mini|Notation in Cubase SX (Ausschnitt)
Cubase ist eine Musiksoftware für Digital Audio Workstations (DAW) des Unternehmens Steinberg. Es erschien erstmals 1989 als einfacher MIDI-Sequenzer und erzielte 1996 einen Verbreitungsschub durch die Einführung der Virtual Studio Technology VST, die wenig später zum Industriestandard wurde.
Verwendungszweck Die Software gehört zu den weitverbreitetsten dieser Art. Sie bildet meist die Zentrale der Produktionsumgebung für Musikproduktion und Audioaufnahmen. Cubase kann einen großen Teil der Funktionen abdecken, wie sie in klassischen Tonstudios in Form von analogen Geräten wie Bandmaschinen, Mischpulten, Effektgeräten oder Klangerzeugern vorgehalten werden. Somit kann das Programm bei der Produktion entweder unterstützend oder ausschließlich genutzt werden. Wie andere Programme dieser Art bietet es die vollautomatische Wiederherstellung aller Einstellungen („Total Recall“) und wird oft als Produktionsumgebung „in the box“ (ITB) bezeichnet.
Cubase ist kein Begleitautomat, das heißt, sein primärer Zweck liegt nicht darin, aus geringem musikalischen Input möglichst perfekte und voluminöse Arrangements zu erstellen. Vielmehr wird die Software zur Aufnahme bzw. Erstellung (auch manuell mithilfe diverser Editoren), Aufbereitung und Abmischung diverser Einzelspuren zu einer Gesamtaufnahme verwendet. Hierbei liegt der Fokus darauf, einzelne Signale zu verbessern, jedoch nicht darauf, sie zu erfinden. Für Live-Einsatz oder musikalische Kreativität sind zwar einzelne Funktionen enthalten, dennoch ist Cubase im Wesentlichen ein Werkzeug, um existierende Ideen in möglichst optimaler Qualität festzuhalten.
Kernfunktionen der Software Ein- oder mehrspurige Aufnahme, detaillierte Bearbeitung und Wiedergabe von Audiosignalen. Aufnahme, detaillierte Bearbeitung und Wiedergabe von MIDI-Daten. Spurbasiertes Verwalten und Gruppieren aller Signale und Signalquellen innerhalb eines sogenannten Projekts. Verwalten von Tempi, Taktarten und Projektabschnitten zur zeitlichen und musikalischen Gliederung. Betrieb von Software-Instrumenten (VST-Plugins) als Klangerzeuger. Ansteuern und Einbinden externer MIDI- und Audiogeräte. Zusammenmischen von Audiosignalen zu Gruppen und/oder zu einem Summensignal (virtuelles Mischpult). Anwenden von Effekten (VST-Plugins) auf Audiosignale oder -signalgruppen in Echtzeit oder offline. Aufbereiten von MIDI-Daten und Ausgabe als Notation. Zeitbasierte Automation des virtuellen Mischpults und der Einzelsignale. Synchronisation zu externen Geräten (zum Beispiel Bandmaschinen) und Einbindung von Video-Dateien. Erzeugen von Audio-Mischungen (Mixdowns) in Mono, Stereo oder Mehrkanalformaten bis 5.1.
Rechneranforderungen Ursprünglich lief Cubase unter TOS auf dem Atari ST mit einem auf 8 MHz getakteten Motorola 68000 Prozessor und 1 Megabyte RAM. Der Atari hatte serienmäßig die nötigen MIDI-Schnittstellen. Der Rechner, auf dem Cubase betrieben wird, benötigt Schnittstellen nach außen. Für Aufnahme und Wiedergabe von Audiomaterial wird eine Audio-„Karte“, möglichst mit schnellem ASIO-Treiber, benötigt. Zur Aufnahme von MIDI-Daten muss ein entsprechendes Interface am Rechner angeschlossen sein. Über MIDI können dann interne sowie externe Klangerzeuger (zum Beispiel Synthesizer) und MIDI-Eingabegeräte (in der Regel Klaviatur/Keyboard, aber auch MIDI-Gitarre, MIDI-Controller oder Ähnliches) verbunden sein.
