Die Waldnaab ist der linke und östliche Quellfluss der Naab in der Oberpfalz in Bayern. Sie entsteht aus der Vereinigung zweier Quellflüsse, der längeren Tirschenreuther Waldnaab aus dem Oberpfälzer Wald und der wasserreicheren Fichtelnaab aus dem Fichtelgebirge. Mit der Tirschenreuther Waldnaab zusammen ist sie 99 km lang und damit der längere der Naab-Quellflüsse. Über diesen Fließweg erreicht die Naab eine Gesamtlänge von 197 km.
Name Ihren Namen hat die Waldnaab zur Unterscheidung von den anderen Naabquellflüssen bekommen. Er leitet sich von den früheren großen Waldflächen des Oberpfälzer Waldes ab.www.waldnaab.com
Geographie Verlauf und Tallandschaft Die beiden Quellflüsse der Waldnaab unterscheiden sich in gewässerkundlichen Daten nur gering. Die Fichtelnaab ist mit einem mittleren Abfluss von 3,7 m³/s am Zusammenfluss ein wenig größer als die längere Tirschenreuther Waldnaab. Oberlauf Wasserführung Einzugsgebiet Länge Quellhöhe Quelllage Fichtelnaab 3,7 m³/s 278,47 km² 47,4 km 865 m ü. NHN am Ochsenkopf Tirschenreuther Waldnaab 3,0 m³/s 298,06 km² 62,5 km 775 m ü. NHN am Entenbühl
Tirschenreuther Waldnaab mini|links|hochkant|Waldnaab im Geschichtspark Bärnau-Tachov mini|links|Wiese an der Waldnaab mini|links|Einzugsgebiet der Waldnaab mit den Teileinzugsgebieten der Fichtelnaab und der Tirschenreuther Waldnaab Der linke, östliche Quellfluss entspringt auf an der deutsch-tschechischen Grenze im Oberpfälzer Wald in der Nähe des hohen Entenbühls bzw. dessen kleineren Bruders, des Naabbergs (). Die Quelle, auch „Kreuzbrunnen“ genannt, liegt im Landkreis Tirschenreuth, nahe bei Silberhütte. Aus der Quellfassung fließt das Wasser nur knapp drei Meter auf deutschem Boden, bevor es als Lesní Nába auf zwei Kilometern das westliche Böhmen berührt und, nach Nordwesten fließend, die deutsche Grenze wieder überquert und Bärnau erreicht.
Witterungsbedingt tritt das Wasser oft erst einige Meter unterhalb der zerfallenden Quellfassung, bereits auf tschechischer Seite, zutage. Während des Kalten Krieges war die Quelle an der damals streng bewachten Grenze stark frequentiert von Spaziergängern oder zum Pflücken von Heidelbeeren zwischen den Grenzpfosten, oft unter den Augen von Grenzsoldaten beider Seiten.
Nachdem sie den Wald verlassen hat, durchfließt sie als erstes Dorf an ihrem Lauf das gleichnamige Naab. In Bärnau knickt die Waldnaab nach Westen ab und durchfließt etwas unterhalb von Bärnau-Thanhausen bzw. nördlich von Plößberg den etwa 88 Hektar großen Hochwasserspeicher Liebenstein. Anschließend wendet sie sich nordwärts und erreicht Tirschenreuth, wo sie wieder nach Westen abknickt und in zahlreichen Mäandern durch die seenreiche Waldnaabaue fließt.
Vorbei an der Burg Falkenberg in Falkenberg erreicht sie, nun nach Südwesten fließend, das etwa 12 Kilometer lange waldreiche Waldnaabtal mit vielen granitenen Felsformationen am oder im Fluss, wie dem Kammerwagen, dem Tischstein oder dem Butterfass, sowie den einstigen Burgplätzen Altneuhaus, Herrenstein und Schwarzenschwall. Südlich von Falkenberg ist ein rund 6 Kilometer langer Abschnitt als Naturschutzgebiet Waldnaabtal ausgewiesen. Verlauf
Fichtelnaab
Die Quelle der Fichtelnaab befindet sich am Südosthang des Ochsenkopfs () etwa 800 Meter südöstlich der Quelle des Weißen Mains und etwa zwei Kilometer nordwestlich von Fichtelberg bzw. des 10,5 Hektar großen Fichtelsees (752 m ü. NN). Fortan fließt sie in einem breiten Muldental generell südostwärts über die Ortschaften Fichtelberg und Mehlmeisel in den Landkreis Tirschenreuth. Dort gelangt die Fichtelnaab über Brand, Ebnath, Neusorg und Erbendorf nach Windischeschenbach, wo sie sich mit der Tirschenreuther Waldnaab vereinigt.
