Schwand bei Nürnberg (fränkisch: SchwondE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 71. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: šwånd.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwanstetten im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Schwand bei Nürnberg hat eine Fläche von 12,906 km². Sie ist in 2614 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4937,27 m² haben.
Lage Schwand liegt südlich von Leerstetten und ist größtenteils von Waldgebieten umgeben. Der Hembach durchfließt den Ort im Süden und mündet im benachbarten Rednitzhembach in die Rednitz. Im Osten gibt es ein Gewerbegebiet. Die Kreisstraße RH 1 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 bei Rednitzhembach (2,3 km westlich) bzw. nach Leerstetten (2,9 km nördlich). Die Kreisstraße RH 35 verläuft nach Harrlach (5 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Furth (2,2 km östlich) und nach Harm (1,6 km nordwestlich).
Geschichte Der Entstehungszeitpunkt der Rodungssiedlung ist unbekannt. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1186 als „Swande“, als die damalige Kirche von Bischof Otto von Eichstätt geweiht wurde. Dem Ortsnamen liegt zugrunde.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 71f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schwand 54 Anwesen (8 Ganzhöfe, 1 Halbhof, 3 Köblergüter, 25 Gütlein, 3 Güter jeweils mit Tafernwirtschaft, 1 Zapfenwirtschaft, 9 Leerhäuser, 1 Badhaus, 1 Schmiedgütlein, 2 Mahl- und Sägmühlen). Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Außerdem gab es noch ein Wildmeistereihaus, ein Amtsknechtshaus, eine Pfarrkirche, ein Pfarrhaus, eine Schule und ein Hirtenhaus.F. Eigler: Schwabach, S. 422f. Es gab 56 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 231.
Von 1797 bis 1808 unterstand Schwand dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Schwand gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Schwand. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Schwand zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 485. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 12,925 km².
Am 1. Juli 1972 kam Schwand an den Landkreis Roth. Am 1. Mai 1978 schlossen sich Schwand und die Nachbargemeinde Leerstetten im Zuge der Gebietsreform in Bayern zur neuen Gemeinde Schwanstetten zusammen.
Baudenkmäler In Schwand gibt es 26 Baudenkmäler, darunter Nürnberger Straße 17: ehemaliges Richterwohnhaus Nürnberger Straße 19: ehemaliges Schulhaus Nürnberger Straße 21: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer diverse Wohnstallhäuser, Scheunen und Kleinhäuser zwei Steinkreuze Kriegerdenkmal
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2013Einwohner 481 599 588 593 600 586 563 543 552 547 527 557 619 687 679 601 651 661 691 1037 1034 1000 1009 1339 2676 3210HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 87 86 99 96 98 97 109 141 177 717 Quelle
Religion Schwand bei Nürnberg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Johannes der Täufer. Die Katholiken sind nach Heilig Kreuz (Plöckendorf) gepfarrt.
Vereine Neben vielen anderen Vereinen gibt es einen Sportverein, den 1. FC Schwand.
Persönlichkeiten Georg Autenrieth (1833–1900), Klassischer Philologe und Gymnasialdirektor
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Schwanstetten) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1186 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ort am Hembach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth