Die Minnesota Vikings sind eine American-Football-Mannschaft der US-amerikanischen Profiliga National Football League (NFL) aus Minneapolis. Sie gehören gemeinsam mit den Chicago Bears, den Detroit Lions und den Green Bay Packers der Northern Division innerhalb der National Football Conference (NFC) an.

Das Team wurde 1961 als NFL-Team gegründet, nachdem es die Teilnahme an der American Football League (AFL) abgesagt hatte. Bis heute haben die Vikings keinen Super Bowl gewonnen, standen aber bereits vier Mal im Endspiel (Super Bowl IV, Super Bowl VIII, Super Bowl IX sowie Super Bowl XI). Der bislang einzige Titelgewinn datiert aus dem Jahr 1969, als die Mannschaft NFL-Meister wurde.

Die Vikings trugen ihre Heimspiele von 1982 bis 2013 im Hubert H. Humphrey Metrodome auf dem sogenannten Mall of America Field aus. Seit der Saison 2016 tragen die Vikings ihre Heimspiele im U.S. Bank Stadium aus.

Geschichte 1961–1967: Gründung und Startschwierigkeiten Im Jahre 1959 erwarben die Geschäftsmänner Bill Boyer, H. P. Skoglund und Max Winter eine Lizenz für die American Football League (AFL). Da die National Football League (NFL), zu dieser Zeit neue Teams für ihre Liga suchte, verwarf der Vorstand diese Anfang 1960 jedoch wieder. Am 27. September 1960 wurde das Team offiziell zu den Minnesota Vikings ernannt; der Name soll zum Teil die Stellung Minnesotas als Zentrum der skandinavisch-amerikanischen Kultur widerspiegeln. Das Team wurde 1961 als Erweiterungsteam in die NFL aufgenommen.Minnesota History. In: bigplay.ch. Abgerufen am 28. Januar 2017. Sie wurden in der 14. NFL-Saison der Western Conference zugewiesen. Aufgrund einer mit der NFL vereinbarten Klausel wurde Ole Haugsrud neben den Gründungsmitgliedern Mitbesitzer. Haugsrud verkaufte in den 1920er Jahren das Footballteam Duluth Eskimos zurück an die Liga, welche ihm im Gegenzug zehn Prozent eines zukünftigen NFL-Teams aus Minnesota versprach.

Die Vikings starteten gleich zu Beginn eine Marketing-Kampagne und verkauften in ihrem ersten Jahr rund 26.000 Dauerkarten, bei einem Durchschnitt von 34.586 Zuschauern pro Spiel. Geschichte der Vikings auf profootballhof.com (englisch) Zugriff am 7. Juni 2010 Als Heimstadion wählte das Franchise das anfangs 40.800, später 47.900 Plätze fassende Metropolitan Stadium aus. Die Suche nach einem Head Coach gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht, bis letztlich der ehemalige Quarterback der Philadelphia Eagles, Norm Van Brocklin, zum ersten Head Coach der Vikings ernannt wurde. Er setzte sich unter anderem gegen den damals im College Football erfolgreichen Ara Parseghian und seinen späteren Nachfolger, Bud Grant, durch. Team Timeline – Zeitscheibe der Vikings (englisch).

Das erste offizielle Spiel der Vikings endete mit einem 37:13-Sieg gegen die Chicago Bears. Vor allem der zuvor im NFL Draft ausgewählte Rookie Fran Tarkenton sorgte nach seiner Einwechslung mit vier geworfenen und einem erlaufenen Touchdown für viel positive Resonanz. Der Anfangsschwung konnte aber nicht gehalten werden. Die folgenden sieben Spiele endeten für den NFL-Debütanten mit Niederlagen. Am Saisonende standen drei Siegen elf Niederlagen gegenüber. Ähnlich ging es auch die darauffolgenden Spielzeiten weiter.

1967 wechselte Fran Tarkenton zu den New York Giants. Im Gegenzug dazu erhielten die Vikings diverse Draftrechte der Giants für die darauffolgenden Jahre. So erwarb das Team 1967 Clinton Jones und Bob Grim, 1968 Ron Yary und 1969 Ed White. Wenige Tage darauf löste Bud Grant Norm Van Brocklin als Head Coach ab.

