mini|Evang. Ref. Friedenskirche an der Reiserstrasse in Olten Olten ist eine Stadt, politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Solothurn in der Schweiz. Olten ist die grösste Stadt des Kantons und als wichtiger Bahnknoten der Schweiz eine Eisenbahnerstadt zwischen den Grossstädten Zürich, Basel und Bern, als vierter Bezugspunkt im Süden die Agglomeration Luzern.

Geographie Olten liegt in einem Talkessel beidseits der Aare am Jurasüdfuss, zwischen der südlichsten Kette des Faltenjuras und der vorgelagerten Hügelreihe Born, Engelberg und Säli, wobei letzterer als der Hausberg von Olten gilt. Im Süden gehören die links der Aare gelegene Hälfte der grossen Aareklus zwischen Born und Säli, das Ruttigertal, und das Areal von Ruppoldingen südlich des Born zum Gemeindegebiet. Zwischen dem Born und dem Juraabhang liegt der nordöstliche Abschluss der Gäuebene mit der Dünnern auf dem Gebiet der Stadt Olten.

Das Gemeindeareal umfasst eine Fläche von 1149 Hektaren, davon sind 457 Hektaren (40 %) bewaldet.

Nachbargemeinden von Olten sind Boningen, Kappel (SO) und Wangen bei Olten im Westen der Stadt, Trimbach und Winznau im Norden, Starrkirch-Wil und Dulliken im Osten sowie die Aargauer Gemeinden Aarburg und Rothrist im Süden. Damit ist Olten das Zentrum einer Agglomeration von (je nach Abgrenzung) etwa 50'000 Einwohnern.

Wappen Blasonierung: In Weiss auf grünem Dreiberg drei rotbestammte grüne Tannen Ein hochmittelalterliches Wappen von Olten ist nicht bekannt. Seit dem späten 14. Jahrhundert führte Olten als Landstadt im Territorium der Stadt Basel das Zeichen des blauen Baselstabs in Weiss im Wappen. Ein neues Siegel aus der Zeit um 1580 zeigte drei Buchsbäume. Nach dem Bauernkrieg von 1653 entzog die Stadt Solothurn der Untertanenstadt Olten das Recht, mit diesem Siegel Urkunden zu beglaubigen. Das Wappen mit drei Tannen wurde spätestens seit dieser Zeit verwendet."[ein] Pokal, den die lobl. Bürgerschaft von Olten Anno 1653 dem Altrat und Rittmeister Benedikt Glutz, der sich im Bauernkriege durch seine Gerechtigkeit und Milde das Vertrauen des aufrührerischen Volkes gewonnen hatte, als Geschenk überreichte. Auf der Innenseite des Deckels befand sich ein Schild, 'das Wappen der Stadt Olten, mit drei Tannbäumen' und einer Umschrift." Hugo Dietschi, Miscellen: Das Wappen von Olten. In: Jahrbuch für solothurnische Geschichte 12 (1939). doi:10.5169/seals-322776. Kurtz deutliche Grund-Zeichnung dess Alt-Teutschen Spartier-Lands, Das ist Schweitzerland. Blösslich entworffen vnd beschrieben von Johann Caspar Steinern, Burgern von Zürich. Rotweil, Bey Johann Jacob Schnell. Im Jahre 1680: "[Olten] ist mittler weil denen Bischoffen zu Basel zugeeignet worden, daher es selbiger Zeiten in de Statt-Wapen drey Stab, gleich wie jetzt drey Tannenbaum, führete." In der Helvetik erhielt die Stadt Olten um 1800 das Siegelrecht wieder zurück. Seit diesem Zeitpunkt gilt für die Stadt Olten auch das neue Siegel mit drei Tannen. Die drei Tannen auf dem Wappen stehen für die drei Berge, welche die Stadt Olten umgeben: Born, Säli, Engelberg.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr um 1660 1739 1798 1850 1900 1950 1970 2000 2020 2024 Einwohner ca. 500 888 1223 1634 6969 16'485 21'209 16'757 18'496 19'840

mini|250px|Religionszugehörigkeit der Einwohner Oltens (Stand: Volkszählung aus dem Jahr 2000) Die Einwohnerzahl Oltens ging gegen Ende des 20. Jahrhunderts zurück, von einst über 20'000 auf zwischenzeitlich knapp 17'000, bedingt durch die Deindustrialisierung, aber auch durch den in Stadtregionen üblichen Suburbanisierungsprozess. In den letzten Jahren nahm die Bevölkerungszahl der Stadt wieder zu und lag 2022 bei über 19'000. Olten ist vor Grenchen und dem Kantonshauptort Solothurn die grösste Gemeinde des Kantons.

Bei der Volkszählung vom Dezember 2000 wurde ein Ausländeranteil von 26 % ermittelt, den grössten Anteil stellten Italiener und Bürger des ehemaligen Jugoslawien. 2024 betrug der Ausländeranteil 31,6 %.

