Die Green Bay Packers sind ein American-Football-Team der National Football League (NFL) aus Green Bay, Wisconsin. Die Mannschaft spielt in der National Football Conference (NFC) in der Northern Division. 1919 wurden die Packers gegründet und traten 1921 der American Professional Football Association (APFA), der späteren NFL bei. Nach den Arizona Cardinals und den Chicago Bears sind sie damit das drittälteste Mitglied der NFL. Da die Bears und die Packers seit ihrem ersten Aufeinandertreffen in derselben Division spielen, besteht zwischen den beiden Teams die längste Rivalität in der Geschichte der NFL.
Die Green Bay Packers sind das einzige Team im US-Profisport, das nicht Eigentum eines einzelnen Besitzers ist, sondern mehr als 360.000 Anteilseignern gehört. Die Green Bay Packers sind darüber hinaus das älteste Team, das noch immer an seinem Gründungsort spielt. Zudem ist die Spielstätte der Packers, das 1957 eröffnete Lambeau Field, das älteste Stadion der NFL.
Mit 13 Meisterschaften konnten die Packers bisher die meisten Titel in der Geschichte der NFL gewinnen, davon neun Titel vor der Super-Bowl-Ära und vier Super Bowls. Zuletzt gewannen die Packers 2010 den Super Bowl XLV. Die Trophäe des Super Bowls ist nach dem ehemaligen Trainer der Packers, Vince Lombardi, benannt.
Geschichte 1919 bis 1929 – Gründungsjahre Die Green Bay Packers wurden am 11. August 1919 von Curly Lambeau und George Whitney Calhoun, einem Sportjournalisten der Green Bay Press-Gazette, gegründet. Lambeau war als Expedient bei der Indian Packing Company tätig, als er 1919 seinen Arbeitgeber um 500 US-Dollar bat, um für ein Footballteam Ausrüstungsgegenstände erwerben zu können. Die Firma investierte das Geld, mit der Bedingung, dass das Team nach der Firma benannt werden sollte. Die Gründung der Mannschaft war dabei eine eher ruhige, fast unbedeutende anmutende Angelegenheit, da die Green Bay Press-Gazette erst zwei Tage später, am 13. August 1919, zum ersten Mal über die neugegründete Footballmannschaft in Green Bay berichtete, wobei in dem Bericht von den Indians als auch Packers berichtet wurde.Green Bay Packers, Inc (Hrsg.): 2017 Green Bay Packers Media Guide. 2017 (englisch, Online-Ausgabe [PDF]). Weitere zwei Tage später, am 15. August, benutzte die Gazette aber bereits nur den Namen Packers zur Berichterstattung, womit die Green Bay Packers als halbprofessionelles Footballteam entstanden.
Zwei Jahre später, am 27. August 1921, wurden die Packers Mitglied der National Football League (NFL), die erst ein Jahr zuvor als American Professional Football Association (APFA) gegründet worden war. Das erste offizielle Ligaspiel in der Team-Geschichte war ein 7:6-Sieg über die Minneapolis Marines am 23. Oktober, vor schon 6.000 Zuschauern. Bis auf solche Ausnahmen, in denen die damalige Spielstätte mehr als ausgelastet wurde, bestimmten allerdings finanzielle Probleme die ersten Jahre des Teams, da z. B. ihr Spielfeld in der ersten Saison 1919 noch keinen Zaun hatte, also jeder einfach direkt am Feld zuschauen konnte und die Packers während der Spiele einen Hut durch die Zuschauerreihen gehen ließen, um Spenden zu sammeln. Unter anderem durch den großen Einsatz von Lambeau und vier weiteren Geschäftsmännern, die insgesamt als die Hungry Five bekannt wurden, konnten jedoch