1968–1980: Erste Erfolge und vier Super-Bowl-Teilnahmen In dieser Zeit verlagerten sich die Stärken der Minnesota Vikings vor allem auf die Defense, deren Mitglieder damals auch „Purple People Eaters“ ( für „Lila Menschenfresser“) genannt wurden. Bericht zum Mythos der „Purple People Eaters“ (englisch) 1968 zeigten sich damit die ersten Erfolge, als die Mannschaft erstmals den Einzug in die Play-offs erreichte. Im Jahr darauf gelang den Vikings mit zwölf Siegen gegenüber nur zwei Niederlagen sogar die beste Teamleistung der Saison 1969. Ausschlaggebend war dabei eine Siegesserie über zwölf Spiele. Diese Serie dauerte auch über die Play-offs an und bescherte dem Team seinen ersten und bislang einzigen Meisterschaftsgewinn sowie die Teilnahme am Super Bowl IV. Dort wurde das Team der Favoritenrolle allerdings nicht gerecht und unterlag gegen die Kansas City Chiefs mit 7:23. Die Chiefs erzielten in der ersten Hälfte drei Field Goals, zwei davon aus über 30 Yards Entfernung. Die Vikings warfen in diesem Spiel drei Interceptions und ließen drei Fumbles zu. Safety Karl Kassulke meinte nach dem Spiel, die Mannschaft hätte noch nie zuvor so viele mentale Fehler in einem Spiel gemacht.Shelby Strother, The Super Bowl: Celebrating a Quarter-Century of America’s Greatest Game. ISBN 0-671-72798-2.

Das Team setzte seine Erfolgsserie fort und erreichte auch in den darauffolgenden zwei Spielzeiten jeweils die Play-offs. 1971 schaffte es Alan Page als erst dritter Defensiv-Spieler, den NFL Most Valuable Player Award verliehen zu bekommen. Da die Mannschaft den Abgang von Quarterback Fran Tarkenton in der Offense nicht kompensieren konnte, entschied man sich für einen Rück-Transfer. Die Vikings gaben Norm Snead, Bob Grim, Vince Clements und die Draftrechte in der ersten Runde für die folgenden zwei Jahre ab. Trotz der Rückkehr des Star-Quarterbacks schloss das Team die Saison 1972 enttäuschend mit einer 7-7-Bilanz ab, was vor allem am kaum vorhandenen Laufspiel lag. Der Vorstand reagierte und verpflichtete zu diesem Zweck den Rookie-Runningback Chuck Foreman. Der erwünschte Erfolg setzte ein und so gelang dem Verein in der darauf folgenden Saison 1973 der Einzug in die Play-offs. Dort besiegten die Vikings die Washington Redskins mit 27:20 und gewannen in der nächsten Runde gegen die Dallas Cowboys mit 27:10, was die zweite Super-Bowl-Teilnahme zur Folge hatte. Im Super Bowl VIII traf sie auf die zu dieser Zeit überragenden Miami Dolphins. Die Vikings setzten auf ihre starke Defense, was die Dolphins auszunutzen wussten. Mit einer Spielweise ähnlich den Kansas City Chiefs vier Jahre zuvor gelang es ihnen, eben jene zu knacken. Bereits im ersten Viertel gelangen ihnen zwei Touchdowns zur 14:0-Führung. Die Minnesota Vikings kamen nicht mehr zurück und mussten sich letztlich mit 24:7 geschlagen geben.

Im folgenden Jahr erreichten die Vikings erneut den Super Bowl. Es trafen die beiden besten Defenses aufeinander. Nach einem punktlosen ersten Viertel gelang es den Pittsburgh Steelers im zweiten Viertel durch einen seltenen Safety zwei Punkte zu erzielen. In der zweiten Spielhälfte machten die Steelers einen Touchdown, die Vikings konnten mit einem Touchdown nachziehen, und da der Extrapunkt fehlschlug, stand es im letzten Viertel 9:6 für die favorisierten Steelers. Nach einem weiteren Touchdown mit Extrapunkt auf Seiten der Steelers war das Spiel entschieden und endete 16:6 für Pittsburgh.

Die Vikings starteten gut in die folgende Saison 1975. Das Duo Tarkenton und Foreman brachte eine breite Palette an Offensiv-Spielzügen ins Spiel der Vikings ein. Tatsächlich startete die Mannschaft mit zehn Siegen in die Saison, am Ende verbuchte man zwölf Siege bei lediglich zwei Niederlagen. Der erneute Play-off-Einzug verlief diesmal allerdings weniger erfolgreich. Gegen die Cowboys setzte es durch einen Touchdown kurz vor Ende eine 14:17-Niederlage. Die Cowboys spielten zum allerersten Mal den Hail-Mary-Spielzug, der beim Stand von 14:10 den entscheidenden Touchdown einbrachte.profootballhof.comInterview mit QB Roger Staubach Zugriff am 9. Juni 2010

