mini|hochkant=0.5|Eine Leiter aus zwei Holmen und acht Sprossen (schematisch) mini|hochkant|Leiter aus dem Codex Manesse (um 1320/40) mini|hochkant|Jakobsleiter in den Katakomben von Rom mini|hochkant|Buzz Aldrin verlässt die Mondlandefähre Eagle über eine Leiter Eine Leiter ist ein Gerät zum Hinauf- und Hinabsteigen mit Sprossen oder Stufen, die links und rechts in zwei Holme eingepasst sind. Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch werden im Bergbau Leitern als Fahrten bezeichnet.

Es gibt Leitern aus Holz, Stahl, Aluminium sowie Kunststoff. Leitertypen sind Anstellleitern, die z. B. an eine Wand angelehnt werden, Bockleitern, die frei stehen können, Auflegeleitern, die gänzlich oder teilweise auf einer Ebene liegen (z. B. Dach), und fest verbaute Leitern. Eine grundsätzlich andere Bauform sind die nicht auf dem Boden stehenden, sondern hängenden Strickleitern und Einhängeleitern.

Geschichte Als Vorstufe heutiger Leitern gelten mit eingekerbten Trittstufen versehene Baumstämme. Über den Beginn des Gebrauchs von hölzernen Leitern besteht Unklarheit; im 3. Jahrtausend v. Chr. dürften sie bereits in den sesshaften Kulturkreisen Ägyptens und Mesopotamiens bekannt gewesen sein. Ob die Tritthölzer bereits von Anfang an in die seitlichen Stangen (Holme) eingepasst oder mittels Schnüren mit diesen verbunden waren, ist ebenfalls unklar. Strickleitern dürften etwas jünger sein und stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von tragfähigen Seilen. In den ursprünglich nur eingeschossigen Wohnbauten fanden Leitern in geringerem Maße Verwendung als bei den meist mehrgeschossigen Verteidigungs- und Lagerbauten – so waren die meist in etwa 2,50 bis 3,50 m Höhe gelegenen Hocheingänge mittelalterlicher Bergfriede nur über Leitern erreichbar.

Die Urform der heutigen Klappleiter wurde um das Jahr 1600 in Italien erfunden. Im Jahr 1761 erfolgte der Bau der ersten Schiebleiter; später setzte man diese Leiter auf ein Fahrgestell.

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war Holz das bevorzugte Material für Leitern. Sie wurden überwiegend handwerklich hergestellt, etwa im Thüringer Holzland. Zudem reisten die Leitermacher umher, verkauften ihre Produkte oder reparierten direkt beim Kunden defekte Leitern. Seit den 1960er Jahren hat sich Aluminium als Leitermaterial weitgehend durchgesetzt, da es leichter und haltbarer ist. Für einige Spezialzwecke sind allerdings nach wie vor Holzleitern üblich, etwa für Elektriker, da Holz nicht leitend ist.

Tragbare Leitern Tragbare Leitern sind im Allgemeinen Leitern, die von einem oder mehreren Personen getragen werden können. Dadurch können diese Leitern flexibel und schnell an verschiedenen Orten eingesetzt werden.

Die Höhe tragbarer Leitern wird mit drei Maßen angegeben:

Standhöhe: Die Höhe der obersten Stufe, die sicher betreten werden darf. Bei Stehleitern ist dies normalerweise die dritte und bei Anlegeleitern die vierte Stufe von oben. Arbeitshöhe: Die Höhe über dem Boden, in der eine auf der Standhöhe stehende Person arbeiten kann. Das ist der Bereich zwischen Kopf und Schultern einer durchschnittlich großen Person, als Faustregel: Standhöhe plus 1,5 Meter. Reichhöhe: Die Höhe über dem Boden, die eine auf der Standhöhe stehende Person mit nach oben gestreckten Armen mit den Händen erreichen kann, als Faustregel: Standhöhe plus 2 Meter.

Tragbare Leitern bei der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen Die Vorteile tragbarer Leitern machen sich vor allem die Feuerwehr und das THW zunutze. In Österreich sind sie vorzugsweise aus Leichtmetall. In: Handbuch für die Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehren. Abgerufen am 3. Dezember 2015. Feuerwehrleitern sind in der ÖNORM F 4047 (Tragbare Leitern für die Feuerwehr – Hakenleiter, zweiteilige Schiebleiter, dreiteilige Schiebleiter, Steckleiter und Mehrzweckleiter) genormt. Tragbare Leitern dienen als alternativer, meist zweiter, Rettungsweg für Menschen aus einem brennenden Haus oder als Angriffsweg zur Brandbekämpfung. Zusätzlich können sie als improvisiertes Rettungsgerät für weitere Aufgaben zur Verfügung stehen (z. B. bei der Wasser- und Eisrettung, bei der Abstützung etc.). Darüber hinaus können derartige Leitertypen auch außerhalb von Einsatzorganisationen verwendet werden.