Waldnaab unterhalb des Zusammenflusses Unterhalb des Zusammenflusses von Fichtelnaab und Tirschenreuther Waldnaab bei Neuhaus nahe Windischeschenbach fließt die Waldnaab durch ein breites Wiesental südwärts, nicht weit von der A 93 und der B 15, über Neustadt und Altenstadt bis Weiden, wo sie aus dem Westen die Schweinnaab aufnimmt. In Weidener Stadtteil Hammerweg zweigt der Flutkanal ab, der die Hochschulstadt vor Hochwasser schützt; unterhalb des Stadtbads vereint er sich mit ihr in einem kanalisierten Flussbett. Beim mittleren Wehr in Weiden zweigt der Flutkanal erneut ab. Nach anderthalb Kilometern unterquert die Waldnaab diesen in einem Düker. Nachdem sie Schirmitz passiert hat, vereint sie sich in Pirkmühle endgültig wieder mit dem Flutkanal. Bei Unterwildenau schließlich fließt sie mit der Haidenaab zur Naab zusammen, die dann bei Regensburg-Mariaort in die Donau mündet. mini|Felsblöcke im Waldnaabtal mini|Vereistes Wasserschöpfrad mini|Vereiste Waldnaab nahe Neustadt mini|Waldnaab und Haidenaab vereinen sich zur Naab (2016)
Einzugsgebiet Das etwa 972 km² große Einzugsgebiet der Waldnaab liegt zu 99,7 % in Bayern, die restlichen etwa 3 km² in der Tschechischen Republik. 30,7 % des Einzugsgebiets entfallen auf die Tirschenreuther Waldnaab, 28,6 % auf die Fichtelnaab und 40,7 % auf die Waldnaab unterhalb des Zusammenflusses der beiden Quellflüsse. Die nördliche und östliche Grenze des Einzugsgebiets ist Teil der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Schwarzem Meer diesseits und Nordsee jenseits.
Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: Im Nordwesten fließt die Röslau, im Nordosten die Wondreb zum Elbe-Zubringer Eger; im Osten liegt meist in Tschechien das Entwässerungsgebiet der Mies (tschechisch Mže), deren Wasser über die Berounka und die Moldau in die Elbe gelangt; im Südosten entwässert jenseits eines kurzen Stücks der Wasserscheide die Pfreimd, dann hinter einem längeren die Luhe, beide sind Zuflüsse der Naab; im Südwesten führt überall deren anderer Oberlauf Haidenaab den Abfluss zur anderen Seite zur Naab; im Nordnordwesten liegen jeweils auf einem kurzen Abschnitt das Einzugsgebiet des Roten und das des Weißen Mains an, der beiden Quellflüsse des großen Rhein-Zuflusses Main.
Zuflüsse Liste der Zuflüsse, jeweils vom Ursprung bis zum Zusammenfluss. Auswahl. In der Regel ohne Mühlkanäle.
Zuflüsse der Tirschenreuther Waldnaab Abschnittslänge 62,3 km
Sieberbächle, von rechts Hafnerbühlbach, von rechts Göttlitzbach, von rechts nach Bärnau-Naab Steinbach, von rechts in Bärnau Heiligenbach, von rechts bei Bärnau-Heimhof Röthenbach, von links bei Bärnau-Bartmühle Kaltenmühlbach, von links Silberbach, von links Lohwiesenbach, von links nahe Bärnau-KlauberfeldDanach fließt die Tirschenreuther Waldnaab in den Liebensteinspeicher ein Geisbach, von links im Liebensteinspeicher Schwarzenbach, von rechts in Plößberg-Liebenstein Gründlbach, von rechts gegenüber dem Ortsanfang von Tirschenreuth Netzbach, von rechts in Tirschenreuth Kainzbach, von rechts nach Tirschenreuth Wiesau, von rechts Tirschnitzbach, von rechts vor Falkenberg-Gumpen Netzbach, von links in Falkenberg (Bach aus den Gretschen), von rechts gegenüber Falkenberg-Hammermühle Mühlnickelbach, von links gegenüber Falkenberg-Blockhaus Tiefenbrünnel, von rechts nach Blockhaus Klingenbach, von links Frombach, von links Lämmerbach, von links Holzbach, von rechts vor Windischeschenbach-Johannisthal
Hiernach Zusammenfluss kurz vor Windischeschenbach mit der von rechts kommenden Fichtelnaab, die 47,4 km lang ist, zur Waldnaab.
Zuflüsse der Waldnaab Vom Zusammenfluss von Tirschenreuther Waldnaab und Fichtelnaab bis zum Zusammenfluss mit der Haidenaab. Längen und Einzugsgebiete überwiegend nach dem amtlichen Gewässerverzeichnis, in Details auch abgemessen auf der amtlichen topographischen Karte, Höhen abgefragt auf der amtlichen topographischen Karte.
Die Waldnaab selbst ist auf diesem Abschnitt 36,6 km lang.
