Kella ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar.Kella auf der Seite Ershausem-Geismar.de mini|300px|Kella, Blick vom Meinhard (Gobert) – Aussichtspunkt nördlich Silberklippe
Geografie Kella ist ein Haufendorf. Es liegt im südlichen Eichsfeld und grenzt im Norden an Pfaffschwende, im Osten an Geismar und Großtöpfer und im Süden und Westen an die Gemeinde Meinhard in Hessen. Die Gemarkungsfläche der Gemeinde liegt zwischen 230 und 520 Metern Höhe. Durch den Ort fließt der Kellaer Bach, der in Schwebda in Hessen in die Werra mündet.
Der Norden und Westen der Gemarkung wird von der Gobert (bis 533 m), einem Bergrücken aus Muschelkalk gebildet, sie ist zugleich Landesgrenze zwischen Thüringen und Hessen. Der Schloßberg (442,5 m) als Zeugenberg bildet die östliche Gemarkungsgrenze. Neben Muschelkalk kommt als Gesteinsart auch Buntsandstein vor.
Verkehrsmäßig ist der Ort über die Landesstraße L 2030 von Großtöpfer/Pfaffschwende und aus Richtung Hessen über die K 48 von Grebendorf und K 11/113 von Schwebda zu erreichen.
Geschichte Das Gebiet um Kella gehörte vermutlich zur im Werratal befindlichen Germar-Mark. Der Ort wurde am 9. November 1141 als Cella erstmals urkundlich erwähnt. Dies geschah in einer in Erfurt ausgestellten Urkunde des Mainzer Erzbischofs Markolf, der dem Grafen Siegfried von Boyneburg die Gründung des Klosters St. Blasius in Northeim sowie dessen Besitztümer bestätigte. Kella gehörte zu den Besitztümern des Klosters. Kella gehörte dann zum mittelalterlichen Burgbezirk Greifenstein. Nach mehrmaligen Besitzerwechseln und Streitigkeiten zwischen den Hessischen Landgrafen und dem Mainzer Kurfürsten kam es 1583 endgültig zu Kurmainz, wo es bis zur Säkularisation Kurmainz verblieb.Johann Wolf: Politische Geschichte des Eichsfeldes: mit Urkunden erläutert. Band II Göttingen, Rosenbusch, 1792/1793, Seite 38
Von 1802 bis 1806 und 1814 bis 1945 war der Ort dann Teil der preußischen Provinz Sachsen. In der kurzen Zugehörigkeit zum Königreich Westphalen gehörte Kella zum Kanton Ershausen innerhalb des Harzdepartements. Ab 1945 war Kella Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 lag der Ort unmittelbar an der innerdeutschen Grenze, die Bewohner waren zahlreichen Einschränkungen unterworfen. Seit 1990 ist Kella Teil des neu gegründeten Bundeslandes Thüringen. 1996 wurde Kella im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ als schönstes Dorf in Thüringen ausgezeichnet.
Namensherkunft Der Name leitet sich vermutlich von Kehle = Schlucht ab, da das Dorf in einem engen Tal liegt. Im Regiolekt wird das Dorf Kalle genannt.
Wappen Blasonierung: „In Silber mit einem grünen Berg, belegt mit einem silbernen sechsspeichigen, rot gefütterten Rad, ein aus dem Berg aufsteigender roter linksgewendeter Greif.“
Einwohnerentwicklung
mini|400px|Einwohnerentwicklung von Kella von 1994 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 559 1995: 566 1996: 581 1997: 598 1998: 596 1999: 584 2000: 568 2001: 564 2002: 552 2003: 573 2004: 578 2005: 563 2006: 576 2007: 574 2008: 566 2009: 566 2010: 548 2011: 535 2012: 530 2013: 516 2014: 504 2015: 500 2016: 482 2017: 472 2018: 478 2019: 472 2020: 471 2021: 475 2022: 484 2023: 481 2024: 481 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Kella setzt sich aus acht Gemeinderatsmitgliedern zusammen. CDU: 6 Sitze FWG: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl 2014)
Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Silvio Schneider wurde am 5. Juni 2016 gewählt sowie am 12. Juni 2022 im Amt bestätigt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.
Tourismus und Sehenswürdigkeiten mini|Paragleiter über Kella römisch-katholische Kirche St. Martin von 1854 mit freistehendem Kirchturm Kreuzweg zur Kapelle am Hang der Gobert Startplatz der Paraglider (Gleitschirm- und Drachenflieger) am Hang der Gobert Aussichtspunkte auf der Gobert (Silberklippe und Pfaffschwender Kuppe) und weiteren Erhebungen der Umgebung
Persönlichkeiten aus Kella Werner Henning (* 1956), Politiker (CDU), langjähriger Landrat des Kreises Heiligenstadt sowie des Landkreises Eichsfeld
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde Kella auf ershausen-geismar.de
Einzelnachweise
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