Pentagram ist eine 1971 in Alexandria gegründete Proto-Doom-Band. Der Gründer und Sänger der Band, Bobby Liebling, ist das einzig beständige Mitglied der Gruppe. Ihm wird von ehemaligen Mitgliedern eine destruktive Persönlichkeit zugesprochen, die einen kommerziellen Erfolg der Band mehrmals verhinderte.
Die Musik der Band ist wegweisend für den Stil. So wird Pentagram neben Trouble, Saint Vitus und Candlemass zu den bedeutendsten und einflussreichsten Doom-Metal-Interpreten der 1980er Jahre gerechnet. Häufig werden die drei amerikanischen Gruppen Pentagram, Saint Vitus und Trouble gemeinsam als Begründung für den Erfolg des Traditional Doom im Verlauf der 1980er-Jahre angeführt und als ursächlich für die Etablierung des Stils als eigenständiges Genre unter dem Begriff Doom Metal benannt. Trotz ihrer hohen Popularität, dem ihr zugeschriebenen Einfluss auf weitere Musikgruppen und das Musikgenre selbst, sowie ihrem Ansehen in der Metal-Szene blieb der kommerzielle Erfolg der Band gering.
Geschichte Die Geschichte von Pentagram wurde durch mehrere Bandauflösungen und Wechsel der neben Bobby Liebling beteiligten Musiker geprägt. Dabei ist die Historie der Band eng an persönliche Faktoren wie Lieblings Jahrzehnte währende Drogensucht und seinen als „selbstzerstörerisch“ und „schwierig“ geltenden Charakter geknüpft. Dass Liebling die der Band gegebenen Chancen auf Erfolg zunichtemachte, wurde als geradezu programmatisch für die Historie der Band von Beobachtern, Mitgliedern und Begleitern der Gruppe bewertet. Die Kontinuität der Bandaktivität und der Bestand einer Bandkonstellation blieb durch diese Faktoren unbeständig.
1971 bis 1976, Jahre der „klassischen“ Bandbesetzung Bobby Liebling und der Gitarrist Geof O’Keefe gründeten im Jahr 1971 die Band, die später als Pentagram populär werden sollte, in Alexandria. Gemeinsam bildeten die beiden Musiker das Kernduo der Gruppe, die in den ersten Jahren den Namen und ihre Mitmusiker mehrfach wechselte. Der Bandname variierte von Space Meat über Stonebunny zu Macabre. Den Namen Pentagram wählte die Band aufgrund Lieblings Interesse am Okkultismus und der Idee, die Musik solle mystisch und düster wirken. In der ersten stabilen Besetzung spielte O’Keefe Schlagzeug, da der vorherige Schlagzeuger Steve Martin seinem Empfinden nach nicht im Stande war hart genug zu spielen. Als Gitarrist brachte sich Vincent McAllister ein, der zuvor als Bassist agierte. Als Bassist zog die Band Greg Mayne, der bereits während der Zeit als Space Meat zur Band zählte, hinzu. Der Musikjournalist, Sachbuchautor und Genrechronist J. J. Anselmi nannte diese bis 1976 beständige Formation „für Pentagram-Puristen, […] das klassische Lineup“ der Gruppe. In dieser Besetzung erschien 1972, noch als Macabre Be Forewarned / Lazy Lady die erste Single der Band über Intermedia Productions. Nach ihrer Umbenennung in Pentagram folgten 1973 die Singles Hurricane / Earth Flight über Boffo Socko Records und Under My Thumb / When the Screams Come über Gemini Records. Alle drei Singles verblieben ohne größere Resonanz. Beide Label wurden von Frank „Skip“ Groff, später eine der zentralen Persönlichkeiten der Hardcore-Punk-Szene von Washington, D.C., für die Herausgabe der Singles initiiert.
Band-Manager Gordon Fletcher arrangierte 1975 ein erfolgloses Vorspielen der Gruppe vor Gene Simmons und Paul Stanley. Pentagram probte in Maynes Keller, wo das Vorspiel stattfinden sollte. Mayne und McAllister mussten dazu vom Beruf Hausmeister, zum Haus, in dem Mayne lebte, trampen und im Keller vorspielen. Die Musiker spielten müde und hinterließen keinen bleibenden Eindruck, als der Vermieter in das Vorspiel platzte und die Gruppe ermahnte, die Verstärker leise zu stellen. In dieser Zeit brachten sich Liebling und O’Keefe in das Projekt Bedemon von Randy Palmer ein, der selbst kurzfristig für Pentagram Gitarre spielte, die Band jedoch wegen Drogenproblemen vor gemeinsamer Veröffentlichung verließ. Diese Band probte und nahm einige Stücke auf, von welchen unter anderem Drive me to the Grave zu einem Klassiker des Repertoires von Pentagram wurde.
