mini|Generalabt Thomas Handgrätinger OPraem mit Johannes K. Rücker in der Katholischen Landvolkshochschule „Schorlemer Alst“ (2007)
Thomas Anton Handgrätinger OPraem (* 4. März 1943 in Ulm; † 24. Juli 2026 im Kloster Windberg) war ein deutscher Ordensgeistlicher, Abt der Prämonstratenserabtei Windberg und von 2003 bis 2018 Generalabt der Prämonstratenser-Chorherren.
Leben Anton Handgrätinger trat nach der Gymnasialzeit in Rohr und Nürnberg 1963 in das Kloster Windberg ein und legte auf den Tag genau zwei Jahre später, am 8. September 1965 die feierlichen Gelübde ab. Er erhielt den Ordensnamen Thomas. Nach dem Studium der Theologie in Innsbruck (1965–1969) wurde er am 29. Juni 1969 in Regensburg zum Priester geweiht und nahm dann an einer mehrjährigen Weiterbildung am Institut für Katechetik und Homiletik in München teil. Von 1975 bis 1993 arbeitete er als Religionslehrer und war für die Religionslehrerfortbildung im Bistum Regensburg zuständig. Als Leiter und Bildungsreferent vom Jugendhaus Windberg und später Jugendbildungsstätte war er von 1971 bis 1993 für die außerschulische Jugendbildung und Jugendarbeit in Windberg verantwortlich.
Am 12. April 1976 wurde Handgrätinger für sechs Jahre zum Prior de regimine des Klosters Windberg gewählt (1982 und 1988 wiedergewählt). Am 4. März 1994 wählte ihn das Kapitel der Kanonie Windberg zum Abt. Die Abtsweihe fand am 31. Mai 1994 statt. Sein Wahlspruch lautet in manus tuas – In deine Hände.
Handgrätinger steht für die Neubelebung des Windberger Konvents. Unter seiner Führung gelang 1982 die historische Wiederbesiedlung des schwäbischen Klosters Roggenburg.
Seit 1988 war Handgrätinger 1. Definitor und somit Stellvertreter des Generalabtes, seit 1993 Novizenmeister und Klerikermagister in Windberg und seit dem 1. Dezember 2000 auch Administrator der Abtei Speinshart in der Oberpfalz.
Am 30. September 2003 wurde Abt Thomas auf einem außerordentlichen Generalkapitel in Rom zum Generalabt der Prämonstratenser (Dominus Praemonstratensis) gewählt und folgte Hermenegild Noyens im Amt. Ende Juli 2018 wählte das Generalkapitel in Kerkrade den Belgier Jos Wouters zu seinem Nachfolger.
Ehrungen und Auszeichnungen 1993: Medaille „Pro Meritis“: Diese Auszeichnung wurde ihm vom bayerischen Staatsminister für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst, Hans Zehetmair, verliehen. Sie würdigte seine herausragenden Verdienste in seiner 22-jährigen Tätigkeit als Leiter der Jugendbildungsstätte Windberg. 2005: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
Veröffentlichungen Gesandt wie ER. Der Orden der Prämonstratenser-Chorherren heute. Communio, Contemplatio, Actio. Echter-Verlag, Würzburg 1984, ISBN 3-429-00906-5. 75 Jahre Wiederbesiedelung der Prämonstratenser-Abtei Windberg (= Windberger Schriftenreihe; 3). Poppe-Verlag, Windberg 1998, ISBN 978-3-932931-03-1. Der heilige Norbert – Erzbischof und Ordensgründer. Norbertus-Verlag, Magdeburg 2011, ISBN 978-3-941265-05-9. Begegnung und Sendung: Prämonstratenser-Spiritualität. Norbertus-Verlag, Magdeburg 2014, ISBN 978-3-941265-09-7. Prämonstratenser. Gemeinsam mit Gott bei den Menschen: 900 Jahre Prémontré – Lust auf Zukunft. Norbertus-Verlag, Magdeburg 2018, ISBN 978-3-941265-06-6. P. Dr. Norbert Backmund OPraem (1907–1987) – Prämonstratenserchorherr der Abtei Windberg: Zum 35. Todestag. Poppe-Verlag, 2022, ISBN 978-3-932931-83-3.
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