Mit Weltfriedenstag, Tag des Friedens oder Antikriegstag werden Gedenktage bezeichnet, die auf den Weltfrieden Bezug nehmen. Die römisch-katholische Kirche feiert am 1. Januar den Weltfriedenstag. In Deutschland wird am 1. September der Antikriegstag begangen. Die Vereinten Nationen (UNO) rufen zum 21. September den Internationalen Tag des Friedens aus.
1. September (Antikriegstag) mini|hochkant|Nie wieder Krieg, Plakat für den Mitteldeutschen Jugendtag 1924, Kreide- und Pinsellithographie (Umdruck) von Käthe Kollwitz
Hintergrund Nach der Novemberrevolution 1918/19 in Deutschland riefen die beiden damaligen bedeutendsten pazifistischen Friedensorganisationen, die von Bertha von Suttner mitgegründete Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) und der Bund Neues Vaterland (BNV), unter der Parole „Nie wieder Krieg“ eine Kampagne ins Leben, deren Ziel es war, die persönlichen Erinnerungen an die Kriegsgräuel durch alljährliche Massenkundgebungen am 1. August, dem Tag des Beginns des Ersten Weltkriegs, wachzuhalten und die Menschen für die Durchsetzung einer dauerhaften Friedenspolitik zu aktivieren.Der 1. August als Antikriegstag, abgerufen am 8. August 2019. Die Idee für einen Antikriegstag war bereits 1845 in England aufgekommen.
Der Antikriegstag nach Ende des Zweiten Weltkrieges Erstmals wurde in der Sowjetischen Besatzungszone am 1. September 1946 ein „Weltfriedenstag der Jugend“ begangen.Neues Deutschland, 25. August 1946. Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der 1. September als „Tag des Friedens“ bzw. als „Weltfriedenstag“ bezeichnet, an dem die Öffentlichkeit in Versammlungen und Kundgebungen zum Eintreten für den Weltfrieden aufgerufen wurde.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Die westdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief.
Die „Antimilitaristische Aktion 1957“ war ein Zusammenschluss von der sozialistischen Jugend Die Falken, der Naturfreundejugend, der Jugend des Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität und der Gruppe der Wehrdienstgegner. Nach Einführung der Wehrpflicht im Juli 1956 und den ersten Rekrutierungen von Soldaten im April 1957 hatten sich diese vier Jugendorganisationen verbündet, um vereint gegen die Wehrpflicht und die militaristischen Bestrebungen in der Bundesrepublik zu kämpfen.Verdi: 1. September: Antikriegstag, abgerufen am 8. August 2019. Die in dem verdi-Artikel erwähnte „Gruppe der Wehrdienstverweigerer e. V.“ hieß tatsächlich Gruppe der Wehrdienstgegner (GdW) und war eine Vorläuferorganisation des Verbands der Kriegsdienstverweigerer.
Auf dem Bundeskongress des DGB 1966 wurde ein Antrag angenommen,
Der Antikriegstag im wiedervereinigten Deutschland Auch nach Ende des Kalten Krieges gibt es jährlich anlässlich des Antikriegstages am 1. September Veranstaltungen, um der Opfer aller Kriege zu gedenken und daran zu erinnern, dass es in vielen Ländern dieser Welt auch heute Krieg gibt.nordkurier: Antikriegstag und viele gehen hin …, abgerufen am 8. August 2019.Gedenkhalle Oberhausen: Veranstaltung zum 1. September, abgerufen am 8. August 2019.
Das Jahr 2014 war für die Antikriegs- und Friedensbewegung ein Jahr von besonderer historischer Bedeutung: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. Der politische Freizeitverband NaturFreunde Deutschlands sieht hierbei eine schleichende Remilitarisierung der Außenpolitik:
Zum 1. September 2019 jährte sich der Überfall auf Polen zum 80. Mal. Forderungen zum Antikriegstag waren damals: Verdi: Forderungen zum Antikriegstag 2019, abgerufen am 8. August 2019.
