mini|Größenvergleich Laserdisc mit DVD Die Laserdisc (LD), auch Laservisiondisc genannt, ist ein optisches Speichermedium für Videos im Heimgebrauch. Wegen ihrer hohen Qualität wurden LDs auch im professionellen Bereich eingesetzt. Die Abtastung erfolgt berührungslos durch einen Laser. Im Gegensatz zu Tonbändern, Schallplatten, Videobändern und anderen Bildplatten-Techniken gibt es daher mechanisch keine Abnutzung. Das Videosignal wurde im Gegensatz zur Video-CD und DVD analog aufgezeichnet. Dasselbe galt in der Anfangszeit der Laserdisc auch für das Audiosignal, 1987 wurde jedoch neben der analogen Stereo-Audiospur eine digitale eingeführt. Es wurde auch mit digitalen Tonspuren wie zum Beispiel Dolby Digital 5.1 oder DTS experimentiert. Kapitel und Features konnten wie bei der DVD direkt angewählt werden. Mit 30 cm Durchmesser hatte die Laserdisc eine im Vergleich zu anderen optischen Medien durchaus beachtliche Größe. Dieser Durchmesser ist identisch mit dem einer Langspielplatte. Um die Jahrtausendwende wurde sie von der kleineren, kompakteren und handlicheren DVD nahezu völlig verdrängt und hat heute nur noch in Sammlerkreisen Bedeutung.

Geschichte der Laserdisc DiscoVision Das erste System, welches einen Laserstrahl zum Abtasten von Bildinformationen nutzte, wurde von MCA im Jahre 1971 entwickelt und 1972 unter dem Namen DiscoVision der Öffentlichkeit präsentiert. Es gelangte allerdings erst im Jahre 1978 zur Marktreife und wurde im amerikanischen Markt eingeführt.

Aufgrund von Produktionsfehlern bei der Reflexionsschicht der Bildplatten, die zu einem raschen Auftreten von „laser rot“ führten (engl. „rot“ = „Fäulnis“), wurden von MCA und Sony umfangreiche Rückrufaktionen durchgeführt. Noch heute erhaltene doppelseitige DiscoVision-Bildplatten sind daher in der Regel von „laser rot“ befallen und nur mit Bildstörungen oder gar nicht mehr abspielbar. Sie gelten daher eher als Sammlerstücke. Einseitige DiscoVision-Bildplatten sind nicht betroffen.

LaserVision Parallel wurde von Philips ein System entwickelt und unter dem Namen LaserVision veröffentlicht, das in Europa und den USA angeboten wurde. Die ersten LaserVision-Player wurden am 26. Mai 1982 in den Handel gebracht. In Deutschland wurde das System mit weiterentwickelten Abspielgeräten einige Zeit später eingeführt.

Mit einem Helium-Neon-Laser wurden die analog abgespeicherten, unkomprimiert vorliegenden Bild- und Toninformationen abgetastet, wobei die Toninformationen in HiFi-Stereoton vorlagen und von den Bildinformationen getrennt gespeichert waren.

Während sich das Format in Europa im privaten Markt nicht durchsetzen konnte, war es wegen seiner hohen Qualität in 2 % (1998) der US-Haushalte und 10 % (1999) der Haushalte in Japan anzutreffen. Die LD war das erste Medium mit exklusiven Spezialeditionen, die Extras wie Audiokommentare, Trailer und Hintergrundberichte beinhalteten. Oft wurden die Filmemacher für die LD-Editionen befragt oder fertigten neue Transfers an. Diese Basis etablierte eine Industrie, die heute der Blu-ray und der DVD zu ihren Erfolgen verhilft. LaserVision interaktiv Anders als im privaten Bereich entwickelte sich die Bildplatte für kommerzielle Anwendungen. Grundlage dieser Entwicklung waren interaktive Steuerungen (z. B. Teleselect, ILDIS), die die Möglichkeiten des Einzelbildzugriffs in Verbindung mit einem Computer oder einer Datenbank nutzten. Pilotprojekte waren die „Berufsbilder“ der Bundesanstalt für Arbeit und „Der Landkreis Celle“. Ein weiterer Einsatzbereich war die Aus- und Weiterbildung. Die Bedeutung solcher Projekte lag vor allem darin, dass damit zukünftige Anwendungen im Bereich der Breitbandkommunikation vorweggenommen und erprobt werden konnten. Am deutlichsten wurde dies im Projekt MEDKOM, wo ein Bildplattenwechsler als zentrales Speichermedium eingesetzt wurde.

