Zeit im Bild (im Logo ZIB, sonst auch ZiB) ist seit Dezember 1955 der Name für die national und international orientierten Fernsehnachrichtensendungen des Österreichischen Rundfunks.
Geschichte
Von der Entstehung bis zur Programmreform 2007 Fernsehen wurde in Österreich zu dessen Anfängen dreimal, ab 1. Jänner 1957 sechsmal pro Woche gesendet. Erstmals schien am 26. November 1955 für 20:30 Uhr – als einzige Sendung an dem Tag – ein Bild des Tages im Fernsehprogramm auf.
Die Geschichte der als Zeit im Bild (ZIB, oft auch als ZiB geschriebenVgl. z. B.: Eugen Freund moderiert „ZiB“ bis Jahresende. In: Kurier, 9. November 2013, abgerufen am 17. Jänner 2015.Herbert Lackner: Interview in: profil, Heft 8/2013, 21. März 2013, abgerufen am 19. Jänner 2015.) genannten Sendung begann am 5. Dezember 1955. An diesem Tag wurde um 17:00 Uhr und um 19:00 Uhr Die Zeit im Bild ausgestrahlt.Erste Erwähnung in der Programmzeitschrift Radio Österreich, Nr. 49/1955 für Montag 5. Dezember 1955.Im historischen Archiv des ORF scheint hingegen Mittwoch 23. bzw. Samstag 26. November 1955 als Erstdatum auf.
Die Sendung war nach dem Vorbild der Nine O’Clock News der BBC von Beginn an als Sprechersendung konzipiert, bei der ein Nachrichtensprecher vor der Kamera die Meldungen liest; sie dauerte etwa 30 Minuten. Der Sendungstitel „Zeit im Bild“ geht auf den Fernsehjournalisten und späteren ORF-Generalintendanten Teddy Podgorski zurück:Isabella Wallnöfer, Anna-Maria Wallner: ORF: Was blieb von welchem Generaldirektor? In: Die Presse. 25. Juni 2011, abgerufen am 17. Jänner 2015.
Ab 3. Februar 1975 wurde die Nachrichtensendung im 1. Fernsehprogramm (FS 1) um 19:30 Uhr in Zeit im Bild 1 umbenannt und durch die Zeit im Bild 2 im 2. Programm (FS 2) ergänzt. Sie hatten abhängig vom Vorprogramm unterschiedliche Beginnzeiten und unterschiedliche Länge. Die ZIB 1 war von Anfang an als „Newsshow“ bzw. „Studiosendung“ konzipiert. Information wurde mit Unterhaltung vermischt, es mussten nicht alle Elemente der Berichterstattung enthalten sein und statt vieler kurzer Informationseinheiten strebte man eine längere und gründlichere Hintergrundberichterstattung an. Es gab einen Meldungsüberblick, und über das „Thema des Tages“ wurde dann ausführlicher berichtet. Bei der ZIB 2 waren nicht Sprecher, sondern Moderatoren zuständig, wie die ersten Moderatoren der Sendungen Dieter Seefranz und Günther Ziesel, die für ihr Handeln weitgehend selbst verantwortlich waren. Zu dieser Zeit wurde auch die Bluescreen-Technik eingeführt.Geschichte der Fernsehfunknachrichten (PDF; 242 kB), 14. November 2003; von Geschichte Online, univie.ac.at
Ab 22. Oktober 1979 wurde die Zeit im Bild 1 in beiden Kanälen durchgeschaltet, was fast drei Jahrzehnte lang – bis 2007 – so bleiben sollte. Die ZIB 2 wurde nun unter dem Sendungstitel Zehn vor zehn (21:50 bis 22:20 Uhr) ausgestrahlt. Dies war nun eine konventionelle Spätabend-Nachrichtensendung mit Hintergrundcharakter – ohne Studioaktionen. Neben den aktuellen Meldungen wurden vor allem erläuternde und informative Hintergrundberichte angeboten. Gegenüber der ZIB 1 gab es mehr Raum für Filmberichte, Liveinterviews im Studio oder Schaltgespräche. Es wurden auch schon Teleprompter eingesetzt.
1984 wurde ein Newsdesk („Newsroom“) eingerichtet, in dem alle an der Produktion von Nachrichten beteiligten Personen in einem Raum versammelt waren, um bessere interne Kommunikation zu ermöglichen. Dem internationalen Trend folgend wurde auf reine Sprecher verzichtet und es wurden nur mehr professionelle Journalisten als Moderatoren eingesetzt. Die bisher in Variationen verwendete Titelmelodie wurde durch Variationen des Donauwalzer-Dreiklangs ersetzt.Alle ORF „Zeit im Bild“-Intros von 1957 bis 2015, Youtube.comGeschichte der ZiB 2-Intros des ORF, youtube.comGeschichte der Mitternacht-ZiB-Intros des ORF, youtube.com
mini|Design der Zeit im Bild um 1987 (Rekonstruktion) Ab 26. März 1984 wurde Zehn vor zehn wieder in Zeit im Bild 2 rückbenannt und der Sendetermin auf 21:15 Uhr (Montag bis Freitag) verlegt. Die Sendung wurde zugunsten einer erweiterten Kulturberichterstattung mit dem Kulturjournal um zehn Minuten auf 20 Minuten gekürzt. Beabsichtigt war vor allem, jene Neuigkeiten zu bringen, die in der ZIB 1 nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Robert Hochner wurde Chef der Sendung. Ab 28. September 1987 wurde die Ausstrahlung der ZIB 2 auf die bis heute gültige Beginnzeit 22:00 Uhr verlegt.