Der Umfang des Einsatzes von Software-Instrumenten und Audioeffekten bestimmt zusammen mit dem Erfordernis sehr kurzer Audio-Latenzzeiten maßgeblich die Anforderungen, die der Betrieb von Cubase hinsichtlich der Rechnerausstattung stellt. Für eine zeitgemäße Musikproduktion „in the box“ mit der aktuellen Cubase-Version ist ein Rechner aktueller Generation mit überdurchschnittlicher Ausstattung empfehlenswert.
Plattformen Cubase wurde zunächst für den Atari ST geschrieben und später auf den Apple Macintosh und Windows portiert. Für die letztgenannten Betriebssysteme ist Cubase bis heute erhältlich.
Die letzten Versionen für die Atari-Plattform waren Cubase 3.1 (1993) und Cubase Score 2.0r6 (1994) für den Atari ST, sowie Cubase Audio 2.06 (1994) für den Falcon.
Namen und Versionen Vollprogramm Der Hersteller hat die Namenszusätze im Laufe der Versionsgeschichte mehrfach variiert und dabei die Versionsnummern teilweise wiederverwendet, was das Einordnen und Abschätzen der Aktualität einer bestimmten Version schwierig macht. So ist beispielsweise Cubase 4 etwa acht Jahre jünger/neuer als Cubase VST 5.
Die folgende Übersicht zeigt die Cubase-Versionen seit 1997 in der zeitlichen Reihenfolge ihres Erscheinens bis heute (nur kostenpflichtige bzw. Major-Updates sind berücksichtigt). Wenn nicht anders angegeben, sind die genannten Versionen parallel bzw. im Abstand weniger Monate für die Macintosh- und die Windows-Plattform erschienen. Cubase VST 3.5 Cubase VST 3.6 Cubase VST 3.7 Cubase VST 4.x (nur Macintosh) Cubase VST 5.x Cubase SX Cubase SX 2.x Cubase SX 3.x Cubase 4.x Cubase 5.x Cubase 6.x Cubase 6.5.x Cubase 7.x Cubase 7.5.x (seit Dezember 2013) Cubase Pro 8.0.x (seit Dezember 2014) Cubase Pro 8.5.x (seit Dezember 2015) Cubase Pro 9.0.x (seit Dezember 2016) Cubase Pro 9.5.x (seit November 2017) Cubase Pro 10.0.x (seit November 2018) Cubase Pro 10.5.x (seit November 2019) Cubase Pro 11 (seit November 2020) Cubase Pro 12 (seit März 2022) Cubase Pro 13 (seit November 2023) Cubase Pro 14 (seit November 2024) Cubase Pro 15 (seit November 2025)
Versionen Versionsgeschichte bis 2002 Version Veröffentlicht Information Twenty-Four(Pro-24 1.0) Juli 1986 Für den Atari ST programmierter Nachfolger des bis dahin auf Commodore-64 erfolgreichen Midi-Sequencer Pro-16. Die Software erschien zunächst unter dem Namen Twenty-Four und wurde bereits mit einem Hardware-Dongle verkauft, um Raubkopien zu verhindern. Twenty-Four 2.0(Pro-24 2.0) 1987 Einführung des „Arrange Song mode“ als Abkehr vom bisherigen Ansatz der linearen Aufzeichnung wie bei einem Tonbandgerät hin zu einem Drum-Machine-Ansatz mit Aufteilung eines Stücks in eine Folge von „Patterns“. Es folgte eine verbesserte Pro-24 Version 2.1. Pro-24 III 1988 „Score Editor“ zur klassischen Bearbeitung der Musik über Noten, als Ergänzung der bisherigen Eingabe von Blöcken in ein Gitter oder Raster, sowie ein „Drum Editor“ für eine rhythmusorientierte Bearbeitung. Eine Aufnahme konnte erstmals auf bis zu 4 MIDI-Spuren gleichzeitig erfolgen. Cubase 1.0 Atari April 1989 Ursprünglich Cubeat, später Cubit, aber aus markenrechtlichen Gründen letztlich Cubase genannt, setzte weiterhin auf die Engine von Pro-24. Cubase für Atari lief auf den Atari 520ST und Atari 1040ST Computern, vorausgesetzt, sie hatten 1 MB RAM. Dazu musste ein Atari SM-124 Monochrom-Monitor verwendet werden, der bei 71,25 Hz eine damals beeindruckende Auflösung von 640×400 bot.