die Geldprobleme geregelt werden. Die Gruppe schaffte es u. a. durch Aktienverkäufe, sogenannte stock sales, die Geldmittel zu erhöhen, das Team 1923 in eine gemeinnützige Organisation, der sogenannten Green Bay Packers, Inc., umzuwandeln und den Green Bay Packers Board of Directors zu etablieren. Mit der Umwandlung des Teams in eine gemeinnützige Organisation, wurde der Grundstein für die bis heute einmalige Besitzstruktur in den amerikanischen Ligen begründet: die Mannschaft gehört den Fans. Durch die gemeinnützigen Spenden der lokalen Geschäftsführer und der Fans waren die Packers finanziell erstmal gerettet. Spielerisch hatte sich die Mannschaft ihre ersten NFL-Sporen durch das Erreichen von immer positiven Bilanzen bereits verdient. Nachdem man im ersten Jahr der Ligazugehörigkeit drei von sechs Spielen gewonnen hatte, im zweiten Jahr eine Bilanz von vier Siegen, drei Niederlagen und Unentschieden aufwies, konnte man in den folgenden Jahren immer mindestens sechs Spiele gewinnen. Unter Lambeau, der seit der Gründung der Mannschaft sowohl Spieler als auch ihr Trainer war, entwickelten sie sich in den nächsten Jahren zu einer starken Mannschaft. Er verwendete dabei schon früh den Vorwärtspass als Angriffswaffe und verfeinerte dieses Passspiel in den folgenden Jahren immer weiter. Dass die Packers bis dahin ein solides Fundament aufgebaut hatten, zeigte sich 1927 bei einem League Meeting, als die NFL auf Anraten vom Ligapräsidenten Joe Carr drastisch von 22 auf zwölf Teams reduziert wurde. Den Schritt erklärte Carr damit, dass nur die finanziell gesunden Teams, von denen es nicht sehr viele gab, für den Erfolg der Liga wichtig waren. So bekamen nur noch Klubs mit solidem Etat eine Lizenz für die NFL.Dieter Hoch, Holger Korber, Dirk Ladwig: Die Geschichte der NFL: Von den kleinen Anfängen bis zum Aufstieg der größten Profiliga der Welt. Huddle Verlags GmbH, 2016, ISBN 978-3-9811390-6-8. Neben den Metropolen Chicago und New York gehörte zu den verbliebenen Städten eben auch der kleine Ort Green Bay.
1929 bis 1934 – Die ersten Titel Da die Packers zum Ende der 20er Jahre eine stabile finanzielle Lage aufwiesen, konnten sie 1929 Spieler wie Mike Michalske, John McNally oder Cal Hubbard, die später allesamt in die Hall of Fame aufgenommen wurden, nach Green Bay holen. Zu dieser Zeit gab es jedoch noch keinen NFL Draft und jeder Spieler konnte bei jeder Mannschaft seiner Wahl einen Vertrag unterschreiben. Lambeau hatte jedoch einen guten Blick für talentierte Spieler und holte diese in seine Mannschaft. In den Anfangsjahren wurde der Meister in der NFL auch noch nach dem Tabellenstand am Ende der Saison ermittelt, wie es heutzutage im Fußball gang und gäbe ist. Nachdem die Packers 1927 noch knapp hinter den New York Giants den 2. Platz belegt hatten, gewannen sie im Jahre 1929 den ersten Titel. Zusammen mit Arnie Herber, der sich den Packers 1930 anschloss und die Spielposition von Lambeau übernahm, konnten sie ihren Titel 1930 und 1931 verteidigen. In dieser Zeit waren die Packers 29 Heimspiele in Folge ungeschlagen, was bis heute (2018) ein Rekord in der NFL ist. Sie sind bis heute (2024) auch das einzige Team in der NFL, das drei Meistertitel in Folge erringen konnte. Den Packers sollte dies zwischen 1965 und 1967 ein zweites Mal gelingen.
