Die Los Angeles Chargers sind ein American-Football-Team der US-amerikanischen National Football League (NFL) aus Los Angeles, Kalifornien. Sie spielen in der Western Division der American Football Conference (AFC).

Die Chargers entstanden im Jahr 1959 und sind ein Gründungsmitglied der American Football League (AFL). Das Team spielte seine erste Saison in Los Angeles, Kalifornien. Ein Jahr später zog die Mannschaft nach San Diego um. Chargers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Seit der Saison 2017 spielt das Franchise wieder in Los Angeles.

Im Jahr 1963 gewann die Mannschaft erstmals die American Football League. Zudem konnten die Chargers fünfmal die AFL-Play-offs erreichen und wurden dabei viermal Meister ihrer Division, bevor das Team im Rahmen der Fusion der American Football League und der National Football League in die NFL wechselte. Bis zur Saison 2019 erreichte die Mannschaft vierzehnmal die Play-offs und spielte vier Mal im AFC Championship Game. 1994 spielten die Chargers gegen die San Francisco 49ers um den Super Bowl XXIX und verloren das Spiel mit 49 zu 26.

Acht Spieler und ein Trainer schafften es in die Pro Football Hall of Fame: Wide Receiver Lance Alworth (1962–1970), Defensive End Fred Dean (1975–1981), Quarterback Dan Fouts (1973–1987), Wide Receiver Charlie Joiner (1976–1986), Offensive Lineman Ron Mix (1960–1969), Linebacker Junior Seau (1990–2002), Runningback LaDainian Tomlinson (2001–2010), Tight End Kellen Winslow (1979–1987) und Head Coach Sid Gillman (1960–1969, 1971). Pro Football Hall of Fame. Abgerufen am 29. Juli 2007

Geschichte 1959–1969: Gründung und Anfänge in der AFL Die San Diego Chargers wurden im Jahr 1959 als eines von sieben weiteren Teams gegründet. Ein Jahr später konstituierte sich die American Football League (AFL), bei deren Entstehung die Chargers involviert waren. Der erste Besitzer der Chargers war Barron Hilton, Sohn von Conrad Hilton, dem Gründer der Hilton Hotels.

1960 schrieb Barron Hilton einen Wettbewerb zur Namensfindung aus, als erster Preis wurde eine Reise nach Mexiko ausgelobt. Zeitzeugen zufolge war Hilton von der Namensidee Gerald Courtneys, nämlich Chargers, so angetan, dass er sich nicht mehr mit weiteren Vorschlägen beschäftigte. „Charge“ war gleichzeitig der Schlachtruf der Anhänger des NCAA-College-Football-Teams der University of Southern California, den Los Angeles Trojans. Nachdem die Chargers ihre erste Saison im Jahr 1960 in Los Angeles absolvierten, zog das Team nach San Diego um. Zwischen 1961 und 1966 trug das Team seine Heimspiele im Balboa Stadium im Balboa Park aus, ehe die Mannschaft in das Qualcomm Stadium umzog. Die ersten Jahre der Chargers wurden hauptsächlich von Wide Receiver Lance Alworth, welcher in seiner elfjährigen Profi-Karriere 543 Passfänge (Receptions) und 10.266 Yards erreichte, geprägt. Er erreichte in 96 Spielen hintereinander mindestens eine Reception, was einen langjährigen Rekord im Profi-Football darstellte.

Zwischen der Gründung der AFL 1960 und der Fusion mit der NFL zehn Jahre später war Sid Gillman, der zu seinen Zeiten als Wegbereiter des modernen offensiven Spiels galt, als Head Coach der Chargers aktiv.Sid Gillman Pro Football Hall of Fame. Abgerufen am 28. Oktober 2015. Gillman wurde später in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen. Mit Spielern wie Paul Lowe, Keith Lincoln, John Hadl und eben Alworth gewannen die San Diego Chargers fünfmal ihre Division in den ersten sechs Jahren, darunter sogar den AFL-Titel 1963 durch einen 50:10-Erfolg gegen die Boston Patriots. Chargers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Im August 1966 verkaufte Hilton die Chargers an ein Unternehmen, das von Eugene V. Klein und Sam Schulman geleitet wurde.NFL History: 1961–1970 NFL.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Im folgenden Jahr begannen die Spiele mit einer Niederlage in der Preseason gegen die Detroit Lions. Am 29. September 1969 besiegte das Team den Super-Bowl-III-Gewinner New York Jets vor einer Rekordkulisse von 54.042 Zuschauern mit 34:27. Im gleichen Jahr musste Gillman krankheitsbedingt seinen Platz als Head Coach der Chargers zugunsten von Charlie Waller räumen. Waller war bis dahin Trainer der Offense. Gillman kehrte später als General Manager zurück.

