mini|Kostüm aus The Dark Knight Rises Batman ( für „Fledermausmann“) ist eine von Bob Kane und Bill Finger erdachte Comicfigur, deren zivile Identität die des Milliardärs Bruce Wayne ist und die einen schwarzen, einer Fledermaus ähnelnden Anzug trägt. Batman erschien erstmals im Mai 1939 in dem US-amerikanischen Comicmagazin Detective Comics (Ausgabe 27).Titelbild von US-Detective Comics #27. Der herausgebende Verlag nannte sich später nach der Abkürzung dieser Serie in DC Comics um. Im September 2024 erhielt Batman als erster Superheld einen Stern auf dem berühmten „Walk of Fame“ in Hollywood.
Entstehung und Kontroverse um Urheberschaft mini|Vorläuferin des Batman in einer modekritischen Karikatur der Wochenschrift Fliegende Blätter, 1882 Die Figur Batman wurde 1939 von dem Autor Bill Finger (1914–1974) und dem Zeichner Bob Kane (1915–1998) geschaffen. Beide wurden vorrangig durch die Romanfiguren Zorro und D'Artagnan (von Die drei Musketiere) sowie die Comicfigur The Shadow beeinflusst. The Bat Whispers (1930), ein Kriminalfilm von Roland West, und der messerscharfe Verstand von Sherlock Holmes waren ebenso Vorbilder.Les Daniels: Bat-Man. The Complete History: The Life and Times of the Dark Knight. S. 16–49. London 1999, S. 19–28 (englisch). Finger veränderte vor dem ersten Erscheinen das ursprünglich steife Cape in ein wallendes und konzipierte Batman als zweite Identität von Bruce Wayne. Dessen Name geht auf den schottischen Freiheitskämpfer Robert the Bruce und den US-amerikanischen Nationalhelden Mad Anthony Wayne zurück.Bill Finger in Jim Sterankos History of Comics #1, 1970 (englisch).Matthias Lohre: Entscheidung am Bannockburn, P.M. History #3/2018, Hamburg 2018, S. 32–39, .
Lange Zeit galt Zeichner Bob Kane als alleiniger Schöpfer von Batman. Beeindruckt vom Erfolg des 1938 erschaffenen Superman und der Aussicht auf ein regelmäßiges, wöchentliches Einkommen, machte er 1939 Vincent Sullivan, dem Herausgeber des Verlages National Comics Publications, dem späteren DC Comics, den Vorschlag, eine weitere Superheldenfigur für die Reihe Detective Comics zu kreieren. Kanes erster Entwurf bestand aus „Bird-Man“, einem Blondschopf in blau-rotem Kostüm, mit Federn auf dem Rücken und mit Augenmaske. Dieser Entwurf erschien wenig ausgereift,Emanuel Brauer: 80 Jahre Batman – Schatten über Gotham und der eigenen Vergangenheit; in Comixene #131, Sommer 2019, S. 42. weshalb sich Kane an den Autor Bill Finger wandte, der bereits in Kanes Atelier angestellt war.
Fingers Leidenschaft für Pulp-Magazine, Schauerliteratur, Hardboiled-Romane und deutschen Expressionismus führten so erst zur Entwicklung von Batman, seiner Optik und Ästhetik, der Hintergrundgeschichte und Weltenzeichnung. In der 27. Ausgabe der Detective Comics vom 30. März 1939 (datiert auf Mai) feierte Batman sein Debüt mit der Geschichte The Case of the Chemical Syndicate (dt. „Der Fall des Chemie-Syndikats“). Allerdings verkaufte Bob Kane Figur und Geschichte als sein alleiniges Werk, ohne Bill Finger zu erwähnen.Emanuel Brauer: 80 Jahre Batman – Schatten über Gotham und der eigenen Vergangenheit; in Comixene #131, Sommer 2019, S. 43. Bill Finger, der dringend ein regelmäßiges Einkommen brauchte, es auf diese Weise bekam und zudem eine Tätigkeit als Ghostwriter gewohnt war, willigte ein. Er wurde in folgenden Jahren zum „kreativen Motor“ der Batman-Geschichten, arbeitete deren Universum aus, blieb aber in der Öffentlichkeit unbekannt.
