Oklahoma City ist die Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Oklahoma und dessen wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Die Stadt ist County Seat des gleichnamigen Oklahoma County. Sie ist eine der größten Städte der Great Plains und liegt am North Canadian River im Zentrum des Bundesstaates Oklahoma. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 681.054 ermittelt. In der Metropolregion lebten 2016 circa 1,37 Millionen Menschen.

Von 1954 bis 1956 befand sich mit dem KWTV-Sendemast das höchste Bauwerk der Welt in Oklahoma City.

Die Stadt wurde im April 1995 Schauplatz eines Bombenanschlags, bei dem 168 Menschen ihr Leben verloren. Es war der schwerste Terroranschlag in der Geschichte der Vereinigten Staaten vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Geschichte Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Indianerstämme aus dem ganzen Land von der amerikanischen Zentralregierung gewaltsam in das Indianerterritorium verdrängt. Das Gebiet der heutigen Oklahoma City galt als nicht zugewiesenes Land Unassigned Lands, da es keinem Stamm zugeordnet war. Im Februar 1887 wurde in diesem ein Eisenbahndepot mit dem Namen Oklahoma Station eröffnet, bevor die Infrastruktur durch den Bau eines Postamts im Dezember desselben Jahres erweitert wurde. Am 22. April 1889 wurde das heutige Oklahoma City dann im Zuge des Oklahoma Land Run von über 10.000 Angloamerikanern besiedelt. Wenige Tage nach dem Land Run wurde eine provisorische Regierung installiert. Oklahoma City wurde am 15. Juli 1890, etwa zwei Monate nach der Errichtung des Oklahoma-Territoriums, offiziell gegründet. Darauf folgten die ersten Wahlen, aus denen William J. Gault als Sieger hervorging. Am 12. August 1890 wurde er der erste Bürgermeister der Stadt, der dieses Amt nicht provisorisch ausübte. Zunächst fungierte Oklahoma City als Sitz des County Two und Guthrie als Hauptstadt des Territoriums. Bis zur Mitgliedschaft in den Vereinigten Staaten im Jahr 1907 versuchte Oklahoma City, die bisherige Hauptstadt als wirtschaftliches Zentrum des neuen Staates zu verdrängen. In einer Petition wurde Oklahoma City als neue Hauptstadt vorgeschlagen und aus einer am 11. Juni 1910 abgehaltenen Wahl ging die Stadt siegreich hervor. Im Lauf der ersten zehn Jahre verdoppelte sich die Bevölkerung. Auch danach wuchs die neue Stadt beständig, bis am 4. Dezember 1928 in dem Gebiet Öl entdeckt wurde. Überall wurde das „schwarze Gold“ aus der Erde gepumpt. Sogar auf der Rasenfläche des Capitols wurde Öl gefördert. Der Einfluss der Ölgelder beschleunigte das Wachstum. Oklahoma City wurde eine attraktive viktorianische Stadt mit Anschluss an das Bahnnetz und Industrieansiedlungen. Die Bevölkerung wuchs auf 64.000 Einwohner.

Während viele das große Geld mit Öl machten, hatte die Mehrheit der Amerikaner nicht das Glück, der Great Depression zu entkommen. Bis 1935 entstand Hooverville am Südufer des North Canadian River, benannt nach Herbert C. Hoover, eine Barackensiedlung, gebaut von ländlichen Auswanderern und Arbeitslosen. Der Fluss hatte oft Hochwasser und brachte Krankheiten und Zerstörung für die dort lebenden Menschen. Als Teil des sogenannten New Deal wurden erste Erfahrungen im öffentlichen Wohnungsbau gesammelt und der Wasserspiegel des Flusses durch Maßnahmen des Works Progress Administration und Civilian Conservation Corp gesenkt, was im Übrigen später zum Problem für die Stadt wurde, da der Fluss in manchen Jahren kaum Wasser führte. Ebenfalls 1935 wurde in der Stadt die erste, von Carl Magee erfundene Parkuhr aufgestellt.

