Die USS Intrepid (CV-11) (englisch für „unerschrocken“ / „furchtlos“), auch The Fighting I und später The Tough Old Lady genannt, ist ein US-amerikanischer Flugzeugträger der Essex-Klasse.

Die Intrepid fuhr während des Zweiten Weltkriegs im Pazifischen Ozean sowie im Vietnamkrieg Einsätze. Weiterhin war sie Hauptbergungsträger im Mercury- und Gemini-Programm der NASA. Seit 1982 liegt sie als Museumsschiff im Hafen von New York City unter dem Namen Intrepid Sea, Air & Space Museum vor Anker.

Die USS Intrepid war der Flugzeugträger im Pazifikkrieg, der die meisten Treffer erhielt. Den Japanern war sie als Geisterschiff bekannt, da sie bei ihnen öfters als versenkt, schwer beschädigt oder außer Dienst gestellt galt.

Geschichte Die Kiellegung der Intrepid fand am 1. Dezember 1941 in Newport News, Virginia, bei der Newport News Shipbuilding and Drydock Company statt, Stapellauf war am 26. April 1943. Die Übergabe an die United States Navy erfolgte am 16. August 1943. An diesem Tag landete auch das erste Flugzeug an Deck, gesteuert von Commander Jackson. Nach einer Inspektion durch einen Vizeadmiral der US-Navy am 2. Oktober meldete sich die Fluggruppe 8 am 7. Oktober zum Dienst.

Unter Captain Thomas L. Sprague setzte die Intrepid noch am selben Tag Kurs auf die Karibik. Am 12. Oktober ging sie im Golf von Paria vor Trinidad vor Anker. In den folgenden fünf Tagen fanden die ersten strategischen Gefechtsübungen auf See statt. Besonders das rasch aufeinanderfolgende Starten und Landen der Kampfflugzeuge sowie deren Neurüstung war ein wichtiger Übungsbestandteil. Über Port of Spain lief der Träger zurück in die Vereinigten Staaten, wo er am 19. November in Hampton Roads festmachte. Die Fluggruppe 8 verließ dort die Intrepid und das Schiff führte bis zum 28. November eine weitere Testfahrt durch.

Anfang Dezember wurde das Schiff der schnellen Flugzeugträgergruppe 8 (Fast Carrier Group 8 – CVG-8) zugeteilt und nahm in Norfolk Munition, Wasser und Proviant an Bord. Mit der an Bord zurückgekehrten Fluggruppe 8 begab es sich durch den Panamakanal in den Pazifischen Ozean. Am 9. Dezember riss sich der Träger bei der Kanaldurchfahrt ein kleines Leck in den Rumpf, das behelfsmäßig in Balboa repariert wurde. Zur vollständigen Wiederherstellung im Trockendock setzte die Intrepid Kurs auf den Marinehafen in San Francisco, der am 22. Dezember erreicht wurde.

Pazifikkrieg Nachdem die Intrepid Pearl Harbor erreicht hatte, wechselte die Fluggruppe 8 zum Marineflugstützpunkt nach Maui. Für diese kam die Fluggruppe 6 unter Commander John L. Phillips an Bord. Vom 12. bis zum 14. Januar 1944 unternahm der Träger Manöverfahrten mit der neuen Fluggruppe vor Hawaii.

Marshallinseln Den ersten Kriegseinsatz hatte die USS Intrepid im Rahmen der Operation Flintlock, der Schlacht um die Marshall-Insel Kwajalein. Dazu wurde sie am 16. Januar 1944 der CVG-6 zugeteilt, die der Task Group 58.2 angehörte. Zusammen mit der Essex, dem leichten Träger Cabot, den Schlachtschiffen North Carolina, South Dakota und Alabama sowie zwei Zerstörerdivisionen bereitete sie die Landungen der Marines auf dem Kwajalein-Atoll vor. Am 29. Januar flogen ihre Maschinen fast den ganzen Tag Attacken auf Roi-Namur, die noch bis zum 2. Februar fortgesetzt wurden. Der Träger ging am 4. Februar in der kurz zuvor eroberten Lagune des Majuro-Atolls, etwa 430 Kilometer südöstlich von Kwajalein, vor Anker.