mini|Bob Kane mit einer seiner Zeichnungen von Batman und Robin im Batmobil (1966) Im Februar 1940 debütierte die, trotz mehrerer Neustarts, bis heute laufende US-Serie Batman mit der #1. Ab 1941 erschienen weitere Batman-Geschichten in World’s Finest Comics. Gotham, als zentraler Handlungsort, wurde bereits 1808 in Washington Irvings Salmagundi als negativ konnotiertes Synonym für New York City verwendet.Lars Banhold: Batman – Konstruktion eines Helden (= yellow. Schriften zur Comicforschung #1), Ch. A. Bachmann Verlag, Bochum 2008, 4. Auflage 2009, ISBN 978-3-941030-02-2, S. 24. Finger benannte die zuvor namenlose Stadt 1941 jedoch nach einem Zufallsfund in einem New Yorker Telefonbuch, wo er auf „Gotham Jewelers“ stieß. Neben Batman, als Kreation des „Golden Age of Comic Books“, erschuf Finger auch zahlreiche, bis heute populäre Antagonisten, wie den Joker, den Riddler, Catwoman, Two-Face, den Pinguin oder Scarecrow. Bill Finger betreute Batman bis Ende der 1940er-Jahre. Schon zuvor war die Arbeit als Autor, aufgrund der steigenden Anzahl an Veröffentlichungen, kaum noch allein zu bewältigen, weswegen andere Autoren wie Jerry Robinson, George Roussos oder Sheldon Moldoff Kane und Finger unterstützten.
In den 1950er-Jahren sank die Popularität von Superheldencomics, die zunehmend als „Schundliteratur“ bezeichnet wurden und sich der Zensurpolitik der Comics Code Authority ausgesetzt sahen. Ab den 1960er-Jahren begannen sich Künstler und Comicfans zu vernetzen und erste Conventions, d. h. Comicmessen, entstanden. Dass der bis dato kaum bekannte Bill Finger 1965 bei einer Convention in New York von Jerry Bails, dem Veranstalter und „Father of Comic Book Fandom“ als Co-Autor von Batman vorgestellt wurde, sorgte für einen kleinen Skandal. Im Anschluss verfasste Bails den Brief „If the truth be known or a Finger in every plot“, den er im ganzen Land verbreitete und der zu einer Kontroverse führte, wobei er um die Anerkennung von Bill Finger kämpfte. Bis in die späten Achtziger bestritt Bob Kane, der seinen Ruhm nicht teilen wollte, jedoch die kreative Beteiligung von Bill Finger.
Zur gleichen Zeit erreichte Batman, vor allem durch die Realserie mit Adam West neue Popularität. Bob Kane, zu Wohlstand gelangt, zog sich aus dem aktiven Comicgeschäft zurück, während Bill Finger nach wie vor, inzwischen weniger erfolgreich, als Autor arbeitete.Emanuel Brauer: 80 Jahre Batman – Schatten über Gotham und der eigenen Vergangenheit; in Comixene #131, Sommer 2019, S. 44. Zusammen mit Charles Sinclair schrieb Finger 1966 das Drehbuch der Folgen 11 und 12 der Realserie. Da er im Vorspann erstmals als Autor seiner eigenen, 27 Jahre zuvor erschaffenen Kreation genannt wurde, soll Finger in Tränen ausgebrochen sein, wie Sinclair im Interview für die Dokumentation Batman & Bill von Don Argott bestätigte.
Bill Finger verstarb am 18. Januar 1974, mittellos in seiner Ein-Zimmer-Wohnung in New York, bei laufendem Fernseher. Die Beliebtheit Batmans steigerte sich weiter, auch durch neue Comicinterpretationen in den Achtzigern. Bei Tim Burtons Verfilmung von 1989 bestand Kane, in beratender Funktion, nach wie vor darauf, im Vorspann als alleiniger Urheber von Batman genannt zu werden. Dennoch äußerte sich Kane ebenfalls 1989, Finger sei eine „beitragende Kraft“ gewesen. Dass Finger ein „unbesungener Held“ gewesen sei, der „nie den Ruhm und die Anerkennung erhielt, die er verdient hätte“.
Ab 2000 wandelte sich das Bild. Grant Morrison, bekannt durch seine vielgelobte Graphic-Novel Arkham Asylum, betreute bei DC mittlerweile die reguläre Batman-Reihe. Demonstrativ widmete er jede von sich verfasste Batmangeschichte Bill Finger. Autor Marc Tyler Nobleman recherchierte näher die Entstehungsgeschichte der Comicfigur und entsprechende Hintergründe. Es sei seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis, dass Kane Batman nicht alleine erschuf, sondern ein wesentlicher Einfluss von Finger stammte, auf den alle signifikanten Merkmale zurückzuführen seien. Sein 2012 erschienenes Buch Bill the Boy Wonder: The Secret Co-Creator of Batman heizte die Diskussion erneut an.Emanuel Brauer: 80 Jahre Batman – Schatten über Gotham und der eigenen Vergangenheit; in Comixene #131, Sommer 2019, S. 45. Athena Finger, die Enkelin Bill Fingers, ermutigte er zudem, gegenüber DC und Warner die Anerkennung ihres Großvaters zu erstreiten. Drei Jahre hielt Nobleman Vorträge, denen DC beschwichtigend begegnete, bis der Verlag im September 2015 verkündete, dass fortan bei jeder Batman-Veröffentlichung auch Bill Finger namentlich als Co-Autor zu nennen sei.
