Diemelstadt ist eine Stadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Sie entstand erst 1970, als die Stadt Rhoden und der Ort Wrexen sowie anschließend weitere umliegende Orte zur neuen Stadt Diemelstadt zusammengefasst wurden. Verwaltungssitz ist Rhoden.
Geografie Nachbargemeinden Diemelstadt grenzt im Norden und Osten an die Stadt Warburg (Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen), im Südosten an die Stadt Volkmarsen, im Süden an die Stadt Bad Arolsen (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg) sowie im Westen an die Stadt Marsberg (Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen).
Stadtgliederung Die Gemeinde besteht aus den Stadtteilen Ammenhausen Dehausen Helmighausen Hesperinghausen Neudorf Orpethal Rhoden (seit 1237 Stadtrechte, Sitz der Stadtverwaltung) Wethen Wrexen
Klima Gelegen am nordöstlichen Rothaargebirge, verfügt die Stadt Diemelstadt über ein Klima, welches etwas kühler ist als die Jahresdurchschnittstemperaturen Deutschlands. Im Winter sind größere Schneemengen möglich, und die Durchschnittstemperatur liegt bei 0,8 °C; im Sommer werden im Durchschnitt Temperaturen von 15,9 °C erreicht. Im Allgemeinen gehört Diemelstadt zu einem der trockensten Gebiete in Hessen. Der Jahresniederschlag liegt bei nur etwa 620 mm.
Geschichte Gemeindebildung Diemelstadt entstand am 1. November 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Rhoden und der Gemeinde Wrexen. Am 31. Dezember 1970 kamen die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen auf freiwilliger Basis hinzu. Hesperinghausen und Orpethal folgten am 31. Dezember 1971. Nach einem Bürgerentscheid wurde als Name der Gemeinde „Diemelstadt“ festgelegt und ist damit eine Neuschöpfung ohne Ursprung, er nimmt Bezug auf den Fluss Diemel. Die Stadtrechte entstammen der Stadt Rhoden. Rhoden wurde auch Sitz der Gemeindeverwaltung. Für alle durch die Gebietsreform nach Diemelstadt eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Diemelstadt 5382 Einwohner. Darunter waren 243 (4,5 %) Ausländer, von denen 113 aus dem EU-Ausland, 71 aus anderen europäischen Ländern und 62 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,6 %.) Nach dem Lebensalter waren 855 Einwohner unter 18 Jahren, 2193 waren zwischen 18 und 49, 1107 zwischen 50 und 64 und 1227 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2250 Haushalten. Davon waren 639 Singlehaushalte, 588 Paare ohne Kinder und 765 Paare mit Kindern, sowie 207 Alleinerziehende und 51 Wohngemeinschaften. In 438 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1440 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Religion Fast drei Viertel der Einwohner von Diemelstadt sind evangelischen Glaubens. In allen Stadtteilen, außer Ammenhausen, Dehausen und Orpethal, existieren evangelische Kirchen. Die nächsten katholischen Kirchen befinden sich in Bad Arolsen, Warburg-Scherfede und Marsberg.
Daten zur Religionszugehörigkeit • 1987: 4312 evangelische (= 79,7 %), 814 katholische (= 15,1 %), 282 sonstige (= 5,2 %) Einwohner • 2011: 3402 evangelische (= 63,2 %), 956 katholische (=17,8 %), 1024 sonstige (= 19,0 %) Einwohner
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Diemelstadt erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Diemelstadt 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021
Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 34,7 9 30,8 8 35,1 9 27,5 7 18,6 5 17,9 6 25,7 6 30,2 8 36,6 9 41,4 10 40,7 10 45,8 14 29,4 7 29,7 7 28,3 7 31,1 8 32,8 8 31,5 10 10,2 3 9,3 2 — — — — — — — — — — — — — — — — 5,6 1 4,8 1 BL BL-Bürgerliste für Diemelstadt — — — — — — — — 2,3 1 — — Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 57,1 56,9 52,1 51,4 50,6 54,9
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Diemelstadt neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören.Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Februar 2024 der parteiunabhängige Andreas Fritz. Er wurde als Nachfolger von Elmar Schröder, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte, am 8. Oktober 2023 im ersten Wahlgang bei 64,96 Prozent Wahlbeteiligung mit 68,52 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Diemelstadt 2023
