Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 () war die 17. Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 31. Mai bis zum 30. Juni 2002 erstmals in Asien und auch erstmals in zwei Ländern statt. Südkorea und Japan erhielten überraschend gemeinsam von der FIFA den Zuschlag, nachdem sie sich getrennt beworben hatten.
Weltmeister wurde Brasilien mit dem Torschützenkönig Ronaldo (8 Tore), das sich im Finale gegen Deutschland, welches mit Oliver Kahn sowohl den besten Spieler als auch den besten Torwart des Turniers stellte, durchsetzte. Die Türkei, bei der Hakan Şükür im Spiel um Platz drei gegen Co-Gastgeber Südkorea WM-Geschichte schrieb, als er elf Sekunden nach dem Anstoß das 1:0 erzielte, wurde Dritter. Der andere Co-Gastgeber Japan schied im Achtelfinale aus.
Letztmals war der Titelverteidiger, Frankreich, direkt qualifiziert. Die Franzosen stellten während des Turniers einen Negativ-Rekord auf, da sie als ebenso amtierender Europameister kein einziges Tor erzielten.
Die Gastgeber Südkoreas Beziehungen zu Japan sind durch die Zeit, in der Korea eine Provinz Japans war (1910 bis 1945), noch immer schwer belastet. Daher gab es schon in der Planungsphase hitzige Diskussionen. Hauptstreitpunkte waren die Reihenfolge der Namen und die Vergabe des Endspiels. Man einigte sich schließlich darauf, dass die Eröffnungsfeier in Seoul und das Endspiel in Yokohama stattfand und dass der koreanische Name zuerst genannt wurde. Die offizielle Turnierbezeichnung lautete daher: 2002 FIFA World Cup Korea/Japan.
Wegen „ihrer ansteckenden Freude, ihrer riesigen Euphorie, ihrer grossen Gastfreundschaft und insbesondere ihrem überaus fairen und freundlichen Verhalten“ erhielten Fußballfamilien von Japan und Südkorea den FIFA-Fairplay-Preis 2002. (PDF-Datei; 266 kB), abgerufen am 10. November 2013.
Spielorte Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in jeweils zehn Stadien in je zehn verschiedenen japanischen und südkoreanischen Städten ausgetragen. Nie zuvor gab es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft derartig viele Spielorte, die durchweg über modernste Stadien und Verkehrsanbindungen verfügten.
Südkorea Busan Daegu Daejeon Gwangju Incheon Busan-Asia-Main-Stadion Daegu-World-Cup-Stadion Daejeon-World-Cup-Stadion Gwangju-World-Cup-Stadion Incheon-Munhak-Stadion Kapazität: 56.000 Kapazität: 68.000 Kapazität: 40.400 Kapazität: 43.000 Kapazität: 52.200 3 Vorrundenspiele 3 VorrundenspieleSpiel um Platz 32 Vorrundenspiele1 Achtelfinale2 Vorrundenspiele1 Viertelfinale3 Vorrundenspiele Gesamtzuschauerzahl: 112.235 Gesamtzuschauerzahl: 214.987 Gesamtzuschauerzahl: 96.094 Gesamtzuschauerzahl: 97.929 Gesamtzuschauerzahl: 140.638 Schnitt: 37.412 Schnitt: 53.747 Schnitt: 32.031 Schnitt: 32.643Schnitt: 46.879 150px 150px 150px 150px 150px Jeonju Seogwipo Seoul Suwon Ulsan Jeonju-World-Cup-Stadion Jeju-World-Cup-Stadion Seoul-World-Cup-Stadion Suwon-World-Cup-Stadion Ulsan-Munsu-Fußballstadion Kapazität: 42.400 Kapazität: 42.300 Kapazität: 70.000 Kapazität: 43.200 Kapazität: 43.600 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale2 Vorrundenspiele (darunter Eröffnungsspiel)1 Halbfinale3 Vorrundenspiele1 Achtelfinale2 Vorrundenspiele1 Viertelfinale Gesamtzuschauerzahl: 91.380 Gesamtzuschauerzahl: 92.102 Gesamtzuschauerzahl: 171.422 Gesamtzuschauerzahl: 148.437 Gesamtzuschauerzahl: 101.336 Schnitt: 30.460 Schnitt: 30.701 Schnitt: 57.141 Schnitt: 37.109Schnitt: 33.779 150px 150px 150px 150px