Fletcher forcierte ein Jahr später die Aufnahme einer Demoaufnahme für Columbia Records. Der Tontechniker und Musikproduzent Jay Krugman, der unter anderem mit Lou Reed und Blue Öyster Cult gearbeitet hatte, sollte die Aufnahme des Demos in einem New Yorker Tonstudio begleiten. Nachdem die Musiker den instrumentalen Teil von drei Stücken eingespielt hatten, nahm Liebling den Gesang eines ersten Stücks auf. Unzufrieden mit der Aufnahme wollte er das Stück erneut einsingen, während Krugman ihm versicherte, dass das Ergebnis ausreichend sei und in der Postproduktion noch verbessert würde. Im Dissens mit dem Produzenten beriet sich Liebling im Aufnahmeraum über offenem Mikrofon mit Fletcher und fragte diesen, warum Krugman „so ein Arschloch“ sei, woraufhin Krugman von jedweder Kooperation mit Pentagram Abstand nahm, obwohl die Gruppe musikalisch exakt dem entsprach, wonach er gesucht hatte: Eine Art „Straßen-Black Sabbath“, welche die perfekte Verbindung von dem Hard-Rock von Led Zeppelin mit dem sich ankündigenden Punkrock mit kultureller Sogkraft der Sex Pistols gewesen wäre. Mit dieser zweiten verpassten großen Chance zerbrach das Gefüge der Gruppe. Liebling wurde inhaftiert und die Pentagram-Musiker wollten eine Band ohne Liebling fortführen, während dieser die Namensrechte innehatte, aber ohne Musiker keine Band vorweisen konnte.
1978 bis 1994, Jahre der „populären“ Konstellation mini|links|Joe Hasselvander, hier während eines Auftritts mit Raven. Im Jahr 1978 wurde Liebling von dem Schlagzeuger Joe Hasselvander in die von ihm gegründete Band Sex II geholt, die von den Mitgliedern kurzerhand in Pentagram umbenannt wurde und das bestehende Material beider Bands vereinte. Retrospektiv nannte der Autor der Enzyklopädie The Guinness Who’s Who of Heavy Metal Colin Larkin in der zweiten Auflage des Bandes die Zusammenkunft von Hasselvander und Liebling den Kern der bekannten Pentagram. Neben Hasselvander und Liebling spielten diesmal der Bassist Martin Swaney und die Gitarristen Richard Kuehrt und Paul Trowbridge als Pentagram zusammen. Gemeinsam nahm diese neue Pentagram-Besetzung die via High Voltage Records, einem Kleinstlabel ohne Katalog und Renommees, erschienene Single Livin’ in a Ram’s Head/When the Screams Come auf, bevor die Band erneut scheiterte. Diesmal wurden „Sucht und persönliche Spannungen“ als Ursache für den Zerfall des Bandgefüges benannt.
Nach der Trennung von Pentagram schloss Hasselvander sich der neu entstandenen Band Death Row des Gitarristen Victor Griffin und des Bassisten Lee Abney an. Liebling wurde bald darauf als Sänger hinzugezogen und Abney von Swaney ersetzt. Als Death Row veröffentlichte die Band das Demo All Your Sins im Januar 1982. Dem Sachbuchautoren Garry Sharpe-Young folgend, änderte die Band „unter dem Druck der Fans“ ihren Namen erneut in Pentagram. Das Demo wurde daraufhin von der Band überarbeitet und als selbstbetiteltes Debüt 1985 über ein eigens initiiertes Label erneut veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt hatte Pentagram bereits ein zweites Studioalbum eingespielt, hielt eine Veröffentlichung von Day of the Reckoning jedoch noch zwei Jahre zurück, um den möglichen Erfolg des Debüts nicht zu schaden. Hasselvander verließ die Gruppe zugunsten der Band Raven während der Aufnahmen und wurde durch Stuart Rose als Schlagzeuger ausgetauscht. Lediglich für Burning Savior, eines der Stücke auf Day of the Reckoning, spielte er Schlagzeug. Die Auftritte hierzu, welche die Band landesweit absolvierte und die durch okkulte Atmosphäre und immense Lautstärke den aufkeimenden Erfolg bedingten, begleitete bereits Rose. Als Death Row, ebenso wie als Pentagram füllte die Band nach Jonathan Horsley vom Decibel Magazin „Clubs mit der Energie einer Show, die mitsamt dem Corpsepaint viel von Black Metal vorwegnahm.“ Dennoch blieb der erhoffte Erfolg aus.