In den 1970er Jahren erlebte die Stadt dank des Ölbooms und des Baus einer Autofabrik durch den Konzern General Motors eine Phase des Aufschwungs. In den 1980er Jahren verursachten die Pleite der Penn Square Bank (1982) und der Verfall des Ölpreises Mitte des Jahrzehnts eine schwere Wirtschaftskrise. Viele Häuser im Zentrum der Stadt standen leer; im Zentrum gab es lediglich ein Hotel. Die Arbeitslosigkeit lag bei etwa 10 Prozent. Die Rezession hielt bis in die 1990er Jahre an. Am 14. Dezember 1993 stimmten die Bürger für das Projekt MAPS (Metropolitan Area Projects), das eine temporäre Steuererhöhung vorsah. Mit den zusätzlichen Einnahmen finanzierte die Stadt Investitionen in die Infrastruktur, ohne Schulden aufnehmen zu müssen. So wurden unter anderem eine Bibliothek, ein Kanal und eine Sportarena gebaut. Der Plan, die Stadt auf diese Weise für potenzielle Arbeitnehmer attraktiver zu machen, um in der Konsequenz Unternehmen anzulocken, ging auf. Das Projekt gilt heute als Erfolg und mitverantwortlich für die positive Entwicklung von Wirtschaft und Kultur, die sich im Bau von Hotels und Museen widerspiegelt.

mini|hochkant|Das zerstörte Gebäude zwei Tage nach dem Anschlag Am 19. April 1995 wurde das Alfred P. Murrah Federal Building Ziel des sogenannten Oklahoma City Bombing, bei dem 168 Menschen getötet und über 800 verletzt wurden. Am Morgen des 19. April detonierte ein mit ca. drei Tonnen Sprengstoff beladener Van an der 5th Street vor dem Gebäude. Ein Drittel des Gebäudes wurde weggesprengt. Bei der Suche nach den Tätern kam man nur wenige Stunden nach der Explosion auf die Spur des Fluchtfahrzeuges. Durch eine in den Gebäudetrümmern gefundene Fahrzeugachse mit Seriennummer konnte der Autovermieter ausfindig gemacht werden. Dessen Beschreibung führte zu Timothy McVeigh, der auf dem Phantombild von einem Motelbesitzer erkannt wurde. Bei der Fahndung nach ihm stellte sich heraus, dass er kurz nach dem Anschlag wegen fehlenden Kennzeichens von der Polizei angehalten und aufgrund illegalen Waffenbesitzes verhaftet worden war. Es wurden noch zwei Mittäter festgenommen, darunter Terry Nichols, ein guter Freund McVeighs, die Mitglieder der Michigan-Miliz waren, einer paramilitärischen Vereinigung. Als Motive nannten die Täter, dass mit dem Anschlag Vergeltung für die Geschehnisse in Waco und Ruby Ridge, die sich beide einige Jahre zuvor ereignet hatten, geübt werden sollte. Timothy McVeigh wurde von einem Gericht zum Tode verurteilt und am 11. Juni 2001 in Indiana hingerichtet. Terry Nichols wurde im August 2004 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Am 19. April 2000 wurde das Oklahoma City National Memorial eröffnet, das an die Opfer dieses Terroranschlags erinnern soll.

Die meisten Banken der Stadt reagierten auf die Krise der 80er Jahre und hielten sich fortan an eine konservative, weniger risikobehaftete Kreditvergabepolitik. Dieser Umstand erklärt, weshalb die Stadt von der Weltfinanzkrise 2007–2008 in nur geringem Maße betroffen waren. Am 20. Mai 2013 wurde die Stadt durch den Moore-Tornado heimgesucht. Das Ergebnis waren schwere Schäden an Gebäuden und 24 Tote.

Demografie

Der letzten Volkszählung zufolge hatte die Stadt 2010 etwa 580.000 Einwohner. Diese Zahl ist nach Schätzung der Behörden bis 2014 auf etwa 620.000 angewachsen. Die Bevölkerungsdichte betrug demnach 395 Einwohner je km² für das Jahr 2013. Das rasche Bevölkerungswachstum wird zum Teil auf das – seit Jahren anhaltende – Wirtschaftswachstum der Region und die damit verbundene Entstehung von Arbeitsplätzen zurückgeführt.

Das Medianalter lag 2014 bei 34,4 Jahren.

Die Bevölkerungszusammensetzung ist uneinheitlicher als im gesamten Bundesstaat; die Migrationsrate deutlich höher. 12 % der Stadtbewohner wurden außerhalb der Vereinigten Staaten geboren. So sind die Weißen – bei einem Anteil von 63 % an der Gesamtbevölkerung – die am stärksten vertretene Rasse. Sie machen allerdings einen erheblich kleineren Teil der Einwohner aus als in anderen Regionen Oklahomas. Unter den Weißen sind 43 % hispanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. Darunter sind größtenteils Mexikaner. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe nach den Weißen stellen Schwarze und Afroamerikaner mit 15 %. Asiaten stellen 4 % der Einwohner. Die beiden zuletzt genannten Gruppen sind in der Stadt deutlich überrepräsentiert: Ihr Anteil ist jeweils doppelt so hoch wie im Bundesstaat. Dagegen liegt der Anteil der amerikanischen Ureinwohner mit 3,5 % deutlich unterhalb des Schnitts von knapp 9 %. Dennoch stellt die Stadt nach absoluten Zahlen die viertgrößte indianische Gemeinde der USA. Die relative Mehrheit (13,0 %) der Bewohner Oklahoma Citys hat deutsche Vorfahren. In der Statistik folgen die Menschen mit irischer (10,0 %), englischer (7,4 %) und amerikanischer Abstammung (7,0 %) auf den weiteren Rängen.

