Sickerode ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar im thüringischen Landkreis Eichsfeld.

Lage mini|Sickerode im Südeichsfeld aus nordöstlicher Richtung gesehen Der Ort Sickerode befindet sich etwa 13 km (Luftlinie) südlich der Kreisstadt Heiligenstadt im Tal der Rode, zwischen der Gobert im Westen und dem Misseröder Kalkrücken im Osten. Höchste Erhebung in der Gemarkung ist der Sickeröder Berg ().

Nachbarorte sind Pfaffschwende und Volkerode im Westen, Wiesenfeld im Nordwesten, Misserode im Osten und Geismar im Südosten.

Geschichte Die erste sichere urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1398.Erhard Müller: Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt. Heilbad Heiligenstadt 1989, S. 42. Die Kirche wurde im Jahr 1730 erbaut. Der Ort gehörte bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. 1802 bis 1807 war der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen. Um 1840 wurden die preußischen Orte des Eichsfeldes statistisch erfasst. Im Ort gab es 42 Wohnhäuser, 55 Scheunen und Ställe, ein Gemeindehaus, die Kirche, die Schule und drei Mühlen. Im Ort lebten 285 katholische Einwohner. Die Schule besuchten 26 Knaben und 21 Mädchen, sie wurden von einem Dorfschullehrer unterrichtet. Als Handwerke und Gewerbe werden im Ort genannt: zwei Schneider, zwei Tischler, ein Grobschmied, ein Pflasterer, ein Maschinen- und Mühlenbauer, zwei Schankwirte. Die Dorfflur umfasste 617 Morgen Fläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste davon 504 Morgen Ackerland, 15 Morgen Gartenland, 35 Morgen Wiesen. Ferner wurden 38 Morgen Gemeindewald und 24 Morgen Brachland genannt. Der Ertrag der Felder wurde als gering eingeschätzt. Der gesamte Viehbestand umfasste 7 Pferde, 56 Rinder, 65 Schafe, 27 Ziegen und 34 Schweine. Im Ort waren drei vom Flüsschen Rode angetriebene Mühlen – die Thormühle, die Spitzmühle und die Obermühle vorhanden.

1945 bis 1949 kam der Ort zur sowjetischen Besatzungszone und war ab 1949 Teil der DDR. Er wurde am 1. Juli 1950 nach Pfaffschwende eingemeindet, aber durch die Ausgliederung aus dieser Gemeinde am 1. November 1953 wieder selbständig. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Sickerode von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1933: 237 1939: 212 1994: 186 1995: 186 1996: 185 1997: 189 1998: 186 1999: 183 2000: 179 2001: 176 2002: 173 2003: 171 2004: 172 2005: 168 2006: 165 2007: 165 2008: 160 2009: 157 2010: 158 2011: 150 2012: 144 2013: 145 2014: 142 2015: 146 2016: 142 2017: 151 2018: 154 2019: 150 2020: 143 2021: 143 2022: 141 2023: 139 2024: 136 Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Sickerode setzt sich aus 6 Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Wahlbündnis FWG: 6 Sitze (Stand: Kommunalwahl 2024)

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Gundolf Gothe (FWG) wurde am 30. Januar 2000 erstmals zum Bürgermeister gewählt, er wurde 2004, 2010 und 2016 wiedergewählt.Bürgermeisterwahlen in Thüringen. Wahl vom 30.01.2000. In: Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 4. Juni 2023. Bei den Kommunalwahlen in Thüringen 2019 wurde Thiemo Weinrich (Freie Wähler) mit 100 Prozent zu seinem Nachfolger gewählt.Bürgermeisterwahlen in Thüringen. Wahl vom 26.05.2019. In: Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 4. Juni 2023. Seit der Bürgermeisterwahl 2024 leitet Silvia Herz-Schmeck (parteilos) die Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten mini|St. Simon und Judas römisch-katholische Kirche St. Simon und Judas

Weblinks

Gemeinde Sickerode bei der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar

Anmerkungen Laut der Website der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar wird der Vorname „Sylvia“ geschrieben, das Thüringer Landesamt für Statistik gibt den Vornamen jedoch mit „Silvia“ an.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Eichsfeld Kategorie:Ort im Eichsfeld Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950 Kategorie:Gemeindegründung 1953