mini|Luftaufnahme der American University (Blick nach Norden). Sie liegt im Osten des Stadt­teils Spring Valley. Die American University (AU) ist eine private, evangelisch-methodistische Universität in Washington, D.C. in den USA. Im Herbst 2014 waren 7.083 Bachelorstudenten (undergraduate students) und 3.497 Master- bzw. Ph.D.-studenten (postgraduate students) eingeschrieben (insgesamt 10.580 Studenten). Die Universität wurde 1893 gegründet.

Geschichte Gründung Die American University wurde im District of Columbia durch ein Gesetz des Kongresses am 5. Dezember 1892 gegründet, hauptsächlich aufgrund der Bemühungen des methodistischen Bischofs John Fletcher Hurst. Nach mehr als drei Jahrzehnten, in denen die finanzielle Unterstützung abgesichert wurde, wurde die Universität am 15. Mai 1914 offiziell eingeweiht. Die AU nahm sowohl Frauen als auch Afroamerikaner auf, was zu dieser Zeit in der Hochschulbildung ungewöhnlich war. Unter den ersten 28 Studenten waren fünf Frauen und 1915 wurde eine afroamerikanische Doktorandin zugelassen. Während des Ersten Weltkriegs erlaubte die Universität dem US-Militär, einen Teil ihres Geländes für Tests zu nutzen. 1917 teilte das US-Militär die American University in die Camp American University und das Camp Leach. Die Camp American University wurde zum Geburtsort des US-Chemiewaffenprogramms und zum Ort der Chemiewaffentests, was in den 1990er Jahren große Aufräumarbeiten erforderte. Camp Leach war die Heimat fortschrittlicher Forschung, Entwicklung und Erprobung moderner Tarntechniken. Ab 2014 entfernte das Army Corps of Engineers noch Kampfmittel wie Senfgas und Mörsergranaten.

Der Unterricht wurde zunächst nur auf Graduiertenebene angeboten, ab 1925 mit der Gründung des College of Liberal Arts (später College of Arts and Sciences) wurden die ersten grundständigen Studiengänge und -programme angeboten. Die heutige School of Public Affairs wurde 1934 gegründet, um künftige Bundesbedienstete auszubilden.

Die Beziehungen der AU zur US-Regierung wurden während des Zweiten Weltkriegs fortgesetzt, als der Campus die US Navy Bomb Disposal School und eine WAVE-Kaserne beherbergte. Für die Rolle der AU bei diesen Kriegsbemühungen wurde das Victory-Schiff SS American Victory zu ihren Ehren benannt.

Sport Die Sportteams der AU sind die Eagles (Adler). Die Hochschule ist Mitglied in der Patriot League.

Fakultäten und Studiengänge Das College of Arts and Sciences unter der Leitung von Dekanin Linda Aldoory besteht aus 3279 Untergraduierten und 631 Graduierte Studierende, welche sich auf 61 Bachelor-, 92 Zertifikats-, 26 Master, 6 Doktoren- und 22 Graduiertenzertifikate aufteilen. Das College deckt eine weite Breite an Studiengängen ab. In den Kategorien Kunst, Gesellschaftswissenschaften, Sprachen, Mathe und Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften werden Studiengänge in unter anderem Kunstgeschichte, Tanz, Theater, Geschichte, Religionswissenschaften, Philosophie, Arabisch, Deutsch, Französisch, Biologie, Statistik, Public Health, Ökonomik, Psychologie und Soziologie angeboten.

Die Kogod School of Business bietet unter anderem Studiengänge in Betriebswirtschaftslehre, Finanzen, Vermarktung und Wirtschaftsanalyse und KI. Es werden keine Promotionsstudiengänge angeboten.

Die School of Communication bietet Untergraduierten- und Graduiertenstudiengänge an. Es werden unter anderem Bachelorstudiengänge in Fotografie, Film und Medien und Journalismus angeboten. In den Kategorien Kommunikationswissenschaften und Journalismus, Film und Medien, Kommunikation und Game Design werden 9 Master- und ein Promotionsstudiengang angeboten.

Die School of International Service bietet 8 Bachelor-, 8 Master- und 11 Promotionsstudiengänge unter anderem in Internationale Entwicklung, Interkulturelle und Internationale Kommunikation oder Internationale Beziehungen an.

Das Office of Graduate & Professional Studies bietet einen Studiengang in Human Resource Analytics and Management an.

Die School of Public Affairs bietet diverse Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge in den Bereichen Politik und Rechtswissenschaften an.

Das Washington College of Law unter der Leitung von Dekanin Heather Hughes bietet diverse Studiengänge in den Rechtswissenschaften an.