Abrüstung statt Aufrüstung, keine Erhöhung der Militärausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung ernsthafte Bemühungen um Entspannung mit Russland die Rücknahme des Beschlusses zur Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen; keine Drohneneinsätze weltweit den Abzug der in Büchel stationierten US-Atombomben und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO keine Wiedereinführung der Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste eine Politik, die nicht auf die Lösung von Problemen durch das Militär setzt
1. Januar (katholischer Weltfriedenstag) mini|Der Petersdom in Rom Seit 1968 begeht weltweit die katholische Kirche einen „Weltfriedenstag“. Dies ist der 1. Januar, das Hochfest der Gottesmutter. Die Feier ist jährlich mit einer vorab veröffentlichten Weltfriedensbotschaft des Papstes verbunden, die ein konkretes Thema näher erörtert.Weltfriedenstage Botschaften zum Weltfriedenstag unter Papst Johannes Paul II., abgerufen am 8. August 2019.Weltfriedenstage Botschaften zum Weltfriedenstag unter Papst Benedikt XVI., abgerufen am 8. August 2019.Weltfriedenstage Botschaften zum Weltfriedenstag unter Papst Franziskus, abgerufen am 8. August 2019. Der Weltfriedenstag wird aber mancherorts, so in deutschen Gemeinden, flexibel innerhalb der ersten Wochen des Jahres begangen.
Dieser Gedenktag entstand, als sich Papst Paul VI. – nach seinem Besuch bei den Vereinten Nationen New York am 4. Oktober 1965 Ansprache an die Vereinten Nationen (4. Oktober 1965), abrufbar in italienischer Sprache und der darauf bezogenen Enzyklika Christi matri rosarii vom 15. September 1966 – am 8. Dezember 1967 angesichts der weltweiten Spannungen erneut mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden in aller Welt wandte und den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärte. Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 1968, (4. Oktober 1965), abrufbar in englischer Sprache
In der Folge wurde das Fest der Gottesmutterschaft Marias vom 11. Oktober auf den 1. Januar verlegt. Bereits 1963 hatte sich Papst Johannes XXIII. anlässlich der Kuba-Krise mit seiner letzten Enzyklika zum Frieden auf Erden an alle Menschen guten Willens in der ganzen Welt gewandt (vgl. Pacem in terris).. Bis heute gibt der amtierende Papst alljährlich Botschaften heraus, in denen aktuelle Gerechtigkeitskonflikte (neben Krieg und Vertreibung auch Umweltzerstörung) Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 1990 (8. Dezember 1989), englische Textversion diskutiert werden, häufig mit Blick auf konkrete Geschehnisse der Gegenwart.
Chronik der Botschaften zum Weltfriedenstag Papst Paul VI. 1) 1968: 1. Januar: Weltfriedenstag 2) 1969: Menschenrechte, der Weg zum Frieden 3) 1970: Erziehung zum Frieden durch Versöhnung 4) 1971: Jeder Mensch ist mein Bruder 5) 1972: Willst du den Frieden, so arbeite für die Gerechtigkeit 6) 1973: Der Friede ist möglich 7) 1974: Der Friede hängt auch von Dir ab! 8) 1975: Versöhnung, der Weg zum Frieden 9) 1976: Die echten Waffen des Friedens 10) 1977: Wenn du den Frieden willst, verteidige das Leben 11) 1978: Nein zur Gewalt, Ja zum Frieden
Papst Johannes Paul II. 12) 1979: Um zum Frieden zu gelangen zum Frieden erziehen 13) 1980: Die Wahrheit, Kraft des Friedens 14) 1981: Um dem Frieden zu dienen, achte die Freiheit 15) 1982: Frieden: Gottes Geschenk, den Menschen anvertraut 16) 1983: Der Dialog für den Frieden: Eine Forderung an unsere Zeit 17) 1984: Der Friede entspringt einem neuen Herzen 18) 1985: Frieden und Jugend, zusammen unterwegs 19) 1986: Der Friede, Wert ohne Grenzen Nord-Süd, Ost-West: Ein einziger Friede 20) 1987: Entwicklung und Solidarität: Zwei Schlüssel zum Frieden 21) 1988: Religionsfreiheit, Bedingung für friedliches Zusammenleben 22) 1989: Um Frieden zu schaffen, Minderheiten achten 23) 1990: Friede mit Gott dem Schöpfer, Friede mit der ganzen Schöpfung 24) 1991: Wenn du den Frieden willst, achte das Gewissen jedes Menschen 25) 1992: Die Gläubigen vereint im Aufbau des Friedens 26) 1993: Willst du den Frieden, komm den Armen entgegen 27) 1994: Aus der Familie erwächst der Friede für die Menschheitsfamilie 28) 1995: Die Frau: Erzieherin zum Frieden 29) 1996: Bereiten wir den Kindern eine friedliche Zukunft! 