1970–1978: Erste Jahre nach der Fusion Im Zuge der Fusion der beiden American-Football-Ligen, der American Football League (AFL) und der National Football League (NFL), wurden die San Diego Chargers der Division „AFC West“ zugeordnet. Football.com, abgerufen am 29. Juli 2007. Danach kamen schwere Zeiten auf das Team zu: Gillman, welcher als General Manager zu den Chargers zurückgekehrt war, trat 1971 zurück und ebenso etliche Spieler, welche das Spiel der Mannschaft in den 1960er Jahren geprägt hatten; andere waren zwischenzeitlich getauscht worden. Chargers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Auch die Verpflichtung von gestandenen Profis wie Deacon Jones oder Johnny Unitas konnten den freien Fall des Teams nicht abwenden, zumal diese Spieler ihren Zenit bereits überschritten hatten.Deacon Jones – 'Secretary Of Defense' NFLPlayers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Zwischen 1970 und 1978 belegte das Team entweder den dritten oder den letzten Platz ihrer Division.

Die Saison 1978 wurde von einem Skandalspiel zwischen den Oakland Raiders und den Chargers, welches die Fans der Mannschaft als „Holy Roller“ bezeichnen, geprägt.Inside the 'Holy Roller' play NFL.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Am 10. September 1978 traten die Chargers bei den Raiders im Jack Murphy Stadium an. Zehn Sekunden vor Spielende stand es 20:14 für die Chargers, als der Quarterback der Raiders, Ken Stabler, der von einem Sack durch den Linebacker Woodrow Love bedroht war, den Ball durch einen Fumble in Richtung der Endzone der Chargers beförderte. Der Runningback der Raiders, Pete Banaszak, konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen und brachte ihn näher an die Endzone. Auch Tight End Dave Casper konnte den Ball nicht erwischen, sodass er diesen in die Endzone kickte und erst dort für einen Touchdown sicherte. Nach dem Extrapunkt durch Errol Man gewannen die Raiders das Spiel mit 21:20. Durch dieses Spiel wurde später die Regel eingeführt, dass der einzige Spieler der Offense, der einen Fumble nach vorne tragen darf, der Spieler ist, der ihn ursprünglich verlor.

1979–1988: Fouts-Ära und „Air Coryell“ mini|links|200px|Kellen Winslow im Jahr 2008. Ein Wendepunkt für die Chargers stellte die Saison 1979 dar. Quarterback Dan Fouts stellte mit 300 Yards Raumgewinn im Passspiel in vier aufeinanderfolgenden Spielen einen zwischenzeitlichen NFL-Rekord auf. Zu dieser Zeit war Don Coryell Head Coach der Chargers. „Air Coryell“ wurde seine Offense genannt, die von Dan Fouts, Tight End Kellen Winslow und den beiden Wide Receivern John Jefferson und Charlie Joiner getragen wurde.

Durch einen 35:0-Erfolg im Spiel gegen die New Orleans Saints konnten die Chargers erstmals seit 14 Jahren die Play-offs erreichen. Am 17. Dezember 1979 gewann die Mannschaft mit 17:7 gegen die Denver Broncos und wurde damit zum ersten Mal seit der Fusion der beiden Ligen AFL und NFL Meister der AFC West. In der ersten Runde der Play-offs schieden die Chargers mit 14:17 gegen die Houston Oilers aus. In der Halbzeit des Pro Bowls wurde Ron Mix als zweiter Profi des Teams mit einem Platz in der Pro Football Hall of Fame ausgezeichnet.

1980 verpflichteten die San Diego Chargers Runningback Chuck Muncie von den New Orleans Saints. Fouts stellte beim 44:7-Erfolg gegen die New York Giants mit 444 geworfenen Yards einen internen Clubrekord auf. Chargers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Durch einen 26:17-Sieg gegen die Pittsburgh Steelers konnte das Team seinen zweiten Division-Titel in Folge, mit einer Bilanz von elf Siegen und fünf Niederlagen, erringen. In den Play-offs wurden die Buffalo Bills geschlagen, allerdings verlor das Team danach das AFC Championship Game gegen den späteren Super-Bowl-Sieger Oakland Raiders.

