mini|hochkant|Hermann von Gilm zu Rosenegg Hermann von Gilm zu Rosenegg, eigentlich: Hermann Gilm von RoseneggGilms Urgroßvater Franz Joseph Gilm, Untervogt und Rentmeister der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg, wurde 1739 mit dem Prädikat „von Rosenegg“ in den erbländisch-österreichischen Adelsstand erhoben. – Siehe: Gilm v. Rosenegg. In: Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 3: Eberhard – Graffen. Voigt, Leipzig 1861, . (* 1. November 1812 in Innsbruck; † 31. Mai 1864 in Linz), war ein österreichischer Jurist und Dichter.

Leben mini|hochkant|alt=Pöstlingberg-Gedicht|Pöstlingberg-Gedicht Schwäbisch-alemannischer Abstammung, verbrachte er seine Jugend in Vorarlberg, wo er in Feldkirch das Gymnasium besuchte. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck war er ab 1840 Staatsbeamter in Schwaz, Bruneck und Rovereto. 1846 kam er nach Wien und arbeitete zunächst als Konzeptspraktikant in der Hofkanzlei, nach deren Auflösung im k. k. Innenministerium. 1856 wurde er in Linz zum Leiter des Präsidialbüros der Statthalterei ernannt. In seiner Zuständigkeit für das Theaterressort verfasste er Theaterberichte und verhinderte grobe Eingriffe in die Spielpläne und Texte der Stücke.

Hermann von Gilm erntete Lob für seine feinsinnigen Gedichte. In den politischen LiedernAm 29. September 1863 fand in Innsbruck in Anwesenheit von Kaiser Franz Josef I. ein großer Schützenfestzug statt, an dem Hermann von Gilm als „begeisterter Sänger“ mitwirkte. – Siehe: spiegelt sich sein erhitztes Gemüt, und als Gegner der Jesuiten schrieb er scharfe Polemiken. Im Umgang mit seinen Werken trat er der Öffentlichkeit gegenüber zurückhaltend auf. Als Liberaler konnte der Beamte seine politische und kirchliche Überzeugung nicht unter seinem Namen publizieren. Zu Lebzeiten erschien nur der Gedichtband Tiroler Schützenleben.

Gottfried Benn schätzte den Dichter. Richard Strauss hat 1885 acht Gedichte aus dem Zyklus „Die letzten Blätter“ (ursprünglich in Sophienlieder veröffentlicht) als sein Opus 10 vertont, unter denen vor allem „Zueignung“ (Nr. 1), „Die Nacht“ (Nr. 3) und „Allerseelen“ (Nr. 8) sich bleibender Beliebtheit erfreuen.

Sein Bruder Hugo von Gilm (1831–1906) wurde Chemiker.

Ehrungen Die Innsbrucker Stadtväter erwogen bereits 1870, die damalige Verlängerung der Angerzellgasse in Gilmstraße umzubenennen. 1873 wurde dieses Vorhaben umgesetzt; auch die dort befindliche Volksschule hieß Gilmschule. Außerdem befindet sich eine Büste Gilms an der Fassade des Tiroler Landesmuseums in Innsbruck. In Bozen ist eine Straße nach Hermann von Gilm benannt. In Meran gibt es einen Hermann-von-Gilm-Weg, außerdem trägt die deutschsprachige Grundschule von Obermais seinen Namen. Am Brunecker Graben wurde eine nordwestlich bestehende Freifläche Gilmplatz benannt; auch wird ein Saal des Kulturhauses Michael Pacher als Gilmsaal bezeichnet. In Wien-Hernals wurde 1894 die Gilmgasse in nach ihm benannt. In Linz wurde 1898 zu seinen Ehren am Sterbehaus eine Büste enthüllt,Gedenktafel über dem Portal Baumbachstraße 16. – Siehe: und 1914 die Gilmstraße nach ihm benannt. In Dornbirn, wo Gilm aufwuchs, trägt seit 1910 eine Straße seinen Namen. Auch München widmete ihm 1937 eine Straße im Stadtteil Sendling.

Werke

Märzveilchen (1836)Kein Exemplar nachweisbar Sommerfrischlieder aus Natters (1839)Kein Exemplar nachweisbar Sophienlieder (1844)Kein Exemplar nachweisbar Tiroler Schützen-Leben. Festgabe zur Feier der fünfhundertjährigen Vereinigung Tirols mit dem österreichischen Herrscherhause. Wagner, Innsbruck 1863; . Gedichte. Zwei Bände. Gerold, Wien 1864–65. Band 1; . Band 2; . Nachtrag (1868) Jakob Stainer. Dichtung. In: Jakob Stainer, der Geigenmacher von Absam in Geschichte und Dichtung. Wagner, Innsbruck 1992, S. 137–143; . Gedichte. Liebeskind, Leipzig 1894; .

Literatur Johann Georg Obrist: Der Dichter Hermann von Gilm: Eine Biographie. 1874. Arnold von der Passer: Hermann vom Gilm – sein Leben und seine Dichtungen. Liebeskind, Leipzig 1889, OBV.

Hermann von Gilm, Moritz Necker (Hrsg.): Hermann von Gilms Familien- und Freundesbriefe. Schriften des Literarischen Vereins in Wien, Band 17, . Literarischer Verein, Wien 1912, OBV. Walther Neuwirth: Herrmann von Gilm. Dissertation. Universität Wien, Wien 1920, OBV. Anton Dörrer: Hermann von Gilm und die Jesuiten – ein altes Tiroler Kampfkapitel, nach unbeachteten Briefen und Gedichten. Innsbruck (ca.) 1924, OBV. Anton Dörrer: Hermann von Gilms Weg und Weisen. Tyrolia, Innsbruck 1924, OBV. Anton Dörrer: Hermann von Gilm in Bruneck. In: Der Schlern 30, 1956, S. 201–205 (Digitalisat).

Hermann von Gilm, Alois Großschopf (Hrsg.): Aus bergkristallener Schale. Stiasny-Bücherei, Band 24, . Stiasny, Graz (u. a.) 1958, OBV.

Weblinks

Brenner-Archiv der Universität Innsbruck Eintrag über Hermann von Gilm in: Lexikon Literatur in Tirol Eintrag zum Straßennamen im Dornbirner Stadtlexikon

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Autor Kategorie:Dichterjurist Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Tirolensien Kategorie:Beamter (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1812 Kategorie:Gestorben 1864 Kategorie:Mann