Oberoppurg ist eine Gemeinde im ostthüringischen Saale-Orla-Kreis. Sie gehört seit 1992 mit zwölf weiteren Gemeinden zur Verwaltungsgemeinschaft Oppurg. Die Einwohnerzahl des Ortes ist, wie im gesamten Kreisgebiet, leicht rückläufig. Sie liegt bei etwa 160 Personen.

Geografie Die Gemeinde liegt etwa 2 km südlich des Orlatales zwischen den Städten Pößneck und Neustadt an der Orla. Die Landschaft in der Orlasenke ist landwirtschaftlich geprägt, nördlich und südlich dieses breiten Tales ist das Gebiet sehr waldreich.

Geschichte Für Oberoppurg fand Wolfgang Kahl die erste urkundliche Erwähnung 1378.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 209.

mini|Blick auf Oberoppurg von Süden mini|links|Wehrkirche von Oberoppurg mini|Blick vom Kirchturm

Wahrzeichen des 1071 erstmals erwähnten Ortes ist die Wehrkirche St. Anna mit ihrem charakteristischen Turm, die auch auf dem Wappen zu sehen ist. Neben verwinkelten Gassen, renoviertem Fachwerk und zwei Gasthäusern befindet sich hier ein kulturhistorisch wertvolles Umgebindehaus. Am zweiten Sonntag im November findet das Kirchweihfest statt.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember): 1933: 249 1939: 241 1994: 225 1995: 228 1996: 221 1997: 221 1998: 220 1999: 226 2000: 223 2001: 219 2002: 215 2003: 208 2004: 203 2005: 192 2006: 190 2007: 193 2008: 193 2009: 184 2010: 178 2011: 167 2012: 168 2013: 162 2014: 166 2015: 164 2016: 164 2017: 165 2018: 163 2019: 161 2020: 157 2021: 156 2022: 156 2023: 152 2024: 149 Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Verkehr Im zwei Kilometer entfernten Oppurg besteht Bahnanschluss (Strecke Saalfeld/Saale – Gera) und Anschluss an das Bundesstraßennetz (B 281). Die nächste Autobahnauffahrt ist 17 km entfernt (Triptis, A 9 Berlin – München).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Naturdenkmale In der Nähe der Gemeinde befindet sich das Landschaftsschutzgebiet "Döbritzer Schweiz" mit seinen urzeitlichen Höhlen und das Gebiet der Plothener Teiche, einem Teil des Naturparks Thüringer Schiefergebirge. Derzeit wird das Radwanderwege-Netz ausgebaut, 2005 wurde der 34 km lange Orla-Radwanderweg von der Quelle bis zur Mündung des Flusses in die Saale freigegeben. Die Thüringer Porzellanstraße von Pößneck nach Triptis verläuft durch die Orlasenke, die eine lange Tradition in der Porzellanherstellung aufweisen kann.

Geschichtsdenkmale Ein Gedenkstein bei den Gräbern von elf durch die SS ermordeten Häftlingen erinnert an die Todesmarsch-Kolonnen aus dem KZ Buchenwald, die im April 1945 durch den Ort getrieben wurden.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 225.

Söhne und Töchter des Ortes Ferdinand Wacker (1831–1895), deutscher Gutsbesitzer und Politiker

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Oberoppurg bei der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg

Kategorie:Ort im Saale-Orla-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1378