Ab Mitte Februar nahm die Intrepid mit ihren Kampfflugzeugen und acht anderen Flugzeugträgern an der Operation Hailstone, der Bombardierung des strategisch wichtigen japanischen Stützpunktes auf dem Truk-Atoll in den Karolinen, teil. In der Nacht zum 17. Februar griffen japanische Torpedobomber die Amerikaner an, ein abgeworfener Torpedo traf die Backbordunterkünfte des Trägers unterhalb der Wasserlinie. Auch die Ruderanlage wurde beschädigt. Das Ruder ließ sich nicht mehr aus der Backbordposition auslenken. Trotz der Beschädigungen gelang es Captain Sprague, die Intrepid auf Kurs zu halten. Sie wurde aus den Kampfhandlungen genommen und nahm Kurs auf Pearl Harbor. Bei starkem Wind drehte der Träger an den folgenden Tagen immer wieder auf Westkurs. Sprague sagte dazu:

Mit bordeigenen Mitteln knüpfte die Besatzung ein Segel, das auf dem Vordeck bis hoch zum Hangardeck installiert wurde. Alle Flugzeuge wurden auf das vordere Ende des Flugdecks gestellt, um einen möglichst hohen Windwiderstand zu bieten. Alle anderen Lasten kamen zum Heck unter Deck. Zusammen mit den beiden als Geleitschutz mitfahrenden Zerstörern Stephen Potter und Stembel erreichte die Intrepid am 24. Februar Pearl Harbor und wurde bis zum 16. März dort behelfsmäßig repariert. Anschließend lief sie zum Marinehafen in San Francisco, wo sie wieder voll see- und kampftauglich gemacht wurde. Am 30. Mai übernahm Captain Joseph Francis Bolger den Oberbefehl über den Träger, der im Juni 1944 wieder in Pearl Harbor eintraf und die Fluggruppe 19 an Bord nahm, die nach Eniwetok gebracht werden sollte. Zusammen mit zwei Zerstörern bildete sie die Taskforce TF 19.7, die am 4. Juli die Marshallinseln erreichte. Nachdem die Fluggruppe 19 von Bord gegangen war, nahm die Intrepid Hunderte von Soldaten, Matrosen und Marines auf, von denen viele verwundet waren und an Bord eine Erstversorgung erhielten.

Wieder zurück in Pearl Harbor bekam die Mannschaft für fast einen Monat Landurlaub auf Hawaii. Erst am 27. Juli musste die Mannschaft wieder vollständig in Paradeuniform auf Deck antreten, als US-Präsident Roosevelt Oʻahu besuchte.

Zusammen mit den Flugzeugträgern Enterprise und Independence bildete die Intrepid die Taskgroup TG 12.3.2 unter Konteradmiral Francis S. Low, mit der sie am 16. August Kurs auf Eniwetok nahm. Auf ihrem Flugdeck standen die Maschinen der Fluggruppe 18. Nachdem die Insel am 24. August erreicht worden war, löste das Oberkommando die Einsatzgruppe auf. Schon am folgenden Tag lichtete die Intrepid wieder den Anker und nahm an einem Manöver der TG 58.2 teil. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf Übungen der Bordgeschütze gelegt, bis der Träger abends wieder vor Eniwetok ankerte.

Philippinensee Am 29. August 1944 wurde die USS Intrepid der TG 38.2 zugeteilt. Der stellvertretende Marinesekretär für Luftfahrt kam mit seinem Stab am 4. September an Bord, um mit dem derzeitigen Kommandanten des Trägers, Captain Joseph F. Bolger, bei einem Essen über die zukünftigen Einsätze zu sprechen. Zwei Tage später begann der zweite Pazifikfronteinsatz der Intrepid. Die Kampfflugzeuge der Fluggruppe 18 flogen schwere Luftangriffe gegen die japanisch besetzten Palau-Inseln. Die Hauptangriffsziele waren dabei die Flugfelder, die Flugabwehrgeschütze und die Küstenbatterien der Japaner, um die amerikanischen Landungen auf den Inseln vorzubereiten, die am 15. September begannen. Die Intrepid hatte schon vorher mit der Einsatzgruppe das Gebiet verlassen und ihre Flugzeuge flogen am 9. und 10. September Einsätze gegen japanische Flugstützpunkte auf der großen Philippinen-Südinsel Mindanao, die Unterstützung für die Verteidigung der Palau-Inseln bieten konnten. An den folgenden Tagen waren kleinere Flugfelder auf Inseln in der Visayan-See die Ziele.