Der Einsatz tragbarer Leitern bei den deutschen Feuerwehren ist in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 10 festgeschrieben. Es dürfen nur Leitern nach Norm (siehe unten) verwendet werden. Hier wird die Arbeitshöhe bzw. die Einsatzhöhe als Rettungshöhe bezeichnet. Der Anlegewinkel beträgt 65° bis 75°.

lang=de|mini|hochkant|Anstellwinkel

Steckleiter mini|hochkant|Menschenrettung mit der Steckleiter Eine bei der Feuerwehr sehr häufig eingesetzte Leiter ist die Steckleiter, da sie vielseitig eingesetzt werden kann. Je nach Zweck und benötigter Höhe können bis zu vier Leiterteile ineinander gesteckt werden. Feuerwehrfahrzeuge sind üblicherweise mit einer zwei- oder vierteiligen Steckleiter beladen.

Sie kann als Anstellleiter eingesetzt werden, d. h., sie benötigt ein feststehendes Objekt, an das sie in einem 65–75°-Winkel angelehnt werden kann (z. B. Hauswand, Baum). Es ist auch möglich, sie als Leiterbock zu verwenden, sie darf dann aber nicht bestiegen werden, sondern nur noch z. B. als Schlauchbrücke verwendet werden. Weiterhin kann ein Leiterteil auch als Behelfstrage oder zur Rettung von im Eis eingebrochenen Personen verwendet werden.

Nach der Europäischen Norm EN 1147 ergeben sich folgende Längen bei Steckleitern aus Leichtmetall:DIN EN 1147 Beiblatt 1 (2012-08-00) Leiterlänge Stehhöhe 1 Leiterteil 2,660 m ca. 1,963 m 2 Leiterteile 4,570 m ca. 3,873 m 3 Leiterteile 6,480 m ca. 5,783 m 4 Leiterteile 8,390 m ca. 7,693 m

Hierdurch wird ermöglicht, dass mit vier Leiterteilen das 2. Obergeschoss sicher erreicht wird.

Die Differenz zwischen der Leiterlänge mehrerer Teile und der Summe der Länge der Einzelteile ergibt sich aus der Überschneidung der Teile beim Zusammenstecken. Dabei gilt, dass die Teile jeweils 52,7 cm überlappen und jedes weitere Teil die Leiterlänge somit um 1,910 m verlängert.

Für Deutschland werden in der aktuellen Musterbauordnung (MBO) bzw. in den Landesbauordnungen neben der Drehleiter nur die vierteilige Steckleiter als Rettungsmittel für den zweiten Rettungsweg berücksichtigt. Dabei muss mit der vierteiligen Steckleiter eine Rettung aus einem Fenster bzw. von einem Balkon mit acht Meter Brüstungshöhe möglich sein. Diese Vorgehensweise ist zur Menschenrettung noch mit der vierteiligen Steckleiter im 75°-Aufstellwinkel möglich.

Mehr als vier Steckleiterteile dürfen gemäß der entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften nicht zusammengesteckt werden. In Einzelfällen wurden zur Menschenrettung in Notfällen auch schon längere Steckleitern eingesetzt;Einsatz einer achtteiligen Steckleiter zur Menschenrettung in 1987 Köln In: Der Feuerwehrmann. 12/1987. dieses liegt jedoch ausschließlich in der Verantwortung des Einsatzleiters. Im Einsatz wird die Steckleiter im Regelfall von drei oder vier Feuerwehrleuten vorgenommen.mini|hochkant|Steckleiter (unübliche Bauart und Aufstellung) Es werden sogenannte A-Teile und B-Teile unterschieden: Die A-Teile haben auch am Leiterfuß Sprossen, sodass sie nicht auf ein Leiterteil gesteckt werden können. Ein A-Teil ist also immer das unterste Leiterteil. Bei B-Teilen fehlen die untersten zwei Sprossen. Dadurch kann ein weiteres Teil angesteckt werden. Vorübergehend war es üblich, statt eines A-Teils einen B-Teil zu verwenden, in den ein kurzes Stück mit zwei Sprossen eingesteckt wurde. Inzwischen ist man davon wieder abgekommen. Zusätzlich gibt es noch ein Verbindungsteil, um zwei Leiterteile zu einer sogenannten Bockleiter zu verbinden. Dann darf die Leiter aber nicht mehr bestiegen werden (siehe oben).

Den Halt beim Zusammenstecken erhält die Leiter durch Verbindungen aus Stahlblech, die innen bzw. außen an den Holmen befestigt sind und die Enden des jeweils anderen Leiterendes fest aufnehmen. Zusätzlich werden die zusammengesteckten Teile mittels eines Federbolzens verriegelt.

