Die Kansas City Chiefs (von 1960 bis 1962 Dallas Texans) sind ein American-Football-Team der US-amerikanischen National Football League (NFL). Sie spielen dort in der American Football Conference (AFC) in der Western Division. Die Chiefs waren eines der Gründungsteam der American Football League, deren Meisterschaft sie bis zur Fusion der Liga mit der NFL dreimal gewannen.

Die Chiefs gewannen Super Bowl IV, Super Bowl LIV, Super Bowl LVII und Super Bowl LVIII.

Geschichte Die heutigen Kansas City Chiefs wurden 1959 als die Dallas Texans in der American Football League (AFL) gegründet, der damaligen Konkurrenzliga der NFL. Als die AFL ihren Betrieb aufnahm, gab es mit Ausnahme der Los Angeles Rams und San Francisco 49ers kein Profiteam westlich des Mississippi und südlich von Washington, D.C. Dallas war damit eine attraktive Heimat eines neuen Profifootballteams. Allerdings beschloss die NFL zur Saison 1960, die Dallas Cowboys zu gründen und kam der jungen AFL zuvor. Als Folge dessen sahen die Texans sich nach einem neuen Markt um und sind seit der Saison 1963 in Kansas City beheimatet. Zunächst sollte das neue Franchise Kansas City Texans heißen, obwohl Kansas City nicht in Texas liegt, aber aufgrund lokalen Widerstandes setzte sich der Name Kansas City Chiefs durch.

Die AFL-Zeit der Chiefs begann mit einem tragischen Todesfall, als sich Runningback Stone Johnson in einem Testspiel das Genick brach und 10 Tage später starb. Die Chiefs ehrten ihn, indem sie seine Rückennummer 33 zurückzogen, und gewannen drei AFL-Titel. Hierbei lieferten sie sich harte Gefechte gegen die AFL-Rivalen Oakland Raiders. Als die AFL und NFL fusionierten, sorgten die Chiefs 1970 für einen Paukenschlag, als sie in ihrer zweiten Super-Bowl-Teilnahme den Super Bowl IV gegen die favorisierten Minnesota Vikings gewannen. Grundlage des Teams von Hank Stram war die starke Verteidigung um Buck Buchanan, Bobby Bell, Curley Culp und Willie Lanier, die Quarterback Len Dawson und dem norwegischen Kicker Jan Stenerud den Rücken freihielten. Danach versanken die Chiefs im Mittelmaß, bis Coach Marty Schottenheimer eine weitere starke Defense um Neil Smith und Derrick Thomas aufbaute und in der Offensive starke Runningbacks wie Christian Okoye, Priest Holmes und Larry Johnson hervorbrachte. Trotz der Verpflichtung von Quarterback-Star Joe Montana waren die Chiefs in den 1990er-Jahren stets stark in der Regular Season, aber notorisch schwach in den Play-offs: Schottenheimers Team gewann gerade einmal 3 von 10 K.-o.-Spielen. Nach Schottenheimers Weggang und Thomas’ tragischem Unfalltod brachen die Chiefs auseinander, und auch mit dem neuen Star-Tight End Tony Gonzalez blieben die Chiefs in den 2000er-Jahren Mittelmaß. In den 2010er-Jahren bauten die Chiefs ein Team mit einer starken Verteidigung mit Justin Houston und Tamba Hali auf, unterstützt vom neuen Runningback Jamaal Charles und Quarterback Alex Smith. 2013 erreichten sie nach einer starken Regular Season (11:5-Siege) wieder die Play-offs, verspielten aber eine 38:10-Führung gegen die Indianapolis Colts und wurden nach einer 44:45-Niederlage erst das zweite NFL-Team, das in einem K.-o.-Spiel einen 28-Punkte-Vorsprung verspielte. Nachdem die Chiefs das erste Spiel der Saison 2015 gewannen, wurden die darauffolgenden fünf Spiele verloren, wodurch den Chiefs keine Chance mehr zu den Play-offs eingeräumt wurde. Erschwerend kam hinzu, dass sich der Top-Runningback Jamaal Charles im Spiel gegen die Chicago Bears langfristig verletzte. Das Heimspiel gegen die Pittsburgh Steelers, das 23:13 gewonnen wurde, leitete jedoch eine bemerkenswerte Siegesserie ein, in der die Chiefs alle darauffolgenden Spiele der Regular Season gewannen. Damit sind die Chiefs das erste NFL-Team, das nach einer Serie von fünf Niederlagen eine Serie mit 10 Siegen folgen ließ und erst das zweite Team nach den Cincinnati Bengals 1970, das nach einem 1:5-Ergebnis die Play-offs am Ende der Saison erreicht hat. Da die Denver Broncos in der AFC West mit 12:4 abgeschlossen hatten, mussten die Chiefs im Wildcard-Game gegen die Houston Texans spielen, das mit 30:0 souverän gewonnen wurde. Dabei gelang es Knile Davis als erstem in der NFL-Geschichte, den Eröffnungskickoff der Texans direkt zu einem Touchdown zurückzutragen. Im Divisional-Game mussten die Chiefs ins Gillette Stadium, wo sie gegen die New England Patriots mit 27:20 ausschieden.