LaserDisc Pioneer entwickelte das LaserVision-System weiter und stellte 1986 das Nachfolgesystem LaserDisc vor, welches im NTSC-Format zusätzlich zu den beiden analogen zwei digitale Tonspuren mit 44,1 kHz enthielt. Im PAL-System fielen die analogen Spuren zugunsten der digitalen weg; für alle vier war hier keine Bandbreite vorhanden.mini|Inoffizielles Laserdisc-Logo, nur von der Firma Pioneer auf ihren Geräten und LD-Publikationen benutzt

Im Jahr 1992 wurde „Dolby Digital Surround“ mit 5.1 oder 6.1 EX beim LaserDisc-System eingeführt. Dabei lagen die Toninformationen auf einer der beiden normalerweise analog genutzten Tonspuren als moduliertes HF-Signal vor, das mithilfe eines in aller Regel externen Demodulators in ein Basisband-Signal umgewandelt werden musste, bevor es via S/PDIF an den Verstärker weitergeleitet werden konnte. Einige meist hochpreisige AV-Receiver hatten den Demodulator seinerzeit noch integriert und boten entsprechend einen RF-AC3-Eingang an, etwa der Denon AVC-3800: Entgegen der oft – selbst in Fachliteratur – irreführenden Ausführungen ist das frequenzmodulierte HF-Signal sowohl auf der LaserDisc in seiner Natur digital, wenn auch am RF-Ausgang als moduliertes Breitband-Signal vorliegend. Wäre dies nicht der Fall, wäre eine verlustfreie Rekonstruktion der AC3-Frames nicht möglich.

„Dolby Digital Surround“ war aufgrund der benötigten „analogen“ Tonspur nur bei Bildplatten möglich, die im NTSC-Format aufgezeichnet waren. Die zweite „analoge“ Tonspur enthielt oft eine spanische oder französische Sprachfassung in Mono oder einen Kommentar des Regisseurs.mini|LD+CD-Kombiplayer mit eingelegter LD (Pioneer CLD-D925, 1998)Im Jahr 1995 wurde auf der digitalen Tonspur „dts Digital Surround“ eingeführt. LaserDiscs und CDs erlauben eine Datenrate von 1235 kbit/s, DVDs eine Datenrate von 754,5 oder 1509,75 kbit/s. Der „dts Digital Surround“-Ton ist sowohl bei LaserDiscs im PAL- als auch bei NTSC-Format verfügbar. Technische Voraussetzung für das Nutzen von DTS-Ton ist ein digitaler Tonausgang am Abspielgerät. Da der Ton von DTS-LaserDiscs in PAL nur mit einem DTS-Dekoder abgehört werden konnte und DTS noch nicht weit verbreitet war, sind LDs mit DTS in PAL selten. Bei solchen in NTSC wurde daher meist zusätzlich eine Abmischung in Dolby Surround auf den analogen Spuren untergebracht.

Im Jahr 1996 wurde mit dem Film „Mikrokosmos“ als Kodierungsverfahren PALplus eingeführt.

In den späten 1990er Jahren brachte Pioneer einige LD-/VCD-/CD-/DVD-Player auf dem Markt. Es waren die einzigen Player, die DVDs und LaserDiscs gleichermaßen abspielen konnten. Das letzte Modell, das in Deutschland angeboten wurde, war der Pioneer DVL-919E. Der Preis lag damals bei rund 2800 DM.

Technik Im Gegensatz zur Video-CD (VCD) oder DVD wird das Videobild auf der LD analog gespeichert. Beim Mastering wird das Videosignal moduliert und an den Nulldurchgängen des Signals abwechselnd als „Vertiefung“ und „Nicht-Vertiefung“ gepresst. In einem LD-Spieler folgt ein PLL-Synthesizer diesen Vertiefungen und regeneriert daraus das ursprüngliche Signal. Fehlererkennung und -korrektur sind prinzipbedingt nicht möglich.

