detail zwischen Kontinentalinseln und ozeanischen Inseln zu differenzieren. Während Kontinentalinseln durch plattentektonische oder eustatische Vorgänge von einem Kontinent isoliert wurden, sind ozeanische Inseln direkt innerhalb eines Ozeanbeckens, in der Regel durch Vulkanismus, entstanden und waren niemals mit einem Kontinent verbunden.

Die Tier- und Pflanzenwelt des einstigen Superkontinentes Pangäa ist zu einem gewissen Grade noch heute in der Flora und Fauna der einen oder anderen kontinentalen Insel repräsentiert, doch sind in den Jahrmillionen der Abspaltung völlig neue Tier- und Pflanzengemeinschaften mit einer generell hohen Anzahl von Endemiten entstanden. Inseln ohne genetischen Austausch mit ihren Populationen sind deshalb Laboratorien der Natur. Die Tierwelt von Neuseeland zum Beispiel ist einzigartig: 85 Prozent der (nicht vom Menschen eingeführten) Tiere findet man nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt.Steven Roger Fischer: Islands – From Atlantis to Zanzibar. Reaktion Books, London 2012, ISBN 978-1-78023-032-0 (englisch). Obwohl Neuseeland relativ nahe am australischen Kontinent liegt, hat sich die Lebewelt der Inselgruppe seit der Trennung in der Kreidezeit völlig anders entwickelt.

Je kleiner, jünger und isolierter eine ozeanische Insel ist, desto artenärmer ist in der Regel die Flora und Fauna. Sehr deutlich ist das bei den pazifischen Inseln zu beobachten. Die Pflanzen im Südpazifik sind australasischen Ursprungs und breiteten sich von West nach Ost aus. Das führte dazu, dass die Biodiversität der Inseln nach Osten abnimmt. So weist Tahiti eine weit höhere Anzahl von Arten auf als die weiter östlich liegenden Pitcairninseln und die Osterinsel.

Tierarten auf Inseln sind oft deutlich kleiner oder größer als ihre nächsten Verwandten auf den Kontinenten. Inselverzwergung ist möglicherweise eine Anpassung an dauerhafte Nahrungsknappheit durch Übervölkerung in einer räumlich beschränkten Umwelt.J. Bristol Foster: The Evolution of Mammals on Islands. In: Nature. Bd. 202, 1964, S. 234–235. So sind beispielsweise auf der zu Russland gehörenden, kahlen Wrangelinsel im Arktischen Ozean Reste eines zwergwüchsigen Wollhaarmammuts gefunden worden, das ausgewachsen nur ca. 1,8 m groß war (Mammuts des sibirischen Festlandes erreichten eine Größe von 3,0 bis 3,5 m).Adrian Lister, Paul Bahn: Mammuts – Die Riesen der Eiszeit. Thorbecke, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-9050-1, S. 34–35.

Inselgigantismus ist im Wesentlichen die Folge des Fehlens von Nahrungskonkurrenten und Fressfeinden bei üppigem Nahrungsangebot, sodass die Individuen einer Art ungestört von Generation zu Generation immer größer werden können. Die Insel Neuseeland beherbergte einst, bis zu ihrer Ausrottung durch die Māori, die Moas, die größten Laufvögel der Erde, die über 3 m groß werden konnten. Weitere Beispiele für Inselgigantismus sind der Komodowaran, ein Schuppenkriechtier mit mehr als 2 m Länge, das auf den Kleinen Sundainseln lebt und die Riesenschildkröten auf den Seychellen und den Galapagosinseln.

Werden Vögel, die normalerweise keine langen Strecken fliegen, auf relativ entlegene Inseln ohne Nahrungskonkurrenten und Fressfeinde verschlagen, verlieren sie oft binnen weniger Generationen ihre Flugfähigkeit. Ein prominentes Beispiel für flugunfähige Vögel auf Inseln ist der Dodo, der bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts auf Mauritius lebte. Ausgewachsene Individuen des Dodo wogen über 20 Kilogramm. Eingeschleppte Ratten, verwilderte Haustiere und die intensive Jagd auf die „plumpen“ Vögel führten schließlich zum Aussterben der Art. Weitere Beispiele sind die Kiwis auf Neuseeland und der Stummelkormoran auf Galapagos. Aber Inseln, vor allem die weniger entlegenen, sind auch generell wichtige Rückzugsgebiete für viele Vogelarten. Um ungestört ihrem Brutgeschäft nachgehen zu können, legen die ausdauernderen Flieger unter ihnen Tausende von Kilometern zurück.