mini|Die Intrepid in der Philippinensee im November 1944

Die Einsatzgruppe TG 38.2 wurde am 17. September aufgelöst und die Flugzeuge der Intrepid flogen Einsätze zur Unterstützung der Landungstruppen auf Peleliu (→Schlacht um Peleliu). Als dort keine Luftunterstützung mehr nötig war, konzentrierten sich die amerikanischen Angriffe wieder gegen die Philippinen. Am 21. und 22. September griffen die Kampfflugzeuge der Intrepid erstmals das japanisch besetzte Manila an. Weiterhin lagen japanische Einrichtungen auf Luzon unter schwerem Beschuss. Als Aufklärungsflugzeuge eine große japanische Flottenkonzentration, vor allem von Tankern, vor Coron südwestlich von Mindoro meldeten, entschied sich der Kommandeur der jetzt wieder gemeinsam operierenden Schiffe der TG 38.2, dieses sehr wichtige Ziel mit den Trägermaschinen anzugreifen. Die Flugzeuge der Intrepid waren an Versenkungen von fünf Schiffen sowie an den schweren Beschädigungen dreier weiterer beteiligt.

Nach einem kurzen Zwischenstopp zur Wiederaufmunitionierung und Betankung auf der eingenommenen Insel Saipan am 28. September setzte die Intrepid Kurs auf Ulithi, das sie am 1. Oktober erreichte. Unterdessen war der Kommandeur der Einsatzgruppe TG 38.2 auf den Träger gewechselt, der nun als sein Flaggschiff diente. Zwei Tage später zwang ein aufkommender Taifun die Intrepid, ihren Ankerplatz im Atoll fluchtartig zu verlassen. Dem Flugzeugträger gelang es, dem tropischen Sturm in den folgenden Tagen bei nur leichten Schäden auszuweichen und die Angriffe auf japanische Stützpunkte auf den Philippinen fortzusetzen. Dieses Mal fanden sie weiter nördlich statt. Die gesamte TF 38 überraschte die Japaner am 10. Oktober mit ihrem unvermittelten Auftauchen südlich von Okinawa, das sie am nächsten Tag bombardierte. Nach einer kurzen Seebetankung war das nächste Ziel der Kampfflugzeuge der Fluggruppe 18 Formosa, wo die dortige Wasserflugzeugbasis bei Tansui und das Flugfeld bei Shinchiku vom 12. bis zum 14. Oktober unter Beschuss genommen wurden. Anschließend wandte sich die Einsatzgruppe TG 38.2 wieder Zielen auf Luzon zu.

Die amerikanischen Landungen auf Leyte begannen am 17. Oktober, und damit trat auch der japanische Verteidigungsplan für die Philippinen (→ Sho Nr. 1) in Kraft. Die Einheiten der Intrepid nahmen ab dem 21. Oktober an der Luftraumverteidigung über dem Invasionsgebiet teil. Zwei Tage später meldeten amerikanische U-Boote das Anlaufen großer japanischer Verbände. Dies war der Auftakt zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. Die TG 38.2 begann mit einer schnellen Wiederbetankung der Schiffe und am 24. Oktober funkten ihre Aufklärungsflugzeuge die Kontaktmeldung mit der japanischen Nordflotte durch. Sofort setzten alle Schiffe Kurs nach Norden, um die Japaner abzufangen. Kurz vor der Abenddämmerung des 24. Oktober sandte Admiral William F. Halsey, der Oberbefehlshaber der TF 38, seine Kampfflugzeuge nach Norden, welche die Japaner bei Kap Engano ausmachten und angriffen. Die Hauptstreitmacht der Japaner war jedoch von der Sibuyan-See durch die San-Bernardino-Straße auf dem Weg nach Süden und griff die Geleitflugzeugträgergruppe von Konteradmiral Clifton Sprague vor Samar an, die nur von wenigen Zerstörern gedeckt wurde. Die Intrepid und die anderen Einheiten der TG 38.2 eilten den Trägern mit voller Kraft zu Hilfe, die jedoch nach drei Stunden nicht mehr rechtzeitig kam, da die japanischen Schiffe nach schwerem Kampf und etlichen Verlusten mittlerweile in der San-Bernardino-Straße wieder abgedreht hatten und zurückliefen. Am nächsten Tag setzten die Trägerflugzeuge den Japanern noch einmal nach und versenkten einen Kreuzer.

mini|Einschlag des ersten Kamikaze-Fliegers am 25. November 1944