Hohengandern ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie ist Teil und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.
Geographische Lage mini|links|hochkant=1.1|Blick von Nordosten auf Hohengandern mini|Dorfkirche St. Bartholomäus mini|Der ehemalige Hansteinische Gutshof in Hohengandern Hohengandern liegt etwa 1,2 km östlich des Dreiländerecks Hessen-Niedersachsen-Thüringen, direkt westlich des kleinen Leine-Zuflusses Mühlbach. Das Dorf erstreckt sich nordöstlich der bis hohen Erhebung des Alten Holzes und der hohen Neuseesen-Werleshäuser Höhen auf etwa 210 bis Höhe. Höchste Erhebung in der Gemarkung ist der 369 m hohe Heuberg im Südosten.
Nördlich befinden sich Niedergandern und Besenhausen (in Niedersachsen), nordöstlich liegt Kirchgandern, östlich Arenshausen, südöstlich Unterstein, südlich Bornhagen (alle in Thüringen), südsüdwestlich Neuseesen, südwestlich Schloss Arnstein, westlich Eichenberg-Bahnhof und nordwestlich Hebenshausen (alle in Hessen). Durch die Ortschaft führen im Abschnitt Schloss Arnstein–Arenshausen die Bundesstraße 80 und im Abschnitt Arenshausen–Eichenberg die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden.
Geschichte Hohengandern wurde 1376 erstmals urkundlich als „Hohngandern“ erwähnt.Erhard Müller: Die Ortsnamen des Kreises Heiligenstadt. Heilbad Heiligenstadt 1989, S. 18 Eine erste Erwähnung 1127 kann sich auch auf die benachbarten Gandern-Dörfer beziehen. Der Ort war bis zur Säkularisation Teil von Kurmainz und von 1802 bis 1945 Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1856 wurde die Kirche St. Bartholomäus auf einer älteren Vorgängerkirche (1597) erbaut.
Ab 1945 war Hohengandern Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 lag der Ort nahe der Innerdeutschen Grenze. Am 12. November 1989 wurde ein Übergang zwischen Hohengandern und dem hessischen Neu-Eichenberg geöffnet. Seit 1990 ist Hohengandern Teil des neu gegründeten Bundeslandes Thüringen.
Der quadratische Bruchsteinbau des Kirchturmes mit verschieferter Haube ist ein Bau älterer Zeit. Der unverputzte Quaderbau des Schiffes wurde 1856 in spätklassizistischen Formen errichtet. Großrundbögige Fenster liefern das Tageslicht zum Raum.Werner Hermann: Dorfkirchen in Thüringen. Verlagshaus Thüringen, 1992, ISBN 3-86087-014-9, S. 51.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 578 1995: 583 1996: 599 1997: 588 1998: 589 1999: 587 2000: 593 2001: 586 2002: 560 2003: 573 2004: 563 2005: 552 2006: 547 2007: 550 2008: 555 2009: 558 2010: 571 2011: 574 2012: 580 2013: 577 2014: 571 2015: 582 2016: 587 2017: 578 2018: 596 2019: 591 2020: 585 2021: 577 2022: 602 2023: 579 2024: 563 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Hohengandern setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen. Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Thüringer Landesamt für Statistik: Gemeinderatswahl 2024 in Hohengandern - endgültiges Ergebnis Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Christlich Demokratische Union (CDU) 21,1 % 2 Gemeinsam aktiv für Hohengandern 27,4 % 2 Freiwillige Feuerwehr 16,4 % 1 Interessengemeinschaft Dorfleben Hohengandern 35,1 % 3 Wahlbeteiligung: 77,3 %
Bürgermeister Der Bürgermeister Bernd Ziegenbein wurde am 22. April 2012 mit 93,7 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 52,2 % wiedergewählt. Bei der folgenden Bürgermeisterwahl am 15. April 2018 wurde als Nachfolger Michael Trümper mit 87,6 % der gültigen Stimmen gewählt; die Wahlbeteiligung lag bei 60,6 %.
Wappen Blasonierung: „Rot-Grün-Silber-Grün-Silber-Grün sechsfach geständert mit einem mittigen roten Scheibchen, oben in Rot ein wachsender, auffliegender, silberner Ganter, vorne und hinten in Silber je ein schräggestürztes, grünes Eichenblatt und unten in Grün drei (1:2) silberne, zunehmende Monde.“
Wappenerklärung: Der auffliegende (schwingenöffnende) Ganter (Gänserich) im Schildhaupt stellt ein Redendes Wappen für Hohengandern dar, die Eichenblätter stehen für das Eichsfeld, und die drei Mondsicheln verweisen auf die ehemalige Herrschaft derer von Hanstein, zu der Hohengandern gehörte.
Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.
Söhne und Töchter der Gemeinde Karl Drößler (* 1937), deutscher Tierphysiologe und Fußballspieler Gerhard Zickenrott (* 1939), ehemaliger deutscher Gewerkschafter (FDGB) und Politiker (SED)
Literatur
Weblinks
Hohengandern auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg
Einzelnachweise
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