Sankt Peter im Sulmtal (bis 1948 Sankt Peter im Sulmthale) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.
Geographie Lage Die Gemeinde Sankt Peter im Sulmtal liegt im Sulmtal in der südlichen Weststeiermark, rund 8 km südlich der Bezirkshauptstadt Deutschlandsberg. Die Gemeinde wird von der Schwarzen Sulm, dem Stullneggbach und dem Leibenbach durchflossen.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet von Sankt Peter umfasst sechs Katastralgemeinden und wird durch die Sulm in einen nördlichen und einen südlichen Teil unterteilt. Im Norden liegen von Osten nach Westen die Katastralgemeinden Wieden, Moos und Korbin. Südlich der Sulm liegen von Osten nach Westen die Katastralgemeinden Kerschbaum, Sankt Peter im Sulmtal und Freidorf im Sulmtal (Fläche Stand ). Freidorf im Sulmtal () Kerschbaum () Korbin () Moos () St. Peter im Sulmtal () Wieden ()
Die Gemeinde gliedert sich in sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ): Freidorf () Kerschbaum () Korbin () Moos () Poppenforst () Sankt Peter im Sulmtal () Wieden ()
Nachbargemeinden
Geschichte Archäologische Grabungen in Freidorf belegen eine Besiedlung aus der Bronzezeit.Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Band 45, Jahrgang 2006, Wien 2007, S. 60.
Ursprünglich war das gesamte Sulmtal im Besitz des Erzbistums Salzburg. Nach 1225 erhielt das damals von Salzburg aus neu gegründete Bistum Lavant Besitz in diesem Gebiet. 1228 wurde „St. Peter iuxta Lindenberch“ erstmals urkundlich genannt.
Am 24. Juni 1645 fiel das gesamte Dorf einem Brand zum Opfer.
Bis zum 1. Juni 1948 trug die Gemeinde den Namen Sankt Peter im Sulmthale, um sich dann in Sankt Peter im Sulmtal umzubenennen.
Von der steiermärkischen Gemeindestrukturreform, die bis 2015 die Zahl der Gemeinden im Bezirk Deutschlandsberg von 40 auf 15 verringerte, war die Gemeinde nicht betroffen, eine Zusammenlegung mit anderen Gemeinden war auch nicht geplant.Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
Bevölkerung Bevölkerungsstruktur 2025 hatte die Gemeinde 1.271 Einwohner. 97,09 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft, die Übrigen waren hauptsächlich EU-Bürger.
Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 95,5 % der Einwohner, 2,4 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Bevölkerungsentwicklung Das Bevölkerungswachstum der Gemeinde betrug zwischen 1869 und 1934 rund 10 %, was auf die Industrieansiedlungen und den Kohlenbergbau der damaligen Zeit zurückzuführen ist. Während der 1930er und 1940er Jahre sank die Bevölkerungszahl auf den ursprünglichen Wert. Seit 1951 steigt die Bevölkerung wieder kontinuierlich, sodass sich die Bevölkerungszahl zwischen 1939 und 2005 um etwa 50 % erhöht hat.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Peter im Sulmtal: Mit dem Campanile von Sankt Peter verfügt die Gemeinde über eine architektonische Besonderheit. Der 32 Meter hohe, freistehende Glockenturm wurde zwischen 1662 und 1664 errichtet. Eine seiner Glocken ist 1685 datiert. Möglicherweise war das Gebäude als Turm für eine später zu errichtende Kirche gedacht, die jedoch im angrenzenden Umfeld nie verwirklicht wurde.
Eine Pfarrkirche von St. Peter wurde erstmals 1244 erwähnt. Die heutige Kirche wurde nach einem Brand der Vorgängerkirche 1645 in den Jahren 1669 bis 1701 fertiggestellt, dem heiligen Petrus geweiht und mit einer Rokoko-Ausstattung versehen. In der Kirche befinden sich ein nach Vorlagen des Grazer Künstlers Erwin Huber geschaffenes Bronzetor (in Anlehnung an eines der Tore des Petersdomes in Rom) sowie ein Taufbecken, welches ebenfalls nach Vorlagen dieses Künstlers geschaffen wurde.