1981 schafften die Chargers ihren dritten Division-Titel in Folge mit einer Bilanz von zehn Siegen und sechs verlorenen Spielen. John Jefferson wurde vor Beginn der Saison zu den Green Bay Packers getauscht und durch Wes Chandler ersetzt. Sports Illustrated. Accessed 4 August 2007. Defensive End Fred Dean wurde aufgrund von vertragsinternen Konflikten an die San Francisco 49ers abgegeben. Der Abgang Deans war es schließlich, der die Super-Bowl-Ambitionen der Chargers platzen ließ. Das Play-off-Spiel gegen die Miami Dolphins ging mit einem Endstand von 41:38 zugunsten der Chargers als Spiel mit den meisten erzielten Punkten in den Play-offs als „The Epic in Miami“ in die NFL-Geschichte ein. Chargers Stats. Abgerufen am 29. Juli 2007 Das AFC Championship Game verloren die Chargers gegen den späteren Super-Bowl-Verlierer Cincinnati Bengals mit 7:27. Das Spiel fand bei einer Außentemperatur von 9 Grad Celsius unter Null statt und ging als „Freezer Bowl“ in die NFL-Geschichte ein. Referee. Abgerufen am 29. Juli 2007 Das Gesuch des Besitzers der Chargers, Eugene Klein, das Spiel zu verschieben, wies die NFL ab.

Aufgrund eines Spielerstreiks wurde die Preseason 1982 verkürzt ausgespielt. Für die Chargers stellten die Erfolge gegen die letzten beiden Super-Bowl-Teilnehmer aus San Francisco und Cincinnati die sportlichen Highlights der Regular Season dar. San Diego erreichte erneut die Play-offs, allerdings war, nach einem Erfolg gegen die Steelers in der ersten Runde, in der zweiten Runde nach einer Niederlage gegen die Dolphins Schluss. Zwischen 1983 und 1991 erreichte die Mannschaft die Play-offs nicht mehr. 1984 verkaufte Eugene Klein die Chargers an Alex Spanos. In Vorbereitung des Verkaufs wurden Gary Johnson und Louie Kelcher an die San Francisco 49ers abgegeben, wo sie auf die beiden ehemaligen Spieler der Chargers, Fred Dean und Billy Shields, trafen. Nach der Saison 1988 gab Dan Fouts nach 15 Jahren als Profi sein Karriereende bekannt.

1989–1995: Einzug in den Super Bowl 1989 wurde Dan Henning als achter Head Coach der Chargers verpflichtet. Henning war in seiner Karriere bereits Quarterback bei den Chargers und später Assistenztrainer bei den Washington Redskins sowie Head Coach bei den Atlanta Falcons. Aber auch in seiner dreijährigen Amtszeit als Trainer der Chargers konnte Henning keinen Erfolg verbuchen, sodass dieser 1992 durch Bobby Ross ersetzt wurde. Die Chargers erhielten durch einen Tausch mit den Washington Redskins den Quarterback Stan Humphries. Chargers.com. Abgerufen am 29. Juli 2007 Nach vier verlorenen Spielen zu Beginn der Saison gewann das Team elf der zwölf letzten Spiele der Saison und konnten so die AFC West für sich entscheiden. In der ersten Play-off-Runde bezwangen die San Diego Chargers die Kansas City Chiefs mit 17:0 und schieden dann gegen die Miami Dolphins aus. 1993 wurde die Mannschaft mit einer Bilanz von acht Siegen und acht Niederlagen Vierter in ihrer Division.

1994 schaffte das Team den bisher einzigen Einzug in den Super Bowl (Super Bowl XXIX). Dort spielten sie gegen die San Francisco 49ers. Die Saison begann für die Chargers mit einer Siegesserie von sechs Spielen. Am Ende der Regular Season standen elf Siege und fünf Niederlagen zu Buche. Im Spiel gegen die Seattle Seahawks gelang Quarterback Humphries und Wide Receiver Tony Martin beim 27:10-Erfolg der Chargers mit einem 99-Yards-Touchdown ein NFL-Rekord. In den Play-offs setzte sich das Team aus Südkalifornien jeweils knapp gegen die Dolphins und die Pittsburgh Steelers durch. Im Super Bowl verloren die Chargers gegen die 49ers mit 26:49. Die darauffolgende Saison verlief ernüchternd. Nur dank einer Siegesserie in den letzten fünf Spielen der Regular Season schafften sie den Sprung in die Play-offs. Dort unterlagen sie den Indianapolis Colts mit 20:35. Chargers-Stats. Accessed 4 August 2007.

1996–2003: Erneute Jahre im Mittelmaß mini|links|200px|Die Chargers haben 2001 den Runningback LaDainian Tomlinson gedraftet.