Japan Fukuroi Kashima Kōbe Niigata Ōita Shizuoka Stadium Ecopa Kashima Soccer Stadium Kobe Wing Stadium Niigata Stadium Ōita Stadium Kapazität: 50.600 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 42.300 Kapazität: 43.0002 Vorrundenspiele1 Viertelfinale 3 Vorrundenspiele 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale Gesamtzuschauerzahl: 141.161 Gesamtzuschauerzahl: 106.376 Gesamtzuschauerzahl: 107.591 Gesamtzuschauerzahl: 106.500 Gesamtzuschauerzahl: 118.738 Schnitt: 47.054 Schnitt: 35.459 Schnitt: 35.864 Schnitt: 35.500Schnitt: 39.579 150px 150px 150px 150px 150px Osaka Rifu Saitama Sapporo Yokohama Nagai Stadium Miyagi Stadium Saitama Stadium Sapporo Dome International Stadium Yokohama Kapazität: 50.000 Kapazität: 49.000 Kapazität: 63.000 Kapazität: 42.000 Kapazität: 70.000 2 Vorrundenspiele1 Viertelfinale 2 Vorrundenspiele1 Achtelfinale3 Vorrundenspiele1 Halbfinale3 Vorrundenspiele3 VorrundenspieleFinale Gesamtzuschauerzahl: 134.310 Gesamtzuschauerzahl: 137.053 Gesamtzuschauerzahl: 221.363 Gesamtzuschauerzahl: 99.226Gesamtzuschauerzahl: 266.319 Schnitt: 44.770 Schnitt: 45.684 Schnitt: 55.341 Schnitt: 33.075Schnitt: 66.580 150px 150px 150px 150px 150px
Qualifikation
Insgesamt bewarben sich 198 Nationen um die 32 Endrundenplätze. Für die einzelnen Kontinente waren die Teilnehmerzahlen fest vorgegeben. In einigen Fällen gab es Entscheidungsspiele.
Europa stellte 15 Teilnehmer, davon war Frankreich als Titelverteidiger direkt qualifiziert. WM-Plätze gab es für die ersten vier der südamerikanischen Qualifikationsrunde, der Fünfte musste zwei Ausscheidungsspiele gegen den Sieger der Ozeanien-Gruppe bestreiten. Nord- und Mittelamerika stellte drei Teilnehmer. Für Asien standen neben Japan und Südkorea, die als Gastgeberländer direkt qualifiziert waren, zwei weitere Plätze zur Verfügung. Afrika schickte fünf Mannschaften ins Rennen. Die größte Überraschung der Qualifikation war das Ausscheiden der Niederlande, die hinter Portugal und Irland nur den dritten Platz in ihrer Gruppe belegte. Auch die stärker eingeschätzten Tschechen konnten sich nicht qualifizieren, da sie in den Play-offs der Gruppenzweiten an Belgien scheiterten. Die Türkei erreichte erstmals seit 1954 ein Endturnier. Für China, Slowenien, den Senegal und Ecuador war es die erste WM-Teilnahme überhaupt.
Teilnehmer Für die Endrunde qualifizierten sich letztlich folgende 32 Nationalmannschaften aus den jeweiligen Kontinentalverbänden: 15 aus Europa 5 aus Südamerika 3 aus Nord- und Mittelamerika 5 aus Afrika 4 aus Asien mini|links|600px|Weltkarte der Teilnehmer und deren Platzierungen
Auslosung Topf 1: Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich (A), Italien, Japan (H), Spanien, Südkorea (D) Topf 2: Belgien, Dänemark, England, Irland, Kroatien, Polen, Portugal, Russland, Schweden, Slowenien, Türkei Topf 3: China, Saudi-Arabien, Ecuador, Paraguay, Uruguay Topf 4: Kamerun, Nigeria, Senegal, Südafrika, Tunesien, Costa Rica, Mexiko, USA Die Gruppen A, B, C und D spielten in Südkorea, die Gruppen E, F, G und H in Japan.
Die beiden Gastgeber Südkorea (Gruppe D) und Japan (Gruppe H) sowie Weltmeister Frankreich (Gruppe A) wurden vorab gesetzt.Die fünf übrigen Gruppen bekamen aus Topf 1 je eine Mannschaft als Gruppenkopf zugelost. Dabei wurde schon vorher festgelegt, dass eine südamerikanische Mannschaft in eine in Japan spielende Gruppe kam und die andere in eine in Südkorea spielende Gruppe.
Aus dem Topf 2 wurden zunächst acht Mannschaften den Gruppenköpfen aus Topf 1 frei zugelost. Die drei übrig gebliebenen Mannschaften aus Topf 2 komplettierten Topf 3.
In jeder Gruppe durften maximal zwei europäische Mannschaften stehen. Aus den anderen Kontinenten durfte nur eine Mannschaft in derselben Gruppe sein.China spielte aus „geografischen und ökonomischen Gründen“ in Südkorea. Um das asiatische Gleichgewicht zu wahren, spielte deshalb Saudi-Arabien in Japan. Wegen dieser Einschränkungen wurden aus Topf 3 allen Gruppenköpfen gezielt Mannschaften aus anderen Kontinenten zugelost.Also europäische Teams nicht zu Frankreich, China nicht zu Südkorea, Paraguay nicht zu Brasilien usw.