mini|hochkant|Das Siegel des Baphomet wurde von Peaceville Records als Covermotiv für Relentless genutzt Nachdem Napalm Records das zweite Album 1987 veröffentlicht hatte und die Band weitere Auftritte absolviert hatte, zerschlug es sie im Sommer 1988 erneut. Ein kurzer Versuch der Reformation im folgenden Jahr scheiterte und einige der Mitglieder wandten sich anderen Projekten zu, wie Griffin, der Pistonhead mit Scott Weinrich gründete.
Im Jahr 1993, 14 Jahre nach der Erstveröffentlichung, erschien das Debüt der Band über Peaceville Records unter dem Titel Relentless, aber mit einer eigenmächtig veränderten Gestaltung, erneut. Das Label kontaktierte Liebling mit dem Interesse, beide Alben herauszugeben, was zu einem Vertrag und einer Reunion der Band 1994 in der nach Aleksey Evdokimov „bekanntesten“ Besetzung, bestehend aus Liebling, Griffin, Hasselvander und Swaney, führte. Diesmal hielt die Gruppe zwei Jahre und nahm ihr drittes Album Be Forewarned auf, das noch 1994 über Peaceville Records erschien. Hasselvander gab später an, dass das Label die Band, nicht nur mit der Neugestaltung des ursprünglich schwarzen Debütcovers durch ein Baphomet-Siegel, betrogen habe und sich fortlaufend an der Gruppe bereichere.
1996 bis 2002, produktive Jahre von Hasselvander und Liebling Allerdings arbeitete Liebling, kaum dass er die Trennung bekannt gegeben hatte, mit Hasselvander, dem Bassisten Ned Meloni und dem Gitarristen Greg Reider an neuem Material für Pentagram, woraus 1996 und 1997 zwar Demos, jedoch keine konstante Band entstanden. Anstelle eines neuen Albums oder einer Ausarbeitung des Demo-Materials veröffentlichte Pentagram 1998 die Kompilation früher Demoaufnahmen Human Hurricane aus den Jahren 1973 bis 1976. Derweil führten Hasselvander und Liebling Pentagram lose fort, als das italienische Label Black Widow an Liebling herantrat und der Band, bevorzugt in der Besetzung Hasselvander, Liebling, Griffin und Swaney, einen Vertrag anbot. Griffin und Swaney waren nach einer Krise der Band, die mit mehreren Todesfällen im Umfeld der Gruppe, finanziellen Schwierigkeiten und Suchtproblemen der Musiker zusammenhing, nicht zu einer Reunion bereit. Entsprechend entschlossen sich Liebling und Hasselvander, den Vertrag als Duo anzunehmen. Hasselvander spielte alle Instrumente für das so entstandene Album Review Your Choices ein. Hasselvander sah in dem Angebot eine letzte Chance für sich und Liebling, aus der Krise zu gelangen. Im kreativen Prozess erwies sich das Duo dabei als erfolgreich und schuf mit dem 2001, ebenfalls über Black Widow veröffentlichten, Sub-Basement noch ein Album unter den Bedingungen. Weniger erfolgreich erschien dabei der Versuch, die Bühnenpräsenz der Band zu erhalten. Das Duo zog einige Live-Musiker zu Auftritten hinzu, doch Liebling erwies sich als unzuverlässig. Während eines Festival-Auftritts in Washington musste die Band fast den gesamten Auftritt ohne den viel zu spät erscheinenden Liebling spielen. Hasselvander, der an diesem Tag als Gitarrist agierte, trat nach Liebling bei dessen Auftritt, zog sich an seinen Verstärker zurück, spielte den Auftritt bis zum Ende und verließ anschließend die Band. Hasselvander gab später an, dass Lieblings „Berge an Drogen“ und die fortwährende Missachtung seiner Leistung in der Band ihm zu viel wurden.
2004 bis 2008, Zäsur und Versuche der Reform mini|hochkant|Liebling mit Pentagram beim Hole in the Sky 2009