Die Schematische Kriegsgliederung der Roten Armee am 22. Juni 1941 zeigt die Aufstellung der Roten Armee an der westlichen Staatsgrenze der Sowjetunion und in sowjetisch besetzten Ländern von Finnland bis zum schwarzen Meer, zu Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion. Die Truppen der Roten Armee waren in vier „Front“-Großverbänden und eine selbständige Armee gegliedert. Eine Front entsprach dabei in etwa einer Heeresgruppe der deutschen Wehrmacht. Des Weiteren existierten neben der allgemeinen Stawka-Reserve noch 10 interne Militärbezirke sowie die Fernostfront.
Übersicht Die Nordfront wurde vom Leningrader Militärbezirk gebildet, die Nordwestfront vom Baltischen Besonderen Militärbezirk, die Westfront ging aus dem Westlichen Besonderen Militärbezirk hervor und die Südwestfront entstand aus dem Kiewer Besonderen Militärbezirk. Die Südfront wurde erst am 25. Juni 1941 aus dem Odessaer Militärbezirk formiert.
Der Nordfront unter Generaloberst Markian Michailowitsch Popow waren die Truppen an der Grenze zu Finnland unterstellt. Dazu zählten – von Norden her – die 14. Armee, die 7. Armee, die 23. Armee und zahlreiche Divisionen, die direkt dem Frontkommando unterstellt waren. Die Nordfront verfügte über 15 Schützendivisionen in drei Schützenkorps, zwei Mechanisierte Korps mit 4 Panzerdivisionen und 2 motorisierten Schützendivisionen, insgesamt etwa 21 Division zuzüglich Einheiten, die der Front zugeteilt waren. Die Nordwestfront unter Generaloberst Fjodor Kusnezow hatte den Auftrag das Baltikum zu verteidigen und bestand aus der 8. Armee, der 11. Armee, der 27. Armee und Fronttruppen. Insgesamt 19 Schützendivisionen, 2 motorisierte Schützendivisionen und 3 Panzerdivisionen in zwei Mechanisierten Korps und sieben Schützenkorps (23 Divisionen). Der Westfront unter General Dmitri Grigorjewitsch Pawlow unterstanden die 3. Armee, die 4. Armee, die 10. Armee und das Armeeoberkommando der 13. Armee, verstärkt durch selbständige Verbände. Die Gesamtstärke betrug 24 Schützendivisionen, 2 Kavalleriedivisionen, 12 Panzerdivisionen und 6 motorisierte Schützendivisionen in sechs Mechanisierten Korps, acht Schützen- und einem Kavallerie-Korps sowie Fronttruppen (44 Divisionen). Die Südwestfront unter Generaloberst Michail Petrowitsch Kirponos bildeten die 5. Armee, die 6. Armee, die 12. Armee und die 26. Armee im Verbund mit Einheiten unter dem Kommando des Frontbefehlshabers. Insgesamt standen ihr 21 Schützendivisionen, 7 Gebirgs-Schützendivisionen, 8 motorisierte Schützendivisionen und 16 Panzer-Divisionen in acht Mechanisierten Korps, 2 Kavallerie-Divisionen und elf Schützenkorps sowie ein Kavallerie-Korps zusätzlich zu den Fronttruppen zur Verfügung (54 Divisionen). Die Südfront unter General Iwan Wladimirowitsch Tjulenew wurde formell erst am 25. Juni 1941 aus der 9. selbständigen Armee und der 18. Armee mit dem 2., 16. und 18. Mechanisierten Korps gebildet. Die Front besaß 19 Schützen-, 1 Gebirgs-Schützen-, 3 motorisierte Schützendivisionen, 6 Panzer- und 3 Kavalleriedivisionen (etwa 30 Divisionen). Neben den Armeen in den Fronten, befanden sich sechs weitere Armeen im Westen: die 16. Armee, die 19. Armee, die 20. Armee, die 21. Armee, die 22. Armee und die 24. Armee bildeten, zusammen mit eigenständigen Einheiten, die Stawka-Reserve. Zusammen noch einmal 41 Schützendivisionen in vierzehn Schützenkorps und fünf Mechanisierte Korps mit 10 Panzer- und 5 motorisierte Schützendivisionen (56 Divisionen), die sich noch im Aufmarsch befanden, der erst bis zum 10. Juli 1941 abgeschlossen wurde.