Zur Saison 2018 gaben die Chiefs ihren Starting Quarterback Alex Smith an die Washington Redskins ab und gingen mit Patrick Mahomes, den sie an 10. Stelle im NFL Draft 2017 ausgewählt hatten, als neuem Spielmacher in die neue Saison.Kansas City Chiefs: Mit Mahomes in eine bessere Zukunft?, auf ran.de, 27. Februar 2018, abgerufen am 4. April 2019. Mahomes spielte eine herausragende Saison, warf 50 Touchdowns und wurde nach der Saison zum NFL Most Valuable Player gewählt. Mit einer Bilanz von 12-4 waren die Kansas City Chiefs das beste Team der Regular Season in der AFC, mit 35,3 Punkten pro Spiel stellten sie zudem die beste Offense.Adam Teicher: Chiefs seal West division title, No. 1 seed in AFC auf espn.com, 30. Dezember 2018, abgerufen am 4. April 2019 (englisch).Ben Shpigel: Athletes Who Changed the Game in 2018. Patrick Mahomes – The Highlight Reel, The New York Times, 28. Dezember 2018, abgerufen am 4. April 2019 (englisch). Als bestplatziertes Team hatten die Chiefs in der Wild Card Round spielfrei und trafen in der Divisional Round auf die Indianapolis Colts, die sie mit 31:13 deutlich besiegten.Divisional-Round: Colts enttäuschen, Chiefs ziehen ins Championship-Game ein auf ran.de, 13. Januar 2019, abgerufen am 4. April 2019. Im AFC Championship Game unterlagen die Chiefs in einer knappen Partie dem späteren Super-Bowl-Sieger New England Patriots mit 31:37 nach Overtime.Adrian Franke: Playoffs: Unfassbares Finish! Patriots stehen erneut im Super Bowl! auf spox.com, 21. Januar 2019, abgerufen am 4. April 2019.

Im Draft 2019 wurde Cornerback Rashad Fenton gedraftet, zudem wurden Wide Receiver Mecole Hardman sowie vier weitere Spieler gedraftet. Durch den Abgang von Justin Houston und Eric Berry musste vornehmlich die Defense verstärkt werden. Die Saison wurde mit einer Bilanz von 12-4 abgeschlossen. Nach einem 51:31-Sieg über die Houston Texans gewannen die Chiefs den Titel in der AFC West und nach einem Sieg mit 35:24 über die Tennessee Titans das AFC Championship Game. Sie standen somit zum ersten Mal seit 50 Jahren (1970 gegen die Minnesota Vikings) im Super Bowl. Gegner im Super Bowl LIV waren die San Francisco 49ers, welche mit 31:20 geschlagen wurden.

In der Saison 2020/21 konnten die Chiefs die AFC West vor den Las Vegas Raiders mit 14 Siegen bei zwei Niederlagen als Tabellenerster abschließen. Die anschließende Divisional Round gewann man mit 22:17 gegen die Cleveland Browns. Im Conference Championship Game gewann man mit 38:24 gegen die Buffalo Bills. Im Super Bowl LV verlor man mit 31:9 gegen die Tampa Bay Buccaners.

Die Chiefs erreichten 2021/22 zum siebten Mal in Folge die Playoffs. Nach einem Sieg gegen die Buffalo Bills verlor man jedoch das Championship Game gegen die Cincinnati Bengals mit 24:27.

Die Saison 2022/23 beendeten die Chiefs mit einer 14:3-Bilanz als Tabellenerster der NFL. Gegen die Jacksonville Jaguars siegte das Team in den Divisional Playoffs und im AFC Championship Game gegen die Cincinnati Bengals mit 23:20. Im Super Bowl LVII holte man mit einem 38:35-Sieg über die Philadelphia Eagles den dritten Titelgewinn.