Religionen und Kirchen mini|Veränderung des Anteils der Konfessionen 1850 bis 1920 in Olten Eine erste, dem heiligen Martin geweihte Kirche ruhte auf römischen Fundamenten, über das Patronatsrecht verfügte das Chorherrenstift Zofingen. Sie fiel dem Oltner Stadtbrand von 1422 zum Opfer. An ihrer Stelle wurde ein einfacher, 1461 eingeweihter Saalbau errichtet, 1521 ergänzt mit einem Turm. Dieses Gotteshaus wurde 1844 abgebrochen, übrig blieben einzig der Kirchturm auf dem heutigen Ildefonsplatz und eine Mauer mit einer bemalten Fensteröffnung. Es wurde 1806–1813 ersetzt durch die neue Stadtkirche ausserhalb des Mauerrings. Das durch Martin Disteli entworfene Altarbild stellt das Jüngste Gericht dar.

In der Reformation blieb Olten katholisch. Im Kulturkampf beanspruchten die Christ-Katholiken die Stadtkirche. Die Römisch-Katholiken feierten deshalb ab 1873 die Messe in einen Privathaus, 1876 konnten sie eine Notkirche beziehen, und am 14. August 1910 wurde die nach Plänen von August Hardegger gebaute neue St. Martinskirche an der Ringstrasse eingeweiht.

Das Kapuzinerkloster, gefördert vom Solothurner Schultheissen Johann Schwaller, wurde 1646 gegründet und am 10. Oktober 1649 eingeweiht; ebenfalls am zweiten Oktobersonntag, den 8. Oktober 1651, wurde in einer feierlichen Translation der Leib des Katakombenheiligen Sankt Theodor in die Klosterkirche überführt. 1730 kam eine Reliquie des Fidelis von Sigmaringen hinzu. Nach dem auch die Missionsprokura, die Heimatbasis der Kapuzinermissionare, den Sitz in Olten aufgegeben hatte, verliessen nach Ostern 2024 die letzten Ordensbrüder das Kloster.

Mit dem Wachstum der Eisenbahnstadt Olten wuchs auch die römisch-katholische und reformierte Wohnbevölkerung. Auf Initiative von Ingenieur Niklaus Riggenbach, dem Leiter der Centralbahn-Werkstätte Olten, wurde 1860 an der heutigen Von-Roll-Strasse ein reformiertes Kirchlein erbaut. 1928/1929 wurde die Art-déco-Friedenskirche (Architekt Friedrich von Niederhäusern, Glasgemälde von Jacques Düblin) an der Reiserstrasse errichtet, 1969 konnte die Pauluskirche in der Jurasüdfuss-Architektur (Solothurner Schule) auf der linken Stadtseite eingeweiht werden.

Mit der 1953 eingeweihten Marienkirche erhielten auch die Römisch-Katholiken auf der rechten Stadtseite ein eigenes Gotteshaus. Als Architekt fungierte Hermann Baur. Die Chorwand ist geschmückt mit einem Wandbild von Ferdinand Gehr. mini|Ansichtskarte der Martinskirche nach einer Skizze von Architekt August Habegger mit einem aufrecht stehenden heiligen Martin in der Fassade An den Einfallstrassen rund um Olten stehen mehrere Kapellen, die Bethlehemkapelle im Kalchofen verfügt über die farbigen Kirchenfenster «Meditationen» des Baselbieter Glasmalkünstlers Lukas Düblin, die Dreifaltigkeitskapelle in Trimbach über eine Innenausstattung (Altartisch) des Sakralkünstlers Albert Schilling. Nach der Aufhebung des Burgfriedhofs wurden 1917 im Waldfriedhof «Meisenhard» neue Grabfelder, eine Abdankungshalle und ein Krematorium bezogen, seit 1972 ergänzt durch ein Kolumbarium des Architekten Hans Zaugg.

Der Anteil der Menschen römisch-katholischer Konfession betrug im Dezember 2004 41 %. Dahinter folgten die Reformierten mit 26 % Anteil. 12 % sind konfessionslos.

Obwohl die Christkatholiken aktuell nur 2 % der Bevölkerung ausmachen, hat Olten für die christkatholische Kirche eine wesentliche Bedeutung: Hier entstand in der Stadtkirche die durch den Oltner Walther Munzinger gegründete erste christkatholische Gemeinde der Schweiz; 1875 fand die erste Nationalsynode der christkatholischen Kirche in Olten statt, der Oltner Pfarrer Eduard Herzog wurde 1876 zum ersten christkatholischen Bischof gewählt. Auch heute noch hat Olten eine der grössten christkatholischen Gemeinden der Schweiz.

An der Grenze zu Trimbach befindet sich eine Gemeinde der "freikirchlichen" Vereinigung Apostolischer Christen und gleichzeitig die schweizerische Verwaltung dieser Gemeinschaft.