Daraus ergibt sich am 25. Juni 1941 für die Roten Armee im Westen inklusive der Reserve-Armeen eine Gesamtstärke von etwa 21 Armeen mit 47 Schützen-, 25 Mechanisierte und 3 Kavalleriekorps; mit 138 Schützen-, 7 Gebirgsschützen-, 25 motorisierte Schützen-, 49 Panzer-, 6 Kavalleriedivisionen.
Dazu kommen die 10 Internen Militärbezirke der Sowjetunion und die Fernostfront.
Zum Moskauer Militärbezirk unter Generaloberst Pawel Artemewitsch Artemjew gehörte das 41. Schützenkorps mit 2 Schützen-Divisionen, sowie diverse andere Truppen. Der Wolga-Militärbezirk stand unter dem Kommando von General Wassili Filippowitsch Gerassimenko, hatte aber keine nennenswerten Großverbände. Der Oreler Militärbezirk wurde von General Fjodor Nikititsch Remesow befehligt. Ihm unterstanden das 30. Schützenkorps mit 3 Schützendivisionen und das 33. Schützenkorps mit weiteren 3 Schützendivisionen. Außerdem befand sich das 23. Mechanisierte Korps mit 2 Panzer- und 1 motorisierten Schützendivision dort, des Weiteren 1 selbstständige Schützendivision und weitere Unterstützungstruppen. Der Uralsker Militärbezirk mit dem Hauptquartier in Jekaterinburg hatte keine Großverbände unter seinem Kommando. Befehlshabender General war Filipp Afanasewitsch Jerschakow. Zum Sibirischen Militärbezirk gehörten ein paar Unterstützungsverbände, darunter ein separates Schützenregiment. Kommandeur war General Stepan Andrianowitsch Kalinin. Dem Charkower Militärbezirk unter Kommando von General Andrei Kirillowitsch Smirnow unterstand der Stab der 18. Armee mit 1 Schützendivision, sowie das 2. Luftlandekorps mit 3 Luftlandebrigaden. Der Nordkaukasische Militärbezirk beinhaltete das 64. Schützenkorps mit 2 Divisionen, 1 selbstständige Schützendivision, 1 selbstständige Gebirgsschützendivision und Unterstützungsverbände. Dem Transkaukasischen Militärdistrikt waren das 3. Schützenkorps (1 Schützendivision und 2 Gebirgsschützendivisionen), das 23. Schützenkorps (1 Schützendivision und 1 Gebirgsschützendivision) und das 40. Schützenkorps (1 Schützendivision und 1 Gebirgsschützendivision) unterstellt. Außerdem befand sich das 28. Mechanisierte Korps (2 Panzerdivisionen und 1 Motorisierte Schützendivision) am 22. Juni 1941 in diesem Distrikt. Des Weiteren waren 3 Selbstständige Gebirgsschützendivisionen, 1 Selbstständige Kavalleriedivision und 1 selbstständige Gebirgskavalleriedivision dort stationiert. Kommandeur war General Dmitri Timofejewitsch Koslow. Der Zentralasiatische Militärdistrikt wurde von Generalleutnant Sergei Georgijewitsch Trofimenko geführt. Ihm standen das 58. Schützenkorps (3 Gebirgsschützendivisionen), das 4. Kavalleriekorps (3 Gebirgskavalleriedivisionen) und das 27. Mechanisierte Korps (2 Panzerdivisionen, 1 motorisierte Schützendivision) zur Verfügung. Außerdem gab es noch eine selbstständige Schützendivision und weitere Unterstützungstruppen. Der Archangelsker Militärdistrikt umfasste am 22. Juni 1941 2 Selbstständige Schützendivisionen sowie diverse Luft- und Küstenverteidigungstruppen. Befehlshaber war General Wladimir Jakowlewitsch Katschalow. Der Transbaikalische Militärdistrikt beinhaltete die 17. Armee mit einer Gesamtstärke von 2 Panzerdivisionen und 3 Motorisierten Schützendivisionen. Darüber hinaus gab es im Distrikt das 12. Schützenkorps (2 Schützendivisionen) und 2 Selbstständige Schützendivisionen. Befehlshabender General war Pawel Alexejewitsch Kurotschkin.
