Schwarzenfels ist ein Ortsteil der Gemeinde Sinntal im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage

Schwarzenfels liegt im Nordosten des Main-Kinzig-Kreises in der Brückenauer Kuppenrhön. Es breitet sich im Naturpark Hessischer Spessart auf der Süd- und Südwestflanke des Hopfenbergs () und auf der Westflanke des Eschebergs () auf Höhenlagen um aus. Etwa 11,5 km nordwestlich liegt Schlüchtern, 3,7 km nordwestlich Sterbfritz als Ort der Sinntaler Gemeindeverwaltung, und in Bayern befinden sich 8,5 km ostnordöstlich Bad Brückenau und 4 km (jeweils Luftlinie) südlich Zeitlofs. Schwarzenfels grenzt im Norden an Weichersbach und Oberzell, im Nordosten an Züntersbach, im Westen an Mottgers und im Süden an Güntershöfe (Güntershof), die alle Ortsteile von Sinntal sind.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes Swarzenfels stammt von 1290. Der Name leitet sich vermutlich von dem Doleritbasalt des Hopfenberges ab, an dessen Hang Schwarzenfels entstand. In erhaltenen Urkunden wurde der Ort später auch unter den Namen Swarcefels (1305) und Zwarzenfils (1361) erwähnt. Das Dorf gehörte zum Gericht Altengronau, das 1333 als Reichslehen aus einer Erbschaft vom Haus Rieneck an die Herrschaft Hanau kam. Aus dem Gericht entstand im 15. Jahrhundert das Amt Schwarzenfels der Grafschaft Hanau und ab 1459 die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war die Burg Schwarzenfels Sitz des Amtmanns.

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg schloss sich in der Reformation zunächst der lutherischen Konfession an, ab 1597 war sie reformiert. Die Kirchengemeinde von Schwarzenfels war nach Mottgers eingepfarrt. 1643 wurde das Amt Schwarzenfels – und damit auch der gleichnamige Ort – als Pfand zusammen mit anderen Sicherheiten der Landgrafschaft Hessen-Kassel übergeben. Es sollte für Hanauer Schulden bürgen, die im Zusammenhang mit der Befreiung der Stadt Hanau von der Belagerung durch kaiserliche Truppen 1636 gegenüber der Landgrafschaft Hessen-Kassel entstanden waren. Den Grafen von Hanau gelang es nicht mehr, dieses Pfand von Hessen-Kassel zu lösen. Das Amt wurde in der Folgezeit wie landgräfliches Eigentum verwaltet. Auch nachdem Hessen-Kassel 1736, nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., die Grafschaft Hanau-Münzenberg erbte, wurde es mit dieser nicht wieder vereinigt.

Der Landgraf wurde 1803 zum Kurfürsten erhoben. Während der napoleonischen Zeit stand Schwarzenfels ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807 bis 1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es an den Kasseler Kurfürsten zurück. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Schwarzenfels zum Kreis Schlüchtern. 1866 wurde das Kurfürstentum nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildete sich zum 1. Juli 1972 die Gemeinde Sinntal durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Mottgers, Schwarzenfels und Weichersbach. Für Schwarzenfels wurde, wie für die übrigen Ortsteile von Sinntal, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Schwarzenfels angehört(e):

vor 1458: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Hanau ab 1458: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Schwarzenfels ab 1643: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel (als Pfand), Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Schwarzenfels ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hanau, Amt SchwarzenfelsDurch den Reichsdeputationshauptschluss. 1806–1810: Kaiserreich Frankreich,Infolge der Napoleonischen Kriege. Fürstentum Hanau, Amt Schwarzenfels (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau, Distrikt Schwarzenfels ab 1816: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Fürstentum Hanau, Amt Schwarzenfels ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis SchlüchternVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 76.Trennung von Justiz (Justizamt Schwarzenfels) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hanau ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Hanau, Kreis Schlüchtern ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Schlüchtern ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Schlüchtern ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Schlüchtern ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Schlüchtern ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Schlüchtern, Gemeinde SinntalAm 1. Juli 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Sinntal. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Kinzig-Kreis, Gemeinde Sinntal

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwarzenfels 519 Einwohner. Darunter waren 6 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 84 Einwohner unter 18 Jahren, 213 zwischen 18 und 49, 120 zwischen 50 und 64 und 102 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 210 Haushalten. Davon waren 48 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 135 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1549: 17 Haushaltungen • 1587: 12 Schützen, 7 Spießer • 1812: 63 Feuerstellen, 482 Seelen • 1821: 63 HäuserThomas Klein: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1845. Reihe A: Preußen. Band 11: Hessen-Nassau einschließlich Vorgängerstaaten. Marburg 1979, S. 115

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 528 evangelische (= 97,96 %), 9 katholische (= 1,67 %), 2 jüdische (= 0,37 %) Einwohner • 1961: 441 evangelische (= 89,82 %), 46 katholische (= 9,37 %) Einwohner

Politik Ortsvorsteher ist Thomas Fuß.

Infrastruktur In Schwarzenfels gibt es einen Kindergarten und ein Dorfgemeinschaftshaus. Durch den Ort führt die Landesstraße 3180. Die nächsten Bahnanschlüsse bestehen im Bahnhof Schlüchtern an die Kinzigtalbahn von Frankfurt nach Fulda und in Jossa und Sterbfritz an die Bahnstrecke Flieden–Gemünden nach Fulda und Würzburg.

Persönlichkeiten

Franz Bäke (1898–1978), Offizier, Generalmajor und Zahnarzt Heiner Boehncke (* 1944), Literaturwissenschaftler Ulrike Edschmid (* 1940), Schriftstellerin Marie Juliane von Hanau (1617–1643), verheiratete Gräfin von Isenburg-Birstein Julius Heß (1824–1891), Advokat und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung Helmut Nitzsche (1914–2002), bildender Künstler und Glasmaler. Karl Ulrich (1946–2010), Heimatforscher

Literatur Anneliese Hofemann: Studien zur Entwicklung des Territoriums der Reichsabtei Fulda und seiner Ämter. Diss. 1938 = Schriften des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde 25. 1958, S. 120. Willi Klein: Zur Geschichte des Mühlenwesens im Main-Kinzig-Kreis = Hanauer Geschichtsblätter 40. Hanau 2003, S. 430–432. Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6, S. 371–372. Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 345.

Weblinks Ortsteil Schwarzenfels In: Webauftritt der Gemeinde Sinntal.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Main-Kinzig-Kreis Kategorie:Geographie (Sinntal) Kategorie:Grafschaft Hanau-Münzenberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Kinzig-Kreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1290