Bekannte Alumni Aboubacar Ibrahim Abani (* 1962), Diplomat Franz Adler (1908–1983), Soziologe Toney Anaya (* 1941), Politiker Jónas Árnason (1923–1998), Politiker und Schriftsteller Konstantinos Arvanitopoulos (* 1960), Politikwissenschaftler und Politiker Owen Aspinall (1927–1997), Politiker Christian Ast (* 1971), Basketballspieler Theodore Barber (1927–2005), Psychologe Bettina Tucci Bartsiotas, UN-Beamtin Jordan Belfort (* 1962), Autor und Motivationstrainer Ken Bentsen (* 1959), Politiker James Bilbray (1938–2021), Politiker Doreen Bogdan-Martin (* 1966), Generalsekretärin der ITU Don Bonker (1937–2023), Politiker Juan Mari Brás (1925–2010), Politiker Julia Brownley (* 1952), Politikerin Robert Byrd (1917–2010), Politiker Carroll Ashmore Campbell junior (1940–2005), Politiker Neil Cavuto (* 1958), Fernsehmoderator Joe Chambers (1942–2022), Jazz-Schlagzeuger Adrian Cronauer (1938–2018), Radio-Diskjockey Gregory R. Dahlberg (* 1951), Politiker Douglas Davis (1933–2014), Kunstkritiker und Künstler Ruth M. Davis (1928–2012), Mathematikerin und Informatikerin Thomas Downey (* 1949), Politiker Adam Ebbin (* 1963), Politiker Clyde T. Ellis (1908–1980), Politiker Friederike Engel (* 1987), Fußballspielerin John Fahey (1939–2001), Musiker Arthur Flemming (1905–1996), Politiker David Gaines (* 1961), Komponist Savannah Graybill (* 1988), Skeletonpilotin Joanne Greenberg (* 1932), Schriftstellerin David Gregory (* 1970), Fernsehjournalist Henepola Gunaratana (* 1927), buddhistischer Mönch Alison Lundergan Grimes (* 1978), Politikerin Kim Guadagno (* 1959), Politikerin Gale Harold (* 1969), Schauspieler Melissa Hathaway (* 1968), Regierungsbeamtin Mo Hayder (1962–2021), Krimi-Autorin Tom Hegermann (* 1960), Radiomoderator Lawrence Hogan (1928–2017), Politiker Tim Huelskamp (* 1968), Politiker Ousmane Issoufi Maïga (* 1946), Politiker Alexandra Karle (* 1967), Fernsehmoderatorin Petra Kelly (1947–1992), Politikerin Timm Kern (* 1972), Politiker Abdul Ilah al-Chatib (* 1953), Politiker Cyril E. King (1921–1978), Politiker John Albert Knebel (* 1936), Politiker Max Kohnstamm (1914–2010), Historiker und Diplomat Juliane Kokott (* 1957), Juristin Michael J. Kopetski (* 1949), Politiker Alex Koroknay-Palicz (* 1981), Aktivist Ferdinand Kramer (* 1960), Historiker Joan Langdon (* 1951), Mathematikerin und Hochschullehrerin Rick Lazio (* 1958), Politiker Friedrich Lenz (1885–1968), Nationalökonom Wendy Lower (* 1965), Historikerin Nizar Madani (* 1941), Politiker Elham Manea (* 1966), Politologin und Autorin Donald Manzullo (* 1944), Politiker Betsy Markey (* 1956), Politikerin Jim McGovern (* 1959), Politiker Clint Miller (* 1939), Politiker und Musiker May Miller (1899–1995), Schriftstellerin Keith Claudius Mitchell (* 1946), Politiker Angelika Mlinar (* 1970), Politikerin Valentine Moghadam (* 1952), Soziologin und Feministin Nick Monu (* 1965), Dramatiker, Schauspieler und Regisseur Connie Morella (* 1931), Politikerin Dambisa Moyo (* 1969), Ökonomin John P. O’Neill (1952–2001), Anti-Terrorismus-Experte Max Otte (* 1964), Ökonom Longin Pastusiak (1935–2025), Politiker Joachim Prinz (* 1971), Ökonom Balakrishnan Rajagopal (* vor 1990), Rechtswissenschaftler und Menschenrechtsexperte Steven Rales (* 1951), Unternehmer Lorin S. Robert (1956–2025), Politiker Vekuii Rukoro (1954–2021), namibischer Geschäftsmann und Jurist Benjamin Salisbury (* 1980), Schauspieler und Synchronsprecher Loretta Sanchez (* 1960), Politikerin Bruce Schneier (* 1963), Experte für Kryptographie und Computersicherheit Willard Scott (1934–2021), Schauspieler, Autor und Berufsclown Parvez Sharma (* 1973), Journalist und Filmregisseur Charles Sheffield (1935–2002), Mathematiker, Physiker und Science-Fiction-Autor Bill Shuster (* 1961), Politiker Bud Shuster (1932–2023), Politiker Cara Silverman (1959–2014), Filmeditorin Kantathi Suphamongkhon (* 1952), Politiker Robin Tallon (* 1946), Politiker Elmar Theveßen (* 1967), Fernsehjournalist, Autor A. Devitt Vanech (1906–1967), Jurist Ed Whitfield (* 1943), Politiker Chancellor Williams (1898/1905–1992), Historiker, Soziologe und Schriftsteller Drew Wrigley (* 1965), Politiker Oumarou Garba Youssoufou (1940–2007), Diplomat und Politiker Holger Zürch (* 1967), Autor

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Universität in Washington, D.C. Kategorie:Methodistische Hochschule Kategorie:Private Hochschule in den Vereinigten Staaten Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1893