Nach der Saison 2023/24, welche die Chiefs mit elf Siegen und sechs Niederlagen abschlossen, gewann man zunächst im Wild Card-Playoff mit 26:7 gegen die Miami Dolphins und anschließend im Divisional Playoff gegen die Buffalo Bills mit 27:24. Im AFC Conference Championship setzten sich die Chiefs mit 17:10 gegen die Baltimore Ravens durch, um in den Super Bowl LVIII gegen die San Francisco 49ers, eine Wiederauflage des Super Bowl LIV, einzuziehen. Die reguläre Zeit der Partie war mit 19:19 zu Ende gegangen, in der Overtime siegten die Chiefs durch ein Touchdown zum 25:22-Endstand. Somit konnten die Chiefs den dritten Titel in fünf Jahren feiern.

Die Saison 2025/26 startete für die Chiefs zunächst mit zwei Niederlagen gegen die Los Angeles Chargers und die Philadelphia Eagles. Nach acht Niederlagen und sechs Siegen verfehlte das Team erstmals seit der Saison 2014 die Teilnahme an den Playoffs. Zudem erlitt Quarterback Mahomes in der 13:16-Niederlage gegen die Chargers am 13. Dezember 2025 einen Kreuzbandriss, wodurch die Saison für ihn vorzeitig beendet war.

Fankultur mini|H. Roe Bartle (1925) war ein großer Verehrer der indianischen Chiefs, nach denen das Franchise benannt ist. Der Name „Chief“ () geht auf den aus Kansas City stammenden Geschäftsmann und Pfadfinder H. Roe Bartle zurück, der von der Weisheit indianischer Häuptlinge fasziniert war und einen Beitrag zur lokalen Völkerverständigung leistete. Die Fans der Chiefs nennen sich Chiefs Nation/Kingdom (), und das Stadion bzw. das Maskottchen heißen entsprechend Arrowhead Stadium () und K.C. Wolf () nach ihrer bevorzugten Waffe bzw. nach ihrem bevorzugten Tier. Als Erzrivalen der Chiefs gelten seit den 1960er-Jahren die Las Vegas Raiders.

Besondere Spieler Zurückgezogene Trikotnummern Retired Numbers der Kansas City Chiefs Nr.SpielerPositionZeitraum 3 Jan Stenerud K 1967–1979 16 Len Dawson QB 1962–1975 18 Emmitt Thomas CB 1966–1978 28 Abner Haynes RB 1960–1964 33 Stone Johnson RB 1963 36 Mack Lee Hill RB 1964–1965 58 Derrick Thomas LB 1989–1999 63 Willie Lanier LB 1967–1977 78 Bobby Bell LB 1963–1974 86 Buck Buchanan DT 1963–1975

Texans/Chiefs in der Pro Football Hall of Fame Pro Football Hall of Fame MitgliederTrikotnummerNamePositionFür die Texans/Chiefs aktivJahr der Aufnahme – Lamar Hunt Besitzer,Gründer der AFL 1960–2006 1972 78 Bobby Bell LB 1963–1974 1983 63 Willie „Contact“ Lanier LB 1967–1977 1986 16 Len Dawson QB 1963–1975 1987 86 Buck Buchanan DT 1963–1975 1990 3 Jan Stenerud K 1967–1979 1991 53 Mike Webster C 1989–1990 1997 19 Joe Montana QB 1993–1994 2000 – Marv Levy Head Coach 1978–1982 2001 – Hank Stram Head Coach 1960–1974 2003 32 Marcus Allen RB 1993–1997 2003 1 Warren Moon QB 1999–2000 2006 18 Emmitt Thomas CB 1966–1978 2008 58 Derrick Thomas LB 1989–1999 2009 77 Willie Roaf T 2002–2005 2012 61 Curley Culp DT 1968–1974 2013 68 Will Shields G 1993–2006 2015 8 Morten Andersen K 2002–2003 2017 88 Tony Gonzalez TE 1997–2008 2019 24 Ty Law CB 2006–2007 2019 42 Johnny Robinson S 1960–1971 2019 – Dick Vermeil Head Coach 2001–2005 2022 24 Darrelle Revis CB 2017 2023 69 Jared Allen DE 2004–2007 2025

Chiefs Hall of Fame In der Hall of Fame der Kansas City Chiefs werden ehemalige Spieler, Funktionäre und andere Personen der Chiefs bzw. Texans geehrt, die sich besonders um das Team verdient gemacht haben. Sie umfasst bisher 53 Mitglieder und wird jährlich in einer Aufnahmezeremonie um eine Person erweitert. Jüngstes Mitglied in der zweitältesten Hall of Fame ist Defensive End und Linebacker Tamba Hali, der 2024 neu aufgenommen wurde.

Aktueller Kader

Trainer (Head Coaches)