Die Kriminalitätsrate von Oklahoma City lag 2012 im hohen Bereich. Sie betrug 591,5 Punkte (US-Durchschnitt: 301,1). In den Vororten war sie dagegen deutlich niedriger. In der Liste der gefährlichsten Städte mit mindestens 500.000 Einwohnern belegte Oklahoma City einer Studie zufolge 2014 landesweit den siebten Rang.

Geographie mini|hochkant|Luftaufnahme der Stadt (2006) Oklahoma City liegt im Zentrum Oklahomas, einer Region, die unter den Namen Central Oklahoma und Frontier Country bekannt ist. Die Stadt liegt 157 Kilometer Luftlinie westsüdwestlich von Oklahomas zweiter Metropole Tulsa und 304 Kilometer nördlich von Dallas. Sie erstreckt sich über die Countys Oklahoma, Cleveland, Canadian und Pottawatomie. Die Fläche von 1.608,8 Quadratkilometern macht sie zur achtgrößten Stadt der USA nach Fläche.

Oklahoma City liegt am südöstlichen Rand der Great Plains. Unmittelbar westlich der Stadt beginnt die baumarme Hochgrasprärie. Durch das Stadtgebiet verläuft der North Canadian River, ein Nebenfluss des Canadian Rivers. Der sieben Meilen lange Abschnitt des Flusses in Stadtnähe wird Oklahoma River genannt und zu Erholungs- und Sportzwecken genutzt.

Zusammen mit seinen Vororten bildet die Stadt die Oklahoma City Metropolitan Area, eine Agglomeration mit 1,3 Millionen Einwohnern. Die größten Vororte sind Norman im Süden und Edmond im Norden. Weitere Orte mit mindestens 20.000 Einwohnern sind Choctaw, Del City, Forest Park, Midwest City, Moore, Shawnee, und Yukon. Einzelne Nachbargemeinden sind vollständig vom Kernstadtgebiet umschlossen.

Stadtgliederung Es gibt zwei verschiedene Definitionen der Stadtgliederung: Politisch ist Oklahoma City in acht Wahlbezirke eingeteilt (siehe unten), deren Grenzen flexibel sind, da sie vor jeder Wahl der aktuellen Bevölkerungsstruktur angepasst werden. Zum anderen kann die Stadt in sechs Regionen mit festen Grenzen gegliedert werden: den Nordwesten (NW), den Nordosten (NE), das Zentrum (CC), den Südwesten (SW), den Süden (S) und den Südosten (SE). An dieser Definition orientieren sich auch die Straßennamen.

Klima mini|Der Moore-Tornado nahe Oklahoma City, 20. Mai 2013 Die Stadt befindet sich nach Köppen in der feucht-subtropischen Klimazone (Cfa). Dieses liegt in der Form des Ostseitenklimas vor. Das Klima ist ganzjährig humid mit einem Niederschlagsmaximum im Juni.

Charakteristisch sind lange und heiße Sommer: Die höchste Durchschnittstemperatur liegt bei 28 °C im Juli, die Tagestemperaturen erreichen dann im Mittel 34 °C, können aber auch wesentlich höher ausfallen. So wurde am 11. August 1936 ein Hitzerekord von 45 °C aufgestellt. Die Winter dauern nur wenige Monate an. Obwohl die Temperaturen häufig mild sind, ist das Auftreten von Nachtfrost nicht ungewöhnlich. Tagsüber steigen die Temperaturen aber fast immer über den Gefrierpunkt. Der kälteste Monat ist mit einer Durchschnittstemperatur von 4 °C der Januar. Der Kälterekord stammt vom 12. Februar 1899, als −27 °C gemessen wurden. Die Jahresmitteltemperatur lag in der Periode 1981–2010 bei 16,4 °C.

Da Oklahoma City in der Tornado Alley liegt, besteht zu bestimmten Jahreszeiten erhöhte Gefahr durch Tornados. Besonders groß ist diese in den Monaten April bis Juni, wenn die meisten und heftigsten Stürme auftreten. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1890 sind aber – mit Ausnahme von Dezember und Januar – in jedem Monat des Jahres Tornados aufgetreten.

Politik mini|Das Kapitol Oklahomas mini|Bürgermeister Mick Cornett