Schwand () ist ein Gemeindeteil der Stadt Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Schwand liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Stadtsteinach, teils auf dem Gemeindegebiet von Presseck. Sie hat eine Fläche von 17,286 km² und ist in 1164 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 14850,55 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Birken große, Birken kleine, Braunersreuth, Deckenreuth, Eisenberg, Forkel, Frankenreuth, Gründlein, Kunreuth, Osenbaum, Petschen, Römersreuth, Schöndorf, Silberklippe und Vorderreuth.
Geografie mini|Aus dem Ort (2023) Das Dorf liegt südwestlich der Schwander Höhe (), einer Erhebung des Frankenwaldes. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an Deckenreuth vorbei nach Wartenfels (1,5 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2195 (0,5 km südöstlich), wo sich zwei weitere Anwesen des Ortes am rechten Ufer des Schindelbachs befinden.
Geschichte Der Ort wurde 1145 erstmals urkundlich erwähnt, damals verkauften die Edelherren von Callenberg (bei Coburg) ihre Besitztümer in „Suuantha“ an das Kloster Michelsberg in Bamberg. Frühere Ansiedlungen dürften jedoch schon in der Slawenzeit (6.–9. Jahrhundert) bestanden haben. Im Jahre 1397 wurde mehrfach ein Hans Haueisen zu Schwand erwähnt. Seine 1512 als „Wale“ bezeichnete befestigte Turmhügelburg Schwand in der Ortsmitte wurde wahrscheinlich mit dem Anwesen Haus Nr. 30 überbaut.Otto Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 603.
Der Ortsname lässt sich vom Begriff schwenden herleiten.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schwand aus 19 Anwesen (11 Höfe, 1 Gütlein, 2 Söldengüter, 1 Schmiede, 3 Tropfhäuslein). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Stadtsteinach aus. Das Kastenamt Stadtsteinach war Grundherr sämtlicher Anwesen.
Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1802 gehört der Ort zu Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Schwand gebildet, zu dem folgende Orte gehörten: Birken große, Birken kleine, Braunersreuth, Deckenreuth, Eisenberg, Forkel, Gründlein, Kunreuth, Neumühle, Osenbaum, Papiermühle, Petschen, Premeusel, Schlackenmühle, Schlopp, Schöndorf, Silberklippe, Vorderreuth und Waffenhammer. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Schwand, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war zuzüglich der Orte Frankenreuth und Römersreuth.
Mit dem Gemeindeedikt von 1818 bildete Wildenstein mit Neumühle, Papiermühle, Premeusel, Schlackenmühle, Schlopp und Waffenhammer eine eigene Ruralgemeinde. Zugleich wurden diese Orte an den Steuerdistrikt Presseck überwiesen.
Die Gemeinde Schwand war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Stadtsteinach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Stadtsteinach (1919 in Finanzamt Stadtsteinach umbenannt). Ab 1862 gehörte Schwand zum Bezirksamt Stadtsteinach (1939 in Landkreis Stadtsteinach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Stadtsteinach (1879 in Amtsgericht Stadtsteinach umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 17,246 km². Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Braunersreuth, Kunreuth und Schöndorf wurden in die Gemeinde Presseck eingegliedert, die übrigen Gemeindeteile kamen zu Stadtsteinach.
Baudenkmal Haus Nr. 9: Gasthaus zur Sonne
Einwohnerentwicklung Gemeinde Schwand Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 457 605 721 750 788 735 716 732 781 750 713 703 658 616 597 614 625 578 527 802 740 638 514 487HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 96 105 103 103 99 97 102 Quelle Für die Einwohnerzahlen der zugehörigen Orte siehe dort.
Ort Schwand Jahr 1818 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 115 158 167 165 138 164 190 153 149 124Häuser 18 24 25 26 25 30 33Quelle
Religion Schwand ist katholisch geprägt und nach St. Bartholomäus (Wartenfels) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Stadtsteinach) Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kulmbach) Kategorie:Ersterwähnung 1145 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Kulmbach