Seit 1980 verfügt die Gemeinde auch über ein Heimatmuseum, das im ehemaligen Pressgebäude des Pfarrhofes (Kellerstöckl, um 1779) eingerichtet wurde.Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch – Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll, Wien 1982, ISBN 3-7031-0532-1, S. 481. Die Gemeinde stellt in diesem Museum die Vergangenheit und die Tätigkeiten der Vereine, der Pfarre und der Gemeinde dar. Weitere Themenfelder sind das Brauchtum, die Geschichte des Kohlenbergbaues und bedeutende Ereignisse in der Gemeinde.
Weiters verfügt die Gemeinde über einen Naturlehrpfad. Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes Entente Florale Europe wurde Sankt Peter im Sulmtal 2000 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.Blumenbüro Österreich
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Die weststeirische Landschaft entlang der GKB-Bahnstrecke in Sankt Peter im Sulmtal (2006) Laut Arbeitsstättenzählung 2023 gab es 93 Arbeitsstätten mit 430 Beschäftigten in der Gemeinde. Es gab 58 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 15 im Haupterwerb), die zusammen 957 ha bewirtschafteten (2020).
Sankt Peter im Sulmtal liegt an der Wieserbahn, die seit Dezember 2007 Teil des steirischen Schnellbahnnetzes ist. Die Linie S6 verkehrt halbstündlich zur Koralmbahn und nach Graz.
Die Gemeinde bildet gemeinsam mit St. Martin im Sulmtal und Bad Schwanberg den Tourismusverband „Sulmtal-Koralm“. Dessen Sitz ist in Schwanberg.Grazer Zeitung. Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück, , S. 631.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.
Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 3 SPÖ und 1 Namensliste Wieser Karl. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 2 BZÖ und 2 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 2 SPÖ und 1 Sankt Peter Miteinander. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 FPÖ und 2 SPÖ.
Bürgermeister
1959–1970 Franz Koinegg (ÖVP)Rieger-Roschitz, Die Lebenserinnerungen des Altbürgermeisters Franz Koinegg aus St. Peter im Sulmtal, S. 276. 1970–2003 Karl Pommer (ÖVP)Rieger-Roschitz, Die Lebenserinnerungen des Altbürgermeisters Franz Koinegg aus St. Peter im Sulmtal, S. 294. 2003–2013 Alois Painsi (ÖVP) seit 2013 Maria Skazel (ÖVP)
Wappen Das Gemeindewappen wurde mit der Wirkung vom 1. Juni 1955 von der Steiermärkischen Landesregierung verliehen.
Blasonierung: „Ein von Silber über Grün geteilter Schild. Im oberen Felde ein auf der Teilungslinie stehender schwarzer Hahn, im untern Felde zwei gekreuzte goldene Schlüssel mit nach oben und auswärts gekehrten Bärten.“
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1998: Alois Korp, Gemeinderat 2003: Karl Pommer (1940–2017), Bürgermeister (1970–2003) 2005: August Plank, Vizebürgermeister 2009: Dorothea Fürnschuß, Gemeinderätin 2012: Franz Ehgartner (* 1952), Pfarrer 2013: Alfred Lohr, Arzt 2014: Alois Painsi, Bürgermeister (2003–2013) 2017: Anton Strametz, Vizebürgermeister (2003–2016) 2020: Johannes Pommer, Gemeindekassier (bis 2020) Söhne und Töchter der Gemeinde Rosa Dworschak (1896–1990), Sozialarbeiterin und Psychoanalytikerin Evelyn Fauth (* 1976), Tennisspielerin Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Hans Maria Fuchs (1874–1933), Arzt und Heimatforscher
Historische Landkarten
Literatur August Krainer, Heide Kosjak: Chronik von St. Peter im Sulmtal. Peggau 1990. Heimo Kaindl, Alois Ruhri: St. Peter im Sulmtal. Pfarrkirche zum hl. Petrus. Diözese Graz-Seckau, Steiermark. Salzburg 1994. Markus Rieger-Roschitz: „Wenn ich dazu befohlen wurde, habe ich meine Pflicht getan.“ Die Lebenserinnerungen des Altbürgermeisters Franz Koinegg aus St. Peter im Sulmtal. In: Mitteleuropa-Zentrum an der Andrássy Universität Budapest (Hrsg.), Familienerinnerungen. Wien 2025, S. 253–347.
Weblinks
www.europadorf.at Website der Gemeinde Sankt Peter im Sulmtal
Einzelnachweise
Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Weststeirisches Riedelland Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Sulm (Mur) Kategorie:Ersterwähnung 1228