mini|Geöffnete Fenster erleichtern Einbrechern ihr kriminelles Tun Maßnahmen zum Einbruchschutz sollen das unerlaubte Eindringen in einen verriegelten Raum oder Bereich verhindern (Einbruch). Einen guten Einbruchschutz erreicht man durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, richtiges Verhalten sowie personelle und organisatorische Maßnahmen. abgerufen am 16. Juni 2010.

Rechtliche Situation Ein besonders schwerer Fall des Diebstahl bzw. ein Wohnungseinbruchdiebstahl nach den , des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB) liegt vor, wenn der Täter zur Ausführung der Tat in ein Gebäude, einen Dienst- oder Geschäftsraum, in einen anderen umschlossenen Raum oder in eine Wohnung einbricht, einsteigt, mit einem falschen Schlüssel oder einem anderen nicht zur ordnungsmäßigen Öffnung bestimmten Werkzeug eindringt oder sich in der Wohnung verborgen hält.

Wer in der Schweiz einen Einbruch verübt, macht sich nach Art. 139 StGB wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch, und/oder zusätzlich wegen Sachbeschädigung strafbar. In Österreich begeht man gemäß StGB (Diebstahl durch Einbruch oder mit Waffen) eine Straftat.

Einbruchstatistiken

Österreich 2018 In Österreich gab es 2018 insgesamt 472.981 angezeigte Einbruchdiebstähle, Kfz- und Taschendiebstähle. Das bedeutet einen Rückgang von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Was Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäusern betrifft, beläuft sich der Rückgang seit 2017 sogar auf 17,1 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Aufklärungsquote von Einbrüchen auf 18,4 Prozent verbessert, während diese Rate im Vorjahr nur 14,5 Prozent betragen hatte.

Einen deutlichen Anstieg ist allerdings im Bereich Trickbetrug zu verzeichnen. Beim Trickbetrug verschaffen sich Unbefugte durch Tricks Zugang zu fremden Wohnungen oder Häusern, um diese auszurauben. Hier gibt es seit 2015 einen Anstieg der angezeigten Fälle von 57,3 Prozent. Dabei ist der sogenannte "Enkeltrick" oder "Neffentrick" besonders oft aufgetreten, bei dem sich Menschen als Angehörige ihrer Opfer ausgeben. Auf diese Art verschaffen sie sich Zutritt in den jeweiligen Wohnbereich um einen indirekten Einbruch durchzuführen.

DACH-Region 2013 Die Zahl der „Wohnungseinbruchdiebstähle“ stieg 2013 in Deutschland um 3,7 Prozent auf 149.500 Fälle an. Im Jahre 2014 setzte sich der Trend fort, insgesamt 152.000 gemeldete Einbrüche und damit ein Rekordwert. Vor allem stiegen hierbei auch die „Tageswohnungseinbrüche“ (Einbruchdiebstähle zur Tageszeit) um 5,8 Prozent an. Mittlerweile finden fast 44 Prozent der Wohnungseinbrüche in Deutschland tagsüber statt. Die meisten Tageswohnungseinbrüche ereignen sich in Großstädten. abgerufen am 17. Juni 2010. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013 ist aber auch der Anteil der vollendeten Einbrüche stetig gesunken. Die Polizei schließt hierbei auf die Verbesserungen der Sicherungsmaßnahmen im privaten Bereich sowie der entsprechenden Präventionsaktionen der Polizei. Über 40 Prozent (2013) der Einbrüche bleiben in Deutschland im Versuchsstadium stecken, auch wegen sicherungstechnischer Einrichtungen.Broschüre: , Programm Polizeiliche Kriminalprävention, S. 3. Anfragende erhalten unter anderem bei den Polizeilichen Beratungsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine individuelle Beratung in puncto Einbruchschutz und Sicherheit. Während in Österreich die Zahl der Einbrüche in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging, steigerte sie sich von 2012 auf 2013 um 7 % auf 16.548. Auch in der Schweiz stieg die Zahl der Einbrüche in den letzten Jahren konstant (2012: um +16 % auf 73.714), wobei in der Schweiz auf 100.000 Einwohner im Verhältnis 932 Einbrüche kommen, was den Spitzenwert in Europa darstellt. Die entsprechenden Maßnahmen zum Einbruchschutz richten sich nach den Gegebenheiten der Gebäude sowie den Risikofaktoren. So verschaffen sich Einbrecher bei Einfamilienhäusern in 41,8 Prozent der Fälle den Zugang über Balkon- und Terrassentüren und in Mehrfamilienhäusern. In 46,9 Prozent der Fälle geschieht dies über die Wohnungstür. In Geschäftsgebäuden gelangen die Täter zumeist (35,5 Prozent) über (Laden-)Fenster ins Innere. Insgesamt wurden 2013 vermehrt Boden-, Kellerräume und Waschküchen zum Tatort (+11,2 Prozent Anstieg zum Vorjahr). Mit folgenden Maßnahmen können beispielsweise Einbrüche erschwert oder verhindert werden:

Maßnahmen

Verhaltensmaßnahmen Auch einfache Verhaltensmaßnahmen können zum effizienten Einbruchschutz beitragen., abgerufen am 17. Juni 2010. Zu diesen Maßnahmen gehört beispielsweise der Anwesenheitsschutz, wie Türspione, Türketten oder Gegensprechanlagen. Er kann den Bewohnern helfen zu entscheiden, ob sie eine Person einlassen möchten oder nicht. Daneben soll bei zeitweiliger Abwesenheit die Anwesenheitssimulation dem Schutz vor einem Einbruch dienen. Allgemeingültige Verhaltenshinweise für richtiges Verhalten in einer Einbruchssituation gibt es nicht. Eine Konfrontation mit dem Einbrecher kommt nur selten vor. Auf frischer Tat ertappte Einbrecher werden oft nur gewalttätig, um sich einen Fluchtweg zu verschaffen.M. Schauer: Sicherheitsleitfaden, S. 7, Tupperware, 1996 Generell wird jedoch seitens Fachstellen empfohlen, sich in Einbruchssituationen ruhig zu verhalten und als Erstes die Polizei zu verständigen. Des Weiteren wird einem nahegelegt, das Haus bzw. die Wohnung, soweit möglich, unbemerkt zu verlassen und sich bei einem Nachbarn zu verstecken, bis die Polizei eintrifft.

Mechanische Sicherungen mini|Pilzkopfverriegelung

Mechanische Sicherungstechnik sind die wesentliche Voraussetzung für einen wirksamen Einbruchschutz. Sie verlangsamen oder verhindern den Einbruch und/oder bewirken, dass beim Einbruch mehr Lärm entsteht. Elektronische Sicherungen, wie Einbruchmeldeanlagen, verhindern dagegen keinen Einbruch, sondern melden ihn nur.

Eine Sicherheitstür kann je nach Widerstandsklasse den Einbruch erheblich erschweren oder sogar nahezu unmöglich machen. Nachträglich können Türen durch Balkenschlösser, Querriegelschlösser und Kastenschlösser gesichert werden. Hinterhaken oder Scharnierseitensicherungen verhindern, dass eine Tür an der Bänderseite mit Gewalt aufgedrückt oder aus den Türbändern (Angeln) gehoben werden kann (sog. Aushebesicherung). Das Sicherheitsschloss kann durch einen Aufbohrschutz oder Schutzbeschlag zusätzlich geschützt werden. Außerdem empfiehlt es sich, für den Schließzylinder eine Sicherungskarte anzuschaffen, was Nachbestellungen von Schlüsseln legitimiert und damit zusätzliche Sicherheit bietet.

Sicherheitstüren bestehen aus einem abgestimmten System aus einem stabilen Türenblatt, der Zarge, dem Zylinder und einer sicheren Verriegelung.

Einbruchhemmende Fensterbeschläge, die mit pilzkopfförmigen Zapfen bestückt sind und mit entsprechenden Schließteilen einen hohen Aushebelschutz bewirken, nennt man Pilzkopfverriegelung. mini|Einbaubare Einbruchsicherung mini|Mechanische Außensicherung eines Kellerfensters: 3,5 cm dicke Stahlstangen sind beidseitig in Stahlbetonbalken, die im Mauerwerk verankert sind, eingelassen. Bei geprüften Einbruchhemmenden Rollladensystemen werden die Widerstandsklassen ER1 (neue Bezeichnung RC1N nach EN 1627–1630) (kaum Einbruchhemmung) bis ER6 (neue Bezeichnung RC6 nach EN 1627–1630) (hohe Einbruchhemmung) vergeben. Verbund-Sicherheitsglas („VSG“) ist ein Verbundglas: eine Kunststofffolie verbindet zwei Glasscheiben. Vergitterte Fenster schützen ebenfalls vor Einbrechern, können aber eine Flucht oder Rettung durch das Fenster – z. B. im Brandfall – unmöglich machen.

Keller- oder Lichtschächte sind häufige Einstiegstellen. Lichtschachtsicherungen erschweren den Einbruch, zum Beispiel ein von unten fixiertes Gitterrost.