Noch vor Beginn der Saison 1976 starb Mitbesitzer Ole Haugsrud. Seine Witwe übernahm seinen Platz im Vorstand. Geschichte des Teams Zugriff am 27. Juli 2010 Aus sportlicher Sicht lief es weiterhin erfolgreich; erneut wurden die Play-offs erreicht, und am Ende standen elf Siegen zwei Niederlagen gegenüber. Am zweiten Spieltag spielte man gegen die Los Angeles Rams 10:10-Unentschieden, nachdem auch in der Overtime (dt. Nachspielzeit) kein Team punktete. In den Play-offs setzten sich die Vikings dann aber gegen ebendiese durch und standen das dritte Mal in vier Jahren im Super Bowl. Im Super Bowl XI traten sie gegen die Oakland Raiders an, die vor dem Spiel leicht favorisiert wurden. Am Ende verloren die Vikings deutlich mit 14:31 Punkten. Vor allem eine schlechte erste Hälfte und der Halbzeitstand von 0:16 waren für die Niederlage ausschlaggebend. Ende der 1970er Jahre erreichte die Mannschaft zwar noch zweimal die Play-offs, kam aber nicht mehr in den Super Bowl. Am 14. Dezember 1980 fand das letzte Spiel im in die Jahre gekommenen Metropolitan-Stadion statt, es endete mit einem 28:23-Sieg gegen die Cleveland Browns.

1981–1990: Umzug und Durststrecke mini|Der Metrodome Im Jahr 1981 zog das Team komplett um. In Eden Prairie, einer Kleinstadt unweit von Minneapolis, errichteten die Vikings ein Vereinsgelände. Neben einem neuen Trainingsgelände mit Umkleidekabinen zogen auch sämtliche Büros auf das Gelände um. Max Winter, dem Mitgründer und damaligem Vereinspräsidenten zu Ehren, erhielt es den Namen „Winter Park“. Zur selben Zeit wurde auch das Hubert H. Humphrey Metrodome, kurz Metrodome, mit einer Kapazität von bis zu 64.000 Zuschauern fertiggestellt. Das erste Spiel der Vikings im neuen Stadion war ein Preseason-Spiel gegen die Seattle Seahawks, das mit 7:3 gewonnen wurde. Auch das erste offizielle Saisondebüt verlief erfolgreich; gegen die Tampa Bay Buccaneers siegte die Mannschaft 17:10. Für die Play-offs reichte es am Ende der Saison jedoch nicht.

Am 6. August 1983 fand das erste offizielle NFL-Spiel in Europa statt. Im Rahmen eines Preseason-Spiels trafen die Vikings auf die St. Louis Cardinals; gespielt wurde im Wembley-Stadion in London. Das Spiel endete mit einem 28:10-Sieg der Vikings. Aufgrund des großen Erfolges führte man drei Jahre später den American Bowl ein. Im Januar 1984 trat Head Coach Bud Grant zurück. Zuvor gelangen ihm in 17 Spielzeiten zwölf Mal der Einzug in die Play-offs sowie vier Mal die Teilnahme am Super Bowl.

Seinen Platz als Head Coach übernahm Les Steckel. Mit 38 Jahren war er damals der jüngste Cheftrainer der NFL. Steckel war die vorangegangenen fünf Jahre als Offensiv-Assistent der Vikings tätig gewesen. Die Vikings drifteten mit dem neuen Coach in eine schwere Krise; von 16 Spielen wurden 13 verloren. Am Ende der Saison 1985 wurde Steckel nach nur einer Saison entlassen.

Ende 1985 verkaufte Max Winter seine Anteile an Irwin L. Jacobs und Carl Pohlad. In der Folge kam es zu einem sechs Jahre dauernden, auch vor Gericht ausgetragenen Streit zwischen Jacobs und Pohlad einerseits und dem General Manager und Präsidenten Mike Lynn andererseits.

Bud Grant übernahm 1986 zum zweiten und letzten Mal das Traineramt. Grant schloss seine insgesamt 18. Saison bei den Minnesota Vikings mit sieben Siegen zu neun Niederlagen ab und verpasste damit die Play-offs. Am Ende der Saison verabschiedete er sich endgültig aus dem Traineramt. Insgesamt kam er auf 158 Siege und war damals auf Platz sechs der erfolgreichsten Trainer überhaupt. Sein Nachfolger wurde Jerry Burns, der die vorangegangenen 17 Jahre als Offensive Coordinator bei den Vikings tätig war. Starke Leistungen des Quarterbacks Tommy Kramer lieferten einen Beitrag dazu, dass der neue Head Coach mit 9-7 die erste positive Saison-Bilanz seit vier Jahren vorweisen konnte. Im Jahr darauf erreichte Burns mit seinem Team bereits wieder die Play-offs. Auch in der von Streiks geprägten Saison 1987 erreichten die Vikings wieder die Play-offs und drangen bis in das NFC Championship Game vor. Eine Minute vor Ende des Spiels lag Minnesota mit 10:17 zurück, konnte sich allerdings bis zur gegnerischen 6-Yards-Linie durchsetzen. Den entscheidenden Pass ließ Darrin Nelson in der Endzone fallen und damit endgültig alle Super-Bowl-Träume platzen.