Die Fakir Hausgeräte GmbH ist ein Hersteller von Haushaltsgeräten mit Sitz in der baden-württembergischen Stadt Vaihingen an der Enz.

Unternehmensgeschichte Das Unternehmen wurde 1933 von Wilhelm Kicherer in Mühlacker gegründet. Der Unternehmensname Fakir entstand als Kofferwort bzw. Akronym aus den Begriffen „Familie Kicherer“. Ziel des Unternehmens war zunächst die Produktion von Maschinen und Apparaten zur Bodenreinigung. In den 1950er-Jahren erweiterte Fakir sein Portfolio um Elektroheizgeräte für den Haushalt. 1978 bezog das Unternehmen ein neues Werksgelände in Vaihingen an der Enz, das fortan als Hauptsitz sowie Standort für Entwicklung, Verwaltung und Kundendienst dient.

Ab 1985 übernahm das türkische Handelshaus Saruhan Holding den Import und Vertrieb der Marken Fakir und Nilco in der Türkei.Fakir Hausgeräte greift an: Frischer Wind und strategische Neuausrichtung im Vertrieb. In: Infoboard.de, 20. Mai 2026, abgerufen am 9. Juli 2026. Ab den späten 2000er-Jahren erwarb die Eigentümerfamilie Saruhan sukzessive die Geschäftsanteile am deutschen Unternehmen und übernahm es schließlich vollständig. Im Zuge der Neuaufstellung im Mutterkonzern wurden neben dem Stammsitz in Baden-Württemberg auch weitere Produktionsstandorte des Eigentümers im türkischen Çorlu in die Fertigungskette eingebunden.

Produkte Das Unternehmen vertreibt seine Geräte bundesweit im Fachhandel und hat weltweit 60 Vertretungen. Aktuell bietet Fakir Produkte aus den Bereichen Bodenreinigungs- und Bodenpflegegeräte, Heizgeräte,Vgl. u. a. Karin Berkemann: Architektur im Alltagstest: Der Fakir Hobby TE, in: moderneREGIONAL Oktober 2016 (https://www.moderne-regional.de/der-fakir-hobby/, anlässlich der im Auftrag der Straße der Moderne in Zusammenarbeit mit dem Dommuseum Mainz von Karin Berkemann kuratierten Ausstellung "Auf ewig. Moderne Kirchen im Bistum Mainz", Fotos: Marcel Schawe). Ventilation/Klimageräte, Dampfreinigen/Bügeln und Küchenkleingeräte an.

Brandkatastrophe von Kaprun Bei der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun 2 am 11. November 2000 mit 155 Todesopfern löste ein manipulierter, fahrlässig eingebauter Haushaltsheizlüfter der Modellreihe Fakir Hobby TLB (Produktion 1996 eingestellt) den Brand in der zur Bergstation fahrenden Zuggarnitur Kitzsteingams aus. Das Gerät war von Fakir ausschließlich für die Verwendung im Haushalt vorgesehen und laut Betriebsanleitung ausdrücklich nicht zum Betrieb in Fahrzeugen konzipiert.Freispruch für den Heizlüfter, sueddeutsche.de, 17. Mai 2010 Folglich durfte es weder in die Gletscherbahn eingebaut noch in ihr betrieben werden. Dennoch wurde es 1994 von einem österreichischen Unternehmen in den Hohlraum unter dem Steuerpult der talseitigen Fahrerkabinen dauerhaft installiert. Hierzu musste das Gerät allerdings baulich verändert werden, wodurch die Bauartprüfzeichen von VDE und GS erloschen. Das Gehäuse wurde zunächst auseinandergeschraubt und beide Drehschalter am Gerät so modifiziert, dass diese sich auch nach dem Einbau weiterhin verwenden ließen. Schließlich wurde das Gehäuse von hinten durch ein Metallblech hindurch wieder zusammengeschraubt und der Hohlraum mit Holzelementen und Glaswolle verschlossen bzw. abgedichtet. Zudem wurde das Netzkabel fest mit einer Art Stromschiene verbunden, so dass sich der Heizlüfter bei jedem Stationshalt automatisch einschaltete, da die Zuggarnitur selbst keine Netzspannung führte.

Die Sogwirkung des Fakir-Heizlüfters beförderte Schmutzpartikel und Fasern in das Gerät hinein, dessen Bauteile im Laufe etlicher Jahre zudem ständigen Temperaturunterschieden und Vibrationen ausgesetzt waren. Am Vormittag des 11. November 2000 tropfte durch undichte hydraulische Messleitungen am Fahrpult der Standseilbahn brennbares Hydrauliköl an die Heizspirale des Gerätes und entzündete nacheinander das Kunststoffgehäuse, das Steuerpult und schließlich die ganze Zuggarnitur mit fatalem Ausgang. Als die Gletscherbahnbetreiber Fakir im Januar 2004 (ursprünglich bei der Staatsanwaltschaft Salzburg,Ermittlungen gegen Fakir nach Kaprun-Urteil, oberpfalznetz.de, 24. Februar 2004 die den Fall aber an die Staatsanwaltschaft Heilbronn weiterleitete) auf Schadenersatz verklagten, gründete das Unternehmen 2005 die Fakir Hausgeräte GmbH, um im Zuge der drohenden Schadenersatzforderungen in Höhe von 16 Millionen Euro „das operative Geschäft mit Haftungsausschluss von der KG“ zu übertragen., vkz.de, Oktober 2008 Das Unternehmen Fakir wurde 2007 durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn vollständig entlastet und das Verfahren eingestellt. Durch die starke Rufschädigung geriet Fakir in wirtschaftliche Schwierigkeiten und das Unternehmen wurde infolgedessen an türkische Investoren verkauft.

Weblinks Website der Fakir Hausgeräte GmbH

Einzelnachweise

Kategorie:Haushaltsgerätehersteller Kategorie:Organisation (Vaihingen an der Enz) Kategorie:Unternehmensgründung 1933 Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Ludwigsburg)