Bereits einen Monat später, in der dritten Ausgabe der Heftreihe Batman & Robin Eternal vom Oktober 2015, wurde Finger als Co-Creator genannt, 76 Jahre nach dem ersten Auftritt Batmans und 41 Jahre nach Fingers Tod. Im Jahr darauf folgte bei Batman v Superman: Dawn of Justice die erste Erwähnung Fingers auf der Kinoleinwand, womit, so Emanuel Brauer in der Comixene, eine Tragik und „historisch gewachsene Ungerechtigkeit“ endlich ihr Ende gefunden habe.
Bruce Wayne als Batman Hinter Batman verbirgt sich der Milliardär Bruce Wayne. Als Kind musste er nach einem Theaterbesuch mit ansehen, wie ein Straßenräuber seine Eltern, Thomas und Martha Wayne, in einer dunklen Gasse erschießt.In Batman Begins (2005) und ab dem Neustart des DC-Universums (2011, siehe US-Batman (Vol. 2) #4) war Joe Chill der Mörder von Bruce Waynes Eltern. Nach einer großzügigen Spende „übersieht“ das zuständige Sozialamt die Waise. Bruce wird daher von Alfred Pennyworth, dem Butler der Familie, aufgezogen. Er legt einen Schwur am Grab seiner Eltern ab, seine Heimatstadt Gotham City vom Verbrechen zu befreien. Dafür trainiert er bei den besten Kampfkünstlern weltweit und studiert Kriminalistik, Chemie, Mathematik, Physik und Technik.
Er gibt sich den Namen Batman, als er, auf der Suche nach einem Symbol, das den Ganoven Angst einjagen soll, eine Fledermaus sieht, die sich in seine Villa verirrt hat, und entwirft ein entsprechendes Kostüm. Wayne ist der Ansicht, dass Kriminelle von Natur aus ein „feiges und abergläubisches Pack“ seien und seine Verkleidung sie daher zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen würde. Als Motivation dient Bruce Wayne der Antrieb, der weltbeste Kriminalist, Nahkämpfer und Athlet seiner Zeit zu werden, um diese Fertigkeiten im Kampf gegen das Verbrechen einzusetzen. Im wahren Leben gibt sich Bruce Wayne als stinkreicher Schnösel (der daher auch unter den Fictional 15 geführt wird) und Frauenheld aus, was jedoch nur als Fassade dient, um seine Geheimidentität zu verbergen.
Batman ist kein Superheld im engeren Sinne, wie etwa Superman, da er über keinerlei Superkräfte verfügt. Seine Überlegenheit basiert auf Intelligenz, Willenskraft, hartem Training, seinen technischen Hilfsmitteln und der enormen Finanzkraft aus seinem Familienvermögen (er besitzt den Weltkonzern Wayne Enterprises).
Von Anfang an hatte sich Batman vorgenommen, wenn nötig, auch mit äußerster Gewalt gegen das Verbrechen vorzugehen; doch zwei eiserne Regeln hatte er sich gesetzt: Er würde niemals einen anderen Menschen töten (wenn es sich vermeiden ließe) und er würde, traumatisiert durch die Ermordung seiner Eltern, niemals eine Schusswaffe benutzen (in den Comics seit 1940), da ihn das einerseits auf eine Stufe mit den Verbrechern, die er jagt, setzen würde,Peter Coogan: Superhero. The Secret Origin of a Genre. USA 2006, S. 112 (englisch). und andererseits die Produzenten der Comics befürchteten, dass jugendliche Leser Batman nachahmen könnten.
Die Öffentlichkeit von Gotham City steht Batman gespalten gegenüber. Manche sehen in ihm den Retter und Helden, andere kritisieren ihn als gesetzlosen Rächer (Vigilant) mit fragwürdigen Methoden. So befragt er teils Verdächtige unter (scheinbar) lebensbedrohlichen Umständen, indem er sie z. B. über einem Abgrund baumeln lässt. Eine andere genutzte Geheimidentität ist die als Matches Malone, mit der Batman nach dem Tod des echten Matches Malone in den Kreisen der Unterwelt ermittelt, um nicht als Batman erkannt zu werden.
Mit Superman verbindet Batman seit geraumer Zeit eine Art Freundschaft. Sie vertrauen einander so weit, dass sie sich ihre jeweiligen Geheimidentitäten offenbart haben. Außerdem hat Superman seinem Heldenkollegen einen Ring aus Kryptonit anvertraut, der die einzige Waffe gegen ihn selbst sein könnte, falls Superman einmal zu einer Gefahr werden sollte.