Dreieich (IPA: []angelehnt an: , ) ist eine Stadt im Landkreis Offenbach in Hessen und liegt südlich von Frankfurt am Main. Sie ist mit über 42.000 Einwohnern die zweitgrößte Kommune des Landkreises. Der Verwaltungssitz befindet sich im größten Stadtteil Sprendlingen.

Geographie Geographische Lage Dreieich liegt im Landkreis Offenbach. Der nördlichste Stadtteil Sprendlingen liegt etwa zehn Kilometer südlich von Frankfurt am Main und etwa 20 Kilometer nördlich von Darmstadt.

Mit Ausnahme von Offenthal reihen sich die bebauten Flächen aller Stadtteile am Oberlauf des Hengstbachs auf, der das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten durchzieht und weiter im Westen als Quellfluss den Schwarzbach speist, der wiederum südlich der Mainspitze in den Rhein mündet. Nördlich von Götzenhain entspringt die Bieber und nimmt ihren Lauf nach Nordosten durch Dietzenbach, Heusenstamm und Offenbach-Bieber nach Mühlheim am Main. Ganz in der Nähe des Quellgebiets der Bieber beginnt der Luderbach seinen Lauf nach Norden durch Neu-Isenburg in den Main bei Frankfurt-Niederrad. Den Stadtteil Offenthal entwässert der FritzenwiesengrabenGewässername laut WRRL Hessen nach Südwesten zum Hegbach, auch Rutschbach genannt. Der höchsten Punkte des Stadtgebietes liegt im Westen der Gemarkung Offenthal bei 195,3 Meter im Koberstädter Wald und auf der Stadtgrenze östlich von Offenthal, wo das Stadtgebiet am Westhang der Bulau 203 Meter erreicht.

Nachbargemeinden Dreieich grenzt im Norden an die Stadt Neu-Isenburg, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Offenbach, im Osten an die Städte Heusenstamm, Dietzenbach und Rödermark, im Süden an die Gemeinde Messel (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und die kreisfreie Stadt Darmstadt sowie im Westen an die Stadt Langen.

Stadtgliederung Entlang des Hengstbachs reihen sich, von Nordwesten beginnend, die Stadtteile Buchschlag, Sprendlingen, Dreieichenhain und Götzenhain nahtlos aneinander. Offenthal ist, rund einen Kilometer von Götzenhain entfernt, der südöstlichste Stadtteil.

Geschichte mini|Burgruine Dreieichenhain Der Name der Stadt geht auf einen Wildbannforst, den Wildbann Dreieich zurück, der bereits im 9. Jahrhundert erwähnt wurde. Dabei handelte es sich um ein Gebiet, in dem ausschließlich der König das Jagdrecht besaß. Der Bezirk dieses Wildbanns Dreieich erstreckte sich entlang des Untermains von Aschaffenburg bis Rüsselsheim und von Vilbel bis zur Neunkircher Höhe im Odenwald. Die Eichbäume im Wappen vieler Gemeinden in diesem Gebiet verweisen auf diesen Ursprung. Zum Zentrum des Wildbannforsts Dreieich entwickelte sich im 11. Jahrhundert Dreieichenhain, als hier eine Turmburg der Herren von Hagen (1075) errichtet wurde.

Stadtgründung Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach die Städte Dreieichenhain und Sprendlingen und die Gemeinden Buchschlag, Götzenhain und Offenthal zu einer Stadt mit dem Namen Dreieich zusammengeschlossen.

Buchschlag

80px|mini|Wappen Buchschlags Der Name Buchschlag bezeichnete früher an dieser Stelle einen Waldbezirk. Er leitet sich von einem alten Buchenbestand bei einem Schlagbaum der früheren Dreieicher Ringlandwehr an der Straße in Richtung Mitteldick ab.vgl. Hans Obermann: Buchschlag in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 16 Vor der Gründung des Ortes Buchschlag bestand an dieser Stelle seit 1837 eine großherzoglich hessische Revierförsterei. 1879 entstand an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg ein Bahnhof mitten im Wald. Um die Jahrhundertwende wurden die beiden Gebäude durch das Gestüt Maria-Hall des Frankfurter Fabrikanten Viktor Mössinger ergänzt.

Der Ort wurde 1904 vom Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha als Villenkolonie Buchschlag in der selbständigen Waldgemarkung Mitteldick gegründet. Erster Bürgermeister war ab 1913 Rudolf Binding.