Sprache In Olten wird traditionell ein Mischdialekt gesprochen, der sich deutlich vom Stadt-Solothurner Dialekt unterscheidet. Er enthält Gemeinsamkeiten mit Dialekten aus dem Bernbiet, dem Baselbiet und dem Aargauer Dialekt, der dem Zürcher Dialekt nahesteht. Insofern schlägt sich die zentrale Lage zwischen drei Schweizer Grosszentren auch sprachlich nieder.

Die Bezeichnung «Bahnhofbuffet-Olten-Dialekt» bezieht sich allerdings nicht auf den Oltner Dialekt, sondern bezeichnet scherzhaft einen schweizerdeutschen Allerweltsdialekt, dem eine bestimmte regionale Herkunft nicht mehr anzuhören sei – benannt nach dem beliebten zentralen Versammlungsort für nationale Verbände und informelle Treffen mit Teilnehmern aus allen vier Himmelsrichtungen (siehe Bahnhofbuffet Olten und den unteren Abschnitt Verkehr).

Verkehr Eisenbahn mini|Bahnhof Olten mini|Olten, historisches Luftbild von 1919, aufgenommen aus 400 Metern Höhe von Walter Mittelholzer mini|Aarebrücken der alten Hauenstein-Linie und der Hauenstein-Basislinie nahe Olten mini|Langsamverkehr auf der alten Holzbrücke

Olten ist als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt eine typische Eisenbahnstadt. Die weiträumigen Bahnanlagen des Bahnhofs Olten befinden sich östlich der Aare. In der Stadt treffen die Nord-Süd-Achse Basel–Mailand (Hauensteinlinie, Gotthardbahn), die West-Ost-Achse Genf–St. Gallen (Bahnstrecke Olten–Bern, Jurasüdfusslinie) sowie einige Regionallinien zusammen. Der grosse, repräsentative Bahnhof in Insellage aus dem Jahr 1903 mit Perronhalle ist im System der SBB ein Knotenbahnhof, d. h. immer zur vollen und zur halben Stunde treffen aus allen Richtungen die Züge ein. Dies erlaubt den Reisenden, bequem und rasch umzusteigen. Überwacht wird der Bahnbetrieb durch Fahrdienstleiter in der Betriebszentrale (BZ) Mitte, welche gut sichtbar neben den Perronanlagen untergebracht ist. Aus der am 1. März 2015 in Betrieb genommenen Betriebszentrale Mitte wird der Zugverkehr auf den nördlichen Gotthard- und Simplon-Zubringern sowie der West-Ost-Verkehr der SBB gelenkt.

Die SBB unterhalten zudem an diesem zentralen Punkt im Netz nördlich des Personenbahnhofes einen Rangierbahnhof, der allerdings vergleichsweise klein ist, seit 1927 keinen Ablaufberg mehr besitzt und auf dem seit 2008 keine Zugzerlegung mehr stattfindet. Die Gleise werden aber anderweitig weiter benutzt. Hier ist beispielsweise ein ausrangierter RABDe 12/12 abgestellt. Ausserdem sind mehrere Wartungsabteilungen in Betrieb, so unter anderem das grosse Industriewerk SBB, früher «Hauptwerkstätte» genannt. Im Frühjahr 2011 bezog SBB Cargo International ihren Hauptsitz in Olten nahe dem Bahnhof.

Wegen der Lage Oltens als wichtiger Bahn-Kreuzungspunkt der Ost-West- und Nord-Süd-Achse wird die Stadt oft für Versammlungen von Unternehmen und nationalen Organisationen gewählt, die naheliegenderweise häufig im Bahnhofbuffet Olten stattfinden.

Strasse Südlich der Stadt verläuft die Autobahn A1 von Zürich nach Bern, im Westen die Autobahn A2 durch den Belchentunnel nach Basel. Olten leidet unter dem Durchgangsverkehr. In den Stosszeiten kommt es regelmässig zu Staus auf den Einfallstrassen und im Stadtzentrum. Im Jahr 2013 wurde eine grosse Umfahrung («Entlastung Region Olten») eröffnet; sie soll den Verkehr durch die Innenstadt reduzieren.

Bus Der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (BOGG) unterhält ein dichtes Busnetz in Stadt und Umgebung. Die Schweizerische Post betreibt eine Postauto-Linie nach Wolfwil und Oensingen.

Politik mini|Stadthaus

Gemeindeparlament (Legislative) Die Anliegen der Bevölkerung werden durch das Gemeindeparlament vertreten. Es besteht aus 40 Mitgliedern (bis zur Wahl 2017 aus 50 Mitgliedern) und wird alle vier Jahre im Proporzwahlverfahren gewählt. Die Grafik zeigt die Sitzverteilung nach der Wahl vom 13. April 2025. Partei 2009* 2013* 2017 20212025 FDP 12 12 9 97 SP 13 13 9 78 Olten jetzt! – – 4 67 SVP 7 7 5 56 Grüne 7 6 4 55 Die Mitte 7 7 4 32 Junge SP 0 1 3 21 Grünliberale 1 2 1 23 EVP 2 2 1 11 * Vor 2017: Total 50 Sitze