30) 1997: Biete die Vergebung an, empfange den Friedenhttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_08121996_xxx-world-day-for-peace_ge.html 31) 1998: Aus der Gerechtigkeit des einzelnen erwächst der Frieden für allehttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_08121997_xxxi-world-day-for-peace_ge.html 32) 1999: In der Achtung der Menschenrechte liegt das Geheimnis des wahren Friedenshttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_14121998_xxxii-world-day-for-peace_ge.html 33) 2000: „Friede auf Erden den Menschen, die Gott liebt“https://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_08121999_xxxiii-world-day-for-peace_ge.html 34) 2001: Dialog zwischen den Kulturen für eine Zivilisation der Liebe und des Friedenshttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_20001208_xxxiv-world-day-for-peace_ge.html 35) 2002: Kein Friede ohne Gerechtigkeit, keine Gerechtigkeit ohne Vergebunghttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_20011211_xxxv-world-day-for-peace_ge.html 36) 2003: Pacem in terris: Eine bleibende Aufgabehttps://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_20021217_xxxvi-world-day-for-peace_ge.html 37) 2004: Eine stets aktuelle Aufgabe: Zum Frieden erziehen.https://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_20031216_xxxvii-world-day-for-peace_ge.html 38) 2005: Lass Dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.https://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/messages/peace/documents/hf_jp-ii_mes_20041216_xxxviii-world-day-for-peace_ge.html
Papst Benedikt XVI. 39) 2006: In der Wahrheit liegt der Friedehttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20051213_xxxix-world-day-peace_ge.html 40) 2007: Der Mensch – Herz des Friedenshttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20061208_xl-world-day-peace_ge.html 41) 2008: Die Menschheitsfamilie, eine Gemeinschaft des Friedenshttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20071208_xli-world-day-peace_ge.html 42) 2009: Die Armut bekämpfen, den Frieden schaffenhttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20081208_xlii-world-day-peace_ge.html 43) 2010: Willst Du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfunghttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20091208_xliii-world-day-peace_ge.html 44) 2011: Religionsfreiheit, ein Weg für den Friedenhttps://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20101208_xliv-world-day-peace_ge.html 45) 2012: Die jungen Menschen zur Gerechtigkeit und zum Frieden erziehenhttps://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20111208_xlv-world-day-peace.html 46) 2013: Selig, die Frieden stiftenhttps://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20121208_xlvi-world-day-peace.html
Papst Franziskus 47) 2014: Brüderlichkeit – Fundament und Weg des Friedenshttps://w2.vatican.va/content/francesco/de/messages/peace/documents/papa-francesco_20131208_messaggio-xlvii-giornata-mondiale-pace-2014.html 48) 2015: Nicht mehr Knechte, sondern Brüderhttps://w2.vatican.va/content/francesco/de/messages/peace/documents/papa-francesco_20141208_messaggio-xlviii-giornata-mondiale-pace-2015.html 49) 2016: Überwinde die Gleichgültigkeit und erringe den Friedenhttps://w2.vatican.va/content/francesco/de/messages/peace/documents/papa-francesco_20151208_messaggio-xlix-giornata-mondiale-pace-2016.html