Als letzten Schritt wurden die acht Mannschaften aus Topf 4 ohne Einschränkungen den acht Gruppen frei zugelost.
Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe D Gruppe E Gruppe F Gruppe G Gruppe H Für Informationen zu den einzelnen WM-Gruppen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.
Vorrunde Gruppe A
31. Mai 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seoul Frankreich – Senegal 0:1 (0:1) 1. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Ulsan Uruguay – Dänemark 1:2 (0:1) 6. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu Dänemark – Senegal 1:1 (1:0) 6. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Busan Frankreich – Uruguay 0:0 11. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Incheon Dänemark – Frankreich 2:0 (1:0) 11. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Suwon Senegal – Uruguay 3:3 (3:0)
Die erste Überraschung des Turniers war gleich im Eröffnungsspiel der Sieg des Senegal über Titelverteidiger Frankreich. Der Titelfavorit konnte in den drei Vorrundenspielen keinen Treffer erzielen und schied als Letzter der Gruppe A frühzeitig aus dem Turnier aus. Frankreichs Spielmacher Zinédine Zidane konnte verletzungsbedingt nur im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark auflaufen. Uruguay scheiterte ebenfalls in der Gruppenphase, obwohl im letzten Gruppenspiel nach einem 0:3-Rückstand noch ein 3:3-Unentschieden erreicht werden konnte.
Gruppe B
2. Juni 2002, 16:30 Uhr (09:30 Uhr MESZ) in Busan Paraguay – Südafrika 2:2 (1:0) 2. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Gwangju Spanien – Slowenien 3:1 (1:0) 7. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Jeonju Spanien – Paraguay 3:1 (0:1) 8. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu Südafrika – Slowenien 1:0 (1:0) 12. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Daejeon Südafrika – Spanien 2:3 (1:2) 12. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seogwipo Slowenien – Paraguay 1:3 (1:0)
Spanien setzte sich in dieser Gruppe mit drei Siegen durch. Es gelang die Revanche gegen Paraguay, gegen das die Selección vier Jahre zuvor gescheitert war. Paraguay konnte sich im Gegensatz zu damals weniger defensivstark präsentieren, aber dank eines 3:1-Sieges in Unterzahl gegen Slowenien kam die Albirroja aufgrund eines mehr erzielten Tores gegenüber Südafrika noch ins Achtelfinale. Südafrika verpasste dies durch die Niederlage gegen Spanien. Südafrikas Spieler wurden über den Zwischenstand aus dem Parallelspiel bewusst nicht in Kenntnis gesetzt. So machten sie gegen Ende der Partie keine großen Anstalten nach vorne zu spielen, da sie nach der Halbzeitführung der Slowenen wohl nicht damit rechneten, noch ein Tor erzielen zu müssen. Slowenien schied als schlechteste europäische Mannschaft in der Vorrunde aus. Nach einem Disput zwischen Trainer Srečko Katanec und Mittelfeldspieler Zlatko Zahovič wurde dieser vorzeitig nach Hause geschickt.
Gruppe C
3. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Ulsan Brasilien – Türkei 2:1 (0:1) 4. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Gwangju China – Costa Rica 0:2 (0:0) 8. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Seogwipo Brasilien – China 4:0 (3:0) 9. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Incheon Costa Rica – Türkei 1:1 (0:0) 13. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Suwon Costa Rica – Brasilien 2:5 (1:3) 13. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Seoul Türkei – China 3:0 (2:0)
Brasilien schien von allen Titelkandidaten die einfachste Gruppe erwischt zu haben, jedoch erwies sich die Türkei als schwer bespielbarer Gegner. Der brasilianische Sieg war umstritten, da der Unparteiische einige zweifelhafte Entscheidungen traf. Nach einem 1:1 gegen Costa Rica waren die Türken auf Schützenhilfe Brasiliens am letzten Spieltag angewiesen. Nur knapp verpasste die Mannschaft aus Costa Rica, die zwischenzeitlich gegen Brasilien auf 2:3 herangekommen war, den zweiten Achtelfinaleinzug nach 1990. China verlor alle drei Gruppenspiele.
Gruppe D
4. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Busan Südkorea – Polen 2:0 (1:0) 5. Juni 2002, 18:00 Uhr (11:00 Uhr MESZ) in Suwon USA – Portugal 3:2 (3:1) 10. Juni 2002, 15:30 Uhr (08:30 Uhr MESZ) in Daegu Südkorea – USA 1:1 (0:1) 10. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Jeonju Portugal – Polen 4:0 (1:0) 14. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Incheon Portugal – Südkorea 0:1 (0:0) 14. Juni 2002, 20:30 Uhr (13:30 Uhr MESZ) in Daejeon Polen – USA 3:1 (2:0)