1990 wurde ein neues Konzept für die ZIB 2 entworfen: Die Sendung sollte eine ausgewogene Mischung aus Nachrichten, Hintergrundinformation und unterhaltenden Elementen sein. Besonderen Stellenwert bekamen Live-Elemente, und der Studiocharakter wurde wieder eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale. Waren bis dahin alle Redaktionen zusammengelegt gewesen, so gab es jetzt für jede Sendung einen eigenen stellvertretenden Chefredakteur. Zum 1. Jänner 1991 wurde die ZIB 1 in Zeit im Bild, Ausgabe 19:30 und die ZIB 2 in Zeit im Bild, Ausgabe 22:00 umbenannt. Damit sollte verdeutlicht werden, dass es keine Bevorzugung oder Benachteiligung durch Wertungen wie 1 oder 2 mehr gibt.
Von 1998 bis 2007 gab es eine dritte Redaktion für die tägliche Zeit im Bild 3 um Mitternacht. Für die Entwicklung dieser erhielt Journalist Johannes Fischer 1999 den österreichischen Fernsehpreis Romy für die beste Programmidee.
Der Newsroom von 1984 war auf zwei produzierte Nachrichtensendungen pro Tag ausgerichtet. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde allerdings 43 Stunden lang ununterbrochen berichtet, im Jahr 2001 gab es insgesamt 120 ZIB-Sondersendungen. Am 2. Mai 2002 wurde deswegen ein neuer Newsroom in Betrieb genommen, der es logistisch und technisch erlaubte, bei erhöhter Ereignisdichte rund um die Uhr zu senden.
War zuvor einige Zeit lang ein wöchentlich wechselndes Moderatorenpaar (m/w) eingesetzt worden, so kehrte man ab 14. Oktober 2002 wieder zur Einzelmoderation zurück. Kurze Zeit gab es auch eine ZIB um 12 Uhr, diese wurde im Frühjahr 2002 aus Kostengründen wieder eingestellt.
Seit 5. Juli 2004 sind die ZIB-Sendungen auch digital und unverschlüsselt europaweit über Astra auf ORF 2 Europe zu empfangen.
Grundstrukturierung vor 2007 Die ZIB 1 wurde täglich um 19:30 Uhr auf ORF 1 und ORF 2 ausgestrahlt und war die meistgesehene Nachrichtensendung in Österreich. Sie thematisierte aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland und bot täglich eine Kulturberichterstattung. Die ZIB 2 wurde von Montag bis Freitag um 22:00 Uhr auf ORF 2 gesendet und auf 3sat durchgeschaltet. Um 22:25 Uhr wurden die Zuseher von 3sat verabschiedet. Die ZIB 2 ist als Journalsendung konzipiert, bei der neben Nachrichten auch Hintergrundberichte, Diskussionen mit Studiogästen und Liveschaltungen gezeigt werden. Am Wochenende wurde statt der ZIB 2 eine Spätausgabe der ZIB mit einem der ZIB-1-Moderatoren gesendet. Bis 2007 wurde um Mitternacht die ZIB 3 auf ORF 2 gesendet und war als Konkurrenz zu den Nachrichtenangeboten der Privatsender boulevardlastiger konzipiert. Häufiges Element der Sendung waren Streitgespräche zu aktuellen Themen. Zusätzlich strahlte ORF 2 noch weitere Kurznachrichtensendungen unter dem Sendungstitel ZIB mit dem jeweiligen Suffix um 9:00, 13:00 und 17:00 Uhr aus. Die Ausgaben um 9:00 und 13:00 Uhr werden auch von 3sat übertragen. Seit 2004 strahlte ORF 1 im Nachmittags- und Abendprogramm Kurznachrichtensendungen unter dem Titel newsflash aus. Sondersendungen wurden als ZIB SPEZIAL zu bedeutenden österreichischen oder internationalen Ereignissen gesendet. 1985 bis 1997 produzierte der ORF mit der Mini-ZiB auch eine Nachrichtensendung für Kinder. Diese wurde später durch die Confetti News im Kinderprogramm Confetti TiVi ersetzt.