Nordfront Kommandeur: Generaloberst Markian Michailowitsch Popow Chef des Generalstabs: Generalmajor D. N. Nikischew Kommissar: Korpskommissar N. N. Klementjew Zuständigkeitsbereich: Nordmeerküste bis Narwa Hauptquartier: Leningrad
14. Armee Kommandeur: Generalleutnant W. A. Frolow Standort: Murmansk Korps Einheit Mannstärke und Ausrüstung42. Schützenkorps (Generalmajor R. I. Panin, Salla)104. Schützendivision (Generalmajor Stepan Iljitsch Morosow)12.489 Mann, 314 Schützen-Gruppen, 18 leichte Schützen-Gruppen (ohne MG), 7 Kavallerie-Gruppen, 6 leichte Kavallerie-Gruppen (ohne MG), 80 50 mm-Granatwerfer, 384 Leichte Maschinengewehre DP 1928 (inklusive der Maschinengewehre aus den Schützen- und Kavallerie-Gruppen), 166 Mittlere Maschinengewehre PM 1910, 50 82mm Granatwerfer, 456 Pferdegespanne, 159 LKW, 21 PKW, 14 120mm Granatwerfer, 18 76mm Infanteriegeschütze, 12 76mm Kanonen, 4 76mm Flugabwehrkanonen, 52 45mm Panzerabwehrkanonen, 87 Traktoren, 2 Vierlings-Fla-MG PM 1910, 12 152mm Haubitzen, 26 122mm Haubitzen, 33 Pionier-Gruppen, 4 Brückenpionier-Gruppen und 4 BA-20 Panzerwagen122. Schützendivision (Brig.kom. Pjotr Semenowitsch Schewtschenko)7.002 Mann, 132 Schützen-Gruppen, 12 leichte Schützen-Gruppen, 6 Kavallerie-Gruppen, 6 leichte Kavallerie-Gruppen, 78 50mm Granatwerfer, 171 Leichte Maschinengewehre DP 1928, 163 Mittlere Maschinengewehre PM 1910, 20 82mm Granatwerfer, 301 Pferdegespanne, 149 LKW, 20 PKW, 4 120mm Granatwerfer, 13 76mm Infanteriegeschütze, 8 76mm Kanonen, 4 76mm Flugabwehrkanonen, 30 45mm Panzerabwehrkanonen, 8 37mm Flugabwehrkanonen, 79 Traktoren, 2 Vierlings-Fla-MG PM 1910, 12 152mm Haubitzen, 27 122mm Haubitzen, 17 Pionier-Gruppen, 2 Brückenpionier-Gruppen, 17 Tanketten (im an die Division angegliederten 107. Panzerbataillon), 14 T-26 (107. Panzerbataillon) und 4 BA-20 Panzerwagen14. Schützendivision (Generalmajor Alexander Afanasjewitsch Schurba)13.934 Mann, 346 Schützen-Gruppen, 25 leichte Schützen-Gruppen, 9 Kavallerie-Gruppen, 9 leichte Kavallerie-Gruppen, 81 50mm Granatwerfer, 434 leichte Maschinengewehre DP 1928, 168 mittlere Maschinengewehre PM 1910, 54 82mm Granatwerfer, 501 Pferdegespanne, 188 LKW, 22 PKW, 12 120mm Granatwerfer, 18 76mm Infanteriegeschütze, 10 76mm Kanonen, 4 76mm Flugabwehrkanonen, 54 45mm Panzerabwehrkanonen, 4 37mm Flugabwehrkanonen, 88 Traktoren, 4 Vierlings-Fla-MG PM 1910, 12 152mm Haubitzen, 26 122mm Haubitzen, 36 Pionier-Gruppen, 4 Brückenpionier-Gruppen und 8 BA-20 Panzerwagen52. Schützendivision (Brig.kom. Nikolai Nikolajewitsch Nikischin)13.821 Mann, 346 Schützen-Gruppen. 