mini|hochkant=1.2|Kell am See, Luftaufnahme (2016)

Kell am See ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell an, die dort einen weiteren Verwaltungssitz hat. Kell am See ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Kell am See liegt im südwestlichen Teil des Hunsrücks zwischen dem Schwarzwälder und dem Osburger Hochwald in der Keller Mulde, an der oberen Ruwer und am Keller Stausee sowie am Naturschutzgebiet Keller Mulde mit Leh- und Rothbachtal, mit Laberg und Grammert.

Kell am See bezeichnet das Messtischblatt Nr. 6306 (früher Nr. 3494) der topografischen Karte im Maßstab 1:25.000.Deutsche Fotothek: Messtischblatt Nr. 3494: Kell, 1887landkartenarchiv.de: Messtischblatt Nr. 6306: Kell, 1939Karte Kell am See, Ausgabe 2019,

Gemeindegliederung Gemeindeteile von Kell am See sind Am Reichertsbruch, Farm, Fronhof, Mühlscheid und Wallerplatz.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Osburg, Reinsfeld, Grimburg, Wadern, Waldweiler, Mandern, Schillingen, Schöndorf und Holzerath.

Geschichte Der Ort wurde im Jahre 634 erstmals urkundlich im Grimo-Testament erwähnt und um das Jahr 1220 erscheint er im Liber annalium iurium, einem Verzeichnis der Güter und Rechte des Erzbistums Trier. Kell weist drei Kerne in der Siedlungsentwicklung auf. Diese befinden sich an der heutigen Kirchstraße, Trierer Straße und Bahnhofstraße. Der Kern an der Kirchstraße ist vermutlich der älteste.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kell innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Den Namensbestandteil „am See“ trägt die Gemeinde seit dem 24. März 1992.

Historische Bindungen und Beziehungen Die bisherige Zuordnung zu Gebiets- und Verwaltungsstrukturen stellt sich für die Gemeinde Kell am See wie folgt dar:Gesetzentwurf über den Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Kell am See und Saarburg, Landtagsdrucksache vom 15. März 2018, S. 164 f.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kell am See, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

Religion Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Die katholische Pfarrkirche trägt das Patrozinium von St. Bartholomäus. Überörtlich bekannt ist die Keller Weihnachtskrippe in der Kirche.

Politik mini|Rathaus Gemeinderat Der Ortsgemeinderat in Kell am See besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der Gemeinderatswahl 2009 hat eine Mehrheitswahl stattgefunden, da nicht mindestens zwei Wahlvorschlagslisten eingereicht wurden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU WGR Gesamt 2024 2 9 5 16 Sitze 2019 1 9 6 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 – 9 7 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 per Mehrheitswahl 16 Sitze 2004 5 11 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2004 Kell am See (Internet Archive) 1999 8 7 1 16 Sitze

Ortsbürgermeister Markus Lehnen (CDU) wurde im Juli 2004 Ortsbürgermeister von Kell am See. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 79,85 % in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 77,5 % gegen einen Mitbewerber durch und trat danach eine weitere fünfjährige Amtszeit an.

Lehnens Vorgänger Walter Rausch (SPD) hatte das Amt von 1989 bis 2004 ausgeübt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus (2020) Kulturdenkmäler In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz sind als Kulturdenkmäler ausgewiesen: Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus, klassizistischer Saalbau, errichtet 1839–1841 Bahnhofsgebäude der Hochwaldbahn, errichtet 1891 zwei Quereinhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert Gefallenendenkmal, Jugendstil­-Toranlage aus den 1920er-Jahren zwei Fronleichnam­skreuze und ein Friedhofskreuz Flurkapelle aus dem späten 19. Jahrhundert in der Gemarkung

Grünflächen und Naherholung

Regelmäßige Veranstaltungen Von 2004 bis 2013 fand jährlich im Frühjahr das Festival „Highway to Kell“ statt. Im Jahr 2022 wurde es als Open-Air-Festival wiederbelebt. An Wochenenden ist das Segelfluggelände Kell geöffnet. Der Luftsportverein bietet dann lokale Rundflüge über den Hochwald an. Am letzten Wochenende im August findet die traditionelle St. Bartholomäuskirmes statt, mit großem Krammarkt und Verbandsgemeinde-Tierschau.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Keller Stausee, Luftaufnahme (2016) mini|Blick vom Staudamm über den Keller See in östliche Richtung (2016) Unternehmen An der Hunsrückhöhenstraße liegt der Gewerbepark Hochwald.

Ansässige Unternehmen: Die KOMAGE Gellner Maschinenfabrik KG ist seit 1938 in Kell am See ansässig und größter Arbeitgeber der Gemeinde. Sie stellt Pulverpressensysteme und Automationsanlagen her. Sägewerk Franz Lang & Sohn

Tourismus 1969 begannen die Planungen für den Bau des Keller Stausee mit 14 Hektar Wasserfläche für Boots- und Angelsport mit landschaftsgärtnerisch gestaltetem Umfeld am Zusammenfluss von Kreidbach, Fronbach und Lehbach. Hintergrund war die Ankurbelung des Tourismus, vorangetrieben durch den 1967 gegründeten Verein „Erholungsgebiet Hochwald“. Der See bildet das touristische Zentrum des Ortes. 1979 wurde Kell am See staatlich anerkannter Luftkurort. Eine Etappe des Saar-Hunsrück-Steigs endet in Kell am See. Am See befinden sich auch ein Landal GreenPark, das Gestüt und Hotel-Restaurant Fronhof, das Restaurant Hau's am See, das Seehotel Kell sowie eine Minisoccer-Anlage mit Cafe/Bistro.

Bildung In Kell am See befinden sich ein Kindergarten sowie die Realschule plus Kell am See. Weiterhin betreibt der Landkreis seit 1989 die Jugendbildungswerkstatt Kell am See im ehemaligen Kreisjugendhaus. Das Haus steht Schulen, Vereinen, Verbänden und Kommunen für ihre Bildungs- und Freizeitarbeit zur Verfügung und wird über die Region hinaus von Institutionen regelmäßig belegt.

Verkehr mini|Ehemaliger Bahnhof am heutigen Ruwer-Hochwald-Radweg mini|Segelflugplatz Kell am See, Luftaufnahme (2016) Kell am See liegt an der Hunsrückhöhenstraße. Die 1889 eröffnete Hochwaldbahn (Trier–Türkismühle) hatte einen Bahnhof in Kell. Heute verläuft auf der ehemaligen Trasse der Ruwer-Hochwald-Radweg. Das Bahnhofsgebäude wurde zum Kulturzentrum umgestaltet. In Kell befindet sich seit 1969 das Segelfluggelände Kell.

Persönlichkeiten Johann Lang (1888–1961), Jurist, Anwalt (Präsident) des Deutschen Genossenschaftsverbands, ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz August Justen (1923–2024), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See,Verbandsgemeinde Saarburg-Kell: Ehrenbürger August Justen verstorben (Januar 2024) Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Manfred Lang (1930–2012), Unternehmer und Kommunalpolitiker; wurde u. a. ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, der Freiherr-vom-Stein-Plakette und der Dr.-Johann-Christian-Eberle-Medaille Dittmar Lauer (* 1937), Architekt und Heimatforscher Werner Angsten (* 1948), langjähriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See

Literatur Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 181–182.

Weblinks

Website der Ortsgemeinde Kell am See

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Trier-Saarburg Kategorie:Ort an der Ruwer Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung 634 Kategorie:Ortsname keltischer Herkunft Kategorie:Kurort in Rheinland-Pfalz