Die Bildqualität wird trotz der Beschränkungen durch das PAL- beziehungsweise NTSC-Farbsystem als ausgezeichnet beurteilt. LDs gibt es in den drei Größen 30 cm (LP), 20 cm (EP) und 12 cm. Die beiden großen Formate können beidseitig bespielt sein.mini|30-cm-Laserdiscmini|12-cm-Laserdisc, auch CD-Video genannt (nicht Video-CD)

Für Aufzeichnung gibt es unterschiedliche Prinzipien zur Steuerung der Umdrehungsgeschwindigkeit: CAV oder CLV. CAV (Constant Angular Velocity) erlaubt Zeitlupe und Standbild in optimaler Qualität, die Spielzeit ist jedoch auf 30 min (NTSC) oder 36 min (PAL) je Seite beschränkt. CAV Disks rotieren immer mit 1500/min (PAL) oder 1800/min (NTSC). Um Spielfilme auf dem beidseitig abspielbaren Medium unterzubringen, wurde das CLV-Verfahren entwickelt. CLV (Constant Linear Velocity oder auch Extended Play genannt) erlaubt bei gleicher Qualität 60 min (NTSC) oder 64 min (PAL) pro Seite. Hier rotieren die Disks zunächst auch sehr schnell, werden aber im Laufe des Films langsamer, da, wenn der Lesekopf zum äußeren Durchmesser hin gewandert ist, bis zu drei Bilder pro Umdrehung gespeichert sind. Bei CLV sind Zeitlupe und Zeitraffer nur bei Playern mit „digital frame store“ (wie beispielsweise beim Pioneer DVL-909 oder -919) möglich.

Die 12-cm-Version wird häufig als CD-Video bezeichnet, hat aber nichts mit dem DVD-Vorläufer Video-CD zu tun. Es können 6 min Bild und Ton und weitere 20 min nur Ton aufgezeichnet werden. Ein zusätzlicher Nur-Ton-Anteil kann von jedem CD-Spieler wiedergegeben werden. Die reguläre Videospur ist jedoch völlig inkompatibel zu CD- oder DVD-Formaten und kann von entsprechenden Laufwerken nicht gelesen werden.

Audioverfahren auf der Laserdisc In Deutschland wurden bis 1985 nur Laserdiscs mit analogem Ton veröffentlicht. Sie verfügten über zwei Tonspuren für die Wiedergabe in Stereo oder Zweikanalton sowie – bei entsprechender Kodierung des Tonsignals – in Dolby Surround Pro Logic.

1986 kamen die ersten Platten mit digitalem Ton (16-bit, 44,1 kHz – entsprechend der Audio-CD) auf den Markt. Dabei handelte es sich um zwei zusätzliche Tonspuren für Stereo- oder Dolby Surround Pro Logic-Wiedergabe, die im Fall von PAL-LaserDiscs die analogen Tonspuren ersetzten, im Fall von NTSC-LaserDiscs aber parallel zu den beiden Analogtonspuren angeordnet wurden. Jede NTSC-LaserDisc mit digitalem Ton enthält also gleichzeitig auch die analogen Tonspuren. Die meisten Player erlaubten es dem Benutzer, jederzeit im Film zwischen analogem und digitalem Ton umzuschalten – wichtig für Laserdiscs, die z. B. den eigentlichen Filmton auf den beiden Digitalspuren hatten, während als Bonusmaterial Kommentare des Regisseurs zu den einzelnen Szenen auf die Analogtonspuren abgelegt wurden; darüber hinaus waren die Analogspuren eher komprimiert abgemischt, während die Digitalspuren bewusst mit maximaler Dynamik aufgenommen wurden – hier konnte man also nach persönlichem Geschmack auswählen. Auch zweisprachige Versionen von Laserdiscs waren damit theoretisch möglich, allerdings wurde von dieser Möglichkeit so gut wie nie Gebrauch gemacht. Unter Benutzung aller vier Tonspuren (zwei analoge, zwei digitale) wären sogar drei- oder viersprachige LaserDiscs möglich gewesen, in diesem Fall allerdings nur mit Ton in mono, bzw. einmal stereo und zweimal mono im Fall einer dreisprachigen LD.