Dieterode ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar. mini|hochkant=1.5|Im Ort Lage Dieterode liegt etwa acht Kilometer südwestlich von Heilbad Heiligenstadt in einer Senke zwischen dem Höheberg und dem Rachelsberg. Nachbarorte sind Kalteneber im Nordosten, Rüstungen und Schwobfeld im Süden und Eichstruth im Westen.

Geschichte Der Ort wurde angeblich um 1184 unter dem Namen „Diethenroth“ erstmals urkundlich erwähnt, teilweise wird auch das Jahr 1251 angegeben. Zeitweise war der Ort wüst, bevor er Anfang des 16. Jahrhunderts durch Glasmacher wieder besiedelt wurde.Hrsg. Ulrich Harteisen, Ansgar Hoppe et al.: Das Eichsfeld. Band 79 der Reihe Landschaften in Deutschland. Verlag Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2018, S. 333 Nach neueren Erkenntnissen beziehen sich diese Urkunden auf den niedersächsischen Ort Deiderode. Demnach wurde Dieterode im Jahr 1318 in einem Einkünfteverzeichnis des kurmainzischen Amtes Rusteberg unter dem Viztum Friedrich von Rosdorf als Dytericherode genannt.Helmut Godehardt: Ersterwähnung des Eichsfelddorfes Dieterode erst im Jahr 1318. Eichsfelder Heimatzeitschrift, 53. Jahrgang 2009, Heft 9, S. 313.

Dieterode war Sitz eines Gesamtgerichtes, dessen schriftliche Überlieferung aus dem Zeitraum 1779 bis 1807 heute am Standort Wernigerode des Landesarchivs Sachsen-Anhalt verwaltet wird.Dd 6 Gesamtgericht Dieterode im Landesarchiv Sachsen-Anhalt Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert hatten die von Tastungen und der Mainzer Kurfürst das Gericht gemeinschaftlich je zur Hälfte, verwaltungsmäßig wurde es zum Amt Rusteberg gerechnet. Über eine Lehenshoheit des Ortes vor dem 16. Jahrhundert ist nichts bekannt und war wohl in regionalen adligen Besitz. Mit dem Aussterben derer von Tastungen wurde Dieterode als erledigtes Lehen von Kurmainz deren Anteil eingezogen.Levin von Wintzingeroda-Knorr: Die Wüstungen des Eichsfeldes: Verzeichnis der Wüstungen, vorgeschichtlichen Wallburgen, Bergwerke, Gerichtsstätten und Warten innerhalb der landrätlichen Kreise Duderstadt, Heiligenstadt, Mühlhausen und Worbis. O. Hendel, Göttingen 1903, S. 402 Die aus dem Jahr 1520 stammende Kirche des Orts wurde 1785 neu erbaut.

mini|links|Der Höheberg mit den Dieteröder Klippen und dem Bahnhof Mit der Inbesitznahme des Eichsfeldes 1802 durch das Königreich Preußen endete die jahrhunderte lange Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz. Von 1815 bis 1945 war der Ort Teil der preußischen Provinz Sachsen im Landkreis Heiligenstadt. 1914 entstand ein Bahnhof der Bahnstrecke Heiligenstadt–Schwebda in Dieterode. Die Einstellung des Bahnbetriebes und Demontage der Gleisanlagen erfolgte im Jahr 1947 aufgrund der damaligen Zonengrenze. 1945 bis 1949 kam der Ort zur sowjetischen Besatzungszone und war ab 1949 Teil der DDR. Von 1952 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Dieterode von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Einwohnerentwicklung + Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): Jahr Einwohner 1994 100 1995 100 1996 100 1997 102 1998 107 1999 107 Jahr Einwohner 2000 104 2001 105 2002 105 2003 104 2004 103 2005 104 Jahr Einwohner 2006 99 2007 94 2008 93 2009 92 2010 92 2011 76 Jahr Einwohner 2012 74 2013 75 2014 74 2015 71 2016 70 2017 73 Jahr Einwohner 2018 75 2019 75 2020 77 2021 81 2022 81 2023 76 Jahr Einwohner 2024 76 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Dieterode setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Wahlvorschlag FFw: 6 Sitze (Stand: Kommunalwahl 2014)

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Uwe Günther (FFw) wurde am 5. Juni 2016 wiedergewählt.Bürgermeisterwahlen in Thüringen

Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Georg Römisch-katholische Kirche St. Georg aus dem Jahr 1785 Dieteröder Klippen, ein Felsabbruch im Muschelkalk südöstlich der Ortslage. Ehemaliger Bahnhof Dieterode; annähernd original erhalten

Persönlichkeiten Christoph Staender (1854–1910), Bildhauer

Literatur Torsten W. Müller: Dieterode. Aus der Geschichte eines Eichsfelddorfes. Hg. Gemeindeverwaltung Dieterode 2009, 160 Seiten

Weblinks

Website der Gemeinde Dieterode

Einzelnachweise

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