Politische Unterstützung

Ein genormter Einbruchschutz für Neubauten ist gesetzlich in Deutschland im Gegensatz zu den Niederlanden nicht vorgeschrieben.

Bei einer Konferenz im Jahr 2015 konnten sich die Innenminister von Bund und Ländern nach Kritik der Innenminister aus Hessen und Bayern nicht auf eine derartige Forderung einigen. Eine entsprechende Maßnahme soll jedoch geprüft werden. Nach Studien sind rund zwei Drittel aller deutschen Wohnungen nicht speziell gegen Einbrüche gesichert.Stuttgarter-nachrichten.de: Rainer Wehaus – Pflicht für Neubauten wird nur geprüft: Einbruchschutz bleibt freiwillig vom 5. Dezember 2015 abgerufen am 8. Juli 2017

Elektronische Überwachung mini|Videoüberwachung Elektronische Überwachungen (oft fälschlicherweise als elektronische Sicherungstechnik oder elektronische Sicherung bezeichnet) dienen dem Erkennen oder Melden von Gefahren (z. B. bei Überfall oder bei Einbruch) bzw. der Beobachtung von Orten. Sie verhindern zwar keinen Einbruch, doch ihre Meldewirkung erhöht das Risiko für Einbrecher, entdeckt zu werden. Erfahrungsgemäß lassen sich potenzielle Täter oft von vornherein abschrecken, wenn sie feststellen, dass eine Einbruchmeldeanlage (EMA, sogenannte Alarmanlage) oder eine Überfallmeldeanlage (ÜMA) installiert ist. Sie dienen der Erkennung und Meldung von Einbrüchen bzw. der Alarmierung von Wachdiensten oder der Polizei bei einem Überfall. Die Beachtung der Zwangsläufigkeit bei einer Einbruchmeldeanlage reduziert Falschalarme auf ein Minimum. Das Melden kann durch laute Signalgeber (Sirenen) an die unmittelbare Umgebung erfolgen oder als „stiller Alarm“ mittels einer Übertragungseinrichtung an zuvor festgelegte (gespeicherte) Zielrufnummern. Einen Alarm, der ausschließlich zur Abschreckung der Täter durch ein akustisches oder optisches Signal eingesetzt wird, nennt man Externalarm. Wird der Alarm durch die Alarmanlage an einen Sicherheitsdienst übertragen, spricht man von einem Fernalarm.Einbruchschutz: Mehr Sicherheit fürs Zuhause Ratgeber bauen.de. Abgerufen am 23. Dezember 2015.

Fernalarme werden in der Regel an eine Alarmempfangsstelle (AES) und von dort an eine Notruf- und Serviceleitstelle (NSL) übertragen. Um die Ursache des Alarms zu ergründen, muss danach zunächst eine Alarmverifikation erfolgen. Je nach Ursache werden dann die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet.

Besteht nach einer qualifizierten Alarmvorprüfung durch die NSL bzw. einer Alarmvorprüfung vor Ort durch eine Interventionsstelle (IS) eine hinreichende Sicherheit für einen tatsächlichen Alarm, kann die Polizei ggf. ohne weitere Vorprüfung des Alarms entsprechend alarmiert werden (siehe auch DIN VDE 0833-3-1).DIN VDE V 0833-3-1 (VDE V 0833-3-1):2019-11 DKE. Abgerufen am 24. September 2021. Hinweis: Sollte es sich trotz Verifikation um einen Falschalarm handeln, ist mit Gebühren der Polizei für unnötige Einsätze zu rechnen. Sämtliche Alarmvorprüfungs- und Interventionsmaßnahmen sind von der NSL in einer Alarmdienst- und Interventionsvereinbarung zu dokumentieren. Die NSL und die IS sollen von einer zur Prüfung nach DIN EN ISO/IEC 17025DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03 DKE. Abgerufen am 24. September 2021. und Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17065DIN EN ISO/IEC 17065:2013-01 DKE. Abgerufen am 24. September 2021. akkreditierten Stelle für den Bereich Notruf- und Serviceleitstellen und Sicherungsdienstleistungen (unter Beachtung der DIN 77200-3) auf Grundlage der DIN VDE V 0827-11DIN VDE V 0827-11 (VDE V 0827-11):2018-12 DKE. Abgerufen am 24. September 2021. (für die NSL) bzw. der DIN 77200-1 Anforderungsprofil B oder C (für die IS) geprüft und zertifiziert (z. B. durch VdS Schadenverhütung (VdS)) sein.

Eine direkte Alarmübertragung zur Polizei ist nur in bestimmten Fällen möglich. Dies ist in der sogenannten ÜEA-Richtlinie geregelt.