Seit der Programmreform 2007 Im Frühjahr 2007 wurde das tägliche Nachrichtenangebot im ORF umstrukturiert und erweitert. Die wesentlichste Änderung war nach Diskussionen in der Redaktion die Aufgabe der Durchschaltung der Zeit im Bild um 19:30 Uhr auf beide Kanäle. Die Ausstrahlung erfolgt seither nur mehr auf ORF 2, was infolgedessen zu einem (weiteren) Verlust an Marktanteilen am Vorabend führte.Eva Linsinger und Christa Zöchling: (Absatz Alarmstimmung.) In: profil, Heft 18/2007, 5. Mai 2007, abgerufen am 19. Jänner 2015. Darauf angesprochen, wurde der ZiB-2-Moderator Armin Wolf 2013 in der Zeitschrift profil zitiert mit:
Weitere Änderungen waren: Die newsflash wurde in ZIB Flash umbenannt, und die Sendung wurde auch samstags und sonntags ausgestrahlt. Die ZIB 20 täglich um 20 Uhr auf ORF 1 wurde in Konkurrenz zu den erfolgreichen ProSieben AustriaNews konzipiert, zu denen in der Zeit davor viele, meist jüngere Zuschauer abgewandert waren. Durch die abgeschaffte Durchschaltung der Zeit im Bild übernahm die ZIB 20 die Funktion als Abendnachrichtensendung auf ORF 1. In etwa sieben Minuten stellte sie eine kompakte Tageszusammenfassung mit den wichtigsten Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Sport für die Zielgruppe 12 bis 49 dar. Insgesamt wurden oft nicht mehr als fünf Beiträge gezeigt. Das 20-minütige Mitternachtsmagazin ZIB 24, ausgestrahlt von Montag bis Freitag um etwa 24 Uhr auf ORF 1, ersetzte die bisherige ZIB 3 auf ORF 2.
Am 8. März 2009 bekamen die ZIB-Sendungen auf ORF 1 ein neues Design. Ab 4. März 2013 wurden die ZIB-Sendungen nicht nur im ORF-1-Design, sondern auch aus einem neuen Studio präsentiert. Zudem wurde der gesamte Vorabend auf ORF 1 neu gestaltet und das ZIB-Magazin geschaffen, das direkt vor der ZIB 20 zu sehen war. Es wurde abwechselnd von Christiane Wassertheurer und Gerhard Maier moderiert. Vor der ZIB 20 gibt es seither das ORF 1-Wetter. Um 20:08 Uhr wird im Rahmen der ZIB 20 der ZIB 20-Sport mit einer kurzen Zusammenfassung der tagesaktuellen Sportereignisse ausgestrahlt.
Im Februar 2014 wurde zum ersten Mal die Diskussionssendung ZIB 24 Talk ausgestrahlt.
Mit 19. Jänner 2015 beginnend erfolgte ein Relaunch der ZIB-Schiene: Das große Studio, das bisher aufgeteilt war in den rechten Teil für die ZIB-Sendungen und den linken für die Magazinsendungen wie die heute-Sendungen, hat eine neue 360°-Videowand erhalten und wird nun von der ZIB im gesamten Bereich bespielt. Die Darstellung der als Markenzeichen bereits vorhandenen „Weltkugel“ wurde durch das Einspielen neuer NASA-Satellitenbilder verbessert. Das Design wurde nach Darstellung des ORF mit brillanteren Farben aufgefrischt. Die Grafikelemente und die Signation wurden adaptiert, so hat das ZIB-Logo nun einen an das ORF-Logo erinnernden roten Hintergrund anstelle des jahrzehntelang verwendeten blauen. Es sollte eine stärke Konzentration auf Hintergründe zu tagesaktuellen Themen hin erfolgen.
Neuerungen 2019 Seit 13. Jänner 2019 wird auch sonntags eine Ausgabe der ZIB 2 unter dem Titel ZIB 2 am Sonntag um 21:50 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Diese wird normalerweise von Martin Thür moderiert. Mit 8. April 2019 wurden die ZIB-Ausgaben von Montag bis Freitag auf ORF 1 neu strukturiert. Um 18:00 Uhr wird nun die neue 8-minütige ZIB 18 gesendet, wodurch die vorherige 18:00 Uhr-Ausgabe des ZIB Flash auf 17:05 vorverlegt wurde. Anschließend wird ab 18:10 Uhr mit Magazin 1 eine neue ausführlichere Informationssendung ausgestrahlt, welche das ZIB Magazin ersetzt. Die ZIB 24 wurde in ZIB Nacht umbenannt und wurde nun eine knappe Stunde früher (Beginnzeit meist zwischen 22:40 Uhr und 23:20 Uhr) gesendet.
Neuerungen 2020 Die Sendezeit der ZIB 1 wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie in Österreich ab Mitte März 2020 verlängert. Sie wurde ab demselben Zeitpunkt neben ORF 2 auch auf ORF 1 ausgestrahlt. Die Durchschaltung auf ORF 1 wird seither unabhängig vom Pandemiestatus beibehalten, wodurch die vorher auf ORF 1 ausgestrahlte ZIB 20 eingestellt wurde.ORF teilt Formel 1 mit Servus TV – aber sein Archiv lieber nicht mit Privaten In: Der Standard. 1. Juli 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.