Steckleitern gibt es aus Leichtmetall oder Holz. Die Holme der hölzernen Steckleiter bestehen aus Fichten-, Kiefern- oder Lärchenholz, die Sprossen, die in den Holmen verleimt sind, werden aus Esche gefertigt. Zusätzliche Stabilität erhält die Steckleiter durch zusätzliche Sprossenanker.

Bockleiter mini|hochkant|Bockleiter Eine Bockleiter besteht aus zwei B-Teilen, bzw. einem B-Teil und einem A-Teil. Das eine Leiterteil wird mit dem Fußende am Kopfende des anderen Leiterteils verschränkt und die Kreuzpunkte werden mittels eines Mastwurfes je Seite gesichert.

Nachdem die Leiter aufgestellt wurde, wird sie mit einer Feuerwehrleine von einer Sprosse der einen Leiter zur Sprosse der anderen Leiter gesichert. Dies verhindert einerseits ein Ausscheren der Leiterteile und ermöglicht es andererseits, die Neigung der Leiterteile zu regulieren. Anschließend können hierüber beispielsweise Schläuche verlegt oder sie kann als Festpunkt für einen Hebezug genutzt werden. Um eine Bockleiter als Festpunkt zu nutzen, wird ein Standrohr als Umlenkrolle in die Verschränkung der Leiterspitze gelegt, über die das Seil geführt wird. Somit kann die Feuerwehr auch mit einfachen Mitteln eine Rettung aus Schächten durchführen.

Es gibt für die genormten Steckleiterteile jedoch auch industriell gefertigte Steckleiter-Verbindungsteile zum Herstellen einer Bockleiter aus zwei oder auch vier Steckleiterteilen. Zusätzlich hat dieses Verbindungsteil eine Öse unterhalb zur einhängen einer Umlenkrolle oder Hebezeuges, zum Beispiel Rollgliss. Hierbei ist jedoch nur ein Steckleiterteil pro Seite zugelassen.

Schlauchüberführung (-brücke) mini|hochkant|Schlauchbrücke Eine Schlauchbrücke besteht aus mindestens drei Leiterteilen, wobei die horizontalen Leiterteile um bis zu zwei Steckleiterteile verlängert werden können.

Eine solche Schlauchbrücke wird grundsätzlich dann errichtet, wenn abzusehen ist, dass über eine Straße für längere Zeit eine Wasserförderstrecke zu verlegen ist. Sie ist ein Ersatz zu herkömmlichen Schlauchbrücken, die den Nachteil haben, dass sie für Autos mit geringer Bodenfreiheit nicht zu überqueren sind und den Verkehrsfluss stark hemmen. Eine Schlauchbrücke aus Leitern hat jedoch den Nachteil, dass sie nicht von größeren Fahrzeugen (z. B. Lkw) durchfahren werden kann.

Der Aufbau ist ähnlich einer Bockleiter. Die horizontalen Leiterteile werden mit den vertikalen Leiterteilen verschränkt, wobei die Füße nach außen geneigt sein sollten. Anschließend werden sie mit Mastwürfen gesichert. Um mehr Stabilität in die Konstruktion zu bringen, kann noch auf jeder Seite eine diagonale Leine eingebracht werden. Um die Leiter gegen Umstürzen zu sichern, wird an den Verkreuzungen der Leitern je Seite eine Halteleine (also insgesamt vier) angebracht, mit der die Schlauchbrücke aufgerichtet werden kann und mit denen sie anschließend an Fixpunkten gesichert wird. Es ist zu empfehlen, die Schlauchleitungen trocken vor dem Aufrichten über die Leiterteile zu verlegen und zusätzlich eine Schlauchleitung als Ersatz vorzuhalten.

Beim Aufrichten der Schlauchbrücke werden mindestens vier Personen benötigt, zwei an den Halteleinen in Richtung des Aufrichtens und zwei zum Anheben. Ist sie aufgerichtet, müssen die Halteleinen an Fixpunkten (Fahrzeug, Baum, o. Ä.) befestigt und die Leiterfüße gegen den Verkehr gesichert werden. Zu diesem Zweck sind an den Leiterfüßen Pylone aufzustellen und ein Feuerwehrangehöriger mit Warnflagge oder Winkerkelle abzustellen.

Schiebleiter Die zwei- oder dreiteilige Schiebleiter ist eine Anstellleiter aus zwei bzw. drei beweglich verbundenen Leiterteilen, die mit einem Zugseil auseinandergezogen werden kann. Die einzelnen Teile werden durch sogenannte Fallhaken am „Wiedereinfahren“ gehindert. Zusätzlich verfügen die Leitern im Allgemeinen über eine Seilbremse.