Rumpelbach, von rechts auf in Windischeschenbach, 5,2 km und 9,9 km² Schleißbach, von links auf in Windischeschenbach, 4,5 km und 5,7 km² Hambach, von rechts auf in Windischeschenbach, 2,1 km und 1,2 km² (Bach durchs Angerholz), von rechts auf vor der Talbrücke der B 93, 1,8 km und 1,1 km² (Bach aus Richtung Pfaffenreuth), von links auf nach der Talbrücke der B 93, 1,0 km und 0,8 km² Pöllenbach, von rechts auf vor Kirchendemenreuth-Hutzlmühle, 2,9 km mit Oberlauf Menzlhofbach und 2,8 km² Kotzenbach, von links auf gegenüber der Hutzlmühle, ca. 3,2 km und 4,6 km² Wildweiherbach, von links auf nach Püchertsreuth-Lamplmühle, 1,5 km und 1,3 km² Schlattein, von links auf am Fischerei-Lehrbetrieb bei Störnstein-Wöllershof, 11,5 km und 51,7 km² Reiserbach, von links auf nahe Störnstein-Reiserdorf, 4,0 km und 4,8 km² Rabenbach, von rechts auf bei Neustadt an der Waldnaab-Radschinmühle, 3,1 km und 6,5 km² Floß, von links auf in Neustadt an der Waldnaab, 26,1 km ab der Quelle des Aschbächls und 94,4 km² Putzenbach, von links auf vor Theisseil-Hammerharlesberg, 2,1 km und 2,9 km² → (Abgang des Waldnaab-Flutkanals), nach rechts auf bei Weiden in der Oberpfalz-Hammerweg Äußerer Herbstaugraben, von rechts auf in den Waldnaab-Flutkanal bei Hammerweg, 3,9 km und 2,9 km² Almesbach, von links auf in den Waldnaab-Flutkanal nach Unterdükerung der Waldnaab selbst bei Weiden-Neumühle, 5,0 km und 12,4 km² Schweinnaab, von rechts auf in den Waldnaab-Flutkanal zwischen Hammerweg und Weiden-Scheibe, 26,0 km und 113,5 km² ← (Rücklauf des Waldnaab-Flutkanals), von rechts auf nahe der Stadtmitte von Weiden → (Wiederabgang des Waldnaab-Flutkanals), nach rechts auf nach der Stadtmitte von Weiden Stadtmühlbach, von rechts auf in die Waldnaab selbst vor Weiden-Leistadtmühle, 3,6 km und 18,1 km²Danach Unterdükerung des Flutkanals durch die Waldnaab selbst an der Kläranlage von Weiden, zur linken Seite des Flutkanals Krebsbach, von rechts auf in die Waldnaab selbst gegenüber Schirmitz nach voriger Unterdükerung der Waldnaab, 2,9 km und 4,3 km² Oberer Pfauengraben, von rechts auf bei Weiden-Moosbürg in den Flutkanal, 0,8 km und 3,5 km² Unterer Pfauengraben, von rechts auf vor Weiden-Neuhaus in den Flutkanal, 1,2 km und 3,5 km² Ullersrichter Bach, von rechts auf nahe Weiden-Ullersricht in den Flutkanal, 3,2 km und 2,4 km² ← (Rücklauf des Waldnaab-Flutkanals), von rechts auf bei Pirk-Pirkmühle, ca. 7,2 km und ca. 147,9 km² mit allen teilweise hier aufgeführten eigenen Zuflüssen. Seegraben, von rechts auf bei Weiden-Rothenstadt, 4,5 km mit Oberlauf Meßbach und 4,4 km² Rothenstadter Bach, von rechts auf in Rothenstadt, 3,7 km und 3,8 km² Bonaugraben, von links auf nahe Pirk-Pischeldorf, 3,4 km und 2,7 km² Pischeldorfer Bach, von links auf nahe Pirk-Au, 2,4 km und 4,2 km² → (Abgang des Mühlbachs), nach links auf vor Luhe-Wildenau-Unterwildenau, 1,3 km und 0,4 km² Mündet nach der Vereinigung von Waldnaab und Haidenaab zur Naab als erster linker Zufluss in diese.
Schiffbarkeit Die Waldnaab ist nicht für große Passagierschiffe oder Schubverbände schiffbar, da sie dazu nicht genügend tief und breit ist. Wegen ihrer vielen Mäander ist sie auch nicht für Ruderer und kleine Motorboote passierbar, wohl aber mit Kajaks und Kanadiern befahrbar. (Wildwasser)
Kajaks dürfen bereits auf der Tirschenreuther Waldnaab ab Falkenberg den Fluss befahren, wenn der Pegel in Windischeschenbach größer als 90 ist. Alle anderen Kanus dürfen ab Windischeschenbach befahren und bis zum Zusammenfluss zur Naab. Zahlreiche Wehre an ehemaligen Mühlen sperren den Wasserweg für Wassersportler, deshalb muss oft umtragen werden.
In Weiden gibt es einen Kanuverein namens Kanu Weiden mit knapp 100 Mitgliedern, die allesamt die Waldnaab nutzen.
Hochwasser Am 26. Januar 1995 entkam die Innenstadt von Weiden nur knapp einer Überflutungskatastrophe. Nur der massive Einsatz von Hilfskräften (u. a. der Bundeswehr) konnte größeren Schaden bei dem 50-jährlichen Hochwasserereignis verhindern.https://www.wwa-wen.bayern.de/hochwasser/hochwasserschutzprojekte/hochwasserschutz_weiden/index.htm Wasserwirtschaftsamt Weiden: Hochwasserschutz Weiden
Literatur