18 leichte Schützen-Gruppen. 9 Kavallerie-Gruppen, 9 leichte Kavallerie-Gruppen, 80 50mm Granatwerfer, 426 leichte Maschinengewehre DP 1928, 168 mittlere Maschinengewehre PM 1910, 54 82mm Granatwerfer, 495 Pferdegespanne, 181 LKW, 20 PKW, 14 120mm Granatwerfer, 18 76mm Infanteriegeschütze, 14 76mm Kanonen, 4 76mm Flugabwehrkanonen, 54 45mm Panzerabwehrkanonen, 4 37mm Flugabwehrkanonen, 76 Traktoren, 6 Vierlings-Fla-MG PM 1910, 12 152mm Haubitzen, 28 122mm Haubitzen, 36 Pionier-Gruppen, 4 Brückenpionier-Gruppen und 10 BA-20 Panzerwagen23. Befestigter Raum (Murmansk)1.662 Mann, 41 Leichte Maschinengewehre DP 1928, 45 Mittlere Maschinengewehre PM 1910, 2 82mm Granatwerfer, 4 45mm Panzerabwehrkanonen, 6 76mm Infanteriegeschütze und 4 122mm Haubitzen104. Artillerie-Regiment (Reserve des Oberkommandos – RGK)2.038 Mann, 44 122-mm-Kanone M1931/37 (A-19)1. Panzer-Division (Generalmajor W. I. Baranow, östlich Salla)9.541 Mann, 108 Schützen-Gruppen. 14 leichte Schützen-Gruppen, 2 leichte Kradschützen-Gruppen, 13 50mm Granatwerfer, 160 leichte Maschinengewehre DP 1928, 54 mittlere Maschinengewehre PM 1910, 14 82mm Granatwerfer, 1.418 LKW, 81 PKW, 4 76mm Infanteriegeschütze, 4 37mm Flugabwehrkanonen, 6 45mm Panzerabwehrkanonen, 64 Traktoren, 12 Vierlings-Fla-MGs PM 1910, 3 12.7mm Fla-MGs, 12 152mm Haubitzen, 12 122mm Haubitzen, 20 Pionier-Gruppen, 15 Brückenpionier-Gruppen, 35 BA-20 Panzerwagen, 53 BA 10 Panzerwagen, 388 Panzer (davon 4 KW-1, 2 KW-2, 8 T-34, 89 BT-5, 176 BT-7, 68 T-26, 3 T-37 und 38 T-28)1. Gemischte Flieger-Division (Oberst I. Turkel)74 I-153 (68 einsatzbereit), 35 SB-2 (32 einsatzbereit)42. Artilleriefliegerstaffel6 R-5/R-Z (5 einsatzbereit)31. Selbständiges Pionier-Bataillon446 Mann, 4 Mittlere Maschinengewehre PM 191072. NKWD-Grenzwachtregimentjeweils ungefähr 1.126 Mann, 18 50mm Mörser und 34 Mittlere Maschinengewehre PM 191082. NKWD-Grenzwachtregiment100. NKWD-Grenzwachtregiment101. NKWD-Grenzwachtregiment
7. Armee Kommandeur: Generalleutnant F. D. Gorolenko Standort: (NO Ladogasee)