Buchschlag hat den Charakter einer Villenkolonie bis heute größtenteils bewahren können: viele Jugendstilvillen im Ortskern sind erhalten und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die neueren Teile Buchschlags bestehen größtenteils ebenfalls aus freistehenden Wohnhäusern.

Dreieichenhain

mini|86x86px|Wappen von Dreieichenhain Älterer Tradition nach bestand bereits ab dem 9. Jahrhundert ein einfaches Jagdhaus, das um 950 zu einem königlichen Jagdhof aus Steingebäuden mit Schutzgraben ausgebaut wurde.vgl. Gernot Schmidt: Dreieichenhain. In: Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt. S. 36. Die frühe Datierung in das 9. und 10. Jahrhundert wird in der wissenschaftlichen Forschung inzwischen bestritten.vgl. Horst Wolfgang Böhme: Kritische Bemerkungen zur salischen Turmburg von Dreieichenhain und ihrer Vorgängerbauten. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Jg. 55, 2005, S. 251–262.

Das Jagdhaus wurde von den Kaisern und Königen mit ihren Begleitern bewohnt, solange sie sich hier zur Jagd aufhielten. Das Hengstbach-Tal soll Karl dem Großen so gut gefallen haben, dass er beschloss hier sein Jagdhaus zu errichten. Karls vierte Ehefrau Fastrada soll der Sage nach einen Zauberring besessen und hier in den Burgteich versenkt haben. Der Kaiser soll dadurch an dieses Jagdhaus im Hain magisch gebunden gewesen sein und machte es zu seinem Lieblingsjagdplatz.

Im 11. Jahrhundert wurde eine Turmburg, die Burg Hayn, errichtet. Von hier verwalteten die Herren von Hagen, später: Hagen-Münzenberg (1075–1255), den königlichen Wildbannforst Dreieich. Die neben der Burg entstandene Siedlung wurde am 23. September 1256 indirekt als Stadt erwähnt (). Territorial teilte die Stadt das Schicksal des Wildbanns Dreieich.

Götzenhain

80px|mini|Wappen Götzenhains Obwohl aus der Gemarkung Funde aus vor- und frühgeschichtlicher sowie aus der Römerzeit bekannt sind, wird die Entstehung kurz vor dem Jahr 1200 vermutet.vgl. Rudolf Miedtank: Götzenhain in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 84 Als Grund für die Ortsgründung wird angegeben, die Reichsvögte auf der Burg Dreieichenhain benötigten weiteres Ackerland. Deshalb sei auf dem Landrücken Im Höchsten (bis zu 192 Meter über NN) im Osten von Dreieichenhain Land gerodet und der Ort angelegt worden. Götzenhain wurde früher auch als Küchendorf für die Burgbewohner bezeichnet, was seinen Ursprung in diesen Umständen haben könnte.vgl. Rudolf Miedtank, S. 84 Die erste urkundliche Erwähnung Götzenhains stammt aus dem Jahr 1318.

Offenthal

80px|mini|Wappen Offenthals In der Grenzbeschreibung der Langener Mark wurde Offenthal als „Ovemdan“ wahrscheinlich erstmals erwähnt. Diese Urkunde lässt sich allerdings nicht genau datieren, sondern fällt in einen möglichen Zeitraum von 834 bis 840. Die erste sicher datierbare urkundliche Erwähnung Offenthals stammt aus dem Jahr 837, weshalb man auch 1987 das 1150-jährige Bestehen des Ortes feierte.vgl. Walther Raffius: Offenthal in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 102 Offenthal ist damit nach Sprendlingen die älteste Siedlung im heutigen Dreieich. Die Grafen von Isenburg besaßen ab 1489 Offenthal. Als bedeutendes Baudenkmal ist die gotische Kirche von Offenthal erhalten geblieben. Sie wurde um 1400 gestiftet und gehört somit zu den ältesten Kirchen im Landkreis Offenbach. Nach Einführung der Reformation 1528 wurde die Pfarrei lutherisch, ab 1596 wurde versucht, den Calvinismus einzuführen.

Sprendlingen

mini|86x86px|Wappen Sprendlingens Die erste urkundliche Erwähnung der Gemarkung Sprendlingens als Spiren Dilinger marca fällt in das Jahr 834. Seit 880 ist die Existenz einer dem Heiligen Laurentius geweihten Kirche in Sprendilingun urkundlich belegt.