1935 bis 1945 – Die „Don-Hutson-Ära“ mini|Schaubild der chair-Route, einer Laufroute für Receiver, die von Hutson entwickelt wurde
Nachdem man in der Saison 1932 noch die meisten Siege in der Liga hatte erzielen können, musste man 1933 und 1934 im Mittelfeld der Liga ausharren. 1935 kam mit Don Hutson der erste moderne Wide Receiver, der überwiegend zum Fangen von Pässen eingesetzt wurde und der mehr als 1.000 Yards Raumgewinn in einer Saison mit Passfängen erzielte, zu den Green Bay Packers. Dass Hutson in die NFL gekommen ist, ist eher einem Zufall zu verdanken. Er selbst hatte nicht daran gedacht, nach seinem College-Abschluss an der University of Alabama Profi-Football zu spielen. Dies lag daran, dass es in den Südstaaten keine NFL-Teams gab und dadurch keine Berichterstattung über die NFL stattfand. Der Informationsfluss andersherum funktionierte jedoch besser und Lambeau holte den mit 80 Kilo schmächtigen Hutson nach Green Bay. Mit ihm und Herber als Passgeber waren Lambeau und die Packers wieder ein Spitzenteam in der NFL und hatten die am meisten gefürchtete und dynamischste Offensivewaffe in ihren Reihen. Lambeau als Head Coach befeuerte wie zu seinen Zeiten als Spieler den Spielstil über das Passen und gilt damit als Architekt des Passspiels. Zudem machte er Hutson zum ersten echten Split End der NFL und positionierte ihn weit an den Außenseiten der Line of Scrimmage, anstatt wie ein üblicher End direkt neben der Offensive Line. Damit wurde die Defense auseinandergezogen und Hutson konnte dadurch in der Liga mit Schnelligkeit und Beweglichkeit brillieren. Zum ersten Mal wurden die damaligen Defensive Backs mit einem Receiver konfrontiert, der die 100 Yards in 9,8 Sekunden lief und in diesem Tempo bis dahin noch nicht gesehene Körpertäuschungen vollführen konnte und damit die heute komplett alltäglichen Receiving-Routen zum Leben erweckte. Schon zu seiner Collegezeit entwickelte er nach seiner wegweisenden Idee gemeinsam mit Dixie Howell, dem Halfback und Passgeber der Crimson Tide (vom Quarterback war damals noch keine Rede), geplante Routen, die der Passempfänger auf dem Spielfeld abläuft. Mit Absprache des Passgebers lief er so seine kreierten Routen, z. B. eine sogenannte chair-Route, nach dem heutigen Spielverständnis eine Out-Route gefolgt von einer Fly-Route und nahm dabei dem vom Passgeber geworfenen Ball auf. Diese Wege und Manöver waren für die damaligen Cornerbacks nur schwer zu verteidigen, weshalb es Hutson öfter als den anderen damaligen Spielern gelang, den Ball zu fangen und Touchdowns zu erzielen. Eine weitere Besonderheit des damaligen Packersspiels war es, dass Lambeau den Wert von Spezialisten erkannte. Nach der üblichen Spielweise hätte Hutson eigentlich als Defensive End gespielt und hätte gegen Spieler gespielt, die 20 Kilogramm schwerer waren und die ihn somit leicht umgerannt hätten. So wurde Hutson von Lambeau als Safety eingesetzt, um ihn einerseits etwas zu schonen und anderseits mögliche gegnerische geworfene Pässe der Gegner abzuwehren oder selbst zu fangen. Mit diesen Möglichkeiten konnten die Packers in den nächsten Jahren viermal in das NFL-Endspiel einziehen. 1936 spielten sie zum ersten Mal mit Hutson im Endspiel und besiegten darin die Boston Redskins mit 21:6. In den Jahren 1939 und 1944 folgten zwei weitere Titelgewinne. 1939 mussten sich die New York Giants mit 27:0 geschlagen geben, 1944 besiegten sie die Giants erneut. Das Spiel endete 14:7. Zuvor ging das erste Endspiel gegen die Giants im Jahr 1938 mit 17:23 verloren.
mini|Don Hutson Center Bei seinem Rücktritt 1945 hielt Hutson alle wichtigen Rekorde in der NFL und bei den Packers, die sich auf das Fangen der Bälle bezogen. Mit 825 Punkten hatte er auch damals die bis dahin meisten Punkte erzielt. Sein Rekord von 99 gefangenen Touchdowns während einer Laufbahn wurde erst 44 Jahre später von Steve Largent gebrochen. Von den damals aufgestellten Rekorden sind einige bis heute noch gültig (Stand: Saisonende 2018). So hat er bis heute für Green Bay die meisten Touchdowns erzielt, hat mit 29 Punkten die meisten Punkte in einem Viertel erzielt oder hat achtmal die Liga mit den meisten receptions in einer Saison, also den Ballfängen, angeführt. Durch seine Leistungen kann Hutson dadurch als der Urvater der modernen Wide Receiver betrachtet werden, da er in den 30er und 40er Jahren, als das Passspiel nichts anderes war als ein Verzweiflungsakt, die Liga mit seinen Touchdowns revolutionierte. Er war der erste moderne Receiver und darf mit Fug und Recht in einem Atemzug mit Babe Ruth genannt werden, der Home Runs schlug, als die Liga das Konzept noch gar nicht erfasst hatte. Er machte das gleiche mit Touchdown-Receptions und fing mehr Touchdowns durch die Luft als andere Teams insgesamt. Seine Trikotnummer (#14) ist die erste Nummer in der Geschichte der Packers, die nicht mehr vergeben wurde. Eine 1994 erbaute Trainingshalle der Packers trägt seinen Namen: Don Hutson Center.
1946 bis 1958 – Der Absturz