Amtszeiten der Bürgermeister 2024–2030 Andreas Fritz 2012–2024 Elmar SchröderHNA, 26. September 2011: ; „Schröder tritt damit zum 1. Februar 2012 die Nachfolge von Rolf Emde an.“ - Amtseinführung von Andreas Fritz und Verabschiedung von Elmar Schröder: „Als Westfale sei er vor zwölf Jahren ins Waldecker Land gekommen, um Bürgermeister von Diemelstadt zu werden“ 1994–2012 Rolf EmdeHNA, 4. Dezember 2020: Trauer um Bürgermeister a. D. Rolf Emde: „Rolf Emde, der 18 Jahre lang als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Diemelstadt lenkte“ … „Durch den plötzlichen Tod von Horst Strott im Oktober 1993 musste in der Diemelstadt ein neuer Rathauschef gewählt werden.“ 1989–1993 Horst Strott (SPD) (zuvor Bürgermeister der Stadt Hatzfeld)HNA, 2012: Fünf Bewerber um Ermischs Nachfolge: „Seit 40 Jahren ist Hatzfeld SPD-regiert: Uwe Ermisch ist seit 1989 Chef im Rathaus und damit dienstältester Bürgermeister im Landkreis, sein Vorgänger war Horst Strott.“ 1970–1989 Herbert Weishaupt (SPD) (zuvor 1968–1970 letzter Bürgermeister der Gemeinde Wrexen) „Herbert Weishaupt wurde 1956 bis 1964 ehrenamtlicher, ab 1968 hauptamtlicher Bürgermeister von Wrexen“ - Die Bürgermeistertätigkeit Herbert Weishaupts lässt sich online u. a. anhand der Bebauungspläne 4 und 10–17 belegen, siehe dazu: Bebauungspläne Diemelstadt
Wappen mini|100px|Stadtfahne von Diemelstadt Am 11. Februar 1972 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:
Flagge Am 22. Mai 1979 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung:
Städtepartnerschaften Diemelstadt unterhält seit 1990 partnerschaftliche Beziehungen zum thüringischen Kranichfeld.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss und fürstliches Erbbegräbnis Rhoden Kirchenruine Alt-Rhoden mittelalterliche Altstadt im Stadtteil Rhoden mit Fachwerkensembles und Stadtkirche Rhoden Kirche in Wethen mit Krypta Burg Brobeck großes Schloss auf Gut Billinghausen (Orpethal)
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Infrastrukturell ist Diemelstadt an folgenden Fernverkehrsstraßen angeschlossen:
A 44 (Kassel – Dortmund) in Rhoden. B 252 (Lahntal-Göttingen – Blomberg, Lippe) in Rhoden. B 68 (Paderborn) in Richtung Scherfede. B 7 (Ruhrgebiet – Kassel – Eisenach) bei Wrexen.
In Diemelstadt existiert kein aktiver Personenbahnhof. Der Bahnhof Wrexen, auf Scherfeder Gebiet, wurde in den 1970er Jahren stillgelegt. Die nächsten Bahnhöfe in der Umgebung befinden sich in:
Bahnhof Warburg (Westfalen) (Entfernung ca. 15 Autominuten) ICE- und IC-Verbindungen bestehen nach Düsseldorf über Hamm und nach Stralsund über Kassel, Erfurt, Halle (Saale) und Berlin sowie nach Köln und München. RE- und RB-Verbindungen bestehen nach Hagen über Meschede, nach Kassel und Münster über Hamm und Paderborn. Bahnhof Scherfede, Westheim und Marsberg (Entfernung ca. 10 Min.) RE nach Hagen und Kassel über Warburg. Bahnhof Bad Arolsen (Entfernung ca. 15 Min.) RB nach Kassel und Korbach
Die nächsten Flughäfen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Stadt aufgrund der verkehrsgünstigen Lage. Flughafen Paderborn/Lippstadt (Entfernung ca. 30 Min.) Flughafen Kassel-Calden (Entfernung ca. 45 Min.) Das Segelfluggelände Dehausen liegt etwa 3 km südöstlich des Zentrums im Ortsteil Dehausen.
Ansässige Unternehmen hewe-fensterbau GmbH Jäkel GmbH & Co. KG Maschinenmesserfabrik Okel GmbH & Co. KG Ausbau, Maler, Putz Sinemus e.K. Landtechnik Diemelstadt-Wethen Autohaus Krantz oHG, VW, Audi, Skoda-Vertragswerkstatt Smurfit Kappa C. D. Haupt Papier- und Pappenfabrik GmbH Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wellpappenwerke & Co. (Zweigwerk) Prima Welle / Prima Verpackung, Wellpappenfabrik
Bildung
Grundschule Wrexen Schlossbergschule Rhoden (Kooperative Gesamtschule) Grundschule Rhoden
Söhne und Töchter von Diemelstadt Karl Wilhelm Runte (1792–1864), nach der Märzrevolution von 1848 bis 1849 Abgeordneter im Landtag des Fürstentums Waldeck-Pyrmont, geboren in Biggenhammer, war dort Faktor und starb auch dort. Rudolf Rocholl (1822–1905), lutherischer Theologe Joist Grolle (* 1932), Historiker, Hochschullehrer und Politiker, geboren in Rhoden. Wilhelm Dietzel (* 1948), Politiker (CDU) und hessischer Staatsminister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz 1999–2009
Veranstaltungen Pfingstmontag wird in Rhoden der Schnadegang abgeschritten. LARP-Veranstaltung „Drachenfest“ Rhoder Viehmarkt Schützenfest
Einzelnachweise Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
Weblinks
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Gemeindegründung 1970 Kategorie:Stadt in Hessen