Aufgrund der Endung des Ortsnamens auf ‑ingen kann von einer Gründung durch die Alemannen ausgegangen werden, welche ab dem Jahr 250 nach Christus in dieser Gegend siedelten. Deren Ortsnamen beinhalten gewöhnlich einen Personennamen, weshalb der Name Sprendlingen stehen kann für „Leute des Sprand“, „…des Sprendilo“ oder „…des Spiridio“.vgl. Heinrich Runkel, S. 126

Einwohnerstatistik Ort Einwohner 1834 1961 1970 1977 2012 2020 Buchschlag – 2.422 2.796 2.984 2.727 2.907 Dreieichenhain 998 5.073 6.858 8.000 8.030 8.283 Götzenhain 705 2.250 3.871 4.696 4.667 4.855 Offenthal 441 1.959 2.517 3.020 5.151 5.200 Sprendlingen 1.788 16.571 22.746 21.351 20.422 22.198

Konfessionsstatistik Gemäß Zensus 2022 waren 17,1 % der Bevölkerung katholische, 24,5 % evangelische und 58,4 % gehörten anderen und keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an.Zensus 2022 Religion

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Dreieich erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Dreieich 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 33,5 15 28,2 13 28,9 13 28,4 13 36,5 17 43,1 19 20,5 9 20,8 9 28,9 13 28,9 13 33,4 15 33,8 15 vor 2016: Grüne und Bürgerinitiativen-Liste Dreieich (GRÜNE/Bi) 19,2 9 24,7 11 15,5 7 24,6 11 16,1 7 12,7 6 12,2 6 – – 7,5 3 — — — — — — 6,3 3 12,4 6 9,3 4 6,2 3 6,4 3 5,8 3 4,5 2 8,4 4 6,6 3 7,1 3 7,5 3 4,6 2 BfD Bürger für Dreieich 2,8 1 5,5 2 — — – – – – – – 1,0 – – – 3,3 2 2,2 1 — — — — UGL Unabhängige Gemeinschaftsliste Dreieich – – – – — — 1,5 1 – – – – Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in % 53,9 49,3 46,1 47,9 47,5 48,0

Für die Legislaturperiode vom 1. April 2026 bis 31. März 2031 waren 45 Stadtverordnete zu wählen. Von 31.041 Wahlberechtigten gingen 16.733 zur Wahl.

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Dreieich neben dem Bürgermeister ein hauptamtlicher Erster Stadtratop-online, 17. Februar 2024: Stadtrat in Dreieich: Nach der Abwahl ist vor der Neuwahl: „Die Amtszeit von Markus Heller, der seit Monaten im Krankenstand ist, geht mit dem Tag der zweiten Abwahl, also am Donnerstag, zu Ende. … Eine Wahl zum Ersten Stadtrat durch die Stadtverordnetenversammlung kann frühestens am 23. Mai erfolgen. Wann derjenige, der gewählt wird, sein Büro im Rathaus beziehen kann, kommt auf die Kündigungsfrist beim bisherigen Arbeitgeber an.“ und acht ehrenamtliche Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 14. Februar 2019 der parteiunabhängige Martin Burlon, der bis dahin als Erster Stadtrat dem Magistrat angehörte. Er wurde als Nachfolger von Dieter Zimmer (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 28. Oktober 2018 im ersten Wahlgang bei 65,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 59,2 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im Juni 2024.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 in Dreieich

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: das Einzelergebnis 2001 ist nicht archiviert 2019–2031 Martin BurlonOffenbach-Post, 28. Oktober 2018: Auszählen zur Geisterstunde - bei Briefwahl klemmt es: „Die Dreieicher haben den parteilosen Ersten Stadtrat Martin Burlon fast sensationell im ersten Durchgang mit 59,2 Prozent der Stimmen auf den Sessel des Rathauschefs gehievt. … Bis 13. Februar „regiert“ noch Dieter Zimmer, tags darauf übernimmt Burlon das Kommando im Rathaus.“ 2007–2019 Dieter Zimmer (SPD)FR, 17. Februar 2018: Bürgermeister geht in Ruhestand: „Zimmer ist seit zwölf Jahren Bürgermeister und fungierte vorher fünfeinhalb Jahre lang als Erster Stadtrat. Er wird bis zum 14. Februar 2019 im Amt bleiben und dann in den Ruhestand gehen.“ 2000–2007 Berthold Olschewsky (CDU) 1987–2000 Bernd Abeln (CDU)Offenbach-Post, 28. Januar 2012: „Mir fehlt nichts“: „Bernd Abeln feiert am morgigen Sonntag seinen 70. Geburtstag. Er war 13 Jahre Bürgermeister in Dreieich und fast sieben Jahre Staatssekretär.“ 1977–1987 Hans Meudt (CDU)